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Predigt-Nachlese: Ein kurzer Dienst mit weitreichenden Folgen

Predigttext: Apostelgeschichte 6,1-15

In der Anfangszeit der Gemeinde stand Petrus klar im Vordergrund. Sein Dienst galt vor allem den Juden. Wie die Feinde selbst feststellen mussten, wurde ganz Jerusalem mit “dieser Lehre” durchdrungen. Viele bekehrten sich, und die junge Gemeinde war gekennzeichnet durch eine wunderbare Einheit und Liebe, durch einen übernatürlichen Mut ohne Rücksichtnahme auf eventuell erwachsende Nachteile und durch völlige Hingabe. Außer den Jüngern, die aus Jerusalem stammten, kamen auch griechisch-sprachige Juden und Proselyten zum Glauben, die sogenannten Hellenisten, die kulturell eher weniger traditionell waren. Die Menge der Jünger mag auf etwa 30000 angewachsen sein, und die ersten “Wachstumsschmerzen” stellten sich ein. Unter den Witwen, die die Gemeinde versorgte, wurde, warum auch immer, die griechische Minderheit benachteiligt, und das führte zu wachsender Unzufriedenheit. Da die Apostel ihren Dienst der Verkündigung und des Gebets nicht vernachlässigen durften, um sich organisatorischen Problemen zu widmen, empfahlen sie der Gemeinde, sich nach sieben geeigneten Männern unter sich umzusehen. Das sollten nicht etwa irgendwelche sein, die einfach nur organisatorisch begabt waren, sondern sie sollten eine Reputation haben als gottesfürchtig und weise und Geist-erfüllt. Unter den Ausgewählten, die alle griechische Namen trugen, stand Stephanus an erster Stelle.  Er wird beschrieben als ein Mann voller Glauben, voll mit Heiligem Geist, Gnade und Kraft. Er hatte sich mit Leib und Seele unter die Leitung Gottes begeben und vertraute ihm in jeder Lage. Die Gnade bewirkte in ihm Liebe und Geduld, so dass er selbst seinen Mördern Vergebung wünschte, gleichzeitig war er kühn und ohne Rücksicht auf sich selbst.

Sein Dienst war letztlich nur sehr kurz. Ob er jemand zu Christus geführt hat, wissen wir nicht. Aber dass er so früh gehen musste – und die Gemeinde empfand es als großen Verlust – war kein Versehen Gottes. Sein Märtyrertod war der Auftakt in eine neue Phase blutiger Verfolgung; bis dahin war außer Inhaftierung und Schlägen noch nicht viel passiert. Nun überbordete der Hass und verlangte Blutopfer, und einer der Hauptakteure war der spätere Apostel Paulus. Der Tod des Stephanus katapultierte den überwiegenden Teil der Jerusalemer Gemeinde in die Welt hinaus, wohin sie ohne Not nie gegangen wären, und mit diesen Jüngern und später auch vor allem durch Paulus bahnte sich das Evangelium den Weg “bis an die Enden der Erde”.

Im Dienst Gottes ist kein Leben vergeudet, wie kurz es auch sein mag, und auch, wenn sich der Sinn nicht auf den ersten Blick erschließt, wenn der “Erfolg” scheinbar ausgeblieben ist. Stephanus bildet die Brücke zwischen dem Dienst des Petrus für die Juden und dem des Paulus für die heidnischen Völker. Die Gemeinde Gottes erweist sich allen Einschüchterungs-Strategien des Satans zum Trotz als unzerstörbar – übrigens bis heute. In den letzten 100 Jahren sind weltweit mehr Christen um ihres Glaubens willen ums Leben gekommen als in all den Jahren davor, und immer noch ist das Blut der Märtyrer der Samen der Gemeinde Jesu.

Predigt-Nachlese: Wahrheit und Gnade

Predigttext: Apostelgeschichte 5,17-32

Am gesunden Zustand der ersten Gemeinde schieden sich die Geister. Durch ihre Predigt und auch an dem direkten Eingreifen Gottes im Fall von Ananias und Saphira wurde deutlich, dass man mit Gott nicht spielen kann. Und so fürchteten sich die einen, sich der Gemeinde anzuschließen, und die anderen glaubten von ganzem Herzen und machten eine totale Kehrtwende. Dazu zogen die Heilungswunder viele Menschen an, so dass eine gewaltige Jesus-Bewegung entstand.

Die Sadduzäer waren eine politisch einflussreiche religiöse Gruppierung, die mit Rom kooperierte, und zu der auch der Hohepriester gehörte. Ähnlich den modernen  liberalen Theologen hatten sie eine “entmystifizierte” Sicht vom Glauben, in der weder für die Auferstehung aus den Toten noch für solche Phänomene wie Engel Platz war. Sie sahen diese wachsende Jesus-Bewegung mit großer Sorge um ihre eigene Position. Sie hatten den Aposteln schon einmal das Wort verboten, aber die scherten sich nicht darum und beriefen sich auf höheren Befehl. Und so kam es zur Eskalation: Sie ließen sie verhaften und nahmen sie in öffentlichen Gewahrsam.

Nun könnte man sagen: Gott hat Humor! Sie leugnen die Engel? Dann schickt er einen, der die Apostel auf übernatürliche Weise an den Wächtern vorbei aus dem Gefängnis schafft, alles fein säuberlich wieder verschließt, und sie damit zu den Narren hält, die sie nun einmal waren. Als sie die Apostel vorführen lassen wollten, standen die schon längst wieder im Tempel und predigten, wie der Engel ihnen befohlen hatte.

Ruhig und ohne großes Aufsehen kommen die Apostel mit, als man sie dort wegholt. Sie haben die Erfahrung gemacht, dass Gott alles in der Hand hat, und nun hat Er ihnen wohl einen Termin zum Zeugnis vor diesen Leuten arrangiert! Und das werden sie auch tun!

Man kann sich nun seine Gedanken darüber machen, warum die Sadduzäer nicht fragen, wie sie aus dem Gefängnis herausgekommen sind. Sie ahnen wohl, dass ihnen die Antwort nicht gefallen würde! Statt dessen werfen sie ihnen Aufmüpfigkeit gegen ihre Befehle vor. Und ihr wollt uns als Mörder dieses Menschen darstellen! Aber genau hier weicht Petrus keinen Schritt zurück. Erfüllt mit dem Heiligen Geist bekräftigt er die Anklage: Ja, ihr habt ihn ermordet und ans Holz gehängt! Mit dieser Aussage nimmt er Bezug auf eine Bibelstelle im 5. Mose (übrigens waren die 5 Bücher Mose das einzige, was die Sadduzäer vom AT anerkannten). Aber er hält ihnen den Spiegel der Wahrheit vor, um ihnen die Gnade Gottes anzubieten. Gott will ihnen vergeben, wenn sie sich vor diesem Jesus beugen und ihn als Retter annehmen wollen. Gott ist bereit, jede Schuld zu bedecken.

Die Kraft der frühen Gemeinde war, dass sie aus dem Segen der Vergebung lebte. Der befeuerte ihre Liebe zueinander, ihr brennendes Herz, ihren Dienst. Buße und Vergebung waren immer im Zentrum ihrer Verkündigung. Die Sadduzäer wollten Gottes Gnade nicht. Sie wurden nur wütend. Wie ist das bei uns?

Predigt-Nachlese: Verfolgung – eine gute Sache?

Predigttext: Apostelgeschichte 4

An Jesus scheiden sich die Menschen. Die einen lassen sein Licht in ihr Leben und kehren um. Die anderen, die das nicht wollen, hassen ihn. Niemand kann auf Dauer wirklich neutral bleiben. Und wer ihn hasst, wird auch die hassen, die ihm nachfolgen – das ist ganz natürlich.

Durch die Predigten des Petrus haben sich Tausende bekehrt. Das jüdische Establishment empfand das als Bedrohung seiner Position. Petrus und Johannes waren die ersten, die sie verhafteten und die damit den vorgezeichneten Weg der christlichen Gemeinde aller Zeiten gingen.

Alle, die gottesfürchtig leben wollen in Christus Jesus, werden Verfolgung erleiden, schreibt Paulus an Timotheus. Punkt. Keine Ausnahme. Nicht immer ist die Verfolgung physisch, manchmal äußert sie sich nur in Belächeltwerden, in Ablehnung, in Ausgrenzung. Das langt manchmal schon, um uns einzuschüchtern, so dass wir unsern Mund nicht mehr aufmachen, wenn die Menschenfurcht stärker wird als die Gottesfurcht. Dabei ist es ein Privileg, für Jesus zu leiden: Denn euch wurde, was Christus betrifft, die Gnade verliehen, nicht nur an ihn zu glauben, sondern auch um seinetwillen zu leiden, heißt es im Philipperbrief. Ein Privileg, wenn man angegriffen, abgelehnt, verlassen wird, vielleicht in der eigenen Familie? Ja, denn dadurch reifen wir im Glauben. Paulus, der wie kaum ein anderer Erfahrung im Leiden für das Evangelium hatte, sagt dazu: Wir rühmen uns auch in den Bedrängnissen, weil wir wissen, dass die Bedrängnis standhaftes Ausharren bewirkt, das standhafte Ausharren aber Bewährung, die Bewährung aber Hoffnung; die Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist. Der griechische Ausdruck für Bedrängnis  umfasst ein weites Spektrum von Druck, Verfolgung, Problemen und Schwierigkeiten aller Art. Die richtige Reaktion darauf bringt gute Ergebnisse hervor, formt den Charakter nach den Gedanken Gottes und macht unsere Hoffnung umso stärker. Wir sollten in solchen Situationen  nicht gleich Richtung Notausgang stürzen, sondern auf Gott warten. Was wäre geschehen, hätten Paulus und Silas bei dem Erdbeben im Gefängnis von Philippi nur schnellstmöglich die Flucht ergriffen? Der Gefängniswärter hätte  die gute Botschaft nicht erfahren! Sie hatten nie die Motivation, sich selbst vor Schwierigkeiten zu schützen, sondern ihr Ziel war, Rettung weiterzugeben und die Gemeinde Gottes zu sammeln. Das war ihnen jedes Problem wert und dafür waren sie bereit, ihr Leben zu geben.

So merkwürdig es klingt: Wir sind mitten in unseren Schwierigkeiten gesegnete Menschen, weil Gott an uns arbeitet und uns die Krone des Lebens verspricht, wenn wir durchhalten. Das Leiden ist kurz, und der Lohn ist ewig! Zudem ist es hier schon eine Art der Gemeinschaft mit Christus und erfüllt unser Leben mit der Herrlichkeit Gottes.

Als Petrus und Johannes sich vor dem Hohen Rat zu Jesus bekennen, heißt es: ”Sie erkannten, dass sie mit Jesus gewesen waren.” Kann man das auch bei uns feststellen? Wissen das die Menschen in unserer Umgebung? Bieten wir jedem die Gnade und Wahrheit Jesu an?

Ich kann das von mir leider nicht so sagen; ich bin da doch oft sehr selektiv und achte darauf, wie ich “lande”. Aber ich wünsche mir den Freimut eines Petrus, weil der, der für uns gestorben ist, es wert ist, dass wir uns um seinetwillen Schwierigkeiten einhandeln!

Querbeet am 11.8.12

Haben Behinderungen irgendeinen Sinn? Dazu fand ich in diesem Artikel sehr gute Gedanken. Leider lässt das Deutsch der Übersetzung zu wünschen übrig, aber man kann trotzdem gut verstehen, um was es geht. (Ist inzwischen nachgebessert.)

Young Restless Evangelical  hat einige gute Gedanken zum Thema Lobpreis – alles prüft und das Gute behaltet! Tanzen bei der Anbetung mag ich persönlich zwar nicht, aber da fehlt mir noch eine durchschlagende Begründung (vielleicht hat jemand eine für mich?). Nicht vom Blogdesign abschrecken lassen: Die zwei Männer auf dem Foto sind offensichtlich schon dem Herrn entgegengerückt in den WolkenZwinkerndes Smiley……

Mit einem weitverbreiteten Fehlverständnis des Begriffs “sein Kreuz tragen” wird hier aufgeräumt.  Das Kreuz ist kein Schicksalsschlag, der uns widerfährt, sondern wir nehmen es durch die Nachfolge Jesu bewusst auf uns. Mit einem verwandten Thema beschäftigt sich der Blog vom Bibelkreis München.”Für diesen Namen geschmäht zu werden, ist für alle, die ihn lieben, keine Schande, sondern eine Ehre. Alles, was wir um Christi willen zu erdulden haben, ist als Vorteil und nicht als Strafe zu erachten.” Es ist gut, wenn wir uns mit diesen Fragen beschäftigen, damit wir uns nicht wundern, wenn kommt, was kommen muss: “Übrigens werden alle, die zu Jesus Christus gehören und so leben wollen, wie es Gott gefällt, mit Verfolgung rechnen müssen.  Böse und betrügerische Menschen dagegen werden es immer schlimmer treiben, andere in die Irre führen und selbst irregeführt werden.”( 2Timotheus 3:12,13)

Und hier noch was Interessantes zum Anschauen: