Herr, auch wenn ich dieses ganze Weihnachtsbrimbamborium weder mag noch brauche (du auch nicht, ich weiß) – DANKE!
Danke für dein Ja vor Grundlegung der Welt, dass du bereit warst, dir einen menschlichen Leib bereiten zu lassen, um uns nahe zu sein, unsere Sünden und Krankheiten auf dich zu laden und ans Kreuz zu tragen, dich an unserer Stelle dem gerechten Zorn Gottes auszuliefern und uns zu erlösen.
Danke, dass du Knechtsgestalt angenommen und das Gesetz erfüllt hast. Danke, dass deine Armut uns reich macht, dein Sterben uns Leben gibt, dein Knecht-Werden uns zu Königen und Priestern macht.
Danke für Versöhnung mit Gott, für einen zerrissenen Vorhang, für Vergebung und ein reines Gewissen, danke für Zugang zum Vater. Danke, dass du, ewiges Wort, Fleisch geworden bist, um unter uns zu wohnen. Danke, dass du uns deine Brüder nennst, dass du uns gezeigt hast, wie Menschsein vor Gott aussehen soll.
Danke, dass du uns vor Gott vertrittst als barmherziger und treuer Hohepriester, der jede menschliche Schwachheit und Versuchung kennt und doch nie gesündigt hat. Danke, dass du uns verstehst und uns helfen kannst zu überwinden.
Danke, für eine lebendige Hoffnung; danke, dass du uns von der Todesfurcht befreit und Zukunft über den Tod hinaus gegeben hast. Danke für die Wohnungen, die du uns im Vaterhaus bereitest. Danke, dass uns nichts von deiner Liebe trennen kann.
IMMANUEL: Gott mit uns. Danke! JESUS: Gott rettet. Danke!
Ich halte mein Gesicht in deine Sonne. Du füllst mich auf mit Liebe und mit Licht. Den ganzen Müll werf ich in deine Tonne, denn alles, was uns trennt, das will ich nicht.
Ich lass mich reinigen durch deine Gnade, wo dein Licht dunkle Flecken offenbart. Dein Blut macht alles Krumme wieder gerade. Dann ist mein Himmel wieder aufgeklart.
Ich trinke tief von deinem Bach des Lebens, der meine Blätter grün und fruchtbar macht. Du Gott des überströmend reichen Gebens, du hast mir Glück und Fülle zugedacht.
Das Wort “Bekehrung” war das Rätsel meiner Kinder- und Jugendjahre. Bekehrung, so hatte ich gehört, war notwendig, um in den Himmel zu kommen. Manche beschrieben sie als “180 Grad-Wendung”, andere als “zum Kreuz kommen”. Ich konnte mir nichts drunter vorstellen. Da das Kreuz für mich nicht sichtbar war, dachte ich, man müsste so eine Art Fantasiereise nach Golgatha machen, würde dort irgendwie geheimnisvoll ergriffen und verändert. In Büchern und Heftchen weinten die Leute immer sehr über ihre Sünden und begannen dann ein neues, gutes Leben. Meine Sünden (zumindest manche) taten mir auch Leid, aber mehr wegen der sozialen Folgen – und ja, auch wegen der Angst, in die Hölle zu kommen oder allein auf dieser Welt zurückzubleiben, falls Jesus wiederkam. Wenn man aber wissen wollte, “wie Bekehrung ging”, hieß es, man solle seine Sünden bekennen und um Vergebung bitten. Und dann müsse man einfach glauben, dass man jetzt bekehrt und in Sicherheit sei.
Ich versuchte es (aus Angst vor der Hölle). Es funktionierte nicht. Ich war nicht verändert. Ich war immer noch egoistisch und arrogant, lesesüchtig und ungehorsam und hatte so manches zu verheimlichen. Irgendwann beschloss ich, dass diese ganze Geschichte entweder nur was für bestimmte Auserwählte war, zu denen ich offensichtlich nicht gehörte, oder dass es diesen Gott gar nicht gab und ich irgendwie mein Leben selbst in die Hand nehmen musste. Und zu dem Zeitpunkt war dieser Wunsch sowieso übermächtig geworden, mein Leben nach meinen eigenen Wünschen und zu meiner eigenen Ehre zu gestalten, so dass ich mehr als willig war, mit dem Zeitgeist zu schwimmen, verstaubte Moralvorstellungen und Restriktionen über Bord zu werfen und mehr oder weniger mein eigener Gott zu werden.
Erst mal ging das aber nicht so einfach wegen der Strenge meiner Eltern, für die ich ihnen immer noch dankbar bin. Ich mag mir kaum ausmalen, was für unwiderrufliche Übel ich mir sonst selbst angetan hätte. In all dem war ich unglücklich und depressiv, weil das Leben keinen Sinn hatte.
Und dann geschah ein Wunder. Der Herr trat in mein Leben, offenbarte mir seine Liebe, zeigte mir, dass er schon weiß, dass ich mich nicht ändern kann und dass er es tun wird. Ein mächtiges Vertrauen durchflutete meine Seele, eine große Leichtigkeit, als diese Last, meine Erlösung selbst bewirken zu müssen, von meinen Schultern genommen war. Denn genauso hatte ich “Bekehrung” immer verstanden: Du musst was tun. Du musst was bekennen. Du musst was glauben. Du musst dein Leben ändern.
Und nun stand ich da und staunte. Ich war ein neuer Mensch. Ich wollte bekennen, aber nicht um für meine Sünden zu büßen, sondern um die Gnade Gottes zu rühmen, der so einen rebellischen Menschen liebt, und auch, weil ich keine “Störung” wollte in diesem neuen Liebesverhältnis. Ich wollte Änderung und vertraute mich begeistert diesem wunderbaren Pädagogen an, den ich in meinem himmlischen Vater gefunden hatte. Ich gab die Verantwortung für mein Leben in die Hände dessen ab, der den besten Plan hatte. Und auf einmal “funktionierte” es – nicht, dass ich plötzlich sündlos und fehlerfrei war, aber dass ich das überhaupt von Herzen wollte, und nicht aus Angst vor der Hölle, sondern aus Liebe. Ja, ich stand da und staunte und dachte: “Es ist passiert. Du bist bekehrt. Er hat es gemacht. Das geht nie mehr weg, und es ist wunderbar. Du bist zuhause angekommen.”
Seitdem beschäftigt mich die Frage immer wieder mal: Was ist Bekehrung eigentlich – im Kern? Denn die Bibel fordert Menschen auf: “Tut Buße und bekehrt euch.” Was ist damit gemeint? Ist es ein “Werk”, das man tun muss? Wieso kann man zu etwas aufgefordert werden, was man gar nicht kann und daran das ewige Schicksal geknüpft werden? Ich kann ja nicht nur von meiner Erfahrung ausgehen.
Vor einiger Zeit kam mir die Idee, mal zu studieren, wie die Bibel, besonders in den Apostelbriefen, Bekehrungen beschreibt. Auch kann man in den Evangelien und in der Apostelgeschichte “Fallstudien” machen. Damit will ich mich demnächst hier beschäftigen.
Wenn es irgendwie geht, fange ich den Tag gerne mit einem Psalm und einem Loblied an. Heute morgen sang ich eins meiner alten Lieblingslieder Ach, mein Herr Jesus, wenn ich dich nicht hätte …
Die letzten Strophen heißen:
Hätt’st du dich nicht zuerst an mich gehangen – ich wär von selbst dich wohl nicht suchen gangen. Du suchtest mich und nahmst mich voll Erbarmen in deine Arme.
Nun dank ich dir vom Grunde meiner Seelen dass du nach deinem ewigen Erwählen auch mich zu deiner Blutsgemeinde brachtest und selig machtest.
Das passte so perfekt zum Predigttext heute aus Epheser 1,4-14.
Paulus – der übrigens im Gefängnis sitzt, als er das schreibt – bricht in einen Lobpreis Gottes über das aus, was ihn und die Christen in Ephesus verbindet. Über ihn und sie ist so eine Unmenge an Segen ausgegossen, dass keine Verfolgung, kein Gefängnis, kein Sturm des Lebens dagegen ankann. Denn dieser Segen gehört zwar uns, aber wir haben ihn uns nicht erworben oder verdient. Er ist unser, weil Gott das in seiner großen Barmherzigkeit vor Grundlegung der Welt beschlossen hat und seinen Plan in seinem Sohn ausgeführt hat. Alles liegt an Gott: Es ist seine Liebe, sein Beschluss, sein Plan, sein Wille, sein Wohlgefallen. Gott hat sein Vergnügen an der Rettung von verdorbenen, nutzlosen Sündern, die nichts tun können, um ihre Lage zu verbessern. Er will sie in seine Familie aufnehmen. Er hat ihnen ein großes Geschenkpaket geschnürt aus Rettung und Heiligung und einem ewigen Erbteil, das uns – weil es sein Beschluss ist – niemand wegnehmen kann. All das hat er uns in Christus gegeben.
Und warum tut er das alles? Zum Preis seiner Herrlichkeit. Er zeigt uns in diesem Erlösungsplan und –werk, wie er ist: heilig, gerecht, barmherzig und voller Liebe. Darum fliegen unsere Herzen ihm im Lobpreis entgegen, dafür werden wir dem Vater und dem Sohn in Ewigkeit danken und lobsingen.
Keine Angst, ich lass mich hier nicht über Sinn und Unsinn von Corona-Tests aus – davon verstehe ich nämlich nichts.
Mir geht es weniger um den Test auf Corona, sondern um den Test durch Corona, oder besser gesagt, durch diese ganze Corona-Krise.
Was bringt der Krisentest aus mir hervor?
Zum Beispiel ….
Angst?
Wut?
Frustration?
Auflehnung?
Murren und Meckern?
Behauptungen über Dinge, von denen ich nicht wirklich Ahnung habe?
Stundenlanges Nachrichtenhören wie besessen?
Leichte (oder schwerere) Paranoia?
Niedergeschlagenheit?
Falsches Vertrauen auf Menschen und menschliche Lösungen?
Verleumden und Beschimpfen von Verantwortlichen?
Faulheit?
Aufgeben?
Nicht alles, aber einiges davon hat sich leider bei mir gezeigt.
Was wäre denn sozusagen ein gutes christliches Testergebnis?
Wenn wir uns um nichts sorgen, sondern unsere Anliegen vor Gott bringen mit Bitten, Flehen und Danken und sein Friede unsere Herzen und Gedanken bewahrt. Philipper4,7
Wenn wir nicht murren, sondern leuchten. Philipper 2,14—15
Wenn wir beten für alle Menschen und besonders für die in verantwortlicher Stellung. 1.Timotheus 2,1—2
Wenn wir jedem gegenüber respektvoll sind, auch gegenüber denen, die eine andere Sichtweise haben. 1.Petrus 2,17
Wenn wir nicht aufhören, einander zu ermutigen und Gemeinschaft zu pflegen und dazu alle vorhandenen Möglichkeiten nutzen. Hebräer 3,13 und 10,23-25
Wenn wir unsere – persönlichen und kollektiven – Sünden anerkennen und wie Daniel Buße tun für unser Volk. Daniel 9,4ff
Wenn wir auf den Herrn allein vertrauen. Jeremia 17,7.8
Wenn unser Herz befestigt und geduldig ist in der Gewissheit, dass der Herr selbst der Ausgang der Geschichte ist. Jakobus 5, 8
Geben wir Corona nicht die Chance, uns zu murrenden, ungeduldigen oder freudlosen und geistlich trägen Wesen zu machen! Werfen wir unser Vertrauen, unsere Dankbarkeit und unseren Eifer für das Gute nicht weg!