Ich halte mein Gesicht in deine Sonne. Du füllst mich auf mit Liebe und mit Licht. Den ganzen Müll werf ich in deine Tonne, denn alles, was uns trennt, das will ich nicht.
Ich lass mich reinigen durch deine Gnade, wo dein Licht dunkle Flecken offenbart. Dein Blut macht alles Krumme wieder gerade. Dann ist mein Himmel wieder aufgeklart.
Ich trinke tief von deinem Bach des Lebens, der meine Blätter grün und fruchtbar macht. Du Gott des überströmend reichen Gebens, du hast mir Glück und Fülle zugedacht.
Vor einiger Zeit habe ich mir vorgenommen, meinen Tag mit einem oder mehreren Lobliedern zu beginnen, um meinen Fokus gleich richtig zu setzen. Ganz besonders ermutigend finde ich dabei immer wieder die alten und gehaltvollen Lieder von Paul Gerhard, die so reich sind an Wahrheiten, an die man gar nicht oft genug erinnert werden kann. Natürlich gibt es auch neuere gute Jesus-zentrierte Lieder.
Aber gelegentlich möchte ich auch eigene Worte benutzen. Diese Woche hatte ich das Bedürfnis, mal aufzuschreiben, was Jesus alles für mich ist. Um das bei meinem Morgenlob singen und mich daran freuen zu können, hab ich es ein bisschen “in Form gebracht”.
Du bist mein Schöpfer und der mich erhält.
Ehe die Welt war, hast du mich erwählt.
Du bist mein Retter, mein Erlöser und mein Heil,
du bist mein Erbe und mein ew’ges Teil.
Du, Gottes Liebling und eingeborner Sohn,
du König auf dem allerhöchsten Thron,
du kamst und gabst dich hin als Opferlamm.
Doch bist du Löwe auch aus Judas Stamm.
Du bist mein Arzt, mein Helfer und mein Freund,
hast dich in Fleisch und Blut mit uns vereint,
bist wahrer Mensch, der uns seine Brüder nennt,
der unsere Schwachheit und Versuchung kennt.
Du bist der Auferstandene in Kraft,
der in uns das ihm Wohlgefällige schafft,
bist Herzenskenner, Hirte, der uns führt,
in uns das Feuer seiner Liebe schürt.
Du hast das Herz des Vaters uns gezeigt,
der sich dem Elenden entgegenneigt,
zu den Zerbrochenen sanftmütig und zart,
doch zu den Stolzen unnachgiebig hart.
Du bist der Richter über diese Welt,
wirst richten, was sich Gott entgegenstellt.
Du bringst die Wahrheit und das Recht ans Licht,
und was sich noch verbirgt, entgeht dir nicht.
Für die Gemeinde hier bist du das Haupt,
der den sie liebt, dem sie vertraut und glaubt,
der Bräutigam, dem sie entgegen geht,
um dessen Kommen sie beständig fleht:
Ich will dich sehen, Herr, und nicht mehr gebremst sein von den Schranken meines kleinen, zeitverhafteten Verstandes, der über Worten brüten und Lexika wälzen muss, um dein Reden zu fassen, und doch oft unschlüssig bleibt.
Ich will dich sehen, Herr, und alle Anfechtungen und Fragen, alle Ablenkungen und Umstrickungen, genetischen Dispositionen, psychischen Wirrnisse, Krankheiten, Schwachheit und Tod hinter mir lassen.
Ich will dich sehen, Herr, und mit allen, die dich lieben, in ungehinderter Gemeinschaft bestaunen und genießen – wo Fehlinterpretationen und Meinungsverschiedenheiten, Missverständnisse und kulturelle Brillen schmelzen wie Eis an der Sonne der Herrlichkeit.
Ich will dich sehen, Herr, die bereiteten Wohnungen beziehen, das geschmückte warme Haus, wo die, die jetzt frieren in Verfolgung, im Gefängnis, auf der Flucht, in der Kälte einer gottfeindlichen Welt, ungeschützt, gequält und hinausgestoßen, Frieden und Heimat finden.
Ich will dich sehen, Herr, das Königtum und das Erbe, den Thron, die Pracht, die Schönheit, die endlich gebeugten Knie, das Reich, wo Gerechtigkeit wohnt, den ewigen Morgen!
Und der Geist und die Braut sagen: Komm! … Ja, ich komme bald. – Amen; komm, Herr Jesus! (aus Offenbarung 22)