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Predigt-Nachlese: Gut beraten?

Predigttext: Psalm 1

Der Druck unserer Kultur, uns ihrem Wertsystem und ihrer Denkweise anzupassen, wird immer militanter. Wir alle, aber besonders die Jugend, sehen uns einer ständigen Gehirnwäsche ausgesetzt. Auch bei denen, die in einem christlichen Umfeld aufwachsen, lässt sich beobachten: Die einen bleiben auf dem Weg Gottes, die anderen geben nach, stolpern von Kompromiss zu Kompromiss und gehen schließlich ganz in dieser Welt auf.

Warum dieser Unterschied? Psalm 1 gibt uns Auskunft.

In Vers 1 heißt es: Wohl dem, der nicht wandelt nach dem Rat der Gottlosen, noch tritt auf den Weg der Sünder, noch sitzt, wo die Spötter sitzen. Der Umkehrschluss sieht so aus: Wenn ein Mensch schlechtem Rat folgt, den Rat der Bibel verwirft und meint, es besser zu wissen, steht er mit dem nächsten Schritt auf dem Weg der Sünder. Irgendwann ist er dann fest etabliert im Kreis der Spötter, völlig abgekommen vom Weg zum Leben.

Der gesegnete Mensch dagegen ist ein Mensch der Bibel, nicht nur sonntagsmorgens, sondern Tag und Nacht. Jesus lebt in seinem Herzen, und durch sein Wort hat er ständig Gemeinschaft mit ihm. Er flieht den Rat der Gottlosen wie Josef, selbst wenn er einen hohen Preis dafür bezahlen muss. Er hält sich fern von einem destruktiven, widergöttlichen Lebensstil. Er schottet sich nicht von den Menschen ab, aber er will sich nicht hineinziehen lassen in die Sünde. Er passt auf, was er anschaut und anklickt, was ihn beeinflusst, was er mitmacht, auf was er hört. Er sucht die Gemeinschaft der Kinder Gottes, wo man einander mit Gottes Wort ermahnt und ermutigt.

Unser Psalm vergleicht ihn mit einem Baum, gepflanzt an Wasserbächen, der seine Frucht zu seiner Zeit bringt, und dessen Blätter nicht verwelken. Ein Baum kann sich nicht selber pflanzen. Im Leben dieses Menschen hat ein Werk Gottes stattgefunden. Er hat sich mit seiner Schuld an seinen Erlöser gewendet, und der hat ihn ans Lebenswasser gepflanzt und versorgt ihn damit. Schwierigkeiten bringen ihn nicht ab von seinem Gott, er findet immer Grund, Gott zu danken! Aus seinem Leben kommt die Frucht des Geistes, Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung (Galater 5,22) hervor, und er ist ein Segen für andere.

Wer zu Christus gekommen ist in der Hoffnung auf ein besseres Leben in dieser Welt und nicht, weil er Vergebung seiner Sünden gesucht hat, der wird sich als Spreu erweisen, die fortweht, wenn die Schwierigkeiten des Lebens über ihn hinwegfegen. Wer seine Ohren dauerhaft gegen die Wahrheit Gottes verschließt, wird im letzten Gericht ohne Verteidigung sein. Er kann nicht mit dem Volk Gottes zusammen in der Herrlichkeit leben. Aber der Herr kennt den Weg der Gerechten, er hat ihn im Blick – auch mitten im Leiden ist er geborgen. Dieser Mensch gehört zu ihm für alle Ewigkeit.

Predigt-Nachlese: Die schlechte und die gute Nachricht

“Evangelium” bedeutet “gute Nachricht”. Aber bevor wir die gute Nachricht zu hören bekommen, müssen wir uns zuerst mit der schlechten auseinandersetzen, und die lautet: Die Seele, welche sündigt, die soll sterben! So lässt es Gott durch Hesekiel ausrichten (Hes. 18,20).

Gott nimmt Sünde außerordentlich ernst. Aber was versteht er darunter? Schauen wir uns seine Definition in 1.Johannes 3,4 an: Die Sünde ist die Gesetzlosigkeit.

Bei einer tödlichen Krankheit werden zuerst die Befunde erhoben und vorgelegt. Danach kann die Behandlung eingeleitet werden. So müssen auch wir unsere geistliche Gesundheit an den Normalwerten des Standards Gottes messen, an seinen Geboten.

Lieben wir Gott über alle Dinge? Ist er die Nummer 1 in unserem Leben, seine Ehre unsere höchste Priorität? Er ist ein eifersüchtiger Gott, nicht bereit, mit Götzen zu konkurrieren oder mit den falschen Gottesbildern, die unser Hirn sich zusammenspinnt. Ein modernes Götzenbild ist zum Beispiel das eines Gottes, der Liebe ohne Heiligkeit ist, der alles toleriert und sich nach unseren Maßstäben richtet. Auch wenn wir Gottes Namen missbrauchen, kommen wir unter sein Gericht. Mord, Verachtung der Eltern, Ehebruch – diese Dinge hasst Gott, und zwar schon ihre Wurzeln in unseren Herzen. Es ist nicht nötig, dass wir sie ausführen; es ist genug, dass wir in Gedanken mit ihnen spielen und uns heimlich wünschen, wir könnten es tun. Gott ist ein Richter der Gedanken und Gesinnungen des Herzens. Auch Stehlen und Lügen fängt nicht erst bei Bankraub und Meineid an, sondern z.B. bei einem illegalen Download und Übertreibungen. Und das neidische Schauen auf das, was ein anderer hat, ist Auflehnung gegen die Zuteilungen Gottes in meinem Leben.

Wenn wir dann unseren geistlichen Befund erhoben haben, stellen wir fest, dass wir zum Tod verurteilt sind, denn keiner von uns ist schuldlos. Und jetzt kommt die gute Nachricht zum Zug: Christus hat am Kreuz unsere Strafe getragen. Wenn wir unser Vertrauen auf seine Stellvertretung setzen, werden wir von Gott gerecht gesprochen, und er gibt uns die Kraft seines Geistes, die uns zu einem neuen Leben befähigt.

Wir haben einen Gott, der die Sünde hasst, und auch wir sollten die Sünde hassen.

Denn du bist nicht ein Gott, dem Gesetzlosigkeit gefällt; wer böse ist, darf nicht bei dir wohnen. Die Prahler bestehen nicht vor deinen Augen; du hasst alle Übeltäter. Psalm 5,5.6

Hasst das Böse und liebt das Gute! Amos 5,15

Die Furcht des Herrn bedeutet, das Böse zu hassen; Stolz und Übermut, den Weg des Bösen und einen verkehrten Mund hasse ich. Sprüche 8,13

Aber dieses hast du, dass du die Werke der Nikolaiten (eine Irrlehre) hasst, die auch ich hasse. Offenbarung 2,6

Aber genauso wahr ist die unwahrscheinliche Liebe Gottes, der für die, die sich gegen ihn aufgelehnt haben, seinen einzigen Sohn gab:

Gott aber beweist seine Liebe zu uns dadurch, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren. Römer 5,8

Wie wir mit ihm das Böse hassen sollen, sollen wir auch wie er unsere Feinde lieben. Und natürlich sollen wir wie er Gerechtigkeit und Barmherzigkeit lieben und die Kinder Gottes, deren Herzen an ihm hängen und die seinen Willen tun wollen.

Und wie können wir das? Das Maß unsrer Liebe hat damit zu tun, ob wir die Schwere unserer eigenen Sünde erkannt haben. Liebe wächst in mir, wenn ich erkenne, wie viel mir vergeben wurde. Wem viel vergeben ist, der liebt viel.

Ich bin Gott so dankbar, dass er nicht toleriert, was unsere Beziehung zerstört, dass er dagegen einen Weg gefunden hat, durch seinen Sohn meine Sünden zu vergeben! Das ist wirklich eine gute Nachricht!

Predigt-Nachlese: Der Heilige Geist in Aktion

Predigttext: Apostelgeschichte 2,14-39

Was für eine wunderbare Situation, wenn Gott die volle Aufmerksamkeit aller Anwesenden hat! Es waren gerade bemerkenswerte Dinge passiert: Ein Brausen wie von einem gewaltigen Sturmwind, die Erscheinung von Feuerzungen auf den Gläubigen, und schließlich der Lobpreis Gottes in allen Sprachen der Zuhörer, deren aber die Sprechenden eigentlich nicht mächtig sein konnten, da sie einfache (heute würde man sagen: “bildungsferne”) Leute waren. Die Menschen waren erschreckt und verwirrt. Was in aller Welt war das alles? Was hatte das zu bedeuten? Ein paar Spötter hatten gleich eine Erklärung parat: Die sind hier wohl um die Uhrzeit schon betrunken!

So viele fragende Menschen, die dem Wirken Gottes beiwohnen, ohne es zu verstehen und einordnen zu können! Petrus erkennt die Gelegenheit, und erhebt sich spontan und predigt die erste christliche Predigt in der Geschichte (und alle weiteren müssen sich an ihr messen lassen). Ist das der Mann, der vor kurzem noch vor einem Dienstmädchen zitterte und log? Jetzt erfüllt ihn der Heilige Geist so ganz und gar, dass für Angst einfach kein Platz mehr bleibt.

Das Sprachenreden hat inzwischen aufgehört. Es war nur das Intro, um der Verkündigung von Christus den Weg in die Herzen zu ebnen. Es gibt Petrus die Möglichkeit, das Erfahrene durch die Heilige Schrift zu interpretieren: Leute, das ist das, was der Prophet Joel vorausgesagt hat. Wir sind in die Zeit der Erfüllung der messianischen Verheißungen eingetreten. Voller Kühnheit steht Petrus vor diesen Menschen, die noch vor ein paar Wochen an der Kreuzigung seines Herrn beteiligt gewesen sind, und weist an Hand des Alten Testamentes nach: Dieser Mann war der von Gott gesandte König.

Niemand kommt auf die Idee, dass die Nüchternheit dieser “Bibelarbeit” etwa den Geist dämpfen würde. Nein, jetzt tritt der Heilige Geist erst richtig in Aktion! Er gibt Petrus die Autorität zu fordern:

“So soll nun jedermann in Israel sicher wissen, dass Gott diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt, zum Herrn und Christus gemacht hat!”

Das ist nicht mehr der alte Petrus mit den guten Absichten und der schlechten Performance…..das ist Gott selbst in ihm, der hier durch ihn redet. Und wir können das Wirken des Heiligen Geistes beobachten, wie er genau das tut, was Jesus versprochen hat:

Die Wahrheit bohrt sich in die Herzen, und es gibt kein Ausweichen mehr. Sie erkennen, dass sie für das, was sie getan haben, dem Gericht Gottes verfallen sind. Sie können nicht weiterleben wie bisher! Und sie fragen: Was sollen wir tun?

Petrus sagt nicht: Werdet religiös, schließt euch der Kirche an, tut gute Werke! Er befiehlt ihnen: Seht ein, dass ihr Sünder seid! Lasst eure Selbstgerechtigkeit, euren Stolz, euer falsches Weltbild sausen! Bekennt eure Sünden, und euch wird vergeben! Bindet euer Leben an diesen Jesus und zeigt durch die Taufe, dass ihr unwiderruflich auf seinem Weg gehen wollt!

An diesem Tag nehmen 3000 Menschen seine Worte an, werden in ihrem Herzen erneuert, so wie Hesekiel es im Alten Testament beschrieben hat, und lassen sich taufen.

Seit Pfingsten ist das die Botschaft der Gemeinde Jesu. Der Heilige Geist selbst bezeugt sie durch uns, und alle Manifestationen des Geistes dienen immer dem einen Ziel: Dass Menschen Jesus als Herrn und Retter erkennen und von ihren Sünden überführt und verändert werden. Damit diese Botschaft ihre Wirkung entfaltet, brauchen wir mehr als menschliche Kraft. Wir müssen uns – immer wieder neu – vom Heiligen Geist erfüllen lassen.

Predigt-Nachlese: Das Wirkprinzip des neuen Lebens

Der Predigttext für heute war Galater 5,16-25.

Geist und Fleisch, sagt unser heutiger Text, sind einander entgegengesetzt. Wir haben zwei Möglichkeiten, wie wir unser Leben führen: Im Geist oder im Fleisch. Es gibt nichts dazwischen, keine Grauzone, keinen neutralen Boden.

Nun kennen wir das alle nur zu gut, dass wir zwar wollen, was wir als richtig erkennen, aber es nicht schaffen, auch so zu leben, wie Paulus es so anschaulich in Römer 7 beschreibt: ” Denn was ich vollbringe, billige ich nicht; denn ich tue nicht, was ich will, sondern was ich hasse, das übe ich aus…….das Wollen ist zwar bei mir vorhanden, aber das Vollbringen des Guten gelingt mir nicht. Denn ich tue nicht das Gute, das ich will, sondern das Böse, das ich nicht will, das verübe ich.”

Woran liegt das? Wir sind doch Kinder Gottes, wiedergeboren durch den Heiligen Geist! “Wenn wir nun durch den Geist leben, so lasst uns auch durch den Geist wandeln!” antwortet uns Paulus. Und wie soll das gehen?

Was man wissen muss: Das neue Leben ist ein anderes Leben. Es funktioniert auf völlig verschiedene Weise.  Wenn wir zum Glauben kommen, wird nicht das alte Leben neu gestartet, die moralische Version in einem neuen Wertesystem sozusagen – sondern wir steigen ein in ein ganz neues Leben, das nicht auf unserer eigenen Kraft und Anstrengung beruht, sondern das der Heilige Geist in uns bewirkt. Das was als Frucht des Geistes beschrieben wird: Liebe, Friede, Freude, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Enthaltsamkeit, sind keine Herausforderungen an unser Fleisch, jetzt alles besser zu machen. Es sind Verheißungen für den Wandel im Geist, Gottes eigene Wesenszüge, die er durch seine eigene Kraft in uns ausgestaltet.

Denn wir können es nicht. Unser Fleisch ist vollkommen kraftlos, Gottes Willen zu tun. Es gehört ans Kreuz. Da hat Gott das Urteil über unsere Leidenschaften und Begierden, das ganze selbstsüchtige Ich-Leben, gesprochen. An uns ist es, das anzuerkennen und darin einzuwilligen, und Gott machen zu lassen, Platz zu machen für ihn.

In der Praxis geschieht das, indem wir die Gemeinschaft mit Gott pflegen. Durch das Lesen der Bibel bekennen wir unseren Mangel: Wir haben keine Weisheit, aber wir suchen sie bei ihm. Wir wollen seine Wege lernen, wir brauchen seine Unterweisung und seine Zusagen. Und durchs Gebet geben wir unsere Hilflosigkeit und Abhängigkeit zu erkennen: Wir können nicht, aber er kann. Wir brauchen ihn, um dieses neue Leben zu leben. Und so wie wir in der Erkenntnis unserer Schwachheit zunehmen und uns Gott überlassen, wächst die Frucht des Geistes in uns.

Querbeet am 20.9.2013

Von der Kraft des Wortes Gottes zur Lebensveränderung und von der Geduld Gottes, der Menschen Schritt für Schritt führt, belehrt und befreit, zeugt dieser Lebensbericht einer Glaubensschwester, die aus Rumänien stammt. Sehr lesenswert!

Diesen Artikel von Nancy Guthrie (englisch) zur Frage, wie wir Gott hören, fand ich sehr interessant. Sie sagt, dass es eigentlich kein biblisches Beispiel dafür gibt, dass Gott durch unsere Gedanken zu uns redet. Wie aber dann? Auf jeden Fall einiges an Gedankenfutter und Anregung zu einem weitergehenden Bibelstudium!

Haben Christen durch das Kreuz Christi einen Anspruch auf Heilung? Schließlich steht geschrieben: “Er trug unsere Krankheiten.” Diese Fragen beleuchtet Viktor Janke auf seinem Blog und findet ausgewogene biblische Antworten.

“The Big Question of Grief: Who Am I Now?” Diesen englischen Artikel über das Wesen von Trauer fand ich für mich selbst sehr erhellend. Trauer, meint der Autor, ist auch eine Identitätskrise. Hoffnung ist die Sicherheit, die ich aus der Beziehung mit Gott schöpfe, dass er mir nach dieser Phase der Instabilität und Desorientierung, die man nicht so einfach übergehen kann, neue Wege eröffnen wird.