Predigttext: Apostelgeschichte 4
An Jesus scheiden sich die Menschen. Die einen lassen sein Licht in ihr Leben und kehren um. Die anderen, die das nicht wollen, hassen ihn. Niemand kann auf Dauer wirklich neutral bleiben. Und wer ihn hasst, wird auch die hassen, die ihm nachfolgen – das ist ganz natürlich.
Durch die Predigten des Petrus haben sich Tausende bekehrt. Das jüdische Establishment empfand das als Bedrohung seiner Position. Petrus und Johannes waren die ersten, die sie verhafteten und die damit den vorgezeichneten Weg der christlichen Gemeinde aller Zeiten gingen.
Alle, die gottesfürchtig leben wollen in Christus Jesus, werden Verfolgung erleiden, schreibt Paulus an Timotheus. Punkt. Keine Ausnahme. Nicht immer ist die Verfolgung physisch, manchmal äußert sie sich nur in Belächeltwerden, in Ablehnung, in Ausgrenzung. Das langt manchmal schon, um uns einzuschüchtern, so dass wir unsern Mund nicht mehr aufmachen, wenn die Menschenfurcht stärker wird als die Gottesfurcht. Dabei ist es ein Privileg, für Jesus zu leiden: Denn euch wurde, was Christus betrifft, die Gnade verliehen, nicht nur an ihn zu glauben, sondern auch um seinetwillen zu leiden, heißt es im Philipperbrief. Ein Privileg, wenn man angegriffen, abgelehnt, verlassen wird, vielleicht in der eigenen Familie? Ja, denn dadurch reifen wir im Glauben. Paulus, der wie kaum ein anderer Erfahrung im Leiden für das Evangelium hatte, sagt dazu: Wir rühmen uns auch in den Bedrängnissen, weil wir wissen, dass die Bedrängnis standhaftes Ausharren bewirkt, das standhafte Ausharren aber Bewährung, die Bewährung aber Hoffnung; die Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist. Der griechische Ausdruck für Bedrängnis umfasst ein weites Spektrum von Druck, Verfolgung, Problemen und Schwierigkeiten aller Art. Die richtige Reaktion darauf bringt gute Ergebnisse hervor, formt den Charakter nach den Gedanken Gottes und macht unsere Hoffnung umso stärker. Wir sollten in solchen Situationen nicht gleich Richtung Notausgang stürzen, sondern auf Gott warten. Was wäre geschehen, hätten Paulus und Silas bei dem Erdbeben im Gefängnis von Philippi nur schnellstmöglich die Flucht ergriffen? Der Gefängniswärter hätte die gute Botschaft nicht erfahren! Sie hatten nie die Motivation, sich selbst vor Schwierigkeiten zu schützen, sondern ihr Ziel war, Rettung weiterzugeben und die Gemeinde Gottes zu sammeln. Das war ihnen jedes Problem wert und dafür waren sie bereit, ihr Leben zu geben.
So merkwürdig es klingt: Wir sind mitten in unseren Schwierigkeiten gesegnete Menschen, weil Gott an uns arbeitet und uns die Krone des Lebens verspricht, wenn wir durchhalten. Das Leiden ist kurz, und der Lohn ist ewig! Zudem ist es hier schon eine Art der Gemeinschaft mit Christus und erfüllt unser Leben mit der Herrlichkeit Gottes.
Als Petrus und Johannes sich vor dem Hohen Rat zu Jesus bekennen, heißt es: ”Sie erkannten, dass sie mit Jesus gewesen waren.” Kann man das auch bei uns feststellen? Wissen das die Menschen in unserer Umgebung? Bieten wir jedem die Gnade und Wahrheit Jesu an?
Ich kann das von mir leider nicht so sagen; ich bin da doch oft sehr selektiv und achte darauf, wie ich “lande”. Aber ich wünsche mir den Freimut eines Petrus, weil der, der für uns gestorben ist, es wert ist, dass wir uns um seinetwillen Schwierigkeiten einhandeln!
