Archiv der Kategorie: Glaube

Entdeckungen in der Apostelgeschichte: Die Kurzbiografie von Jesus

Scrabble tiles spelling out the word JESUS correctly without any figureDie Apostelgeschichte enthält ja mehrere große Predigten, aber in Apostelgeschichte 10 wird das Evangelium zum ersten Mal vor einer Gruppe von  Heiden gepredigt. Ich fand es interessant, wie kurz Petrus das Leben von Jesus zusammenfasst und dabei doch alles Wesentliche sagt, was jeder Mensch wissen und glauben muss, um gerettet zu werden. Das kann auch für uns ein Leitfaden sein.

Hier also die wesentlichen Punkte seiner Jesus-Kurzbiografie, den er vorstellt als “aller Herr”:

  • Er stammt aus Nazareth.
  • Er wurde von Gott mit Heiligem Geist und Kraft gesalbt.
  • Er zog umher und tat den Menschen Gutes.
  • Gott war mit ihm; deshalb heilte er alle, die vom Teufel überwältigt waren.
  • Sein Wirkungsbereich war das Land der Juden und Jerusalem, und die Apostel waren dabei und haben alles mitverfolgt.
  • Er wurde durch Kreuzigung umgebracht.
  • Gott hat ihn am 3. Tag auferweckt; nicht das ganze Volk, aber viele Augenzeugen haben ihn danach gesehen und sogar mit ihm gegessen und getrunken.
  • Gott hat ihn zum Richter der Lebenden und der Toten eingesetzt.
  • Jetzt kann man durch ihn Vergebung der Sünden bekommen, wenn man an ihn glaubt.

Was ist Bekehrung? (3) – Buße ist kein Werk!

cry-1316458_1280Ich erinnere mich noch an einen Beitrag auf einer Konferenz in meiner Jugend, wo jemand sagte: „Das einzige gute Werk, dass ich in meinem Leben getan habe, war, mich zu bekehren.“ Ich merkte, dass ich innerlich stutzte: Also ist er doch durch ein Werk gerettet worden? Durch ein gutes? Irgendwie ist das doch ein Widerspruch dazu, dass wir allein aus Glauben gerettet werden?!

Leider bin ich diesem Verständnis danach noch oft begegnet. Buße ist etwas, was ich tun muss (vielleicht liegt es auch an der deutschen Sprache). Auch denken manche, sie müssen sich in ein Gefühl der Zerknirschung hineinsteigern, damit sie wirklich Buße getan haben. Im Grunde sind wir nicht anders als die mittelalterlichen Flagellanten, nur dass wir uns nur emotional geißeln. Aber der Gedanke der Selbstbestrafung steckt auch bei uns dahinter. Wenn wir schon das Gesetz nicht halten können, so müssen wir uns als Wiedergutmachung doch wenigstens lang und ausdauernd über unsere Sünde grämen.

Aber Gottes Wort ist uneingeschränkt wahr, und auch durch „Buße“ können wir uns den Himmel nicht verdienen. Deshalb haben Menschen, die ihre Rettung auf ihre eigene Willensentscheidung bauen, auch so oft keine Heilsgewissheit. Man weiß ja nie, ob man genug gewollt hat und genug zerknirscht war.

Aber was ist dann Buße? Buße ist 1. Einsicht und Erkenntnis, dass ich auf einem Weg in den Abgrund und völlig verloren bin, und 2. Annehmen des Angebotes dessen, der mich davon retten kann und will. Selbstbestrafung und Selbstverbesserung haben damit absolut nichts zu tun. Alles ist Geschenk – was nicht bedeutet, dass nicht vielleicht doch ein paar Tränen fließen, vor allem Tränen darüber, diese so unverdiente Liebe beleidigt zu haben, und dann Freudentränen. Aber Tränen sind keine Voraussetzung.

Paulus sagt über seine jüdischen Brüder, dass sie sich der Gerechtigkeit Gottes nicht untergeordnet haben, weil sie ihre eigene Gerechtigkeit aufrichten wollten. Da das unmöglich war, blieben sie verloren, was ihm das Herz schwer machte. Die Erlösung war ihnen so nah, aber sie nahmen sie nicht an, weil sie unbedingt irgendwie daran mitwirken wollten.

Das also ist wahre Buße und Bekehrung: Ich ordne mich der Gerechtigkeit Gottes unter, indem ich einsehe, dass ich nichts, aber auch gar nichts dazu beitragen kann, und mein Vertrauen ganz auf Jesus setze, der für meine Sünden gestorben ist, und der auferstanden ist, damit ich ein neues Leben leben kann, und der mir seinen Geist schenkt, um das in mir zu realisieren.

Gottes höhere Mathematik im Römerbrief

calculator-227654_1920Ich studiere gerade den Römerbrief und stelle fest, dass da ganz viel gerechnet wird. Es wird angerechnet, zugerechnet, nicht zugerechnet … und ab und zu sollen wir auch rechnen. Das ursprüngliche Wort im griechischen Text ist logizomai und bedeutet “zählen”, “rechnen” “zusammenrechnen”, bzw. “etwas in Rechnung stellen” oder auch “gutschreiben”. Im übertragenen Sinn kann es auch “schlussfolgern” bedeuten, wenn man aus den Fakten die Summe zieht.

  • Da wird z.B. dem Menschen, der von Natur kein Jude (und daher nicht beschnitten) ist, die “Beschneidung” sozusagen gutgeschrieben (logizomai), wenn er das Gesetz befolgt.  Allerdings ist das mehr ein hypothetischer Fall, wie Paulus später feststellt, weil sowieso kein Mensch, ob Jude oder Nichtjude, das Gesetz vollkommen befolgt.
  • Wenn wir also 1 und 1 zusammenzählen, dann kommen wir zu dem Schluss (logizomai), dass ein Mensch nur durch den Glauben vor Gott gerechtgesprochen wird und nicht durch das Halten des Gesetzes.
  • Und tatsächlich hat Gott das bei Abraham so gemacht. Abraham glaubte Gott, und das wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet (logizomai) .
  • Du meinst, du schaffst es auch, durch deine Taten vor Gott als gerecht dazustehen? Bitteschön, du kannst es probieren! Aber wenn du auf dieser Grundlage zu Gott kommst, wird er dir den “Lohn” gemäß deiner Verpflichtungen berechnen (logizomai), Wenn du dir nicht selbst was vormachst, weißt du, dass das nicht gut ausgehen kann.
  • Wenn dir aber klar ist, dass du eigentlich ein gottloser, verlorener Mensch bist und dein ganzes Vertrauen auf das setzt, was Jesus für dich getan hat, dann schreibt Gott dir aufgrund deines Glaubens Gerechtigkeit gut (logizomai).
  • Menschen, denen Gott ihre Sünde nicht zurechnet (logizomai), sind die glücklichsten überhaupt. Dem Nicht-Zurechnen der Sünde steht das Anrechnen (logizomai)  der Gerechtigkeit gegenüber. Nicht nur wird der Negativbetrag gelöscht, sondern da steht dann ein Positivbetrag! Wow!
  • Paulus beschäftigt sich dann mit der Frage, wann Abraham diese Glaubensgerechtigkeit angerechnet (logizomai) wurde. Tatsächlich geschah das, ehe er beschnitten wurde. Das gibt uns die Garantie, dass auch wir diese Gutschrift bekommen können, obwohl wir (die meisten von uns) keine Juden sind.
  • Deswegen rechnet (logizomai) Gott nicht alle  Israeliten, die biologisch von Abraham abstammen, als “Israel”, sondern, die, welche glauben, sind die Kinder der Verheißung.

Aber nun hat Gott so viel gerechnet – jetzt sollen wir auch noch ein bisschen rechnen. Mit den Tatsachen nämlich:

  • Weil wir mit Christus gestorben und auferstanden sind (was wir in der Taufe bezeugt haben, sollen wir auch davon ausgehen und damit rechnen (logizomai)* , dass wir für die Sünde tot sind und durch Jesus für Gott leben!
  • Und wenn wir dann leiden, sollen wir ein bisschen wiegen und rechnen. Paulus ist überzeugt (d.h. er hat aus dem Abwiegen die Schlussfolgerung berechnet (logizomai), dass die Leiden dieser Weltzeit nicht ins Gewicht fallen, wenn man sie mit der zukünftigen Herrlichkeit vergleicht.

*Hier habe ich die NeÜ verlinkt, weil sie logizomai, das an allen diesen Stellen steht, meiner Meinung nach am Sinnvollsten wiedergibt.

Notizen zu 1.Mose 4: Abels kurzes Leben

church-753812_1920Über die Geschichte von Kain und Abel, dem ersten Brudermord und den Gründen dafür, habe ich hier schon einmal nachgedacht: “Zwei Opfer und ein Mord”.

Heute morgen habe ich mich damit beschäftigt, wie es nach Abels Tod weiterging. Obwohl Kain von Gott mit Strafe belegt wurde, so gründete er doch eine Familie. Wir hören von einem Sohn, Enkeln, Urenkeln und weiteren Nachkommen. Die erste polygame Ehe wird da  erwähnt und die ersten Musiker und Schmiede. Kain hatte kein glückliches Leben, aber er hatte ein Leben, und es gab etwas zu berichten.

Von Abel hören wir nichts. Nach seinem Tod verläuft seine Spur im Sand. Keine Nachkommen, keine Errungenschaften, kein Fortschritt der Zivilisation im Guten oder im Schlechten. Ein Bruder wird geboren, den seine Mutter Set, Ersatz, nennt.

Irgendwie ist das krass. Kain hat es geschafft; er hat gründliche Arbeit geleistet; sein Bruder ist spurlos ausgelöscht. Man hört nichts mehr von ihm in der Geschichte der Menschheit. Doch, warte! Im Hebräerbrief wird er Tausende von Jahren später noch mal erwähnt:

Durch den Glauben brachte Abel Gott ein besseres Opfer dar als Kain. Gott nahm Abels Opfer an, um zu zeigen, dass er in seinen Augen gerecht gesprochen war. (11,4)

Es gibt über Abel diese eine Sache zu sagen: Er hatte das richtige Opfer. Er wusste, dass er ein Sünder war, der Vergebung durch ein Schlachtopfer brauchte, und Gott hat ihn gerecht gesprochen. Er hat eine Zukunft in der Ewigkeit Gottes, obwohl und weil er in diesem Leben nichts geleistet hat. Aber all die Errungenschaften Kains und seiner Nachkommen fallen unter das Urteil der Vergänglichkeit und des Todes.

Es kommt im Leben nur auf eines an. Du musst wissen, dass du Vergebung brauchst und dich auf das Opfer Jesu verlassen. Alles andere ist vergebliches Rennen und Laufen..

Beten lernen (3): Was gibt mir das Recht?

cmdr-shane-610506-unsplashVor Jahren hatte ich eine liebe Freundin, bei der wir uns unter der Woche zum Beten und Bibellesen getroffen haben. Sie war für mich der Inbegriff unkomplizierter Gastfreundschaft. Wenn sie mal in Urlaub war, gab sie einfach einem von uns den Schlüssel. Wir durften an ihre Schränke gehen und uns Tassen holen und was wir sonst so brauchten. Es passierte mir oft, wenn ich vor ihrer Tür stand, dass ich gedankenverloren meinen eigenen Hausschlüssel zückte, bis mir einfiel: Ach nein, das ist doch nicht deine Wohnung! Als ich ihr das mal erzählte lachte sie und meinte: Das ist ein gutes Zeichen; es heißt, dass du dich hier zu Hause fühlst.

Was ist der Schlüssel, dass ich mich bei Gott so zu Hause fühlen kann, dass ich da ganz unkompliziert ein und aus gehen kann?

Als Gott den Menschen geschaffen hat, hatte er im Garten Eden vertrauten Umgang mit ihm. Es war völlig klar, dass er der Schöpfer war und der Mensch das Geschöpf, aber da war keine Barriere zwischen ihnen. Die Gemeinschaft war ungetrübt und wunderschön.

Das änderte sich schlagartig, als der Mensch Gott das Vertrauen entzog und lieber dem Satan glaubte. In diesem Moment zogen Scham, Furcht, Schuldgefühle und Fremdheit in die Beziehung ein. Mensch und Gott konnten nicht mehr zusammen leben. Diese Beziehungsstörung hat sich “vererbt”. Zwischen Mensch und Gott ist sozusagen eine Mauer, und wir alle wurden hinter dieser Mauer im Land der zwar stolzen, aber im tiefsten furchtsamen und heimatlosen Rebellen geboren. Was uns übrigblieb, war bestenfalls eine Sehnsucht nach Sinn und selbstgebastelte Konzepte von Gott, aber wir kannten ihn nicht persönlich.

Gott wollte es nicht dabei bewenden lassen. Er hatte von Anfang an einen Rettungsplan, und den hat er ausgeführt, indem er uns durch seinen Sohn und sein Opfer am Kreuz eine Brücke zu sich zurück gebaut hat. Alle, die sich Jesus übergeben und diesen Vertrauensentzug zurücknehmen, die mit ihrem ganzen Sein sagen: Ich glaube dir, darum will ich auf dich hören!, die erhalten den Schlüssel zurück ins Paradies der Gemeinschaft mit Gott.

Darum sagt Jesus:

 Der Vater selbst hat euch lieb!

 Wenn ihr betet, sagt: Unser Vater! 

 Was ihr mich bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun.

Jesus gibt denen, die ihm vertrauen, die Zugangsberechtigung zu Gott als Vater (der, bei dem ich zu Hause bin). Deswegen sagt er, wir sollen in seinem Namen beten. Sein Name – das ist das ganze Gewicht seiner Person und seines Opfers. Er ist unser Schlüssel in die wiedergewonnene, liebevolle Gemeinschaft mit Gott. Er gibt uns durch sein Verdienst das unverdiente Recht, zu Gott zu kommen und alles, was uns bewegt, mit ihm zu teilen. Dann können wir beten.