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Von Wundern und Glauben

Ein ganzes Dorf im von den Juden verpönten Samaria hatte sich überzeugen lassen: “Dieser Jesus ist  wahrhaftig der Retter der Welt.” Und dabei hatte Jesus dort kein einziges Wunder getan, außer einer Frau ihr verpfuschtes Leben auf den Kopf zuzusagen und ihr das Wasser des Lebens zu geben. Ihre Erfahrung mit dem Messias war wie ein Stein gewesen, der ins Wasser fällt und Kreise zieht.

Dann reiste Jesus weiter nach Galiläa. Dort hatte er schon mal eine negative Erfahrung gemacht. In Nazareth, seiner eigenen Heimatstadt, hatten sie ihn steinigen wollen, weil ihnen nicht gepasst hatte, was er gesagt hatte. Jetzt aber schienen sie begeistert, dass er kam, denn viele hatten ihn am Passafest in Jerusalem erlebt und zeigten sich doch ziemlich beeindruckt von seinen Wundern und Fähigkeiten. Vielleicht konnten sie auch Nutznießer davon werden? Vielleicht konnten sie hier bei sich zuhause auch so etwas erleben? Das Übernatürliche hat immer eine gewaltige Faszination, aber Jesus will uns nicht faszinieren, sondern er will unser völliges Vertrauen in sein Wort, das zu Gehorsam und Lebensveränderung führt.  Religiöse Erlebnisse, ja, aber Buße und Umkehr und ein Bekenntnis zum Sohn Gottes? So weit wollten die Galiläer nicht gehen.

life-saving-swimming-tube-737370_1280In Kana gab es einen Mann mit einem großen, herzzerreißenden Problem. Er war ein “Königlicher”, ein Regierungsbeamter, und vermutlich auch irgendwie mit dem königlichen Haus blutsverwandt. Aber für seine gegenwärtige Not nützte ihm das alles nichts. Sein Sohn war todkrank, und niemand konnte ihm helfen. Da hörte er, dass Jesus gekommen sei – und wusste: Das ist die Rettung! Und so suchte er ihn auf und bat ihn zu kommen.

Die Antwort Jesu durchsuchte die Motive seines Herzens:

Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder sehr, so werdet ihr nicht glauben.

War das so bei ihm? Brauchte er ein Zeichen, um Jesus zu glauben, oder kam er, weil er wusste, dass durch Jesus die Barmherzigkeit und Hilfe Gottes vom Himmel gekommen war? Nein, ihn trieb nicht Sensationslust! Er wusste, dass Jesus helfen konnte, und dass er seine einzige Hoffnung war. Herr, komm herab, ehe mein Kind stirbt!  Wie konnte er beweisen, dass er ohne zu sehen und zu fühlen an ihn glaubte?

Da gab Jesus selbst ihm eine Möglichkeit dazu: Geh heim, sagte er. Dein Sohn lebt!

Er wusste: Wenn Jesus das sagte, dann war sein Sohn gerettet. Er musste ihn nicht am Arm zu sich nach Hause schleppen. Er hatte die Vollmacht, auch unspektakulär und von ferne zu heilen. Mit dieser Gewissheit machte er sich auf den Heimweg.

Unterwegs kamen ihm seine Knechte entgegen mit der guten Nachricht: Dein Sohn lebt! Es geht ihm wieder gut.  – Wann ist das passiert? fragte er. Gestern Mittag  um eins sank das Fieber, erzählten sie. Da erfüllte ihn eine große Freude. Sein Vertrauen war nicht enttäuscht worden! Das war genau die Zeit, als Jesus ihm sein Versprechen gegeben, und er sich darauf verlassen hatte!

Aus seinem Glauben wurde ein festerer, tieferer, bestätigter Glaube. Sein ganzer Haushalt wurde davon angesteckt. Er hatte bei Jesus Rettung gesucht, er hatte ein Wort der Zusage bekommen, und nun hatten er und viele andere erlebt, dass sein Wort zuverlässig ist. Jesus war der Messias!

Die Geschichte steht in Johannes 4.

Predigt-Nachlese: Wenn Gott bestätigt – oder auch nicht …

Apostelgeschichte 19, 11-41

Gott bestätigt sein Wort und seinen Apostel

Als Paulus in Ephesus das Wort verkündigte, geschahen “ungewöhnliche” Wunder (wörtlich: Machttaten). Kranke wurden geheilt und böse Geister wurden ausgetrieben. Da Paulus nicht überall sein konnte, nahmen die Menschen Teile seiner Kleidung und legten sie auf die Kranken, und die wurden gesund. Ähnliche Berichte finden wir bei Jesus: Hilfesuchende rührten den Saum seiner Kleidung an. Bei Petrus genügte sein Schatten, um mit der Kraft Gottes in Berührung zu kommen. Was sind das nun für merkwürdige Geschichten? Was war ihr Sinn? Und vor allem: Sind sie wiederholbar?

Nun denke ich, wir müssen nicht alles verstehen, aber es ist klar, dass solche Wunder die Personen göttlich autorisieren sollten, von denen sie ausgingen: Jesus als den Messias und die Apostel als die Boten des Evangeliums. (Ich finde es interessant, dass ganz offensichtlich nur Paulus solche Wunder tat, obwohl er ja mit einem ganzen Verkündigerteam unterwegs war!)

Gibt es das auch heute noch? Nein, denn die Autorität, die bei den Aposteln lag, liegt heute auf dem schriftlich und vollständig festgehaltenen Wort des Neuen Testamentes, das uns durch eben jene Apostel überliefert wurde. Es gibt keinerlei Anlass mehr für diese Art Wunder – was nicht heißt, dass Gott etwa nicht mehr heilt und befreit. In seiner Freundlichkeit und nach seiner Weisheit tut er das immer noch, aber nicht in so einer generellen Weise, dass jeder, der kommt, sofort und vollständig geheilt wird. Und wer heute “heilige Taschentücher” oder ähnliche Reliquien mit Heilungsversprechen verkauft, maßt sich etwas an, was ihm nicht zusteht.

Wer sich apostolische Autorität anmaßt, muss die Folgen tragen

Es gibt allerdings nichts Neues unter der Sonne. Die Versuchung, geistliche Autorität nachzuahmen, den Namen Jesu für die eigene Profilierung oder gar für Geschäftsinteressen zu benutzen oder auch einfach damit zu “experimentieren” ist offensichtlich kein neuzeitliches Phänomen. Die sieben Söhne des Hohepriesters Skevas dachten, sie könnten das auch. Die Kraft Gottes steht aber niemals zur menschlichen Verfügung, schon gar nicht für Menschen, die ihr Leben niemals Jesus unterstellt haben. Sie geben sich selbst der Lächerlichkeit preis, und der böse Geist selbst zeigt ihnen, dass sie zu seinem Machtbereich gehören. Sie enden nackt, verletzt und blamiert bis auf die Knochen.

Eine gesunde Furcht ist heilsam!

Auf alle, die das mitkriegen, fällt eine gesunde Furcht. Die Macht der Finsternis ist real und nicht zu unterschätzen. Wie wichtig ist es, ganz zu Jesus zu gehören und alle Verbindungen zu kappen, die uns mit dem Teufel verbinden! So kamen auch hier in Ephesus alle, die in esoterische Praktiken verwickelt gewesen waren und bekannten das als Sünde. Die ganze Literatur warfen sie auf einen Haufen und verbrannten sie. Der finanzielle Gegenwert war beachtlich, aber das war egal. Sie wollten damit nichts mehr zu tun haben.

Das Evangelium gewinnt!

Am Ende heißt es: Das Wort des Herrn wuchs und erwies sich kräftig. Vor dem Evangelium muss die Finsternis weichen. Neugewordenene Menschen kehren sich ab vom Vertrauen auf magische Praktiken. Eine Nebenwirkung ist, dass sie ihre materiellen Güter anders einsetzen. Deswegen kann Paulus sich jetzt auf den Weg machen, um Geld zu sammeln für die bedrängte Jerusalemer Gemeinde. So breitet sich das Evangelium aus mit der ihm innewohnenden Kraft zur Expansion und Multiplikation, unter ständigen Widerständen, aber unbesiegbar!

Rätsel Gebet

Ich bin immer noch am Nachdenken über die Geschichte in der Predigt gestern. Sie ist irgendwie amüsant: Eine ganze Gemeinde betet, und als Gott antwortet, können sie es gar nicht fassen. Irgendwie rückt sie das näher zu uns in unseren eigenen Fragen und Erlebnissen bezüglich des Themas Gebet.

Ich vermute mal, sie haben gar nicht um so eine Befreiung gebetet. Jakobus war gerade hingerichtet worden, und nun hatte man Petrus verhaftet. Vielleicht haben sie gebetet, dass Gott Petrus Kraft gibt, treu zu bleiben. vielleicht baten sie darum, dass er einen fairen Prozess bekommt und wieder freigelassen wird. Möglicherweise versuchten sie Gott klar zu machen, dass sie Petrus noch brauchten. Oder sie flehten darum, dass der Herr ihn noch mal ein mächtiges Zeugnis geben lassen würde, wenn er vor Gericht stand……ich nehme mal an, all das durcheinander. Vielleicht beteten sie auch um eine wunderbare Befreiung durch Engel, weil das ja schon mal passiert war. Aber was ich interessant finde: Obwohl sie Wunder erlebt hatten, gingen sie nicht davon aus, dass ihr Gebet ihnen ein Wunder-Abo verschaffte. Sie wussten, dass Gott manchmal so handelt und manchmal eben anders. Sie kannten den Gott von Hebräer 11, der einmal das Rote Meer teilt und ein anderes Mal zulässt, dass seine Leute umgebracht werden. Diesem Gott kann man, auch mit noch so viel Glauben, keine Vorschriften machen.

Viele Jahre habe ich versucht, die “Mechanik” des Gebets zu verstehen. Welche Schraube muss ich drehen, damit ich zu diesem oder jenem Ergebnis komme? Die Glaubens-Schraube? Die Heiligungsschraube? Die Sündenbekenntnisschraube? Die Anbetungsschraube? Wann gibt mir Gott, um was ich bitte?

Irgendwann hat es “Klick” gemacht, und ich habe verstanden, dass es keine Schraube gibt. Es geht um eine Beziehung zu meinem liebenden himmlischen Vater. Er will, dass ich zu IHM komme, und ich komme. Er lässt mich reinwachsen in ein Verständnis seines Willens – so kann ich im Lauf der Zeit “intelligenter” beten, sehen, was fehlt, mich einsmachen mit seinen Zielen. Und es gibt eine Voraussetzung: Im Namen Jesu. Jesus hat die Grundlage geschaffen, damit ich sündiger Mensch überhaupt mit Gott reden darf. Und er schickt mich zu ihm hin! “Bis jetzt habt ihr noch nichts in meinem Namen erbeten. Bittet nur – ihr werdet es bekommen. Und dann wird eure Freude vollkommen sein. Dann werdet ihr ihn in meinem Namen bitten … Ich sage nicht, dass ich dann den Vater für euch bitten werde, denn der Vater selbst hat euch lieb.” (aus Johannes 16, 23ff NEÜ)

Deswegen bete ich oft so: Vater, Jesus schickt mich zu dir. Er sagt, ich soll kommen und dich um alles bitten, darum tue ich das! Nur deswegen traue ich Sünder mich überhaupt in deine Gegenwart, aber dass er mir sagt, du hast mich lieb, und dass er sich mit seinem Blut für mich verbürgt, das macht mich so kühn! Und das und das und das will ich von dir haben, und ich bin sicher, er ist damit einverstanden!

Und Gott hört mich. Nein, ich habe kein Wunder-Abo! Aber ich sehe seine Hand überall, und manchmal gibt es Überraschungen, die weit über das hinausgehen, was ich mir vorstellen konnte. Vieles vollzieht sich als Entwicklung, bei manchem erkenne ich, dass Gott es anders verfügt, als ich mir das in meinem Unverständnis gewünscht habe. Das Beste dabei ist, dass ich IHN immer besser kennenlerne – und dass ich mit nichts mehr allein bin.

Predigt-Nachlese: Zum Dienen befreit

Predigttext: Apostelgeschichte 9,36-43

Tabita war eine Frau aus Joppe, und sie wird hier eine Jüngerin genannt. Irgendwo hatte sie das Evangelium gehört und angenommen, und dieses “Wort vom Kreuz” erwies sich in ihrem Leben als Gottes Kraft. Sie wurde völlig verwandelt. Sie hatte Frieden mit Gott gefunden, weil ihre Sünden vergeben waren. Die Liebe Gottes wurde in ihr Herz ausgegossen, und nun gab sie diese Liebe weiter – nicht etwa um sich mit guten Taten ihr Heil zu verdienen, sondern aus Dankbarkeit und Liebe für ihren Erlöser. Diese Liebe ließ sie die Nöte der Witwen um sich herum wahrnehmen. Sie waren in der damaligen Gesellschaft das schwächste und verletzlichste Glied. Sie begann, für sie das zu tun, was sie gut konnte: Sie nähte ihnen Kleidung.

Jeder hat eine Gabe – die Frage ist: Stellen wir sie Gott zur Verfügung? Ob wir nun beten, ermutigen oder putzen – tun wir es für ihn? Dabei ist keine Arbeit zu gering – auch praktische Dienste können geistlich getan werden. Der Herr sucht bei uns die Verfügbarkeit  für die Nöte unserer Geschwister, die Bereitschaft, von Herzen zu dienen, ohne uns damit profilieren oder auf ein Podest stellen zu wollen. So war Tabita, sie wollte einfach “des Herrn Magd” sein.

Und dann wurde diese Frau krank und starb. Man bahrte sie auf, und der Schmerz derer, die sie geliebt hatten und die meinten, sie doch noch zu brauchen, ergoss sich in lautem Weinen und Klagen. Wer sollte sie ersetzen?  In dieser Not wussten sich die Jünger vor Ort nicht anders zu helfen, als nach Petrus zu schicken. “Komm! Aber schnell, bitte!”

Bei Petrus finden wir nun dieselbe Einstellung wie bei Tabita. Wenn der Herr ihn rief, den Geschwistern in Joppe beizustehen, so musste man ihn nicht zweimal bitten. Er machte sich sofort auf den Weg, etwa eine Tagereise weit. Er fand dort die weinenden Frauen vor, die ihm erzählten, was Tabita ihnen bedeutet hatte. Das Trauern im Mittleren Osten ist lautstark und durchdringend, deswegen schickt Petrus sie alle hinaus. Petrus braucht Ruhe für die Zwiesprache mit Gott, um zu wissen, was er tun soll. Dieser Mann Gottes, durch den so viele Wunder geschehen sind, hat es nicht “in der Tasche”. Er ist kein Wunderheiler geworden, sondern vollkommen von Gott abhängig. Aus sich selbst kann er nichts tun. “Er kniete nieder und betete. Schließlich wandte er sich zu dem Leichnam und sagte: „Tabita, steh auf!“ Da öffnete sie die Augen. Und als sie Petrus erblickte, setzte sie sich auf. Er fasste sie an der Hand und half ihr auf die Füße. Dann rief er die Witwen und die anderen Heiligen herein und gab ihnen Tabita lebend zurück.” Weil er für Gott verfügbar ist, beteiligt ihn Gott an seinem Werk.

Dieses Ereignis dient – wie alle Wunder in den Evangelien und der Apostelgeschichte – zur Bestätigung des verkündigten Wortes Gottes. Viele in Joppe glauben an die gute Botschaft und bekehren sich.

Der letzte Vers berichtet, dass Petrus für eine ganze Weile bei einem Gerber namens Simon blieb. Das ist insofern bemerkenswert, als fromme Juden den Umgang mit dieser Berufsgruppe mieden. Sie waren als unrein verpönt und wohnten gewöhnlich außerhalb. Wir sehen hier bei Petrus eine Tendenz, die im nächsten Kapitel dem Höhepunkt zustrebt: Er hatte sich schon mit Samaritern befasst, jetzt wohnt er bei einem unreinen Gerber, und schließlich wird Gott ihm erklären, dass auch Heiden seine Brüder werden können.

Die Essenz unseres Abschnitts ist in Titus 2 so zusammengefasst:

Sei du selbst ihnen ein Vorbild im Tun des Guten……Denn die Gnade Gottes ist jetzt sichtbar geworden, um allen Menschen die Rettung zu bringen. Sie erzieht uns dazu, die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden zu verleugnen und besonnen, gerecht und mit Ehrfurcht vor Gott in der heutigen Welt zu leben, als Menschen, die auf die beglückende Erfüllung ihrer Hoffnung warten und auf das Erscheinen der Herrlichkeit unseres großen Gottes und Retters Jesus Christus. Er hat sich für uns ausgeliefert, damit er uns von aller Gesetzlosigkeit loskaufen und sich ein reines Volk schaffen könne, das darauf brennt, Gutes zu tun.

Predigt-Nachlese: Heilung für Leib und Seele

In der jungen Gemeinde waren es die Apostel, die weitergaben, was Jesus sie gelehrt hatte. Aber abgesehen von ihren Worten war da noch die übernatürliche Bestätigung Gottes durch Zeichen und Wunder, die der Heilige Geist durch sie tat. Das eindeutige und unbestreitbare Mitwirken Gottes drückte ihrer Lehre sein Siegel auf.

Unser Bibeltext erzählt, wie Johannes und Petrus zum Tempel gingen, um zur Zeit des Abendopfers zu beten. Sie nahmen den Eingang bei der sogenannten “Schönen Pforte”, und dort saß heute, wie an vermutlich jedem Tag seines Lebens, ein gelähmter Mann, der keine andere Möglichkeit hatte, als sich seinen Unterhalt zusammenzubetteln. Diese Stelle war gut geeignet; die Menschen, die ihr Geld für den Tempel spendeten, hatten auch für ihn oft was übrig. Seit seiner Geburt war er in diesem Zustand; noch nie hatte er seine Beine gebrauchen können. Für  seine Umgebung war er abgestempelt – er oder seine Eltern mussten irgendetwas getan haben, dass Gott ihn so strafte. (Jesus hatte allerdings seinen Jüngern schon bei dem Blindgeborenen erklärt, dass diese Denkweise falsch war).

Jeder kannte ihn, aber keiner sah ihn mehr wirklich – er gehörte sozusagen zum Inventar. Aber Petrus und Johannes, die er auch um ein Almosen bat, sahen ihn an, und sie sahen ihn mit den Augen Jesu.  Der Mann hatte keinerlei Erwartungen an die beiden- außer dass sie ihm etwas Geld gaben. Den Gedanken an Heilung hatte er überhaupt nicht auf dem Schirm – das ging in diesem Fall allein von Gott aus. Diese Heilung vermittelten ihm nun die Apostel  im Namen Jesu-  ungefragt und ungebeten. Sie war sofort und vollständig. Er lief nicht nur ein bisschen wackelig herum, er sprang und lobte Gott! Seine Heilung war so offensichtlich und kein bisschen zweifelhaft, und mit seiner Explosion von Freude und Dankbarkeit erregte er solches Aufsehen, dass auch dieses Wunder, wie an Pfingsten, Petrus wieder eine wunderbare Plattform zum Predigen gab.

Heilt Gott auch heute noch? Ja, das tut er. Aber nicht immer heilt er den Körper; sein Schwerpunkt liegt auf unserem geistlichen Gesundwerden. Manchmal kann sich Gottes Herrlichkeit noch deutlicher in unserer physischen Schwachheit entfalten. Wie vielen Menschen sind Joni Earekson-Tada  oder Nick Vuijcic zum Segen geworden, obwohl  und gerade weil Gott sie nicht geheilt hat! Aber er hat ihre Herzen gesund gemacht, ihre Sünden vergeben, ihr Leben mit Sinn und Auftrag erfüllt – und das ist das größere Wunder.

Es gibt einiges, was ich von dieser Geschichte mitnehme:

  • Das Maß unserer Erwartungen ist nicht das Maß der Möglichkeiten und des Handelns Gottes, s. auch Epheser 3,20! (Das finde ich einen außerordentlich tröstlichen Gedanken!)
  • Der Heilige Geist will uns sensibel machen für die Nöte anderer, besonders derer, die man sonst übersieht.
  • Wenn Gott uns sein Heil und seinen Trost gegeben hat, ist das etwas, was wir weitergeben können und sollen. Er selbst rüstet uns dazu aus; alles, was er von uns braucht, ist unsere Verfügbarkeit.
  • Freude und Dankbarkeit, für das, was Gott an mir getan hat, zieht andere Menschen an und ist ein großartiger Ansatzpunkt für die Verkündigung des Evangeliums!