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Predigt-Nachlese: Göttliche Strategien zur Ermutigung

Predigttext: Apostelgeschichte 18,1-11

Der Apostel Paulus hatte einiges durchgemacht.Seine Gegner hatten ihn von Stadt zu Stadt gejagt. Er wurde bedrängt, bedroht, geschlagen und hatte das Gefängnis von innen gesehen. Gott hatte trotzdem seine Verkündigung über die Maßen gesegnet, und viele Menschen kamen zum Glauben. Zuletzt sahen wir ihn in Athen – dort haben offensichtlich nur einige wenige die Botschaft angenommen.

Ohne großen Erfolg verlässt er Athen und kommt nach Korinth. Die ununterbrochene Verfolgung hat Spuren auf seiner Seele hinterlassen. An seine Zeit in Korinth erinnert er sich in seinem 1.Brief an die Korinther: Als schwacher Mensch trat ich vor euch auf und zitterte innerlich vor Angst.(2,3) Er braucht Ermutigung und Zuspruch und Stärkung seines Vertrauens in die Kraft Gottes.

Wie tut Gott das?

Er schenkt ihm Gefährten. Er findet Aquila und Priscilla, ein Ehepaar, das das gleiche Handwerk ausübt wie er. Sie gründen eine Wohn- und Arbeitsgemeinschaft und werden ihm zu lebenslangen Freunden und Mitarbeitern am Evangelium, ungewöhnlich treue Menschen, mit denen er Herz und Leben teilen kann. Gott benutzt sie als Werkzeuge, um seinem müde gewordenen Knecht neue Kraft zu geben durch ihre Gemeinschaft. Er ist nicht allein! 6 Tage in der Woche arbeitet er mit ihnen zusammen für seinen Lebensunterhalt, und am Sabbat geht er in die Synagoge, wie er es immer getan hat, und redet mit den Juden und gottesfürchtigen Griechen, die da zusammenkommen. Routine und gute Gewohnheiten sind auch ein “Gnadenmittel” für schwierige Zeiten. Man sollte nicht den Fehler machen, dann alles hinzuschmeissen und sich zu verkriechen!

Dann kommen Silas und Timotheus aus Mazedonien. Sie bringen gute Nachrichten aus Thessalonich: Die Gemeinde dort steht fest und gedeiht. Dass hebt die Stimmung von Paulus ganz erheblich. Er schreibt den Thessalonichern: Dass ihr euren Glauben bewahrt habt, liebe Geschwister, das hat uns in unserer eigenen Not und Bedrängnis getröstet. Ja, wir leben richtig auf, wenn wir wissen, dass ihr treu zum Herrn steht.Wie können wir unserem Gott nur genug für die Freude danken, die ihr uns gemacht habt? (1.Thessalonicher 3,6) Die beiden unterstützen ihn zudem in der Arbeit und bringen Geld mit, sodass er sich mit neuem Schwung der Verkündigung des Wortes Gottes widmen kann.

Das Evangelium bewirkt wie immer eine Spaltung in die, die glauben, und die, die es vehement ablehnen. Paulus ist gerade wegen seiner tiefen Liebe zu seinem Volk so frustriert, weil es nicht annimmt, was zu seinem Heil dient. Er kündigt an, jetzt zu den anderen Völkern zu gehen. Das bedeutet nicht, dass er nicht auch weiterhin Juden die gute Botschaft verkündigen wird. Aber sein Fokus verlagert sich.

in Korinth befindet sich Paulus in einer heidnischen Stadt voller Schlechtigkeit und Perversion. Sie war dafür so bekannt, dass der Ausdruck “Korinther” zur Bezeichnung eines moralisch verdorbenen Menschen benutzt wurde. Paulus braucht noch einmal eine Ermutigung Gottes, um in dieser Atmosphäre zu arbeiten. Der Herr redet zu ihm durch eine nächtliche Erscheinung und teilt ihm mit: 1. Fürchte dich nicht! Rede und schweige nicht! (War er versucht, aufzugeben?) 2. Du stehst unter meinem Schutz! 3. Ich habe hier ein großes Volk!

Das hat sich auch so bewahrheitet. Die Botschaft vom Kreuz verwandelte viele Leben von Grund auf. Paulus kann später sagen: Menschen, die in sexueller Unmoral leben, Götzen anbeten oder die Ehe brechen, Lustknaben und Knabenschänder, Diebe oder Habsüchtige, Trinker, Lästerer oder Räuber werden keinen Platz im Reich Gottes haben. Und das sind manche von euch gewesen. Aber durch den Namen des Herrn Jesus Christus und durch den Geist unseres Gottes seid ihr reingewaschen, seid ihr geheiligt, seid ihr gerecht gesprochen worden. (1.Korinther 6, 9-11)

Auch uns gibt in harten Zeiten das Wort Gottes Kraft zum Durchhalten. Wir müssen uns an Gott festhalten, auf ihn warten und sein Wort aufsaugen, denn: Alles, was in der Heiligen Schrift steht, wurde früher aufgeschrieben, damit wir daraus lernen. Die Schrift ermutigt uns zum Durchhalten, bis sich unsere Hoffnung erfüllt. Und der Gott, von dem Geduld und Ermutigung kommen, gebe euch die Einmütigkeit, wie sie Jesus Christus entspricht, damit ihr ihn, den Vater unseres Herrn Jesus Christus, einmütig wie aus einem Mund preist. (Römer 15,4-6) Dann werden wir auch die Erfahrung des Paulus teilen, dass unser Gott der Gott allen Trostes und der Vater der Erbarmungen ist!

Predigt-Nachlese: Für die Herde Gottes sorgen

Heute habe ich meine Notizen versemmelt; habe ich sie nicht gespeichert oder versehentlich gelöscht – ich weiß es nicht. Insofern ist das hier eine echte Predigt-Nachlese – nur das, was von der Predigt auf meinen “Boden” gefallen und liegengeblieben ist.

Predigttext: Apostelgeschichte 14,21-27

Nichts konnte Paulus von seinem Auftrag abbringen, das Evangelium zu verkünden und Menschen zu Jüngern zu machen. Obwohl er dort nicht nur härteste Opposition, sondern sogar Steinigung erlebt hatte, zog es Paulus  mit Barnabas  nach Lystra, Ikonion und Antiochia zurück, um die jungen Christen im Glauben zu stärken. Das hier gebrauchte griechische Wort für episterizo bedeutet so viel wie befestigen, unterstützen. Sie taten das durch Unterweisung in der Wahrheit, aber auch durch Ermahnung. Vermittlung von Wissen genügt nicht, man muss auch zeigen, wie es umgesetzt wird und den Anstoß zum Gehorchen und Tun geben. Ferner wollten sie sie auf Schwierigkeiten und Bedrängnisse vorbereiten. Sie mussten wissen, dass das ganz normal war, wenn ihnen das widerfahren sollte, dass jeder, der Jesus nachfolgt, durch schwere Zeiten gehen muss. Die Bekehrung ist oft der Beginn vieler Kämpfe. Hat man vorher nach Gutdünken in den Tag hineingelebt, bricht jetzt der Krieg zwischen Licht und Finsternis in und um uns aus! Wir erleben Versuchungen und Opposition, die wir vorher nicht kannten. Das sollte uns nicht verwirren und zum Aufgeben verleiten. Die Erlösung von allem Leiden bleibt dem Himmel vorbehalten, und wir sind auf dem Weg dorthin!

Ehe sie weiterzogen setzten sie in jeder Gemeinde Älteste ein. Älteste, was sind das für Leute? Das sind Männer, die durch den Heiligen Geist die Last und die Befähigung erhalten haben, die Herde Gottes zu weiden, d.h. zu ernähren, zu beschützen und zu leiten. Dieses Leiten hat nicht den Charakter von Herrschaft über die anvertrauten Menschen, sondern wird von Paulus mit Elternschaft verglichen: Wir sind behutsam mit euch umgegangen wie eine Mutter, die liebevoll für ihre Kleinen sorgt. Wir hatten euch so sehr ins Herz geschlossen, dass wir bereit waren, euch nicht nur die gute Botschaft von Gott weiterzugeben, sondern unser eigenes Leben mit euch zu teilen. Ihr erinnert euch doch noch an unsere Mühe und Anstrengung, liebe Geschwister, dass wir – als wir euch die gute Botschaft Gottes predigten – Tag und Nacht gearbeitet haben, um niemand von euch zur Last zu fallen. Ihr selbst könnt es bestätigen, und auch Gott ist unser Zeuge, wie unser Verhalten in jeder Hinsicht korrekt und tadellos war und von der Ehrfurcht zu Gott bestimmt wurde. Ihr wisst ja, dass wir uns um jeden Einzelnen von euch gekümmert haben wie ein Vater um seine Kinder, und dass wir euch ermahnt, ermutigt und beschworen haben so zu leben, dass es Gott Ehre macht; dem Gott, der euch dazu beruft, an seiner Herrschaft und an seiner Herrlichkeit teilzuhaben. (1.Thessalonicher 2,7-12 NEÜ) Es geht um Liebe, um Fürsorge, um Vorbild, um Arbeit, Mühe und Anstrengung, darum, in Liebe die Wahrheit zu sagen und Fehlverhalten zurechtzurücken – und all das mit Barmherzigkeit, Festigkeit, Freundlichkeit und Geduld. Die Herde ist ihnen von dem „Oberhirten“ anvertraut,  ihm werden sie Rechenschaft darüber ablegen, wie sie ihren Auftrag ausgeführt haben, und von ihm werden sie Lohn empfangen.

Paulus und Silas hatten gegeben, was sie konnten, und nun mussten sie die Geschwister loslassen und in Gottes Hände zurücklegen. Sie konnten sich dabei auf den verlassen, der das gute Werk, das er anfängt, auch weiterführt und zur Vollendung bringt. Nach aller Mühe und allem Einsatz war es doch letztlich der Herr, der die Verantwortung für diese Gläubigen übernommen hatte.

Sie selbst kehrten zurück zu ihrer sendenden Gemeinde. Unterwegs verkündeten sie noch das Wort Gottes, wo immer sie vorbeikamen. In Antiochia lösten sie große Freude aus mit dem Bericht über all das, was Gott getan hatte. Nicht sich selbst schrieben sie ein Verdienst zu, nicht für sich wollten sie Ehre – sie sahen IHN als den Handelnden an. Ihr Auftrag, zu dem die Gemeinde die Gnade Gottes auf sie herabgefleht hatte, war erfüllt.

Predigt-Nachlese: Bedrängnis und Leid als “Normalzustand” der Christen

Predigttext: Apostelgeschichte 14

Das vorige Kapitel hat von der Predigt des Evangeliums in Antiochia in Pisidien erzählt: Wie es dort einschlug und welche Feindschaft dagegen entstand. Schließlich wurden Paulus und Barnabas von dort vertrieben und zogen weiter nach Ikonion. Und natürlich gingen sie auch dort in die Synagoge und gaben die gute Nachricht von der Gnade Gottes, die alle Menschen retten will, an Juden und Griechen weiter.

Es wiederholte sich dasselbe Muster an Reaktionen, die das Evangelium bis heute immer wieder provoziert: Die einen glauben und kehren um, die anderen lehnen es nicht nur ab, sondern suchen Verbündete in ihrem Kampf gegen die Wahrheit und entfalten einen unbändigen Hass dagegen. Auch hier beeinflussten die ungläubigen Juden die Heiden , indem sie ihre Gedanken vergifteten und sie aufhetzten. Die Stadt war gespalten, aber Paulus ließ sich davon wenig beeindrucken und schon gar nicht den Mund stopfen. Gott selbst drückte seiner Botschaft den Stempel auf, indem er Zeichen und Wunder geschehen ließ. Als aber offenbar wurde, dass das Pläne bestanden, sie zu misshandeln und zu töten, beschlossen Paulus und Barnabas zu fliehen. Sie waren zwar mutig, aber nicht leichtsinnig. Sie sahen auch in diesen Geschehnissen die Führung Gottes, der sie in weitere Städte führen wollte. War das nicht immer seine “Taktik”, um das Evangelium vorwärts zu treiben von Stadt zu Stadt und in die ganze Welt? Sie hatten nicht vor, ihre Verkündigung einzustellen, sie verlagerten sie nur nach Lystra und Derbe.

In Lystra geschah ihnen nun etwas völlig Verrücktes. Ein gelähmter Mann hörte das Evangelium und fasste Vertrauen in den Herrn. Als Paulus sah, dass er Glauben hatte, befahl er ihm, sich auf seine Füße zu stellen, und der Mann wurde sofort und völlig geheilt. Das begeisterte die Volksmenge, die allerdings ganz falsche Schlüsse zog. Paulus und Barnabas konnten nur Zeus und Hermes sein, Götter, die zu ihnen herabgekommen waren! Der Zeuspriester kam mit Stieren und Kränzen an und wollte sie feiern und ihnen opfern! Da die beiden Diener Gottes der lykaonischen Sprache nicht mächtig waren, dauerte es ein Weilchen, bis sie realisierten, was die Leute da vorhatten, und natürlich waren sie blank entsetzt! Paulus klärte sie auf, dass sie nichts weiter waren als ganz normale Menschen, und dass sein Ziel war, dass sie sich von ihren Götzen bekehrten zu dem einen wahren Gott, dem Schöpfer von Himmel und Erde. Wer immer meint, dass Wunder automatisch das Evangelium fördern und Glauben bewirken, wird hier eines Besseren belehrt. Zwar lieben die Menschen die Faszination des Übernatürlichen und die Sensation, aber dadurch lieben sie noch lange nicht die Wahrheit. Die selben Leute, die Paulus und Barnabas so ekstatisch feierten, ließen sich später auch für die Verfolgung dieser Männer Gottes gern begeistern.

Eine Delegation der Juden von Antiochia und Ikonion saß nämlich Paulus und Barnabas auf den Fersen. Sie hatten sich, von fanatischem Hass getrieben, auf den weiten Weg gemacht , um dieser Botschaft und ihren Boten ein Ende zu machen. Sie schafften es, die Menge aufzuwiegeln, bis sie Paulus steinigten (das war die Strafe für “Gotteslästerung”). Als es so aussah, als sei er tot, schleiften sie ihn auf den Müll – so jemand wurde nicht beerdigt, das erledigten die Hunde. Die neuen Jünger standen um ihn herum – da stand der Totgeglaubte auf. Und was tut er? Gesteinigt fühlt der Körper sich nicht so gut an! Aber Paulus hat einen Auftrag. Er geht noch einmal in die Stadt, und wir können nur vermuten, wo er vielleicht übernachtet hat, und wen er noch einmal treffen wollte.

Denn hier in Lystra ist er einem jungen Mann begegnet, auf dessen Leben er die Hand Gottes sah, und den er später sein geistliches Kind nennt. Timotheus hat von Anfang an mitbekommen, was eine “Karriere” im Reich Gottes bedeutet. Es hat ihn nicht abgeschreckt, sondern er hat verstanden: Es werden alle, die zu Jesus Christus gehören und so leben wollen, wie es Gott gefällt, mit Verfolgung rechnen müssen. Er hat an Paulus gesehen, dass es das wert war, und dass der Herr die Kraft gibt, durchzuhalten und weiterzumachen!

Am nächsten Tag verließen die beiden Missionare die Stadt und gingen nach Derbe. Dort machten sie weiter wie gehabt! Nach einer Weile kehrten sie aber zurück in die Städte, wo sie solche Verfolgung erlitten hatten, denn ihre Arbeit war noch nicht beendet. Sie mussten die jungen Christen noch unterweisen und ermutigen, die Gemeinden auf ein gesundes Fundament stellen und Leiter einsetzen. Was sie ihnen sagten, haben sie durch ihr Leben gezeigt: Wir müssen durch manche Bedrängnis hindurch, bevor wir in Gottes Reich einkehren. Es war ihnen wichtig, dass die Gläubigen das wussten und darauf vorbereitet waren. Und wir sollten das auch wissen!

Bin ich bereit, wie Paulus ein Vorbild im Leiden, Aushalten und Treubleiben zu sein und durch Leiden andere zu ermutigen? Das ist die Frage, die mich persönlich nach dieser Predigt bewegt.

Predigt-Nachlese: Wer gegen Gott kämpft, ist ein Narr!

Predigttext: Apostelgeschichte 12, 11-25

1. Gottes Ziele können nicht vereitelt werden, und Gottes Macht kann niemand widerstehen

Der Engel hatte Petrus aus dem Gefängnis geführt, und es war ihm nicht so ganz klar, ob er sich in der Wirklichkeit befand oder in einem Traum. Aber schließlich kam er in der Realität an: Gott hat tatsächlich seinen Engel gesandt, und ich bin frei! Die Pläne von Herodes sind zunichte gemacht und die Erwartung der Juden enttäuscht. Was nun? Es wird nicht lange dauern, bis man mein Verschwinden bemerkt und mich sucht! Er musste die Seinen aufsuchen, denn auch für sie war diese Situation gefährlich, und er wusste auch, wo er sie finden würde: Sie waren mit Sicherheit im Haus von Maria zum Beten versammelt.

Als er dort ankommt und ans Tor klopft, kommt Rhode, das Dienstmädchen, und er ruft: Mach auf, ich bin´s, Petrus! Und sie freut sich so, dass es eine Fehlschaltung in ihrem Kopf gibt, und sie die Tür nicht aufmacht, sondern ins Haus läuft und ruft: Petrus steht draußen!  Und was sagen die gläubigen Beter, die um eben dieses Wunder zu Gott gefleht haben? Du hast sie ja nicht alle! Das kann ja gar nicht sein! Aber sie beteuert, dass er es ist; schließlich hat sie ihn ganz deutlich gehört! Dann ist es wohl sein Engel, diskutieren sie, während der arme Petrus draußen steht und klopft und klopft. Als schließlich jemand auf die Idee kommt, vielleicht einfach mal nachzusehen, sind sie alle völlig aus dem Häuschen. Wer hätte das gedacht, dass Gott ihr Gebet so erhört! Petrus muss sie erst mal zur Ruhe bringen, und dann erzählt er ihnen die ganze Geschichte. Aber nun, liebe Geschwister, muss ich weg von hier! Könntet ihr das bitte alles Jakobus und den Brüdern berichten? Und er verabschiedet sich und geht. (Von hier an verlagert sich übrigens der Fokus der Apostelgeschichte von Petrus auf Paulus.)

Dann wird es hell, und die Soldaten stellen fest, was für eine Katastrophe ihnen passiert ist. Die Befreiung von Petrus ist ihr Todesurteil. Der frustrierte Herodes, der nicht zugeben kann, dass Gott stärker ist als er, braucht einen Sündenbock, und das sind natürlich die, die er als Bewacher eingesetzt hat. Statt Buße zu tun, lässt er sie hinrichten.

Und nun ist er reif für die nächste Lektion:

2. Gottes Gericht kann nicht umgangen werden

Wer sich vor Gott nicht demütigen will, arbeitet an seinem eigenen Fall. Herodes reiste nach diesen Ereignissen zurück in seine Residenzstadt Cäsarea. Er hatte Ärger gehabt mit den freien Handels- und Hafenstädten Tyrus und Sidon und  ihnen deswegen die Lebensmittelversorgung abgeschnitten. Nun mussten sie klein beigeben und baten ihn um Frieden. Das war ganz nach seinem Geschmack und blies seinen Stolz so sehr auf, dass er ein Event ansetzte, um das zu feiern. Er bekleidete sich mit seinen königlichen Gewändern, die dem jüdischen Historiker Josephus zufolge aus Silberfäden gewebt waren, und setzte sich auf den Thron, um eine öffentliche Rede an das Volk zu halten. War er durch die Lichtreflektion auf seiner Kleidung so eine strahlende Erscheinung oder war es pure Schmeichelei, auf jeden Fall riefen die Menschen ihm zu: „So spricht ein Gott und nicht ein Mensch!“, und er nahm ihre Huldigung an und widersprach nicht.

Aber Gott teilt seine Ehre nicht, und das Maß war voll. Im gleichen Augenblick aber schlug ihn ein Engel des Herrn, weil er sich als Gott feiern ließ und nicht Gott die Ehre gab. Von Würmern zerfressen starb er unter Qualen. Josephus erzählt, dass er fünf Tage litt.

So musste er am Ende erkennen, dass es Gott ist, der alles unter Kontrolle hat, und dass Gott Widerstand und Hochmut nicht ungestraft lässt. Gott bietet Vergebung und Versöhnung an, aber die Voraussetzung ist immer Einsicht und Umkehr. Wenn wir das nicht wollen, bleibt nur das Gericht. Wie viel schlimmer wird es uns ergehen, wenn wir den ablehnen, der vom Himmel her zu uns spricht …. Denn auch unser Gott ist ein verzehrendes Feuer. (Hebräer 12, 25 ff)

Die Pläne des Herodes waren folgende gewesen: Jakobus und Petrus sterben, und seine Macht wird ausgebaut. Die Pläne Gottes sahen vor: Petrus wird weiter leben und dienen, Herodes wird gerichtet,  Jakobus wird die Ehre des Märtyrertodes zuteil und Gottes Macht wird ausgebaut, sein Reich und sein Wort breiten sich weiter aus. Am Ende heißt es: Immer mehr Menschen hörten das Wort Gottes und kamen zum Glauben. Die Pforten der Hölle können die Gemeinde Jesu nicht überwältigen – weder damals noch heute.

Predigt-Nachlese: Leben oder sterben zur Ehre Gottes

Apostelgeschichte 12,1-17

Die erste Verfolgung der Gemeinde Jesu war von der religiösen jüdischen Elite ausgegangen. Sie hatten Petrus zweimal festgesetzt (in Apostelgeschichte 4 und 5,17ff). Nun aber trat Herodes Agrippa I. auf den Plan, ein Enkel Herodes des Großen, unter dessen Regentschaft Jesus geboren war. Er war ein König von Caligulas Gnaden, mit guten Beziehungen nach Rom, aber er wollte sich auch die Gunst der Juden verschaffen.

Die Herrscher dieser Welt neigen ganz besonders dazu,  Gott abzulehnen; sein Anspruch stört sie in ihrem Gewissen, in ihren Affären  und Intrigen, im Ausbau ihrer Macht. Das macht sie zu natürlichen Feinden der Herrschaft Gottes, und sie müssen sie bekämpfen. Das erleben Christen bis heute in vielen Ländern der Erde. In Psalm 2 (NEÜ) heißt es: Die Großen der Welt lehnen sich auf. Sie tun sich zusammen gegen Jahwe. Gegen seinen Messias gehen sie an: „Los, wir zerreißen die Fessel, befreien uns von ihrem Strick.“ Doch der im Himmel thront, lacht…

Herodes also lässt Christen gefangen nehmen und misshandeln. Er tötet Jakobus, der zu dem innersten Kreis um Jesus gehörte, mit dem Schwert – nach dem Talmud die passende Strafe für Ketzer -, und macht sich so Freunde bei der jüdischen Führung. Der politische Erfolg beflügelt ihn zu neuen Taten: Jetzt kommt Petrus an die Reihe und wird verhaftet. Nun ist Petrus, wie man weiß, schon einmal auf rätselhafte Weise aus dem Gefängnis entwichen, und das soll nicht noch einmal passieren! Er kommt sozusagen in den Hochsicherheitstrakt: Je 4 Soldaten sind in mehreren Schichten für seine Bewachung zuständig. Zwei  werden mit ihm zusammengekettet, und zwei stehen vor der Tür.

Herodes verlässt sich auf seine Gewalt, Petrus jedoch verlässt sich auf Gott. Aber hat dieser Gott nicht gerade eben zugelassen, dass Jakobus getötet wurde? Wie kann Petrus in dieser Nacht tief und fest einen gesunden Schlaf schlafen? Er verrät uns das Geheimnis in 1.Petrus 5, 6.7 (NEÜ): Demütigt euch deshalb unter Gottes mächtige Hand, dann wird er euch auch zur richtigen Zeit erhöhen. Und werft in Demut alle eure Sorgen auf ihn, denn er sorgt sich um alles, was euch betrifft. Petrus hat Gott alles hingegeben. Er ist bereit, seinen Herrn zu verherrlichen, sei es nun durch sein Leben oder durch seinen Tod.

Die Gemeinde aber betet unaufhörlich zu Gott. Der Ausdruck, der für die Natur ihres Gebets gebraucht wird, ist ektenēs und bedeutet: ernstlich, mit vollem Einsatz, in unablässig zielgerichteter Anspannung. So wird auch das Gebet Jesu im Garten Gethsemane beschrieben. So sollen wir beten, lieben, dienen (an all diesen Stellen steht im Urtext ektenēs). Von ganzem Herzen betend, liebend und dienend sollen wir die Gnade, die Gott uns gegeben hat, als gute Verwalter weitergeben an unsere Glaubensgeschwister und an die Welt und unser Leben ausschütten. Nicht unser Übriges an Liebe, Zeit und Kraft gehört Gott, sondern das Beste.

Das Gebet eines Gerechten vermag viel und erweist sich als wirksam, heißt es in Jakobus 5,16. So geschieht es auch im Fall von Petrus. Gott führt ihn durch einen Engel aus diesem Gefängnis heraus, löst seine Ketten und bringt ihn zurück zu der betenden Gemeinde. Denn er hat noch Arbeit für Petrus; er wird noch leben und dienen. Denn keiner von uns lebt für sich selbst, und keiner von uns stirbt für sich selbst. Wenn wir leben, leben wir für den Herrn, und wenn wir sterben, gehören wir dem Herrn. Im Leben und im Tod gehören wir dem Herrn. Dazu ist Christus ja gestorben und wieder lebendig geworden, dass er über Tote und Lebende der Herr sei. (Römer 14,7-9 NEÜ)

Wenn wir für den Herrn leben, kann uns nichts geschehen, als was Gott erlaubt. Wenn er uns befreien will, wird nichts uns halten. Aber er handelt an seinen Leuten sehr verschieden. Nicht die Länge unseres Lebens und Dienstes ist entscheidend, sondern dass wir IHM leben oder sterben zu seiner Verherrlichung.