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Enttäuschung durch Missverständnis des göttlichen Terminkalenders

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Am Sonntag behandelte die Predigt Lukas 24. Es ist die bekannte Geschichte von den Emmaus-Jüngern. Zwei völlig desorientierte, verzweifelte Männer teilen unterwegs ihre Überlegungen, aber alles dreht sich nur immer im Kreis. Sie kommen nicht weiter und nicht raus aus dem schwarzen Loch ihrer Hoffnungslosigkeit. Warum war der, den sie für den Messias hielten, hingerichtet worden? Hatten sie sich in ihm getäuscht?

Es gibt hier schon einmal eine Predigtnachlese zu der Geschichte, deswegen will ich nicht alles noch mal erzählen. Was bei mir besonders eingeschlagen hat, war dies: Wenn wir den Terminkalender Gottes missverstehen, kommen wir ganz durcheinander.

Die Vorstellung dieser Jünger war: Der Messias kommt und siegt. Dazwischen kam bei ihnen nichts. Dass da in der Heiligen Schrift auch etwas stand vom leidenden und Sünden tragenden Knecht Gottes oder davon, dass die Schlange den Erlöser in die Ferse beißen würde – das hatten sie ausgeblendet. Es war nicht so, dass sie die Bibel nicht kannten, aber sie hatten sie falsch sortiert. Jesus stellt das jetzt richtig für sie, und es ist so eine Erleuchtung! Alles macht wieder Sinn!

Sie sind mit diesem Problem nicht allein. Auch ich hatte in meinem Leben Momente tiefster Verzweiflung und Enttäuschung und Resignation, weil ich in Gottes Terminkalender etwas missverstanden hatte. Das lag nicht an der Bibel, sondern an mir.

Ent-täuschung ist gut. Es ist gut, wenn die Realität uns lehrt, noch mal ganz genau hinzugucken, was wirklich in der Bibel steht.

Als ich zum Glauben an Jesus kam, erlebte ich seine Kraft. Sie machte aus einem egozentrischen und Hass-kranken Teenager ein glückliches Mädchen. Gott hatte mir ein neues Herz gegeben, daran gab es keinen Zweifel. Jesus war der Sieger über Sünde, Tod und Teufel, und mit ihm würde ich jetzt immer auf der Gewinnerseite sein.

Und dann stieß ich nach und nach an die Mauern meines ganz irdischen Alltags. Neben diesem neuen Leben aus Gott schien mein altes sündiges Wesen immer noch vorhanden zu sein. In der wunderbaren Gemeinde Gottes begegnete mir Uneinigkeit und Streit. Kranke blieben krank. Vor allem psychische Krankheiten in meinem Umfeld brachten mich ganz aus dem Konzept. Ihre Konsequenzen schienen mein Leben in Trümmer zu legen. Hatte ich nicht von ganzem Herzen versucht, Gottes Wort zu gehorchen? Warum das alles? Wo war der Fehler?

irgendwann ließen sich die bohrenden Fragen nicht mehr ignorieren: Hatte ich mich etwa selbst betrogen und das Falsche geglaubt? War der Teufel doch am Ende der Sieger? Wo war denn die Erlösung??

In solchen Zeiten sind wir darauf angewiesen, dass Gott mit seinem Wort den Kreislauf unserer trüben Gedanken unterbricht. Er zeigte mir Römer 8, 23-25:

Aber nicht nur das, auch wir selbst, denen Gott doch schon seinen Geist gegeben hat – als Vorschuss auf das künftige Erbe -, auch wir seufzen innerlich und warten sehnsüchtig auf das Offenbarwerden unserer Kindschaft: die Erlösung unseres Körpers. Denn mit dieser Hoffnung sind wir gerettet worden. Aber eine Hoffnung, die man schon erfüllt sieht, ist keine Hoffnung. Denn warum sollte man auf etwas hoffen, was man schon verwirklicht sieht? Wenn wir aber auf etwas hoffen, was wir noch nicht sehen können, warten wir geduldig, bis es sich erfüllt.

Da war ein Noch-nicht, das ich übersehen hatte. Unser Körper ist noch nicht erlöst, Es fehlt uns noch etwas, aber das ist kein Grund zur Verzweiflung. Wir haben ein Pfand bekommen, damit wir ganz sicher sind, dass wir das volle Erbe ausgezahlt bekommen. Aber noch seufzen wir beschwert. Sogar Jesus selbst, dem doch alle Gewalt im Himmel und auf Erden gegeben ist, wartet auf den Vollzug seiner Herrschaft.

Als das so langsam bei mir einsackte, begann auch mein Herz zu brennen. Auf einmal sah ich es überall in der Bibel! Ich kriegte eine ganz neue Freude. Wenn in 1. Petrus 1,5-9 steht:

Und weil ihr an ihn glaubt, wird Gott euch durch seine Macht für die Rettung bewahren, die schon bereitliegt, um dann in der letzten Zeit offenbar zu werden. Deshalb jubelt ihr voller Freude, obwohl ihr jetzt für eine Weile den unterschiedlichsten Prüfungen ausgesetzt seid. Doch dadurch soll sich euer Glaube bewähren und es wird sich zeigen, dass er wertvoller ist als das vergängliche Gold, das ja auch durch Feuer geprüft wird. Denn wenn Jesus Christus sich offenbart, wird auch die Echtheit eures Glaubens sichtbar werden und euch Lob, Ehre und Herrlichkeit einbringen. Ihn liebt ihr ja, obwohl ihr ihn noch nie gesehen habt, an ihn glaubt ihr, obgleich ihr ihn auch jetzt nicht seht, und jubelt in unsagbarer, von Herrlichkeit erfüllter Freude. So werdet ihr das Ziel eures Glaubens erreichen: eure Rettung –

so ist das genau meine Erfahrung!

Ich kann mich in der Realität meines Lebens wieder orientieren. Ich muss nicht mit dem Kopf durch die Wand, wo kein Loch ist. Ich weiß, die vollkommene Heiligkeit, Gesundheit und Befreiung liegt in der Zukunft. Aber ich weiß auch, dass sie kommt! ich schmecke und rieche sie schon, und ich habe mein Pfand – und ich vertraue und liebe Jesus mehr als je zuvor, weil er mir die Wahrheit sagt!

Im Hebräerbrief unterwegs (6b): Der Anker hält

Anfangen genügt nicht, man muss durchhalten bis zum Ende. Das ist eines der Anliegen des Hebräerbriefs. Aber wie schafft man das?

Ein Schiff schützt man durch Ankern vorm Abtreiben. Am Ende von Hebräer 6 wird unsere Hoffnung (Hoffnung im biblischen Sinn  = Gewissheit, dass sich die Verheißungen Gottes in der Zukunft erfüllen werden) als Anker unserer Seele bezeichnet. Deswegen hat es mich mal interessiert, was beim Ankern so alles eine Rolle spielt (auch wenn ich vermutlich nicht alles richtig kapiert habe – Physik war noch nie meine Stärke).

Im Verhältnis zum Schiff und erst recht im Verhältnis zu den Kräften, die auf es einwirken, ist so ein Anker ja relativ klein und leicht. Seine Form spielt eine große Rolle, sie muss geeignet sein, sich in den Boden einzugraben. Der Boden muss so beschaffen sein, dass er dem Anker Halt gibt. Die Ankerkette oder –leine muss lang genug sein; sie darf nicht etwa straff zum Schiff nach oben gehen, sondern muss ein gutes Stück auf dem Meeresgrund aufliegen, damit der Zug auf der Kette den Anker im geeigneten Winkel richtig in den Boden rammt.

Mein”“ “Meeresboden”  ist Jesus, der mich nun im Himmel vor Gott vertritt. Mein Hoffnungsanker gräbt sich unter Zug immer tiefer in ihn ein. Nicht das “Gewicht” meines Glaubens hält mich – was mich hält ist Jesus, in den ich mein Vertrauen immer mehr verhake, so dass mich kein Sturm mehr abtreiben kann. DIe Ankerkette sind die Verheißungen Gottes – sie haben das nötige Gewicht und reichen weit genug. Der Anker – so steht es geschrieben – ist fest und sicher.  Diese Gewissheit gibt mir den langen Atem und lässt mich jedem Sturm furchtlos entgegenblicken: Zwar kann es ziemlich ungemütlich werden, aber ich werde nicht losgerissen werden.

Predigt-Nachlese: Schwache Menschen- starke Botschaft!

Predigttext: Lukas 2,8-40

Gott, der in Jesus klein, schwach und arm zu uns kommt, wählt die Kleinen und Armen als seine Botschafter. Menschen auf der untersten Stufe der Gesellschaft, umgeben vom strengen Stallgeruch, sind die ersten Missionare. Die Hirten empfangen die Nachricht unmittelbar von Engeln – nicht etwa von süßen kleinen Engelputten, sondern von einem furchteinflößenden Engel des Herrn und himmlischen Heerscharen. Und genau so wie es ihnen der Engel gesagt hat, finden sie es vor: Der Christus Gottes, ihr Retter, liegt in Windeln in einer Krippe. Diese Leute, deren Aussagen vor Gericht nichts gelten, wählt Gott sich als Zeugen der Geburt seines Sohnes, und, völlig überwältigt, erzählen sie jedem davon, der ihnen in die Quere kommt.

Maria und Josef lassen das Kind am 8. Tag beschneiden und erfüllen damit die Vorschriften des Gesetzes. Es erhält den Namen Jesus, der bedeutet: Gott ist Rettung! Etwa einen Monat später findet man sie im Tempel. Sie bringen das Reinigungsopfer für Maria dar und weihen Gott ihren erstgeborenen Sohn. Dass sie arme Leute sind, erkennt man an dem Opfer, das sie bringen. Sie können sich kein Lamm leisten und bringen zwei Tauben, wie es das mosaische Gesetz  vorsieht.

Der Heilige Geist führt einen alten Mann zu dieser Szenerie, der sein ganzes Leben auf diesen Tag gewartet hat. Simeon ist, wie Zacharias und Elisabeth, einer der Treuen in Israel, die durch Glauben gerecht sind, ein gottesfürchtiges Leben führen, und in deren Herzen die Hoffnung auf den “Trost Israels” lebendig ist. Er hat sogar eine persönliche Zusage von Gott bekommen, dass er nicht sterben wird, bevor er den Messias gesehen haben wird. Diese Erwartung hat sein Leben bestimmt, und als er das Kind sieht, nimmt er es auf seine Arme. Aus seinem Herzen strömt der Lobpreis Gottes; durch den Heiligen Geist erkennt er in diesem Kind die Erfüllung der alttestamentlichen Verheißungen, die er in seiner Sehnsucht wieder und wieder studiert und aufgesogen hat. Er schaut dabei weiter als nur auf die Rettung Israels – hier hält er das Heil aller Völker in den Armen! Und er sieht auch den Schatten des Kreuzes, die Ablehnung und den Widerspruch, dem dieses Kind begegnen wird, und das Schwert, das Marias Herz durchdringen wird. Aber das dämpft seine Freude nicht.

Und dann ist da die Prophetin Hanna. Über ihr Leben habe ich hier schon einmal geschrieben. Nach menschlichen Kriterien war es nicht glücklich zu nennen, aber auch sie hat Herzensaugen, die über die dunkle Gegenwart hinausblicken, und hat die Hoffnung auf den Gott Israels nie aufgegeben. Als sie Simeon mit dem Kleinen sieht und hört, wird ihre Seele von Freude überflutet und die gute Nachricht sprudelt aus ihr heraus, dass es jeder hören muss.

Keine besonderen Menschen, keine Prominenz – Arme, Alte, Verachtete und vom Leben Gebeutelte hat Jesus von Anfang an in seinem Gefolge. Ich bin froh, dass da auch Platz für mich ist, und ja, ich möchte die großen Taten Gottes verkünden, der mich aus der Finsternis befreit und in sein wunderbares Licht geführt hat!

Predigt-Nachlese: Hoffnung für Versager

Der Predigttext steht in Lukas 22,47-62.

Jesus hat seine Jünger gewarnt vor den Anfechtungen, die in dieser dunklen Stunde auf sie zukommen, aber sie haben es nicht geschafft, mit ihm zu wachen und zu beten. Am Ende steht er ganz allein da. Er hat sich durchgebetet, und für ihn ist der Kampf schon gewonnen. Er ist bereit für die Dinge, die ihm bevorstehen.

Das erste ist der Verrat durch einen seiner Vertrauten, Judas. Judas hat bei Jesus nicht bekommen, was er sich erhofft hatte. Sein Herz verlangte nicht nach der Gerechtigkeit des Reiches Gottes, sondern nach seinem eigenen Profit. Was er jetzt tut, ist für ihn folgerichtig, aber für Jesus ein tiefer Schmerz  – und für die anderen Jünger sicher höchst verwirrend. Petrus, entschlossen, für seinen geliebten Herrn zu kämpfen, nimmt das Schwert, um ihn zu verteidigen, aber er wird zurückgepfiffen: Jesus liefert sich aus in die Hände seiner Häscher, denn die Stunde, auf die er – eigentlich seit der Krippe – zugegangen ist, ist da. Dies, sagt er, ist eure Stunde und der Machtbereich der Finsternis. Jetzt kommt, was kommen muss.

Jesus wird verhaftet und in das Anwesen des Hohenpriesters gebracht. Petrus folgt von weitem. Johannes kennt jemand aus dem Haushalt des Hohepriesters und verschafft auch Petrus Zugang zum Hof, um von dort den Verlauf des Verhörs zu verfolgen. Die Leute, die sich dort aufhalten, haben ein Feuer gemacht, und Petrus setzt sich dazu. Von dort kann er Jesus sehen. Er kann seine Ankläger toben hören, er kann sehen, wie sie ihn schlagen und demütigen. Plötzlich schaut ihn eine der Dienstmägde an und sagt: Den kenn ich doch, der gehört auch dazu! Und Petrus, der sich so sicher war, dass er das niemals, niemals tun würde, bestreitet ihre Aussage ganz vehement: Frau, ich kenne den nicht!

Dabei ist er hier, weil er ihn kennt, weil er ihn liebt, weil er sein Leben an ihn gehängt hat, aber die Furcht ist stärker als die Treue.

Dasselbe passiert ihm noch zweimal im Lauf dieser Nacht. Wieder behauptet er, Jesus nicht zu kennen. Er schwört es! Da kräht der Hahn, und Jesus dreht sich um und schaut ihn an. Auch jetzt denkt er an Petrus!Wie ein Blitz durchzuckt es ihn: Jesus hat es gewusst. Jesus hat es mir gesagt, dass ich ihn verleugnen würde, und ich habe es ihm nicht geglaubt. Wie hab ich mein Maul so voll genommen! Was bin ich nur für ein Mensch!  Den, der mich liebt, wie mich nie jemand geliebt hat, meinen besten Freund, meinen Herrn habe ich verleugnet! Er verlässt den Hof und weint, dass es ihn nur so schüttelt….

Wie konnte es dahin kommen?

  • Er war sich seiner selbst so sicher gewesen. Ja, er meinte, Jesus kennt ihn nicht so richtig, dass er ihm so etwas zutraut! Er doch nicht! Nun muss er feststellen: Er hat die Schwachheit seines Fleisches  und die Kraft der Versuchung unterschätzt. Er war stolz auf seine Beziehung zu seinem Herrn, doch die Furcht war stärker als der Mut. Er war nichts weiter als ein Angeber.
  • Er hat die Warnschilder überrannt, die Jesus für ihn aufgestellt hat. Er ist seinem dringenden Rat nicht gefolgt, der Versuchung mit Wachen und Beten zuvorzukommen. Statt dessen hat er geschlafen.
  • Er war viel zu schnell und zu unüberlegt in seinem Handeln bei der Festnahme Jesu. Statt zu beten, wollte er aus eigener Kraft und menschlichem guten Willen helfen.
  • Er folgte Jesus “von ferne”. In Krisenzeiten neigen wir dazu, eine Distanz zum Herrn zu entwickeln, die uns geistlich noch mehr gefährdet. Unversehens finden wir uns dann mit seinen Feinden an ihrem Feuer sitzend wieder, wo wir eigentlich nicht hingehören.

Ist die Geschichte  des Petrus nicht auch unsere Geschichte? Haben wir nicht mehr als einmal die selben Fehler gemacht und machen sie immer wieder?  So wie wir uns im Versagen des Petrus wiederfinden, dürfen wir auch Hoffnung schöpfen aus der völligen Wiederherstellung des Petrus. Denn Jesus hat nie aufgehört, ihn zu lieben. Er hat sogar schon längst für Petrus gebetet, dass sein Glaube diese Krise übersteht. Und das tut er auch für uns.

Petrus hat sein Versagen nie verheimlicht. Wir sollten das auch nicht tun. Wie Petrus verkünden wir nicht unsere Vollkommenheit, sondern die Gnade und Liebe unseres Retters. Er hat diesen Feigling mit Kraft und Mut erfüllt, dass er an Pfingsten vor Tausenden verkündigen konnte: Gott hat diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt, zum Herrn und zum Christus gemacht!

Er wusste nun, wer er war, und er wusste, dass nur Jesus die Kraft hatte, ihn zum Ziel zu bringen. Er konnte die Gefahren richtig einschätzen. Im 2.Petrusbrief 3,17 schreibt er: “Weil ihr das alles jetzt schon wisst, liebe Geschwister, passt auf, dass ihr nicht von dem Irrsinn der Gesetzesverächter mitgerissen werdet und euren festen Stand verliert.” Und im 1. Petrus 1,5 sagt er: “Er wird euch, die ihr an ihn glaubt, durch seine Macht bewahren.”

Heile Welt? Noch nicht!

In Bezug auf “Die Lehren meines Vaters” hat sich jemand beschwert, ich zeichne eine heile Welt.

Ich habe darüber nachgedacht, aber ich glaube nicht, dass ich das tue. Wenn ich mich über die Gnade Gottes im Leben eines Menschen freue, dann bedeutet das nicht, dass ich sage: “Alles war immer nur gut.” Das war es auch tatsächlich nicht, so wie auch in meinem Leben vieles nicht gut ist.

Aber ich preise ja Gott auch über der Schönheit einer Blume, obwohl das Unkraut daneben wuchert. Ich bewundere die Pracht eines Sonnenuntergangs trotz Erdbeben und Sturmfluten. Ich danke für das tägliche Brot trotz Hungersnöten auf dieser Welt. Ich erkenne die wunderbare Erwählung Israels als das irdische Volk Gottes trotz Holocaust. Die Zeichen der Gnade abzulehnen aus Stolz, weil in unsrer Welt nach dem Sündenfall nicht alles so ist, wie ich das gerne hätte, wäre dumm.

Es wird eine wirklich heile Welt geben, wenn Jesus wiederkommt.

“Die gesamte Schöpfung wartet ja sehnsüchtig auf den Tag, an dem die Kinder Gottes in ihrer ganzen Herrlichkeit erkennbar werden. Denn die Schöpfung ist der Nichtigkeit unterworfen worden………Allerdings hat sie eine Hoffnung:  Auch die Schöpfung wird von der Versklavung in die Vergänglichkeit zur Herrlichkeit der Kinder Gottes befreit werden. Denn wir wissen, dass die gesamte Schöpfung bis heute unter ihrem Zustand seufzt, als würde sie in Geburtswehen liegen. Aber nicht nur das, auch wir selbst, denen Gott doch schon seinen Geist gegeben hat – als Vorschuss auf das künftige Erbe -, auch wir seufzen innerlich und warten sehnsüchtig auf das Offenbarwerden unserer Kindschaft: die Erlösung unseres Körpers.  Denn mit dieser Hoffnung sind wir gerettet worden. Aber eine Hoffnung, die man schon erfüllt sieht, ist keine Hoffnung. Denn warum sollte man auf etwas hoffen, was man schon verwirklicht sieht? Wenn wir aber auf etwas hoffen, was wir noch nicht sehen können, warten wir geduldig, bis es sich erfüllt.” (Römer 8,19ff)

Noch ist nichts vollkommen. Noch leben wir vom Vorschuss auf das Erbe. Je nach Blickwinkel kommt einem das viel oder wenig vor. Wir Kinder Gottes sind noch angefochten, sind beschränkt in unserer Erkenntnis, haben verschiedene theologische Standpunkte, sündigen noch, werden krank, leiden unter psychischen Defekten und ihren Folgen. Und mitten in all diesen Umständen wirkt Gott. Er gibt Menschen erneuerte Herzen, löst Probleme, heilt, schenkt Glauben, lässt die Hoffnung in uns wachsen, baut seine Gemeinde. Beides besteht zur Zeit nebeneinander. Und die Bibel, die das realistischste Buch der Welt ist, rühmt fehlbare Glaubenshelden, ohne ihre Schwachheiten zu beschönigen. Wer Augen hat zu sehen, sieht die Gnade.

Keine heile Welt – noch nicht. Während wir uns an der Anzahlung freuen, warten wir noch auf den vollen Betrag – mit Sehnsucht, Seufzen und Gewissheit.