Herr, auch wenn ich dieses ganze Weihnachtsbrimbamborium weder mag noch brauche (du auch nicht, ich weiß) – DANKE!
Danke für dein Ja vor Grundlegung der Welt, dass du bereit warst, dir einen menschlichen Leib bereiten zu lassen, um uns nahe zu sein, unsere Sünden und Krankheiten auf dich zu laden und ans Kreuz zu tragen, dich an unserer Stelle dem gerechten Zorn Gottes auszuliefern und uns zu erlösen.
Danke, dass du Knechtsgestalt angenommen und das Gesetz erfüllt hast. Danke, dass deine Armut uns reich macht, dein Sterben uns Leben gibt, dein Knecht-Werden uns zu Königen und Priestern macht.
Danke für Versöhnung mit Gott, für einen zerrissenen Vorhang, für Vergebung und ein reines Gewissen, danke für Zugang zum Vater. Danke, dass du, ewiges Wort, Fleisch geworden bist, um unter uns zu wohnen. Danke, dass du uns deine Brüder nennst, dass du uns gezeigt hast, wie Menschsein vor Gott aussehen soll.
Danke, dass du uns vor Gott vertrittst als barmherziger und treuer Hohepriester, der jede menschliche Schwachheit und Versuchung kennt und doch nie gesündigt hat. Danke, dass du uns verstehst und uns helfen kannst zu überwinden.
Danke, für eine lebendige Hoffnung; danke, dass du uns von der Todesfurcht befreit und Zukunft über den Tod hinaus gegeben hast. Danke für die Wohnungen, die du uns im Vaterhaus bereitest. Danke, dass uns nichts von deiner Liebe trennen kann.
IMMANUEL: Gott mit uns. Danke! JESUS: Gott rettet. Danke!
Warum lehnen so viele Menschen die Botschaft des Kreuzes ab?
Weil das Kreuz unser Todesurteil zeigt. Das Kreuz zeigt, was wir verdient haben. Wir haben die Rechtsforderung Gottes nicht erfüllt. Ob wir nun das Gesetz Gottes kennen und in allen Einzelheiten wissen, wo wir versagt haben, oder ob es nur unser natürliches Gewissen ist, das uns verurteilt – wir wissen es alle, dass wir gesündigt haben. Deswegen wollen wir ja ständig Ausgleich schaffen durch gute Taten, uns bessern oder uns zumindest nach außen weiß anstreichen. Aber Gott, der unsere Sünden genauer gesehen hat als wir selbst und bei dem sie in Büchern verzeichnet und fürs Gericht aufbewahrt sind, zeigt uns durch das Kreuz: Das hast du verdient. Alles. Die Schmerzen, die öffentliche Zurschaustellung deiner Schmach und Schande, die Gottverlassenheit. Erkennst du es an? Stimmst du zu? Dann rechne ich dir das Opfer des einen Reinen und Sündlosen zu und erkläre dich für gerecht.
Denn er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm zur Gerechtigkeit Gottes würden. 2.Korinther 5,21
… das tat Gott, indem er seinen Sohn sandte in der gleichen Gestalt wie das Fleisch der Sünde und um der Sünde willen und die Sünde im Fleisch verurteilte, damit die vom Gesetz geforderte Gerechtigkeit in uns erfüllt würde …Römer 8,3.4
Aber das Zugeben, das Anerkennen unserer absoluten Aussichtslosigkeit und Fluch-Würdigkeit und Verlorenheit, das fällt uns so schwer. Und dass dann ein anderer für unsere Sünden geradesteht, dass wir uns gar nicht selbst retten können, das bricht unseren Stolz.
Weil das Kreuz uns alle gleich macht. Wir hoffen immer noch auf den Vergleich: Ich übertreibe zwar manchmal, aber ich lüge nicht (außer wenn’s unbedingt sein muss). Ich mache zweideutige Witze und riskier schon mal einen Blick, aber ich bin doch meinem Partner treu. Ich hasse manche Menschen, aber ich bring niemand um. Ich bin auf jeden Fall besser als XY. Ich setze mich für andere ein. ich liebe meine Familie. Aber es gibt kein Todesurteil „light“ am Kreuz. Es gibt keine Variante für „Halbgerechte“, keine für „über dem Durchschnitt-Gerechte“. Es ist auch völlig egal, ob unsere Sünde gesellschaftlich anerkannt oder total verpönt ist. Wir haben es alle verdient, weil Gott nicht nur unser Verhalten sieht, sondern auch unsere tiefsten Motivationen. Deswegen nehmen die, die das Kreuz für sich annehmen, jeden anderen, der das auch tut, freudig in die Arme, egal, wie er früher gelebt hat. Sie erkennen bei ihm die gleiche Gnade, die sie selbst empfangen haben.
Wisst ihr denn nicht, dass Ungerechte das Reich Gottes nicht erben werden? Irrt euch nicht: Weder Unzüchtige noch Götzendiener, weder Ehebrecher noch Weichlinge, noch Knabenschänder, weder Diebe noch Habsüchtige, noch Trunkenbolde, noch Lästerer, noch Räuber werden das Reich Gottes erben. Und solche sind etliche von euch gewesen; aber ihr seid abgewaschen, ihr seid geheiligt, ihr seid gerechtfertigt worden in dem Namen des Herrn Jesus und in dem Geist unseres Gottes! 1.Korinther 6,9-11
Weil das Kreuz die Welt verurteilt. Die damalige Menschheit, repräsentiert durch die jüdische Obrigkeit und die römische Besatzungsmacht, hat durch die Kreuzigung Jesu eine klare Absage an Gottes Reich und König gemacht. „Wir wollen nicht, dass dieser über uns herrscht“, riefen die Leute. „Ich will nicht, dass er meine Karriere stört“, dachte Pilatus, auch wenn ihm nicht wohl dabei war. Sie haben ihn sehr eindeutig verworfen. Aber man kann Jesus auch dadurch verwerfen, dass man ungestört weitersündigen will. Sogar die Kirche, die ihn offiziell als Herrn anerkennt, kann ihn verwerfen, wenn sie trotzdem dem Zeitgeist oder der Habsucht dient. Worte allein sind keine Umkehr. Wer dem Gekreuzigten anhängen will, muss bereit sein, die Ablehnung der Welt mit ihm zu teilen. An Pfingsten predigt Petrus:
So lasst uns nun zu ihm hinausgehen, außerhalb des Lagers, und seine Schmach tragen! Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir. Hebräer 13,13.14
Das Kreuz ist der Inbegriff der Liebe und Gnade Gottes. Es macht uns klein in unseren eigenen Augen. Und dann macht es uns wieder „groß“: Wir werden Gottes Kinder und Erben. Einer meiner Lieblingsverse in der Bibel (den ich fast jeden Morgen singe) sagt es so:
Ihm, der uns geliebt hat und uns von unseren Sünden gewaschen hat durch sein Blut, und uns zu Königen und Priestern gemacht hat für seinen Gott und Vater — Ihm sei die Herrlichkeit und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Offenbarung 1,5.6
O du fröhliche, o du selige Weihnachtszeit singen wir alle Jahre wieder. Dieses Jahr ist manchen das Herz schwer, weil die üblichen fröhlichen und seligen Gefühle sich nicht so recht einstellen wollen mit Pandemie und Kontaktbeschränkungen. Aber ist die romantische und trauliche Stimmung, die wir mit Advent verbinden, überhaupt das, was einen Christen fröhlich und selig macht?
Christliche Freude ist irgendwie ein paradoxes Ding. Da geht in der Weihnachtsnacht ein gewaltiger Jubelgesang los. Aber ist der überhaupt angebracht? Etwas mehr als 30 Jahre später wird dieses Kind unter der grausamsten Folter sterben, die Menschen sich erdacht haben. Ist diese Freude nicht einfach ein gewaltiger Irrtum?
Und von einer merkwürdigen Seligkeit sprach dieser Jesus. Die Armen im Geist, die Trauernden, die Verfolgten und Verleumdeten, die Unmündigen, die, die auf ihr Recht verzichten, die Gebenden, die Barmherzigen, ja, man könnte sagen, die Verlierer dieser Welt spricht er selig. Gehören wir zur Zielgruppe? Und: Wollen wir diese Seligkeit? Oder denken wir bei Seligkeit eher an Gänsebraten, Tannenbaum, Familie, Netflix und Amazon-Gutscheine?
Hast du schon mal darüber nachgedacht, warum überhaupt dieses Kind geboren ist? “Welt war verloren, Christ ist geboren”, geht es in diesem alten Weihnachtslied weiter. Siehst du dich denn als verloren an? Was ist damit überhaupt gemeint? Wer verloren ist, der ist hoffnungslos. Der weiß, dass er die Beziehung zu Gott verspielt hat durch seine eigene Schuld. Der ist, wie Jesus sagt, arm im Geist,d.h. er hat nichts vorzuweisen, womit er sich die Gunst Gottes und den Himmel verdienen könnte. Der hat erkannt, dass das ganze Wesen dieser Welt hohl und leer ist, dass Besitz, Lust, Anerkennung das Loch in seinem Herzen nicht füllen können. Und in seine Traurigkeit, seinen Hunger und Durst nach Echtem und Reinem hinein sagt Jesus: Selig die Trauernden … selig, die hungern und dürsten nach Gerechtigkeit. Und alles, was sie tun müssen, ist zu IHM zu kommen. Er wäscht die Sünde ab, er sättigt, er tröstet. Er verspricht uns kein leichtes und erfolgreiches Leben, sondern eins mit Kreuz und Verfolgung und Verzicht und Selbstverleugnung, aber ein seliges Leben, ein Glück, das die Welt nicht kennt, Beziehung zu seinem und unserem Vater im Himmel und eine ewige Heimat. Und dann ist jede Zeit im Jahr fröhlich, selig, gnadenbringend, und Traulichkeit und Kerzenschein und Familie kannst du zwar haben, aber die “Seligkeit” ist nicht davon abhängig.
Als ich Kind war, gab es diese Kaugummi-Automaten. Die bunten Kaugummikugeln waren sehr begehrt; besonders Kunstfertige konnten phänomenale Blasen damit machen. Aber das Tollste an diesen Automaten war: Unter die Kaugummikugeln waren allerlei kleine Kostbarkeiten gemischt wie z.B. Ringe mit Glitzersteinchen, und wenn man Glück hatte, fiel so ein Ring heraus – für einen Groschen! Um unser Glück zu manipulieren, bumperten wir mit der Faust gegen den Automaten oder versuchten, den Drehknopf mit besonders viel Gefühl zu drehen, um an so einen wunderbaren Ring – fast echt Gold! – zu kommen.
Nun hatten wir nicht allzu viele Groschen und meistens kein Glück. Aber ich hatte da so eine Idee … Irgendjemand hatte meinem Bruder und mir mal altes Geld aus der Zeit vor der Währungsreform zum Spielen geschenkt. Und ich dachte: Woher weiß der Automat eigentlich, ob das ein echter Groschen ist oder ein ungültiger? Die Mechanik wirkte eigentlich recht unwissend (das war laaange vor dem elektronischen Zeitalter). Man könnte es ja mal versuchen …
Besagter Kaugummi-Automat hing an der Mauer neben einem kleinen Schreibwarenlädchen, wo der ganze Ort Hefte und Tinte erwarb – einen anderen gab es nicht. Wir fürchteten uns immer etwas vor der Besitzerin. Sie war nicht gerade ein Ausbund an Freundlichkeit. Aber der Automat gehörte nicht ihr sondern irgendeiner anderen Firma.
Gedacht – getan. Ich steckte meinen Fake-Groschen in die Münzöffnung und drehte den Hebel. Die Mechanik verkeilte sich, bewegte sich nicht vor und zurück. Ich hämmerte an den Automaten. Es bewegte sich immer noch nichts. Ich rüttelte verzweifelt am Hebel. Aber nicht nur kam nichts raus – ich hatte den Automaten betriebsunfähig gemacht.
Vermutlich war es der Lärm, der die Besitzerin aus dem Laden stürzen ließ. Sie war der Typ, dem kein Unrecht entgeht. Sie erfasste ziemlich schnell, was ich da verbrochen hatte. Und nachdem sie mich beschimpft hatte, versprach sie, das werde sie meiner Mutter sagen!
Dieses Gefühl des Ertapptseins, diese abgrundtiefe Scham darüber, als Betrügerin überführt worden zu sein, spüre ich noch heute, wenn ich daran zurückdenke. Dazu kam die Angst vor Strafe – obwohl ich nie mehr etwas davon hörte. Zwar kannte sie meine Mutter, aber ich merkte bei einer späteren Gelegenheit, dass sie mich mit einem anderen Kind verwechselte. Vielleicht hat ein anderes, unschuldiges Kind dafür Ärger bekommen, oder sie hat es vergessen. Meine Mutter hat es jedenfalls nie erfahren.
Was ist schon ein Groschenbetrug … das sind doch “kleine Fische”, könnte man sagen. Aber sie zeigten mir, wer ich war. Ich war eine Diebin. Wenn ich etwas unbedingt haben wollte, war ich bereit, dafür Unrecht zu tun. Und ich dachte,ich könnte es verborgen halten.
Ich wünschte, ich könnte sagen, das sei meine größte Sünde gewesen, aber da haben sich in den Jahren danach ganze Berge von Dingen angehäuft, die das Licht scheuten. Es kommt nicht darauf an, wie spektakulär unsere Sünde ist oder wie gesellschaftlich geächtet (was ja auch Wandlungen unterliegt), sondern was sie über unser Herz offenbart. Danach wird Gott uns eines Tages richten. Dann wird auch alles offenbar werden, wo hier zu unserer großen Erleichterung so viel Gras drüber gewachsen ist, dass wir es an den meisten Tagen vergessen können.
Gott wird jedes Werk, es sei gut oder böse, in ein Gericht über alles Verborgene bringen,
sagt Gottes Wort in Prediger 12,14.
Wenn wir unsere Sünden jetzt bekennen, vergibt Gott sie uns durch das Blut Jesu. Wenn wir sie belächeln, unter den Teppich kehren, verharmlosen, durch Vergleichen mit schlimmeren Sünden (die immer die anderen tun) zu relativieren versuchen, werden wir eines Tages vor ihm als unserem Richter erscheinen müssen. Und so wie mir damals wird uns nichts zur Entschuldigung einfallen – weil es nichts gibt.
Im Gegensatz zu der guten Frau damals verwechselt Gott uns nicht. Aber er hat unsere Strafe auf Jesus gelegt, der sich freiwillig mit uns sozusagen “verwechseln” ließ. Wer seine Schuld zugibt und diese “Verwechslung” dankbar annimmt, wird von Schuld und Scham und vom Gericht befreit.
Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit. 1.Johannes 1,8.9
Angst vor dem Tod geht durch das Land. Wie verhältnismäßig das Gefühl der unmittelbaren Bedrohung ist – darüber streiten sich die Gelehrten. Tatsache ist: Die Sterblichkeit des Menschen liegt immer – mit oder ohne Corona – bei 100%. Ob früher oder später, ob wir es hören wollen oder nicht – wir werden sterben. Deswegen ist es unerlässlich, sich damit auseinanderzusetzen.
Der Tod ist für die meisten Menschen wie ein dunkles Tor. Was dahinter liegt, weiß man nicht. Dass dann alles aus sein soll, scheint für die wenigsten eine attraktive Perspektive zu sein. Aber wenn nicht alles aus ist – was kommt denn danach? Die Ungewissheit ist beängstigend. Deshalb schiebt man den Gedanken an den Tod gerne weg, und wenn er sich aufdrängt durch Fotos von Massen an Särgen, reagiert man mit Panik und klammert sich an mehr oder weniger taugliche Methoden, um sich die Sache – noch ein wenig – vom Leib zu halten.
Für unser seelisches Gleichgewicht ist Gewissheit unerlässlich. Was wartet hinter der Tür auf mich? Die Bibel hat als erstes eine schlechte Nachricht für uns: Der Mensch muss einmal sterben, und danach kommt das Gericht. Wir haben allen Grund, uns vor diesem Gericht zu fürchten, denn wir befinden uns von Natur mit Gott im Kriegszustand. Er hat – wenn wir ehrlich sind – vieles gegen uns vorzubringen, und wir werden uns nicht verteidigen können. Wer daran zweifelt, kann sich ja mal am Maßstab der 10 Gebote messen oder, noch besser, sich im Spiegel der Bergpredigt betrachten.
Aber Jesus ist gekommen, weil Gott uns Frieden anbietet. Gott hat selbst die Brücke zu uns geschlagen, indem er seinen Sohn als Mensch auf diese Erde geschickt hat, um als unser Stellvertreter das Urteil zu tragen. Er macht uns ein Angebot: Setz dein ganzes Vertrauen in Jesus, und deine Schuld wird vergeben! Dann musst du den Tod nicht mehr fürchten.
Sterben ist nicht leicht, aber es ist temporär. Was danach kommt, ist ewig und entscheidet sich jetzt. Vertraue dich Jesus an mit Leib und Seele und erfahre die gelassene Gewissheit, dass du in Tod und Leben bei ihm zuhause bist und das Beste noch auf dich wartet.
Und dann verschwindet die Panik und du kannst wieder klar denken und alles bekommt die richtigen Proportionen.