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Predgt-Nachlese: Freiheit – aber nicht zum Egoismus

Predigttext: Galater 5,13-26

Freiheit hat uns Gott geschenkt – das ist die Botschaft, die Paulus den Galatern deutlich machen will. Sie haben diese Freiheit des Evangeliums verlassen und sich neu der Einhaltung von Regeln und Gesetzen verschrieben, um das Wohlgefallen Gottes zu erlangen – ein völlig aussichtsloses Unterfangen!

Wir sind frei vom Gesetz – was bedeutet das? Können wir nun tun und lassen, wozu immer wir Lust haben? Tatsache ist: Wenn wir unseren egoistischen Wünschen und Begierden folgen, so ist das nur eine andere Art von Gefangenschaft. Die Freiheit, die Paulus meint, ist die Freiheit zur Liebe und zum Dienen.

Leider ist das Leben in dieser Freiheit oft nicht die Realität christlicher Gemeinden. Statt dessen verhalten wir uns eher “tierisch”. Wenn ihr euch aber kratzt und beißt, dann passt nur auf, dass ihr euch nicht gegenseitig auffresst, muss Paulus die Galater warnen. Woran liegt es, dass wir oft so handeln, obwohl wir Kinder Gottes sind? Die menschliche Natur (das Fleisch) widerstrebt dem Geist Gottes und der Geist Gottes ebenso der menschlichen Natur. Beide stehen gegeneinander, damit ihr nicht einfach tut, was ihr wollt, erklärt er ihnen. Ähnliches finden wir in Römer 7,18: Denn ich weiß, dass in mir, das heißt in meiner Natur, nichts Gutes wohnt. Es fehlt mir nicht am Wollen, aber ich bringe es nicht fertig, das Gute zu tun. Ich tue nicht das Gute, das ich tun will, sondern das Böse, das ich nicht will.

Wenn wir in der biblischen Freiheit leben wollen, müssen wir beständig wählen: Das “Fleisch”, unsere sündige, egoistische und eigenwillige Natur, ist mit Christus gekreuzigt. Wir sollen sie so ansehen, als gerichtet und erledigt. Wir sollen sie nicht nähren und pflegen und ihr irgendwelche Rechte einräumen! Statt dessen sollen wir das Auferstehungsleben Jesu, das der Heilige Geist uns vermittelt, wirksam werden lassen. Der Geist Gottes soll euer Leben bestimmen, dann werdet ihr den eigenen Begierden widerstehen können.

Was uns regiert, das zeigt sich an den “Früchten”, die wir bringen. Das sündige Natur bringt die Werke des Fleisches hervor. Sie beinhalten alles, was das Wesen dieser Welt ausmacht:  Ehebruch und alle Arten von ungeordneter Sexualität bis hin zu Orgien und wilden Partys, fehlgeleitete Religiosität wie Götzendienst (alles, was sich nicht Jesus unterordnet) und Zauberei (Esoterik und Drogen sind wieder groß in Mode), unmäßiger Alkoholgebrauch, um die Sinnlücke im Leben zu füllen, und alle Arten von lieblosem und selbstsüchtigem Verhalten. Wer darin lebt, der hat keinen Anteil am Reich Gottes.

Kann das nun einem Kind Gottes nicht passieren, dass es in so eine Sünde fällt? Und wenn doch, sind wir dann verloren? Wir kennen uns und unsere Fehlbarkeit ja nur zu gut! Auch wer Jesus liebt, kann noch sündigen, aber es ist nicht mehr sein Lebenselement. Er bereut es und bekennt es, und ihm wird vergeben. Aber: Wenn wir nun durch den Geist Gottes das neue Leben haben, so wollen wir es auch in diesem Geist führen! Dann wird auch die Frucht des Geistes in uns wachsen: Die Liebe, der Friede, die Freude, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung. Dann erfahren wir das Leben, von dem Jesus spricht: Wenn jemand mein Jünger sein will, dann muss er sich selbst verleugnen, er muss täglich sein Kreuz aufnehmen und mir folgen. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren. Wer aber sein Leben meinetwegen verliert, der wird es retten. Das ist die wahre Freiheit und der Weg zu einem glücklichen und erfüllten Leben.

Mit Gnade gekrönt

Sünde bekennen – wirklich als Sünde bekennen, nicht augenzwinkernd und halb im Scherz – ist unter uns nicht gerade in Mode.

Wenn ich mich als Kind schuldig fühlte, weil ich irgendwo nicht gehorcht oder was ausgefressen hatte, habe ich Gott oft gebeten, mir a) zu vergeben und b) dafür zu sorgen, dass es nicht rauskommt, und ich weiß nicht genau, was davon mir wichtiger war. In meiner Wahrnehmung hat Gott dieses Gebet oft “erhört”. Bis es in meinen Teenie-Jahren irgendwann richtig geknallt hat, stand ich immer als ziemlich braves Mädchen da. Und auch wenn ich inzwischen meine “durch-und-durch”-Verdorbenheit erkannt habe, kämpfe ich doch immer noch mit der Tendenz, mein Image zu pflegen. Besonders wenn Menschen einen irgendwie auf ein Podest stellen, möchte man sie ja nicht gerne enttäuschen und herunterfallen.
Jemand hat mal gesagt, wir sollen die Gnade als Krone tragen und nicht als
Unterhemd, aber genau das tun wir oft. Die Gnade wollen wir und brauchen wir, aber warum, dass muss niemand so genau wissen. Ich meine jetzt auch nicht, dass man mit seinen Sünden hausieren gehen und andere belasten sollte.  Aber ist es uns wirklich wichtig, dass die Gnade Gottes gepriesen wird, reale Gnade für reale Sünder? Gnade, die auch anderen Hoffnung macht, dass sie auch für ihre Sünden ausreicht? Das funktioniert am besten, wenn wir aufhören, unsere Fassaden zu polieren und ehrlich werden. Möge Gott uns dazu helfen!

Mirjam, die rebellische Prophetin

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Feuerbach „Mirjam“

Ich, Mirjam, bin die große Schwester von Mose. Ich bin diejenige, die auf ihn aufgepasst hat, als  unsere Mutter ihn im verpichten Körbchen auf dem Nil aussetzen musste. Ich habe  ihn wieder nach Hause gebracht durch mein diplomatisches Geschick, so dass er wenigstens bis zum Abstillen bei seiner Familie bleiben konnte, Dann habe ich von fern sein Aufwachsen am Hof beobachtet und mit meiner Mutter gebetet, dass er seine Blutsbande und seinen Gott nicht ganz vergisst. Ich habe mich gefreut, als ich merkte, dass unsere Gebete erhört wurden, und er sich für sein Volk zu engagieren begann.

Dann verschwand er für viele Jahre in die Wüste Midians. Niemand wusste, ob er überhaupt noch lebte, bis zu dem Tag, als Aaron sagte: Gott hat zu mir gesprochen! Ich soll Mose entgegen gehen in die Wüste! Da waren wir alle schon nicht mehr jung und Aaron und ich gezeichnet durch ein langes Leben in der Sklaverei, und doch begann unser Puls zu rasen. Was hatte das zu bedeuten? Und plötzlich waren meine beiden Brüder die bedeutendsten Männer im Land, und jeder sprach von ihnen! Niemand konnte nicht mitbekommen, wie Gott durch sie – endlich! – sein Gericht an Ägypten vollstreckte und unsere Befreiung erwirkte. Ich war stolz auf sie.

Nie werde ich den Tag vergessen, als die Ägypter mit Mann und Maus im Schilfmeer ersoffen! Wir waren das Volk eines lebendigen Gottes, der sich zu unseren Gunsten stark machte! Der Geist Gottes erfüllte mein Herz, und ich nahm mein Tamburin und begann zu singen und den Höchsten zu preisen! Ich konnte gar nicht anders, es floss aus mir heraus, und alle Frauen schlossen sich mir an. Wir tanzten, bis wir nicht mehr konnten. Staunend erkannte ich, dass ich eine Führerin geworden war, eine Prophetin, durch die Gott sprach. Was war das mit unsrer Familie? Wir schienen alle eine besondere Beziehung zu Gott zu haben, Mose natürlich am meisten, aber wir wurden so eine Art Führungsteam.

Die Leute bewunderten Mose – manchmal. Manchmal beschimpften sie ihn auch und klagten ihn an. Immer stand er im Mittelpunkt. Bisweilen, vor allem, wenn mich weiter keiner beachtete, kam mir der Gedanke: Wo, Brüderchen, wärst du wohl ohne mich? Hätte ich dir nicht das Leben gerettet …. Ich fand, dass er sich ein bisschen aufspielte, so als wäre er Gott persönlich. Dabei gab es in seinem Leben durchaus dunkle Flecken. Seine Frau zum Beispiel … eine Ausländerin! War das etwa richtig?  Ich begann, mit Aaron darüber zu reden, dass mir das alles auf die Nerven ging. Er und ich – wir waren doch ebenfalls mit Gott verbunden. Er war Priester, ich war Prophetin. Gesprochen hatte Gott schon zu beiden von uns. Wir müssten das mal klarstellen, dass Mose auch nichts Besseres war als wir.

Wir sprachen solange darüber, bis wir genug Mut hatten, ihn öffentlich anzugreifen wegen seiner Frau. Die Frau war aber nur die Spitze des Eisbergs. Würde man erst mal den ganzen Mann ans Licht bringen, würde man sehen, dass er keine Extrawurst verdiente. Was sagte Mose dazu? Gar nichts. Heute weiß ich, dass er nie das Bedürfnis nach einer herausgehobenen Position hatte. Das war eher eine Last, die Gott ihm aufgelegt hatte – und die wir ihm gerade noch ein bisschen schwerer machten.

Dann kam Gott. Er sprach zu jedem von uns Dreien, dass wir uns vor dem heiligen Zelt einfinden sollten, und wir gingen hin. Ich war mir immer noch sicher, dass ich recht hatte … Die Wolkensäule kam herab, und Gott hieß Aaron und mich vortreten. Er war zornig! Wir hatten nicht Mose attackiert, wie wir meinten, sondern ihn. Denn er war es, der Mose in diese Position gebracht hatte. Er war es, der beschlossen hatte, mit ihm auf eine ganz andere, besondere und intime Weise zu reden. Und wir hatten uns nicht gefürchtet?

Als die Wolke weg war, sah ich meine Strafe. Ich war voller Aussatz, d.h. ich war aus der Gemeinschaft des Gottesvolkes ausgeschlossen. So schlimm war meine Sünde? ich hatte doch nur mit meinem kleinen Bruder ein ernstes Wörtchen reden wollen!

Aaron sah mich entsetzt an – er selbst hatte nichts. Ich glaube, sein Herz war nicht so stur wie meins, er sah seinen Fehler sofort ein. Er war betroffen und verzweifelt. Oh, bitte, sagte er zu Mose, wir waren verrückt und haben uns versündigt. Sie sieht ja aus wie ein totgeborenes, halb verwestes Kind! Bitte, tu was! Mose fiel sofort auf seine Knie. Er schrie zu Gott: Heile sie doch bitte! Ja, er sagte nicht: Siehste, das kommt davon! Er war selbst erschrocken über diese Maßnahme seines himmlischen Verteidigers.

Aber Gott sagte: Nein. Sieben Tage muss sie das jetzt mal ertragen. Sie hat meine Ehre verletzt. Schließt sie außerhalb des Lagers ein, und nach sieben Tagen kann sie zurückkommen. Und was soll ich sagen? Ich brauchte diese sieben einsamen, angsterfüllten Tage. Ich hatte viel Zeit zum Nachdenken. Wie konnte es dazu kommen, dass ich, eine Dienerin Gottes, mich so mit ihm überwarf? Ich zeichnete die Spuren meines Weges zum Hochmut nach. Gott hatte mich begnadigt, und ich hatte mir ein Verdienst daran zugeschrieben. Er hatte mir Grenzen gesetzt, und ich war nicht mehr zufrieden damit. Ich wollte gar nicht mehr Gott dienen, ich wollte, dass er mir diente, indem er mir zu Ansehen und Ehre verhalf. Ich wurde ein Vergleicher und Fehlersucher (und fand natürlich etwas). Die nächste Stufe war Klatsch und Tratsch, um Verbündete und Rechtfertigung für meine Rebellion zu finden. Wenn Aaron dieselbe Sicht hatte, dann musste sie ja wohl stimmen. Irgendwann war ich in meinem Hochmut so selbstsicher geworden, dass ich bereit war, für meinen vermeintlich rechtmäßigen Platz zu kämpfen.

In der ganzen Zeit hatte ich mit Gott nicht über diese Sache geredet, sonst wäre es vielleicht nie so weit gekommen. Jetzt hatte ich sieben Tage Zeit, meine Scherben aufzusammeln. Keine Rechtsansprüche mehr vor Gott, nur die Bitte um Gnade. Keine große Prophetin mehr, nur eine Sünderin, die um Wiederaufnahme und Vergebung fleht.

Und ich bekam sie. Sie warteten auf mich, das ganze Volk und Mose, mein Bruder, der mich liebte  und für mich betete. Und dann zogen wir weiter.

Biblische Referenzstellen: 2.Mose 2, 2.Mose 15,20, 4.Mose 12

 

Manchmal hilft nur Rennen

Warum nur musste sie mit Potiphar verheiratet sein, diesem Langweiler? Seit er diesen hebräischen Sklaven hatte, war er überhaupt nicht mehr zuhause, denn er brauchte sich um nichts mehr hier zu kümmern. Josef regelte alle Angelegenheiten für ihn, ob dienstlich oder privat. Ihr Mann tat gar nichts mehr hier, außer sich zum Essen an den Tisch zu setzen.

Dieser Josef war nicht nur kompetent und fleißig, sondern auch eine Augenweide. Je länger sie ihn betrachtete, desto mehr fragte sie sich, ob es nicht auch zu seinen Aufgaben gehören sollte, ihr, der armen vernachlässigten Ehefrau, gewisse Wünsche zu erfüllen?

Er schien sie aber gar nicht wahrzunehmen, obwohl sie seine Aufmerksamkeit zu gewinnen suchte. Hatte er nichts als Arbeit im Kopf? Er war freundlich-höflich-uninteressiert. Da musste sie wohl etwas deutlicher werden! Josef, ich bin so verknallt in dich! Ich kann ohne dich nicht mehr leben! Aber Josef schüttelte nur entsetzt den Kopf. Das kann ich nicht tun. Dein Mann vertraut mir. Ich hab hier über alles Verfügungsgewalt, aber du bist seine Frau, und das respektiere ich. Und außerdem wäre es auch vor Gott ein Unrecht.

Zuerst dachte sie, er ziert sich nur. Vielleicht war er zu schüchtern oder zu verklemmt? Vielleicht musste sie ihm ihre Bewunderung deutlicher machen? Vielleicht musste sie ihre Reize noch ein bisschen mehr zeigen? Wahrscheinlich hatte er einfach Angst, erwischt zu werden! Sie musste es arrangieren, dass mal wirklich niemand sonst im Haus war. Und tatsächlich: Eines Tages, als er zum Dienst kam, waren sie allein. Heute würde es so weit sein. Als er an ihr vorbeiging, hielt sie ihn fest: Josef, bitte! Wir sind heute sicher! Du willst es doch auch! Schlaf mit mir!

******

Josef hatte schon so eine Ahnung, dass das heute nicht gut gehen würde. Mit ihr allein im Haus! Diese Frau quälte ihn wirklich! Ja, er war hier mehr als einsam! Ja, er wäre auch gerne mal mit einer Frau zusammen! Es wäre schön, wenn das Leben aus mehr bestünde, als für andere zu schuften und zuzuschauen, wie sie ihr Leben genießen und gar nicht wirklich zu schätzen wissen, was sie haben. Aber sie verstand nicht, dass er nicht konnte. Denn Gott war alles, was er noch hatte, und sein Wohlgefallen und die Freude an der Gemeinschaft mit IHM waren ein zu hoher Preis für ein bisschen Abwechslung. Doch was sollte er tun, wenn sie ihn so bedrängte?

Es kam, wie es kommen musste. Er konnte nicht vermeiden, in ihre Nähe zu kommen, und sie hielt ihn fest. Und da wusste er: Jetzt hilft nur noch Rennen, sonst werde ich schwach. Er stürzte panikartig aus dem Raum. Dabei hielt sie sein Gewand fest; es rutschte von ihm runter und blieb in ihrer Hand.

Als er mit klopfendem Herzen und am ganzen Körper zitternd draußen stand, war ihm schon klar, was nun geschehen würde. Er hatte sie mit seiner Abweisung tödlich beleidigt, und sie würde sich rächen. Er hatte ihr ein “Beweisstück” dagelassen, und es gab keinen Schutz gegen ihre Verleumdung. Er würde für seine Treue zu Gott einen hohen Preis bezahlen. Aber er war froh. Er war froh! Es sah aus wie eine Niederlage, aber es war ein Sieg. Komme, was wolle, Gott war auf seiner Seite, und das war das einzige, was zählte.

Die Geschichte steht in der Bibel in 1. Mose 39.

Predigt-Nachlese: Was ist das Evangelium?

Eine kondensierte Zusammenfassung des Evangeliums wird uns in 1. Korinther,1-4 gegeben: “Ich weise euch noch einmal auf die gute Botschaft hin, die ich euch gebracht habe, liebe Geschwister. Ihr habt sie angenommen und steht darin fest. Durch diese Botschaft werdet ihr gerettet, wenn ihr sie unverfälscht festhaltet und in keinem Punkt davon abweicht. Andernfalls wäret ihr vergeblich zum Glauben gekommen. Ich habe euch in erster Linie das weitergegeben, was ich auch empfangen habe: Christus ist für unsere Sünden gestorben, wie es die Schriften gesagt haben. Er wurde begraben und am dritten Tag auferweckt, wie es die Schriften gesagt haben.” (NEÜ)

Hier wird ganz klar gesagt, weshalb Christus gestorben ist: für unsere Sünden. Gott manifestierte sich im Fleisch, um unsere Sünden auf sich zu nehmen, wie es schon der Prophet Jesaja gesagt hat: “Doch man hat ihn durchbohrt wegen unserer Schuld, ihn wegen unserer Sünden gequält. Für unseren Frieden ertrug er den Schmerz, und wir sind durch seine Striemen geheilt.”

Nun stellt sich die Frage: Wenn das das Evangelium ist, können wir es dann annehmen und gleichzeitig an unseren Sünden festhalten? In den Predigten der Apostel heißt es immer wieder: Tut Buße, und glaubt an das Evangelium! Buße bedeutet, dass wir uns von unseren Sünden abwenden. Jesus hat den Preis bezahlt und den Weg eröffnet, und nun erwartet er Umkehr von uns. Es geht nicht darum, dass wir nun durch unser Tun gerecht werden, sondern darum, dass Glauben und Buße Hand in Hand gehen. Selbst die Dämonen glauben und zittern, und ihr Glaube rettet sie kein bisschen!

Deswegen ist es so gefährlich, ein verwässertes Evangelium zu predigen, dem die Komponente der Umkehr fehlt. Niemand wird gerettet, weil er ein Übergabe-Gebet nachspricht oder getauft wird oder aufgrund falscher Versprechungen meint, er könne Jesus vor seinen Lebenskarren spannen, damit es ihm gut geht. Im Gegenteil ist jedem, der in die Nachfolge Jesu tritt, Leiden versprochen. Deswegen ist die richtige Verkündigung des Evangeliums so wichtig. Man kann es nicht “sucherfreundlich”  den fleischlichen Bedürfnissen anpassen und dann erwarten, dass es zu geistlichem Leben führt.

Wie kann ich denn nun prüfen, ob mein Glaube echt ist? Jesus sagt: Ein guter Baum trägt keine schlechten Früchte und ein schlechter Baum keine guten (Matthäus 7,18).  Wenn Jesus mein Herr ist, will ich nicht mehr in der Sünde leben. Wenn also jemand mit Christus verbunden ist, ist er eine neue Schöpfung: Was er früher war, ist vergangen, etwas Neues ist entstanden (2.Korinther 5,17).

Heißt das, dass wir nicht mehr sündigen? Nein! Wenn wir behaupten, ohne Schuld zu sein, betrügen wir uns selbst und verschließen uns der Wahrheit. Doch wenn wir unsere Sünden bekennen, zeigt Gott sich treu und gerecht: Er vergibt uns die Sünden und reinigt uns von allem Unrecht (1.Johannes 1,8.9). Aber wir folgen einem neuen Maßstab: Wer also behauptet, mit Christus verbunden zu sein, soll auch so leben wie Christus gelebt hat (1.Johannes 2,6) und lassen unser Denken durch das Wort Gottes verändern, um unser ganzes Leben in den Dienst Gottes zu stellen. Dann erst hat das Evangelium seine Zielsetzung in uns erreicht.