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Predigt-Nachlese: Für die Herde Gottes sorgen

Heute habe ich meine Notizen versemmelt; habe ich sie nicht gespeichert oder versehentlich gelöscht – ich weiß es nicht. Insofern ist das hier eine echte Predigt-Nachlese – nur das, was von der Predigt auf meinen “Boden” gefallen und liegengeblieben ist.

Predigttext: Apostelgeschichte 14,21-27

Nichts konnte Paulus von seinem Auftrag abbringen, das Evangelium zu verkünden und Menschen zu Jüngern zu machen. Obwohl er dort nicht nur härteste Opposition, sondern sogar Steinigung erlebt hatte, zog es Paulus  mit Barnabas  nach Lystra, Ikonion und Antiochia zurück, um die jungen Christen im Glauben zu stärken. Das hier gebrauchte griechische Wort für episterizo bedeutet so viel wie befestigen, unterstützen. Sie taten das durch Unterweisung in der Wahrheit, aber auch durch Ermahnung. Vermittlung von Wissen genügt nicht, man muss auch zeigen, wie es umgesetzt wird und den Anstoß zum Gehorchen und Tun geben. Ferner wollten sie sie auf Schwierigkeiten und Bedrängnisse vorbereiten. Sie mussten wissen, dass das ganz normal war, wenn ihnen das widerfahren sollte, dass jeder, der Jesus nachfolgt, durch schwere Zeiten gehen muss. Die Bekehrung ist oft der Beginn vieler Kämpfe. Hat man vorher nach Gutdünken in den Tag hineingelebt, bricht jetzt der Krieg zwischen Licht und Finsternis in und um uns aus! Wir erleben Versuchungen und Opposition, die wir vorher nicht kannten. Das sollte uns nicht verwirren und zum Aufgeben verleiten. Die Erlösung von allem Leiden bleibt dem Himmel vorbehalten, und wir sind auf dem Weg dorthin!

Ehe sie weiterzogen setzten sie in jeder Gemeinde Älteste ein. Älteste, was sind das für Leute? Das sind Männer, die durch den Heiligen Geist die Last und die Befähigung erhalten haben, die Herde Gottes zu weiden, d.h. zu ernähren, zu beschützen und zu leiten. Dieses Leiten hat nicht den Charakter von Herrschaft über die anvertrauten Menschen, sondern wird von Paulus mit Elternschaft verglichen: Wir sind behutsam mit euch umgegangen wie eine Mutter, die liebevoll für ihre Kleinen sorgt. Wir hatten euch so sehr ins Herz geschlossen, dass wir bereit waren, euch nicht nur die gute Botschaft von Gott weiterzugeben, sondern unser eigenes Leben mit euch zu teilen. Ihr erinnert euch doch noch an unsere Mühe und Anstrengung, liebe Geschwister, dass wir – als wir euch die gute Botschaft Gottes predigten – Tag und Nacht gearbeitet haben, um niemand von euch zur Last zu fallen. Ihr selbst könnt es bestätigen, und auch Gott ist unser Zeuge, wie unser Verhalten in jeder Hinsicht korrekt und tadellos war und von der Ehrfurcht zu Gott bestimmt wurde. Ihr wisst ja, dass wir uns um jeden Einzelnen von euch gekümmert haben wie ein Vater um seine Kinder, und dass wir euch ermahnt, ermutigt und beschworen haben so zu leben, dass es Gott Ehre macht; dem Gott, der euch dazu beruft, an seiner Herrschaft und an seiner Herrlichkeit teilzuhaben. (1.Thessalonicher 2,7-12 NEÜ) Es geht um Liebe, um Fürsorge, um Vorbild, um Arbeit, Mühe und Anstrengung, darum, in Liebe die Wahrheit zu sagen und Fehlverhalten zurechtzurücken – und all das mit Barmherzigkeit, Festigkeit, Freundlichkeit und Geduld. Die Herde ist ihnen von dem „Oberhirten“ anvertraut,  ihm werden sie Rechenschaft darüber ablegen, wie sie ihren Auftrag ausgeführt haben, und von ihm werden sie Lohn empfangen.

Paulus und Silas hatten gegeben, was sie konnten, und nun mussten sie die Geschwister loslassen und in Gottes Hände zurücklegen. Sie konnten sich dabei auf den verlassen, der das gute Werk, das er anfängt, auch weiterführt und zur Vollendung bringt. Nach aller Mühe und allem Einsatz war es doch letztlich der Herr, der die Verantwortung für diese Gläubigen übernommen hatte.

Sie selbst kehrten zurück zu ihrer sendenden Gemeinde. Unterwegs verkündeten sie noch das Wort Gottes, wo immer sie vorbeikamen. In Antiochia lösten sie große Freude aus mit dem Bericht über all das, was Gott getan hatte. Nicht sich selbst schrieben sie ein Verdienst zu, nicht für sich wollten sie Ehre – sie sahen IHN als den Handelnden an. Ihr Auftrag, zu dem die Gemeinde die Gnade Gottes auf sie herabgefleht hatte, war erfüllt.

Predigt-Nachlese: Das Haus muss voll werden!

Predigttext: Lukas 14,15-24

Jesus war am Sabbat eingeladen bei der jüdischen High Society, in das Haus eines Ober-Pharisäers. Hier waren die Experten in puncto Gesetz versammelt, die, die alles richtig machten, und denen dafür (wie sie meinten) Ehre und Wohlstand zukam. Nicht weil sie ihn so nett fanden, hatten sie ihn eingeladen, sondern weil sie darauf lauerten, dass sie ihn bei einem Fehler erwischten, den sie gegen ihn verwenden konnten.

Er beobachtete sie und stellte fest, wie sie nach den Ehrenplätzen gierten, was offenbarte, um was es ihnen ging: Image und Position. Er forderte sie heraus und zeigte ihnen, wie dumm so ein Verhalten ist. Sie hielten es für selbstverständlich, dass sie auch im Reich Gottes zu Tisch sitzen würden. Das hatten sie sich ihrer Meinung nach verdient, denn sie hielten sich an alle Gesetze und Verordnungen, im Gegensatz zu denen, die sie für Abschaum hielten, und mit denen sie nichts zu tun haben wollten.

Nun erzählte Jesus eine Geschichte. Ein Gastgeber plant ein riesiges Bankett mit vielen Gästen. Im Orient war damals eine zweistufige Einladung üblich. Wenn man ein Fest feiern wollte, lud man die Leute ein und plante dann entsprechend ihrer Zusagen, kaufte ein, schlachtete Tiere etc. Wenn dann alles soweit zubereitet war, erging die 2. Einladung: Kommt jetzt, es ist alles fertig!

In Jesu Erzählung nun bereitet der Gastgeber das Mahl für die Geladenen; als es aber so weit ist, lassen sie ihn mit fadenscheinigen Ausreden hängen. Das war gegen alle Etikette und eine große  Beleidigung. Dass es nicht nur einer ist, der absagt, lässt eine Verschwörung vermuten, um das Fest zu torpedieren und dem Gastgeber eins auszuwischen. Zudem waren die Entschuldigungen einfach lachhaft. Wer schaut ein Stück Land an, nachdem er es gekauft hat? Wer probiert die Ochsen aus nach dem Erwerb? Jeder Mensch mit Verstand würde das vorher tun. Und man heiratet normalerweise auch nicht so spontan, dass man es bei der ursprünglichen Einladung nicht schon gewusst hätte. So ist der Zorn des öffentlich zur Schau gestellten Gastgebers nur zu verständlich. Aber wenn die Geladenen auch nicht kommen – das Essen ist bereit, und Gäste wird er haben! Und seine neue Gästeliste entspricht der, die Jesus schon vorher den Pharisäern empfohlen hatte: Lahme, Blinde, Krüppel, Arme. Sie haben keinen Besitz, der sie abhalten könnte, und wenn sie etwas erschreckt und ungläubig reagieren, so werden sie herein genötigt. Der Knecht, der sie ins Haus bringt, hat das Herz seines Herrn verstanden. Er stellt fest, dass noch Plätze frei sind und sagt zu ihm: Herr, es ist geschehen, was du befohlen hast, aber es ist noch Platz für weitere Gäste! Und so geht die Einladung in die nächste Runde, diesmal außerhalb der Stadt, wo alle die Ausgestoßenen leben, die man im Stadtgebiet nicht haben will. Auch sie sollen genötigt werden. Ein Nein aus höflicher Zurückhaltung ist nicht akzeptabel. Das Haus muss voll werden!

Das eine sage ich euch: Keiner von denen, die ich zuerst eingeladen hatte, wird an meinen Tisch kommen! Dieses Fazit des Hausherrn drückt sowohl seinen tiefen Schmerz über die Ablehnung aus als auch seinen berechtigten Zorn über diese Kränkung. So lehnte die Elite Israels die Einladung zur Gnade Gottes durch Jesus ab. Er kam in sein Eigentum, aber sein Volk wollte nichts von ihm wissen (Johannes 1,11 NEÜ). Doch allen, die ihn aufnahmen, die an seinen Namen glaubten, gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden. (V12) Das waren die, die sich ihrer Unwürdigkeit bewusst waren, die sich nach der Gnade sehnten, die “Zöllner und Sünder”. Paulus erinnert die Korinther: Denkt einmal an das, was ihr vor eurer Berufung wart, liebe Geschwister! Da gab es nicht viele, die nach menschlichen Maßstäben weise, einflussreich oder prominent gewesen wären, sondern Gott hat das ausgewählt, was nach dem Maßstab der Welt einfältig und schwach ist – um die Weisen und Mächtigen zu beschämen. Er erwählte das, was in der Welt als niedrig und bedeutungslos gilt; das, was für sie nichts zählt, um das, was für sie zählt, zunichte zu machen (1.Korinther1,26-28 NEÜ). Und schließlich hat Gott auch die Heiden in sein Reich eingeladen, die in den Augen frommer Juden gar kein Anrecht darauf hatten, die – im Bild gesprochen – außerhalb der Stadt ein gottentfremdetes Leben führten.

Gott ist es ernst damit, dass sein Haus voll werden soll. Er wartet immer noch, bis alle seine Gäste Platz genommen haben. Er hat Geduld mit euch, denn er will nicht, dass irgendjemand ins Verderben geht, sondern dass alle Gelegenheit haben, zu ihm umzukehren  (2.Petrus 3,9 NEÜ). Wir sind seine Knechte, die alle mit  Dringlichkeit hereinnötigen sollen. Wer an den Sohn glaubt, wer ihm vertraut, hat ewiges Leben.  Das ist die Einladung. Wer dem Sohn aber nicht gehorcht, wird das ewige Leben nie zu sehen bekommen, denn Gottes Zorn wird auf ihm bleiben (Johannes 3,36 NEÜ). Das Gericht ist die ernüchternde Kehrseite von Gottes großer Barmherzigkeit.

Wirst du die Einladung annehmen?

Predigt-Nachlese: Biblischer Gemeindebau

Predigttext: Apostelgeschichte 11,21-30

Durch das Zeugnis einiger Männer, die sich wegen der Verfolgung in Jerusalem überall hin zerstreut hatten, waren in Antiochia viele Menschen mit nicht-jüdischem Hintergrund zum Glauben an Jesus gekommen. Daraufhin bekamen sie Besuch von Barnabas, der sie ermutigte, sich unbeirrt fest zu Jesus zu halten. Durch seinen Dienst wurden noch mehr Menschen zu Jüngern, und so brauchte Barnabas Verstärkung und machte sich auf den Weg nach Tarsus, um Paulus (Saulus) zu suchen. Er kannte ihn ja aus der gemeinsamen Zeit in Jerusalem, von wo Paulus damals fliehen musste, weil sich die Hellenisten durch sein freimütiges  Auftreten zu Mordplänen provoziert gesehen hatten. Paulus zu suchen, war kein ganz leichtes Unterfangen, denn er war immer unterwegs, aber Barnabas fand ihn und brachte ihn mit nach Antiochia.

Die beiden teilten ein Herzensanliegen:. Überall, wohin sie kamen, hatten sie ein und die selbe Botschaft für die Gläubigen: Haltet fest an der Gnade Gottes! Es liegt kein leichter Weg vor euch, aber bleibt standhaft im Glauben! Das war für Paulus nicht nur Theorie; er hatte jede Menge praktische Erfahrung damit! Was wird uns denn empfohlen, um Krisen und Bedrängnisse durchzustehen?

Die Jünger in Antiochia kamen nun ein ganzes Jahr lang in der Gemeinde zusammen. Über den Ort wird nichts gesagt, aber darüber, was dort stattfand. Sie wurden aus dem Wort Gottes gelehrt, ermahnt und ermutigt. Paulus und Barnabas taten das, was auch die Apostel in Jerusalem getan hatten: Sie konzentrierten sich ohne Unterlass aufs Gebet und den  Dienst der Verkündigung. Sie entwarfen keine Programme für sucherfreundliche Gottesdienste, Freizeitgestaltung oder Konzerte. Sie gebrauchten das Wort Gottes, um zu lehren, zu überführen und den Weg zu weisen, und dadurch wurden die Jünger zu einem Leben nach Gottes Willen ausgerüstet.

Die Frucht ihrer Arbeit wurde in der Gemeinde sichtbar. Die Gläubigen waren so geprägt durch Christus, dass ihre Umwelt ihnen den Namen “Christen” – die zu Christus Gehörenden – gab. Diese Bezeichnung schloss auch Spott und schlechte Behandlung  mit ein, aber sie trugen sie als Ehrennamen. Es kristallisierten sich unter ihnen Leiter heraus. Und sie hatten nicht nur einen Kopf voll Bibelwissen, sondern zeigten praktische Liebe! Als der Prophet Agabus eine Hungersnot voraussagte, beschlossen sie, den Geschwistern in Jerusalem finanzielle Unterstützung zukommen zu lassen (Diese Hungersnot trat 44-46 AD ein). Nun halfen die Christen aus den Heiden den jüdischen Glaubensbrüdern, die ihnen am Anfang mit Zweifeln und Misstrauen begegnet waren! Jeder gab, was er konnte. Nichts zeigt deutlicher, was Gott an den Herzen getan hat, als wenn das Portemonnaie sich ohne Druck von außen für Notleidende öffnet! Der Geist Gottes macht liebevoll und großzügig aus Dankbarkeit, so dass wir Freude am Geben haben.

in Epheser 4 beschreibt Paulus noch mal das biblische Gemeinde-Wachstumsprogramm: Gott gibt die Mitarbeiter und geistlichen Gaben. Wie er nach Antiochia genau die Richtigen schickte, so tut er das auch heute noch – schließlich geht es um seine Gemeinde. Das Ziel dabei ist, die Heiligen zum Dienst zu befähigen und sie in der Wahrheit standfest und gegen Irrtümer immun zu machen. Dazu muss die Wahrheit in Liebe weitergegeben werden, und die Christen müssen belehrt werden, ihr Leben durch Gott verändern zu lassen, den alten Menschen abzulegen und den neuen Menschen anzuziehen, der nach Gottes Bild erschaffen ist und dessen Kennzeichen Gerechtigkeit und Heiligkeit sind, die sich auf die Wahrheit gründen. Dann wirkt Christus als das Haupt die Selbst-Auferbauung der Gemeinde durch die Liebe.

Predigt-Nachlese: Am Herrn festhalten!

Predigttext: Apostelgeschichte 11,18-26

Das passiert, wenn Menschen Jesus kennenlernen und Feuer und Flamme sind: Sie müssen es einfach jedem erzählen, der es hören will! So kam es, dass diese Männer aus Zypern und Kyrene die gute Nachricht auch an die götzendienerischen Heiden in Antiochia weitergaben, was vor ihnen noch keiner getan hatte. Und siehe da! Die Botschaft schlug ein und viele vertrauten auf Jesus als ihren Retter. Um diese “frischen” Gläubigen zu befestigen und zu lehren, wurde Barnabas aus Jerusalem geschickt, der dann den Paulus noch dazu holte.  Er machte allen Mut, dem Herrn mit ganzem Herzen treu zu bleiben … Ein ganzes Jahr lang waren sie mit der Gemeinde zusammen und unterwiesen viele Menschen im Glauben.

Um als Gläubige wirklich stabil zu werden, müssen wir wissen, was Gott uns eigentlich versprochen hat. Wenn wir falsche Erwartungen hegen und denken, wir haben jetzt einen Anspruch auf “das perfekte Leben”, weil wir alles für Jesus aufgegeben haben, dann werden wir uns irgendwann enttäuscht und deprimiert und vielleicht sogar zornig auf Gott wiederfinden.

Deswegen ist es wichtig, auf schwierige Zeiten vorbereitet zu sein. Uns ist nicht die Erfüllung unserer Wünsche verheißen, sondern Vergebung und Freiheit von der Macht der Sünde, um Gott zu dienen. Gott hat unser Gutes im Sinn, nämlich seinem Sohn ähnlich zu werden, und aus genau diesem Grund versagt er uns in seiner Weisheit viele Erhörungen unserer irdisch orientierten Gebete um den guten Job, die perfekte Beziehung, um Wohlstand und Gesundheit. Was er uns aber verspricht: Dass er uns in jeder Not genug ist, dass er uns nie aufgeben und verlassen wird, und dass der “zweite Tod” keine Macht über uns hat. Und das kann unsere Herzen mitten in Schwierigkeiten mit unsagbarer Freude erfüllen. Die Gottseligkeit mit Genügsamkeit aber ist ein großer Gewinn, heißt es in 1.Timotheus 6,6.

Treue zu Gott bedingt nicht immer einen guten Ausgang unserer Bedrängnisse, wie wir in Hebräer 11,35-39 (NEÜ) lesen: Andere dagegen, die auch Gott vertrauten, wurden zu Tode gefoltert. Sie wollten lieber sterben, als sich von Gott loszusagen und auf diese Weise freizukommen. Sie wollten eine bessere Auferstehung erhalten. Wieder andere ertrugen Spott und Auspeitschungen, Ketten und Gefängnis. Sie wurden gesteinigt, sie wurden zersägt und mit dem Schwert hingerichtet. Heimatlos zogen sie umher, in Schaf- und Ziegenfelle gehüllt, Not leidend, bedrängt, misshandelt …Als die drei Freunde Daniels in Nebukadnezars Ofen geworfen wurden, weil sie sein Bild nicht anbeten wollten, sagten sie: “Wenn es so sein soll — unser Gott, dem wir dienen, kann uns aus dem glühenden Feuerofen erretten, und er wird uns bestimmt aus deiner Hand erretten, o König! Und auch wenn es nicht so sein soll, so wisse, o König, dass wir deinen Göttern nicht dienen und auch das goldene Bild nicht anbeten werden, das du aufgestellt hast! “ (Daniel 3,17.18 NEÜ)

Gottes Pläne für unser Leben übersteigen unsere Vorstellungskraft, aber sie haben immer zwei Ziele: Seine Ehre und Verherrlichung und unser ultimatives Wohl. Und damit wir auch in Schwierigkeiten an seinen Verheißungen festhalten und ihn gerade dadurch verherrlichen können, hat er uns jede Menge Hilfe an die Hand gegeben.

  • Er hat uns freien Zutritt zu sich selbst  gegeben.
  • Er hat uns einen Vertreter gegeben, Jesus selbst, der als unser Hohepriester vor Gott steht, für uns eintritt und bittet.
  • Er hat uns sein Wort gegeben. An seinen festen Versprechungen können wir uns immer wieder aufrichten, Trost und Kraft schöpfen.
  • Und er hat uns die Gemeinschaft der Gläubigen gegeben, die für uns lebensnotwendig ist. Wir brauchen die Gemeinde, die Lehre durch Wort und Tat, die Ermutigung, das Gebet, das miteinander Tragen unserer Lasten – und auch die Ermahnung, wenn wir in Gefahr stehen, abzurutschen und mit der Welt zu flirten. Jeder hat seine schwachen Stellen und Momente und ist auf die anderen angewiesen.

So können wir Durststrecken überstehen, indem wir uns immer fester an Jesus klammern. Aber es ist wichtig, dass wir von Anfang an wissen, dass die Nachfolge Jesu kein Wellness-Programm ist. Das Ziel ist, dass wir Gott verherrlichen:

Denn die Gnade Gottes ist jetzt sichtbar geworden, um allen Menschen die Rettung zu bringen. Sie erzieht uns dazu, die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden zu verleugnen und besonnen, gerecht und mit Ehrfurcht vor Gott in der heutigen Welt zu leben, als Menschen, die auf die beglückende Erfüllung ihrer Hoffnung warten und auf das Erscheinen der Herrlichkeit unseres großen Gottes und Retters Jesus Christus. Er hat sich für uns ausgeliefert, damit er uns von aller Gesetzlosigkeit loskaufen und sich ein reines Volk schaffen könne, das darauf brennt, Gutes zu tun. (Titus 2,11-14 NEÜ)

Predigt-Nachlese: Gnade für (andere) Sünder – und unsere Reaktion

Predigttext: Apostelgeschichte 11

Warum erzählt man etwas dreimal hintereinander? Wohl weil es um sehr einschneidende Dinge geht, die alles bisher Bekannte auf den Kopf stellen.

Diese Qualität hatten die Erlebnisse, die Petrus im 10. Kapitel der Apostelgeschichte machte. Gott rückte ihm mit einer Vision sein jüdisches Reinheitsdenken zurecht, weil ER vorhatte, auch Heiden als Kinder und Erben in sein Reich aufzunehmen. So wird zuerst erzählt, wie Gott sowohl Cornelius als auch Petrus auf dieses Neue vorbereitete. Dann folgt der Bericht, wie die beiden zusammentrafen und sich gegenseitig ihre Geschichten erzählten. Schließlich verkündigte Petrus Cornelius und seinen Freunden das Evangelium, und sie glaubten ihm. Gleichzeitig fiel der Geist Gottes auf sie, und Petrus musste staunend das Handeln Gottes anerkennen und taufte sie.

Soweit – so gut! Aber in Jerusalem gab es große Aufregung unter den dortigen Christen aus der Beschneidung. “Was? Petrus hat mit unreinen Heiden gewohnt und sogar mit ihnen Tischgemeinschaft gehabt? Das ist gegen das Gesetz! “ Als Petrus dort auftauchte, machten sie ihm ordentlich Stress. Zwar hatten sie selbst die Gnade Gottes gerne angenommen, aber sie waren immer noch dem alten Stolz verhaftet, dass sie als Israeliten über die Heiden erhaben wären, durch Gehorsam gegen die Gebote von ihnen abgehoben und getrennt. Ja, Gott hatte wohl gesagt, dass er auch die Heiden retten wollte, aber selbstverständlich müssten sie dann erst mal Juden werden und sich beschneiden lassen, und dann könnten sie den Messias annehmen!

Es ist so leicht (auch für uns!), zu vergessen, dass Gnade einfach Gnade ist, und nichts was wir erworben oder verdient haben! Nicht, was wir tun, macht uns besonders – was ER getan hat, macht uns besonders! Und deshalb gibt es nicht den geringsten Grund, sich über irgend jemand zu erheben, den Gott zu sich zieht, obwohl er nicht alles einhält, was wir für wichtig erachten.

So kam es, dass Petrus seine Geschichte noch einmal präsentierte. Sechs weitere Brüder, die Zeugen dieser Geschehnisse waren, konnten seine Worte bestätigen. So setzte er es den Kritikern der Reihe nach auseinander, bis sie sich beruhigten und feststellten: „Gott hat also auch den Nichtjuden die Umkehr zum Leben ermöglicht!“

Diese Einsicht war unerlässlich, damit der Missionsbefehl ausgeführt werden konnte  “bis an die Enden der Erde”, “allen Völkern”. Nachdem das geklärt ist, greift der Chronist Lukas wieder die Geschichte der Jünger auf, die durch die Verfolgung Jerusalem verlassen mussten und sich überall hin zerstreut hatten. Einige von ihnen waren nach Antiochia gekommen, eine der bedeutendsten Städte des römischen Reiches. Wichtige Handelswege kreuzten sich hier und brachten Wohlstand mit sich. Aber auch für Götzendienst und Unmoral war sie bekannt. Und diese Jünger, deren Namen uns nicht genannt werden, wagten etwas Neues. Bis jetzt hatten sie nur anderen Juden das Evangelium weitergesagt, aber nun erzählten sie es den Heiden – und die glaubten und bekehrten sich zu Jesus!

Es waren nicht nur eine Handvoll, die die Botschaft annahmen, sondern viele! Es war ein eindeutiges Wirken des Heiligen Geistes durch die Verkündigung dieser einfachen Jünger, von denen wir noch nicht einmal wissen, wie sie heißen. Die erste heidenchristliche Gemeinde entstand, und die Nachricht davon erreichte die Gemeinde in Jerusalem. Sie schicketn Barnabas, den Bruder, der dafür bekannt war, dass er die Gabe der Ermutigung hatte, und ein Mann voller Güte und Geduld und Glauben  und Heiligem Geist war.

Barnabas sah die Gnade – und freute sich ohne Abstriche! Er “war sehr glücklich, als er sah, was durch die Gnade Gottes entstanden war. Er machte allen Mut, dem Herrn mit ganzem Herzen treu zu bleiben.”

Nicht jeder kann sich über Gnade freuen. Die gute Nachricht zieht Sünder an, verzweifelte, kaputte Menschen, die nichts Gutes vorzuweisen haben in ihrem Leben. Nichts störte die Pharisäer mehr, als dass Jesus Sünder annahm! Deswegen erzählte er ihnen die Geschichte vom verlorenen Sohn. Ehe er eine Wiedergutmachung auch nur anbieten konnte, kam der Vater ihm schon entgegengerannt und schloss ihn in die Arme. Das ist der “Skandal” der Gnade, dass sie keine Vorleistung verlangt, und es gibt immer einen “älteren Bruder”, der es nicht ertragen kann, dass all seine guten Werke ihn nicht besser positionieren als einen begnadigten Sünder. Wir wollen aufpassen, dass wir immer auf dem Boden der Gnade stehen bleiben und nicht wieder auf Werke vertrauen.

Dann können wir uns freuen, wenn Gott nicht nur uns, sondern auch anderen vergibt: “Wer ist solch ein Gott wie du, / der dem Rest seines Eigentums / die Schuld vergibt und die Vergehen verzeiht! / Du hältst nicht für immer an deinem Zorn fest, / denn du liebst es, gnädig zu sein. Er wird wieder Erbarmen mit uns haben, / er wird niedertreten unsere Schuld! / Ja, du wirfst all unsere Sünden / in die Tiefen des Meeres hinab.” (Micha 7,18.19. NEÜ)