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Wie Paulus Jünger pflegt und erzieht: Mütterlich-väterlich

Ich lese zur Zeit durch den 1. Thessalonicherbrief und bin fasziniert von den Einblicken, die Paulus uns in die Art gibt, wie er dient. Jeder, der anderen Menschen helfen will, in Christus zu wachsen, kann so viel von ihm lernen.

newborn-457233_1920Er beschreibt es in Bildern: Er war unter ihnen (der jungen Gemeinde in Thessalonich)  wie eine stillende Mutter gewesen. Was erwartet man schon von einem Baby, außer, dass es schreit, wenn es Hunger hat, und dass es trinkt. Es macht Arbeit – und das ist gut so! Das Kind kann der Mutter nichts geben; sie gibt ihm alles – aber sie wüsste nicht, was sie lieber täte. Paulus ging es mit diesen geistlichen Babys genauso:

So, in Liebe zu euch hingezogen, waren wir willig, euch nicht allein am Evangelium Gottes, sondern auch an unserem eigenen Leben Anteil zu geben, weil ihr uns lieb geworden wart. 1.Thessalonicher 2,9

Nicht, dass es nicht anstrengend und echte Mühe gewesen wäre, aber es war gleichzeitig eine ganz große Freude, ihnen das Evangelium Gottes zu predigen und  die unverfälschte Milch des Wortes zu füttern, damit sie wachsen konnten! Wie hat ihr Hunger ihn begeistert! Dabei ist er vorsichtig gewesen mit diesen geistlichen Neugeborenen; er hat keinen Druck ausgeübt, nichts gefordert und sie auch finanziell nicht belastet. Es bestand kein Zweifel, wer hier der Gebende und Opfernde war.

Aber er gebraucht auch noch ein anderes Bild.foot-race-776446_1920

Ihr seid Zeugen und Gott, wie heilig und gerecht und untadelig wir gegen euch, die Glaubenden, waren; wie ihr ja wisst, dass wir euch, und zwar jeden Einzelnen von euch, wie ein Vater seine Kinder ermahnt und getröstet und beschworen haben, des Gottes würdig zu wandeln, der euch zu seinem Reich und seiner Herrlichkeit beruft. (2,10-12)

Er sieht sich hier als Vorbild und Trainer. Er hat ein Ziel, zu dem er sie hinbringen will, und dafür will er sie ausrüsten. “Kommt, orientiert euch an mir!”, und dann kriegen sie Korrektur und Ermutigung und Ansporn, damit was aus ihnen wird.

Beides gehört zusammen. Paulus hat sich das bei Jesus abgesehen. Er hat auch den Jüngern die Füße gewaschen, sie ermahnt und zurechtgewiesen ohne falsche Sentimentalität, sie zu seinen Diensten mitgenommen, sie beten gelehrt, sie an die Arbeit gestellt – und sich für sie geopfert bis zum Tod.

Umziehen, bitte! (Predigt-Nachlese)

Predigttext: Epheser4,20–5,5

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Unser Leben, bevor wir zu Christus kamen, war schmutzig, finster, abgestumpft und von Selbstsucht und Gleichgültigkeit gegenüber Gott geprägt. So wird der Zustand von Heiden in Epheser 4,17-19 beschrieben, und so waren wir! Aber nun haben wir eine neue Identität bekommen: in Christus. Und das bedeutet,

wer mit Christus lebt, wird ein neuer Mensch. Er ist nicht mehr derselbe, denn sein altes Leben ist vorbei. Ein neues Leben hat begonnen! 2. Korinther 5,17

Wie ist das möglich? Dadurch, dass Jesus nicht nur gestorben, sondern auch auferstanden ist. Er nimmt uns in beides mit hinein. Wir sind mit ihm gekreuzigt. Sünde und das Wesen der Welt (sowohl das ganz offensichtlich Böse als auch die fromm bemäntelte Selbstgerechtigkeit) wurden an diesem Kreuz gerichtet und erledigt! Deswegen können wir unmöglich weiter leben wie zuvor. Aber damit es anders werden kann mit uns, müssen wir in die Auferstehungskraft Jesu vertrauen. Das muss sich ganz praktisch auswirken in unserem alltäglichen Leben und Umgang mit anderen.

Paulus sagt es so:

Ihr habt von ihm gehört und auch verstanden, was in Jesus Wirklichkeit ist; dass ihr in Hinsicht auf euer früheres Leben den alten Menschen abgelegt habt. Denn der richtet sich in Verblendung und Begierden zugrunde. Ihr dagegen werdet in Geist und Sinn erneuert, da ihr ja den neuen Menschen angezogen habt, den Gott nach seinem Bild erschuf und der von wirklicher Gerechtigkeit und Heiligkeit bestimmt ist.

Und dann macht er es ganz konkret:

Lüge ausziehen – Wahrhaftigkeit anziehen! Wir sollen uns nichts vormachen, auch nicht so tun, als hätten wir alles im Griff und würden nicht mehr sündigen. Als Glieder des Leibes Christi sollen wir zueinander aufrichtig und ehrlich sein.

Zorn ausziehen – Selbstkontrolle anziehen! Zorn lässt sich manchmal nicht vermeiden, aber wir sollen uns damit nicht zu sündigen Ausbrüchen reizen lassen. Und schon gar nicht soll der Zorn sich zu einem längerfristigen Groll  auswachsen, sonst nehmen wir dem Teufel die Arbeit ab. Der hat seine reine Freude daran, wenn wir in unseren Herzen auf Anklagen gegen unsere Geschwister herumreiten. Das ist normalerweise sein Job, der Verkläger der Brüder zu sein.

Stehlen ausziehen – harte Arbeit und Gebefreudigkeit anziehen! Statt uns unrechtmäßig zu bereichern, sollen wir arbeiten (wörtlich: schuften!), damit wir uns ernähren und anderen etwas abgeben können. Paulus hat das übrigens auch selbst vorgelebt. Er hat sich von seiner Hände Arbeit ernährt, andere mit unterhalten und nebenher bei jeder sich bietenden Gelegenheit das Wort Gottes verkündigt. Das neue Leben ist großzügig und lässt es sich etwas kosten.

Böse Worte ausziehen – freundliches, ermutigendes Reden anziehen! Wir sollen andere nicht runtermachen, nicht hinter ihrem Rücken über sie lästern, nicht hart und lieblos reden, sondern Worte einsetzen, die aufbauen und Mut machen, die gütig und von Gnade geprägt sind. Wir sollen nicht die Fehler und Schwächen der anderen breittreten, sondern vergeben – denn wir sind selbst Menschen, denen vergeben wurde und die ständig Vergebung brauchen! Wir sollen in all unserem Verhalten Nachahmer Gottes sein. Als geliebte Kinder sollen wir lieben!

Unreinheit und Gier ausziehen – Dank und Hingabe an Gott anziehen! Habgier und sexuelle Sünden sind eine Art von Götzendienst, die im Reich Gottes keinen Platz haben. Statt dessen sollen wir Gott als dem rechtmäßigen Empfänger unserer Anbetung unseren Dank in der Hingabe unseres Lebens darbringen.

Weil Gott uns solches Erbarmen geschenkt hat, liebe Geschwister, ermahne ich euch nun auch, dass ihr euch mit Leib und Leben Gott als lebendiges und heiliges Opfer zur Verfügung stellt. An solchen Opfern hat er Freude, und das ist der wahre Gottesdienst.Und richtet euch nicht nach den Maßstäben dieser Welt, sondern lasst die Art und Weise, wie ihr denkt, von Gott erneuern und euch dadurch umgestalten, sodass ihr prüfen könnt, ob etwas Gottes Wille ist – ob es gut ist, ob es Gott gefallen würde und ob es zum Ziel führt. (Römer 12, 1.2)

Wenn wir dieses neue Leben ausleben, werden wir als Gemeinde in Einheit und Liebe das Wesen Jesu Christi widerspiegeln und Leuchtkraft haben in der Welt,

So viel zu danken!

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Am Samstag hatte ich einen wunderbaren Tag. Ich hatte mal keinen Termin und keine Verpflichtung außer ein paar Kleinigkeiten, die ich von zu Hause erledigen konnte. Das hieß: Zeit, mit dem Herrn zu reden, über das was mich so umtreibt.

Ich wollte außerdem einen Teil meiner Gebetsliste neu aufsetzen, weil vieles nicht mehr aktuell war. Diese Liste hat ein bisschen Ähnlichkeit mit einem Fotoalbum – mir hilft das manchmal, wenn ich ein Bild vor Augen habe. Daneben stehen dann die Punkte, für die ich beten will.

Ich liebe meine Gemeinde, und deswegen nimmt sie einen großen Teil davon ein. Normalerweise beschäftigen sich meine Gebetsanliegen eher mit den Defiziten. Gib doch XY, was fehlt, sei es Erkenntnis, Eifer, Weisheit für Entscheidungen, Gesundheit, ein Haus, eine Tagesmutter (nur so zum Beispiel).

Ich bin also an dieser Gebetsliste, und auf einmal kommt mir eine Idee. Ich klebe neben jedes Bild einen Smilie (ich weiß, ich bin ein Spielkind) und schreibe dazu, für was ich Gott im Leben dieses Menschen dankbar bin. Das war ein gesegnetes Nachdenken! Bei manchen hab ich eine ganze Liste zum Danken gefunden, bei anderen ist es weniger, aber bei jedem, auch bei den “Kummerkindern”, konnte ich was hinschreiben! Und ich habe einen ganz neuen Blick bekommen auf Gottes Handeln für und in meinen Glaubensgeschwistern, einen Blick weg von den Defiziten hin zu den Ressourcen seiner Gnade. Die Bitten werden dann mit einer ganz neuen Hoffnung gefüllt. Probier´s auch mal aus!

Bild:Blumen Vektor durch Freepik entwickelt

Was Gott schon immer vorhatte (Predigt-Nachlese)

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Denn das Volk, das in der Dunkelheit lebt, sieht ein helles Licht. Und über den Menschen in einem vom Tode überschatteten Land strahlt ein heller Schein. Jesaja 9,1

Predigttext: Epheser 3

Die Epheser, an die Paulus seinen Brief schrieb, waren keine Juden. Sie gehörten nicht zu dem Volk, das Gott sich im Alten Testament aus allen Völkern ausgewählt hatte, um ihm sein Gesetz und seine Verheißungen zu geben. Doch nun war Jesus gestorben und auferstanden, und nichtjüdische Menschen hatten die Botschaft von der Versöhnung mit Gott gehört und angenommen. Der Zaun, der feindselig zwischen  Juden und Heiden gestanden hatte, war niedergerissen. Die Heiden, die immer draußen gestanden hatten, waren plötzlich drin.

Vielen Juden gefiel das nicht. Sie konnten sich nicht vorstellen, wie Menschen zu Gottes Volk gehören konnten, ohne sich erst zum Judentum zu bekehren, ohne sich beschneiden zu lassen und die Last des Gesetzes auf sich zu nehmen. Das bedrohte ihre einzigartige Stellung, die sie bei Gott zu haben meinten. Das bedrohte auch ihre Vorstellung davon, dass man bei Gott nur dann akzeptiert  würde, wenn man sich bemühte, das Gesetz zu halten.Deswegen entwickelten sie diese extreme Feindseligkeit gegen Paulus. Deswegen saß er jetzt im Gefängnis.

Von dort schreibt er den Ephesern. Ich bin, sagt er, eigentlich der Gefangene Christi für euch. Lasst euch dadurch nicht entmutigen und anfechten! ich halte es für ein Vorrecht!

Es ist mir ein ungeheures Privileg, dass Gott mir, dem Allergeringsten unter den Heiligen, diese Sache offenbart hat. Es war ein Geheimnis, aber jetzt hat Gott gezeigt, was schon immer in seinem Herzen war: Er wollte die gläubigen Juden und die gläubigen Heiden zusammenfassen. Die Nichtjuden dürfen Miterben und Teilhaber an den Verheißungen sein. Er macht aus beiden einen Leib, seine Gemeinde. Das Mittel zu dieser Einheit ist das Evangelium, das allen Menschen, egal wer sie sind und von wo sie kommen, die Gnade Gottes anbietet, wenn sie zu Gott umkehren.

Wie diese Gnade ein Herz verändert, hat Paulus an sich erfahren. Früher hatte er die Christen und die Heiden gehasst. Jetzt steht er mit ihnen auf dem selben Boden als begnadigter Sünder und liebt sie so sehr, dass er gerne um ihretwillen im Gefängnis ist! Auch wenn seine Sehnsucht lebenslang dahin ging, dass sein eigenes Volk seinen Messias erkennen würde, so wusste er sich doch ganz besonders beauftragt, die Heiden in Gottes Reich zu führen. Er war mit Freuden ihr Diener. Er leidet für sie, und er betet für sie.

Er betet, wie er betet, weil er Gott kennengelernt hat: Seinen Charakter, sein Herz, seine Treue, seine Pläne. Sein Wunsch ist, dass Christus durch den Glauben in ihren Herzen wohnt, dass sie in seiner Liebe wurzeln und unerschütterlich fest stehen, dass sie ihn immer besser kennenlernen. Am Ende seiner Bitten kann er nur in Lobpreis ausbrechen. Welch ein Gott! Er gibt uns mehr, als wir brauchen, als wir bitten und uns vorstellen können! Eine gute Weise auch für uns, unsere Gebete abzuschließen:

Ihm gehört alle Ehre in der Gemeinde und durch Christus Jesus für alle Zeit und Ewigkeit! Amen.

Dickköpfen kann geholfen werden!

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Ich vermute, als der Brief von Paulus an die Philipper vorgelesen wurde, schossen zwei Frauen plötzlich aufrecht in die Höhe, und zwar in den zwei entgegengesetzten Ecken des Raumes! Sie hatten ihre Namen gehört!

Ich ermahne Evodia, und ich ermahne Syntyche, einmütig zu sein im Herrn. Ja, ich bitte auch dich, treuer Gefährte, nimm dich ihrer an! Sie haben mit mir für das Evangelium gekämpft, zusammen mit Klemens und meinen anderen Mitarbeitern. Ihre Namen stehen im Buch des Lebens. (Philipper 4,2.3 EÜ)

Man muss sich das mal vorstellen! Öffentlich! Manchmal müssen die Probleme auf den Tisch, und Paulus war da nie zimperlich. Wahrscheinlich wussten es sowieso schon alle, dass die zwei Zoff hatten. Paulus will sie auch nicht demütigen, er spricht im Gegenteil im gleichen Atemzug seine tiefste Wertschätzung aus. Diese Frauen sind nicht irgendwer. Sie lieben Jesus. Sie sind treue und bewährte Mitarbeiterinnen. Sie sind ganz ohne Zweifel Gottes geliebte Kinder, und das alles macht es wichtig, sich mit ihrem Streit zu befassen. Denn wer mitarbeitet, hat Einfluss auf andere. Wer für das Evangelium kämpft, zeigt durch sein Leben, was das Evangelium ist. Wer zu Gottes Familie gehört, wirft durch sein Verhalten ein gutes oder schlechtes Licht auf den Vater.

Nun stell ich mir so vor, ich wäre eine der beiden. Das ist ja eine tolle Ermahnung: Seid einmütig! Ja, das wäre ich ja gerne, Dieser Zwist macht mir auch keinen Spaß! Seit Wochen kann ich nachts nicht schlafen! Aber wenn ich recht habe, kann ich doch nicht einfach meine Meinung wechseln! Es gibt doch noch so was wie richtig und falsch! Ich nehme nicht an, dass die beiden Schwestern einfach nur zickig waren, und es um persönliche Befindlichkeit ging. Diese Sorte Frauen waren sie nicht. Sie sahen etwas vollkommen verschieden, und das war nicht überein zu bringen. Paulus wusste übrigens, wie das ist. Er und Barnabas hatten auch mal einen fürchterlichen Streit gehabt wegen eines Mitarbeiters. Der hatte sich nicht bewährt, und Paulus wollte ihn nicht mehr mitnehmen. Barnabas mit seinem weichen Herzen hatte in seinen Augen einfach keine Prinzipien! Im Werk Gottes kann nicht jeder ohne Charakter einfach mitmachen! Das ging so weit, dass sie sich trennten. Später musste Paulus allerdings seine Meinung über diesen Mitarbeiter revidieren und lud ihn wieder in sein Team ein.

Ja, was macht man, wenn man Dinge einfach verschieden sieht? Die gute Botschaft ist: Hilfe ist möglich! Bei einer Meinungsverschiedenheit muss man nicht gleich die Flinte ins Korn werfen und getrennte Wege gehen! Und wenn man selbst vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sieht, braucht man Hilfe von außen – durch jemand, der in den Konflikt nicht verwickelt ist (und sich auch nicht verwickeln lässt), der alle beide lieb und Mut hat, die Wurzeln der Probleme aufzudecken und anzugehen. Kein Job für Feiglinge und Besserwisser und auch nicht für Diplomaten, die nur Waffenstillstand wollen, sondern für Beter, die wissen, dass diese Aufgabe sie völlig überfordert, aber dass Gott kann!

Vielleicht lässt sich, wenn man miteinander das Wort Gottes studiert, eine echte Lösung finden. Vielleicht kann auch jemand helfen zu erkennen, dass man einen anderen Standpunkt einfach mal stehen lassen und es in Gottes Hände geben kann, damit Er – falls es wirklich wichtig ist – es dem Bruder/ der Schwester (oder mir!!) zu Seiner Zeit klar macht. Vor allem braucht man Hilfe für den richtigen Blick auf den “Kontrahenten”, um den anderen immer noch als wertvollen Mitarbeiter und Gottes Kind zu sehen und zu lieben. Die Einheit ist in Jesus. Man braucht unter Umständen Beistand, um sein Herz zu erforschen und seine eigentlichen Motive zu sehen: Warum will ich das unbedingt durchdrücken? Bin ich vielleicht doch einfach streitsüchtig? Kann es sein, dass ich aus einer Mücke einen Elefanten mache? Geht es hier um mich oder um Gott? (Da kann man sich gewaltig was einreden und sich über sich selbst täuschen!) Kann ich mich auch mal unterordnen? Hab ich Geduld? Höre ich dem anderen richtig zu? Hab ich mich genug bemüht, die Dinge aus seiner Perspektive zu betrachten? Bedenke ich seine Einwände, oder fege ich sie einfach vom Tisch? Wie hoch schätze ich die Einheit der Gemeinde, dass ich ihr unseren Streit nicht antun will, der sie vielleicht zerreißen kann? Oder genieße ich am Ende heimlich den Gedanken, dass Leute sich auf meine Seite schlagen könnten?

Ich habe leider viel Streit in Gemeinden gesehen, seit ich mit Jesus auf dem Weg bin, sogar eine Gemeinde, die sich “totgespalten” hat, und zwar nicht wegen Irrlehre – das wäre ja ein guter Grund –, sondern wegen Rechthaberei in Nebendingen. Man kann sich wegen so vielem gegenseitig zerfleischen: Musikstil, Kindererziehung, Gemeindestruktur, Kleiderordnung, Geld, Diensten … Zurück bleiben  gebrochene Herzen bei denen, die mit dem eigentlichen Streit gar nichts zu tun hatten. Schwache bleiben ganz auf der Strecke. Gottes Name und der Ruf der Gemeinde wird beschmutzt. Ist es das wert? Wer möchte ernsthaft für so etwas verantwortlich sein? Dann doch lieber einmal öffentlich rotwerden, Hilfe annehmen – und die Einheit in Jesus neu umfassen!