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Morgenlied

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Ich halte mein Gesicht in deine Sonne.
Du füllst mich auf mit Liebe und mit Licht.
Den ganzen Müll werf ich in deine Tonne,
denn alles, was uns trennt, das will ich nicht.

Ich lass mich reinigen durch deine Gnade,
wo dein Licht dunkle Flecken offenbart.
Dein Blut macht alles Krumme wieder gerade.
Dann ist mein Himmel wieder aufgeklart.

Ich trinke tief von deinem Bach des Lebens,
der meine Blätter grün und fruchtbar macht.
Du Gott des überströmend reichen Gebens,
du hast mir Glück und Fülle zugedacht.

Herde Gottes

„ Erzähle mir, du, den meine Seele liebt, wo weidest du? Wo lässt du lagern am Mittag?“( Hohelied 1,7)

Geistesverwandt:
Nicht in intellektuellen Höhenflügen,
nicht Gemeinschaft gleicher Ideen,
kein Club, keine Clique, kein Verein –
sondern eingetaucht in einen Geist,
erfüllt von einem Bild,
vereint in atemloser
Anbetung vor dem Thron.

Blutsverwandt:
Nicht die Verbundenheit der Natur,
nicht Geschlüpftsein im gleichen Nest,
nicht identische Chromosomen und Kopfformen –
sondern getränkt aus einem Kelch,
erkauft mit einem Preis,
besprengt mit dem Blut
des einen Lammes.

Leiblich verwandt:
Nicht im Stolz auf Stammbaum und Herkunft,
nicht in Zusammengehörigkeit und Umzäunung
als Stamm, als Sippe, als Clan –
sondern genährt mit dem einen Brot,
gestellt unter ein Haupt,
hinwachsend miteinander
zum Körper des einen Christus.

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