Eine kondensierte Zusammenfassung des Evangeliums wird uns in 1. Korinther,1-4 gegeben: “Ich weise euch noch einmal auf die gute Botschaft hin, die ich euch gebracht habe, liebe Geschwister. Ihr habt sie angenommen und steht darin fest. Durch diese Botschaft werdet ihr gerettet, wenn ihr sie unverfälscht festhaltet und in keinem Punkt davon abweicht. Andernfalls wäret ihr vergeblich zum Glauben gekommen. Ich habe euch in erster Linie das weitergegeben, was ich auch empfangen habe: Christus ist für unsere Sünden gestorben, wie es die Schriften gesagt haben. Er wurde begraben und am dritten Tag auferweckt, wie es die Schriften gesagt haben.” (NEÜ)
Hier wird ganz klar gesagt, weshalb Christus gestorben ist: für unsere Sünden. Gott manifestierte sich im Fleisch, um unsere Sünden auf sich zu nehmen, wie es schon der Prophet Jesaja gesagt hat: “Doch man hat ihn durchbohrt wegen unserer Schuld, ihn wegen unserer Sünden gequält. Für unseren Frieden ertrug er den Schmerz, und wir sind durch seine Striemen geheilt.”
Nun stellt sich die Frage: Wenn das das Evangelium ist, können wir es dann annehmen und gleichzeitig an unseren Sünden festhalten? In den Predigten der Apostel heißt es immer wieder: Tut Buße, und glaubt an das Evangelium! Buße bedeutet, dass wir uns von unseren Sünden abwenden. Jesus hat den Preis bezahlt und den Weg eröffnet, und nun erwartet er Umkehr von uns. Es geht nicht darum, dass wir nun durch unser Tun gerecht werden, sondern darum, dass Glauben und Buße Hand in Hand gehen. Selbst die Dämonen glauben und zittern, und ihr Glaube rettet sie kein bisschen!
Deswegen ist es so gefährlich, ein verwässertes Evangelium zu predigen, dem die Komponente der Umkehr fehlt. Niemand wird gerettet, weil er ein Übergabe-Gebet nachspricht oder getauft wird oder aufgrund falscher Versprechungen meint, er könne Jesus vor seinen Lebenskarren spannen, damit es ihm gut geht. Im Gegenteil ist jedem, der in die Nachfolge Jesu tritt, Leiden versprochen. Deswegen ist die richtige Verkündigung des Evangeliums so wichtig. Man kann es nicht “sucherfreundlich” den fleischlichen Bedürfnissen anpassen und dann erwarten, dass es zu geistlichem Leben führt.
Wie kann ich denn nun prüfen, ob mein Glaube echt ist? Jesus sagt: Ein guter Baum trägt keine schlechten Früchte und ein schlechter Baum keine guten (Matthäus 7,18). Wenn Jesus mein Herr ist, will ich nicht mehr in der Sünde leben. Wenn also jemand mit Christus verbunden ist, ist er eine neue Schöpfung: Was er früher war, ist vergangen, etwas Neues ist entstanden (2.Korinther 5,17).
Heißt das, dass wir nicht mehr sündigen? Nein! Wenn wir behaupten, ohne Schuld zu sein, betrügen wir uns selbst und verschließen uns der Wahrheit. Doch wenn wir unsere Sünden bekennen, zeigt Gott sich treu und gerecht: Er vergibt uns die Sünden und reinigt uns von allem Unrecht (1.Johannes 1,8.9). Aber wir folgen einem neuen Maßstab: Wer also behauptet, mit Christus verbunden zu sein, soll auch so leben wie Christus gelebt hat (1.Johannes 2,6) und lassen unser Denken durch das Wort Gottes verändern, um unser ganzes Leben in den Dienst Gottes zu stellen. Dann erst hat das Evangelium seine Zielsetzung in uns erreicht.
