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Wie der Mann der Schmerzen beim Aufstehen hilft

Gastbeitrag von Naomi Vedder

Es ist kurz nach sechs, ich liege noch im Bett und will nicht aufstehen. Ich will einfach nicht. Mein Kopf schmerzt fürchterlich, ich habe mich seit vier Uhr hin und her gewälzt und versucht eine günstige Schlafposition zu finden, bei der Kopf, Schulter und Arm möglichst schmerzfrei liegen. Es ist mir nicht recht gelungen. Jetzt ist es Zeit aufzustehen, aber ich bin müde und nicht erholt und ich will nicht. Die letzten Nächte waren auch nicht viel besser. Eigentlich sind die Nächte schon länger nicht mehr erholsam, und auch tags plagen mich oft Schmerzen.


Früher habe ich mich in solchen Situationen oft meinen negativen Gedanken hingegeben, bin tief traurig und deprimiert in den Tag gestartet, aber eigentlich habe ich gelernt, dass ich den trüben Gedanken keinen Raum geben darf. Aber warum aufstehen? In mir kämpft es, der Kopf schmerzt. Eben war ich schon mal auf zur Toilette. Ein Blick auf mein Handy sagt mir, dass meine diabeteskranke Tochter auch keinen guten Start in den Tag haben wird. Der Zucker ist viel zu hoch, meldet mir die App. Wir sind uns heute Nacht um vier im Flur begegnet – ich auf dem Weg zur Toilette, sie offensichtlich auf der Suche nach Kohlehydraten, denn da war der Blutzucker viel zu niedrig. Blöde Krankheit, die einem nicht mal nachts Ruhe gönnt. Aber das waren dann wohl zu viele Kohlehydrate, sodass jetzt gegengesteuert werden muss … Schmerz, Krankheit, Leid, ich bin’s leid! Ich bin genervt und will jammern. Mein Arm tut jetzt schon so lange weh … und kein Arzt kann mir sagen, wann und wie das jemals wieder aufhört.
Auf einmal muss ich an Joni denken. Joni Eareckson Tada, die Frau, die jetzt schon viel länger im Rollstuhl sitzt, als ich überhaupt lebe. Über 50 Jahre Rollstuhl, täglich chronische Schmerzen und obendrauf eine Krebserkrankung … diese Frau ist mein Vorbild. Ihr Glaube und ihr Festhalten am Herrn trotz aller Not und Leid ermutigen mich oft und spornen mich an. Festhalten, weitermachen, nicht hängen lassen.

Aber ich bin nicht Joni, und ich will heute Morgen einfach nicht. In mir tobt ein Kampf! Da plötzlich schießt mir ein Wort in den Kopf: Mann der Schmerzen! Mann der Schmerzen … wie geht das nochmal weiter? Er war ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut. Ich muss weinen. Ich merke, dass Gott selbst mich daran erinnert hat, dass Jesus ein Mann der Schmerzen war. Das tröstet mich so sehr. Es ist Trost vom Vater selbst. Jesus war ein Mann der Schmerzen. Das ist sein Name. Er weiß genau was Schmerzen sind. Ich bin keine Frau der Schmerzen, so schlimm ist es nicht, aber Jesus ist ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut. Das heißt, er kennt und versteht auch alles andere, was mich gerade wirklich belastet und worüber ich heute zwischen 4 und 6 Uhr morgens nachgedacht habe. Mit Leiden vertraut. Ich gehe in die Küche, mein Mann braucht auf der Arbeit ja trotzdem was zu essen heute. Ich bin ermutigt aufzustehen. Unterwegs schnappe ich mir mein iPad und gebe „Mann der Schmerzen“ ein. Mir werden noch andere Bibelstellen vorgeschlagen, z.B. Psalm 88,4: „Denn meine Seele ist gesättigt vom Leiden …“
Mir laufen die Tränen. Danke, Herr Jesus, danke, danke! Das ist mein Herr, das ist mein Gott! Er kennt mich, er versteht mich und er hat selbst alles durchlebt, aber ohne Sünde! Was für ein Trost! Das ist mein Wort des Tages – Mann der Schmerzen! – Ich werde gleich nochmal genauer nachlesen, was die bekannte Jesaja-Stelle sagt. Mein Blick fällt auf mein Lesezeichen. Da stehen lauter Jesus-Namen drauf: Jesus, Menschensohn, Immanuel, das Wort, Friedefürst, Messias, Freund der Sünder, guter Hirte … Ich drehe das Lesezeichen um. Da steht es: Mann der Schmerzen! Was für ein Trost! Ich lese dazu 1. Petrus 2, 21 im Kontext; die Stelle habe ich mir in meiner Bibel bei Jesaja 53 notiert.

Wenn ihr aber für Gutestun leidet und es geduldig ertragt, das ist Gnade bei Gott. Denn dazu seid ihr berufen, weil auch Christus für uns gelitten und uns ein Vorbild hinterlassen hat, damit ihr seinen Fußstapfen nachfolgt. »Er hat keine Sünde getan, es ist auch kein Betrug in seinem Mund gefunden worden«; als er geschmäht wurde, schmähte er nicht wieder, als er litt, drohte er nicht, sondern übergab es dem, der gerecht richtet. Er hat unsere Sünden selbst an seinem Leib getragen auf dem Holz, damit wir, den Sünden gestorben, der Gerechtigkeit leben mögen; durch seine Wunden seid ihr heil geworden. Denn ihr wart wie Schafe, die in die Irre gehen; jetzt aber habt ihr euch bekehrt zu dem Hirten und Hüter eurer Seelen.“

Ja, Herr Jesus ich will mein Leiden, klein oder groß, gern von dir annehmen und du wirst mir darin beistehen. Es gehört dazu. Du hast gelitten, wir werden leiden. Ich werde das gleich mit meiner Freundin teilen. Die hatte gestern einen Fibromyalgie-Schub vom Feinsten, einen schrecklichen Tag. Aber mit dieser Perspektive rückt das alles in ein anderes Licht. Mich tröstet das viel mehr als der WhatsApp Status, den ich neulich gesehen habe: „Gott ist der Heiler, er hat uns Heilung zugesagt, lasst uns Heilung aussprechen über… „
Ja, natürlich ist unser Gott ein Gott, der heilt. Das bezweifle ich nicht, aber bei mir hat er heute Morgen nicht den Körper geheilt, sondern die Seele. Meine Kopfschmerzen lassen etwas nach, während ich tippe, die im Ellbogen werden stärker. Aber meine Seele ist beruhigt, getröstet, ermutigt. Ich weiß, wofür ich aufgestanden bin. Für Jesus, wegen Jesus und durch Jesus. Sein Leiden hat mich aus dem Bett geholt, seine Schmerzen werden mich für den Tag befähigen. Er hat ja fürwahr meine Krankheit getragen und meine Schmerzen auf sich geladen; und er wurde um meiner Übertretungen willen durchbohrt, wegen meiner Missetaten zerschlagen; die Strafe lag auf ihm, damit ich Frieden hätte, und durch seine Wunden bin ich geheilt worden. So steht es in Jesaja 53. Das macht mich so froh!


Auf meinem Schreibtisch liegen die Kärtchen mit den Versen aus Jesaja 12, die ich gerade versuche auswendig zu lernen. Der Vers 3 lautet: „Und ihr werdet mit Freuden Wasser schöpfen aus den Quellen des Heils, und werdet sagen zu jener Zeit: Dankt dem Herrn, ruft seinen Namen an, verkündigt unter den Völkern seine Taten, erinnert daran, dass sein Name hoch erhaben ist!“
Ja, das ist mein Auftrag für heute: daran erinnern, dass sein Name hoch erhaben ist. Der Name Mann der Schmerzen gehört auch dazu. Das ist auch ein Teil seines Namens. Durch seine Wunden wurde ich geheilt und habe Frieden. Herrlich!

Jesaja 12,5: „Singt dem Herrn, denn er hat Herrliches getan; das soll bekannt werden auf der ganzen Erde!“

Jesus ist alles, was wir im neuen Jahr brauchen

Du bist der feste Fels unter meinen Füßen,

lässt mich mutig stehen vor Macht und Mächtigen,

bergende Höhle und Heimathafen,

mein Vorbild und der, den ich verehre –

Name über alle Namen: Jesus.

 

Du bist mein Retter, wenn die Wasser rauschen,

wenn die Welt wankt in ihrer Wirrnis,

Zuflucht, wenn Zweifelswogen ins Boot schlagen,

Gebieter, Gott, Herr aller Herren –

Name über alle Namen: Jesus.

 

Du bist die Zukunft, der sich keiner entzieht,

Richter der Welt und Retter deines Volkes.

Am Ende allen Widerspruchs stehst du als Sieger,

und alle Knie beugen sich dem König –

Name über alle Namen: Jesus.

Fühlst du dich eigentlich geehrt?

Fühlst du dich eigentlich geehrt,

wenn wir zur Feier deiner Geburt

hinter Anti-Islamisten-Pollern

zur Bratwurst unseren Glühwein trinken

und Tannen und Christbaumkugeln kaufen

bei „O lasset uns anbeten“ zur Geschäftsförderung?

Fühlst du dich eigentlich geehrt

von unserem Weihnachtseinkauf-Kopfzerbrechen,

wenn wir bei Besinnlichkeitskerzenlicht

Wunsch- und Einkaufslisten schreiben

und Plätzchen knabbernd auf Amazon surfen?

 

Fühlst du dich eigentlich geehrt

von unserem nikolausbemützten Weihnachtsworship,

dem hastigen Davonhuschen nach dem Gottesdienst

schnell zum Weihnachtsessen und zur Bescherung

(schließlich geht es doch heute um die Kinder, und die halten es kaum noch aus)?

 

Wenn du jetzt an Weihnachten wiederkämst

in großer Macht und Herrlichkeit,

während wir dich in der Krippe feiern,

und die Welt verginge und ihre Lust,

und einer würde genommen und einer gelassen,

 

würden wir die Geschenke, die Familie, das Fest

mit Freuden loslassen, um dir entgegenzugehen?

Was würden wir tun? Würdest du dich geehrt fühlen?

Oder würden wir uns gestört fühlen?

Entdeckungen in der Apostelgeschichte: Die Kurzbiografie von Jesus

Scrabble tiles spelling out the word JESUS correctly without any figureDie Apostelgeschichte enthält ja mehrere große Predigten, aber in Apostelgeschichte 10 wird das Evangelium zum ersten Mal vor einer Gruppe von  Heiden gepredigt. Ich fand es interessant, wie kurz Petrus das Leben von Jesus zusammenfasst und dabei doch alles Wesentliche sagt, was jeder Mensch wissen und glauben muss, um gerettet zu werden. Das kann auch für uns ein Leitfaden sein.

Hier also die wesentlichen Punkte seiner Jesus-Kurzbiografie, den er vorstellt als “aller Herr”:

  • Er stammt aus Nazareth.
  • Er wurde von Gott mit Heiligem Geist und Kraft gesalbt.
  • Er zog umher und tat den Menschen Gutes.
  • Gott war mit ihm; deshalb heilte er alle, die vom Teufel überwältigt waren.
  • Sein Wirkungsbereich war das Land der Juden und Jerusalem, und die Apostel waren dabei und haben alles mitverfolgt.
  • Er wurde durch Kreuzigung umgebracht.
  • Gott hat ihn am 3. Tag auferweckt; nicht das ganze Volk, aber viele Augenzeugen haben ihn danach gesehen und sogar mit ihm gegessen und getrunken.
  • Gott hat ihn zum Richter der Lebenden und der Toten eingesetzt.
  • Jetzt kann man durch ihn Vergebung der Sünden bekommen, wenn man an ihn glaubt.

Mein Dank an Jesus

thank-you-391055_1280Herr, auch wenn ich dieses ganze Weihnachtsbrimbamborium weder mag noch brauche (du auch nicht, ich weiß) – DANKE!

Danke für dein Ja vor Grundlegung der Welt, dass du bereit warst, dir einen menschlichen Leib bereiten zu lassen, um uns nahe zu sein, unsere Sünden und Krankheiten auf dich zu laden und ans Kreuz zu tragen, dich an unserer Stelle dem gerechten Zorn Gottes auszuliefern und uns zu erlösen.

Danke, dass du Knechtsgestalt angenommen und das Gesetz erfüllt hast. Danke, dass deine Armut uns reich macht, dein Sterben uns Leben gibt, dein Knecht-Werden uns zu Königen und Priestern macht.

Danke für Versöhnung mit Gott, für einen zerrissenen Vorhang, für Vergebung und ein reines Gewissen, danke für Zugang zum Vater. Danke, dass du, ewiges Wort, Fleisch geworden bist, um unter uns zu wohnen. Danke, dass du uns deine Brüder nennst, dass du uns gezeigt hast, wie Menschsein vor Gott aussehen soll.

Danke, dass du uns vor Gott vertrittst als barmherziger und treuer Hohepriester, der jede menschliche Schwachheit und Versuchung kennt und doch nie gesündigt hat. Danke, dass du uns verstehst und uns helfen kannst zu überwinden.

Danke, für eine lebendige Hoffnung; danke, dass du uns von der Todesfurcht befreit und Zukunft über den Tod hinaus gegeben hast. Danke für die Wohnungen, die du uns im Vaterhaus bereitest. Danke, dass uns nichts von deiner Liebe trennen kann.

IMMANUEL: Gott mit uns. Danke! JESUS: Gott rettet. Danke!