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Wie finde ich meine Gabe und Gottes Plan für mein Leben?

question-556104_1280Das ist sind Fragen, die immer wieder auftauchen: Wie finde ich denn nun heraus, was meine Gabe ist? Was ist Gottes Plan für mein Leben? Was ist meine Funktion? Sollte ich einen “Gabentest” machen? Brauch ich vielleicht einen geistlichen Karriere-Coach? Diese Fragen sind berechtigt, aber sie haben oft einen kleinen Schönheitsfehler: Der Akzent liegt auf “ich” und “mein”.

Gestern und heute habe ich 1.Korinther 13 studiert, das berühmte Kapitel über die Liebe. Man kann es sicher ganz allgemein anwenden, aber es steht hier in einem ganz besonderen Zusammenhang: Es geht davor und dahinter um geistliche Gaben und den Aufbau der Gemeinde.  Das 14. Kapitel fährt nämlich fort: Strebt nach der Liebe! Bemüht euch um die Gaben des Geistes, am meisten aber um die Gabe der prophetischen Rede!

Der Weg zu den Gaben führt über die Liebe. Liebe die Gemeinde! Studiere die Bibel, um herauszufinden, was Gottes Pläne mit seiner Gemeinde sind! Was wird dafür gebraucht? Paulus führt z.B. auf: Erbauung, Ermahnung und Trost. Gottes Plan für dein Leben ist, dass du daran mitarbeitest – geduldig, selbstlos, leidensbereit, immer bemüht, auch den Schwächsten mitzunehmen, mit einer Passion für die Wahrheit und gegen das Böse und Verkehrte.

Wenn wir wirklich eine leidenschaftliche Liebe zur Gemeinde haben, merken wir ganz schnell, dass wir da mit unseren natürlichen Mitteln nichts bewirken können. Alles, was wir zum Aufbau der Gemeinde brauchen, kann nur von Gott kommen. Das treibt uns vor ihm auf die Knie: Rüste uns aus! Gib uns Evangelisten, Hirten, Lehrer, Leiter, Verwalter, Diener im Hintergrund, Seelsorger, Leute mit einem Auge für geistliche und praktische Bedürfnisse usw. usw. Dann kommt es uns nicht mehr darauf an, wer von uns nun welche “wichtigere” Gabe bekommt – die Liebe neidet nicht und bläht sich nicht auf. Aber wir verweigern uns natürlich auch nicht, sondern stellen uns zur Verfügung. Wir lassen das “Schwert des Geistes”, das Wort Gottes, in uns herumschneiden und unsere Motive prüfen. Geht es mir um mich? Will ich wirklich dienen? Muss das einer sehen außer IHM?

Wir wachsen über dieses Prüfen der Motive nie hinaus. Ich weiß von mir selbst, wie Selbstgefälligkeit und die Suche nach Beifall von Menschen, Lieblosigkeit und Selbstgerechtigkeit wie so kleine Essigfliegen immer um die “Frucht” kreisen und sie mit ihren Bakterien zu beimpfen versuchen. Dann funktioniert alles nur noch äußerlich, und Gaben und Dienst werden faulig. Selbstlose Liebe ist der Anfang, der Motor und das, was übrig bleibt. Selbstlose Liebe klebt an keinem Stuhl und an keiner Gabe und kann sich auf wechselnde Bedürfnisse und Gegebenheiten einstellen. Gottes Plan für mein Leben heißt also: Lieben –  mit ihm und durch ihn und um seinetwillen.

Geistesgaben? Ja, bitte!

Im Moment läuft ja das Netz heiß über die Frage, ob bestimmte Geistesgaben nun aufgehört haben oder nicht. Es ist nicht so, dass ich keine Meinung dazu habe oder die Auseinandersetzung überflüssig finde, aber ich möchte mal von meiner “alltagstheologischen” Seite an die Sache rangehen.Denn eigentlich ist die Frage nach den Geistesgaben sehr einfach und wahrscheinlich in 99% der Fälle extrem unspektakulär.

Die Gemeinde Gottes braucht die Gaben des Heiligen Geistes, damit sie funktionieren und wachsen kann, und wir sind dazu aufgerufen, danach zu streben und darum zu bitten und sie zu praktizieren. Am Anfang steht also der Bedarf. Gott kennt ihn schon, aber wie immer will und erlaubt er unsere Beteiligung.

Wenn unser Herz dafür brennt, dass Gott durch die Gemeinde geehrt wird, dann werden wir dafür beten. Und dann gibt Gott uns Augen dafür, wo noch etwas fehlt. Vielleicht sehen wir, dass Leute geistlich zurück bleiben, weil sie nicht im Wort Gottes befestigt werden, und wir sehen niemand, der das tun könnte. Dann werden wir beten: Herr, gib uns in der Gemeinde die Gabe, dein Wort zu lehren! Ob er sie dann uns gibt oder jemand anders ist eigentlich egal, Hauptsache, die Arbeit wird gemacht und Menschen wachsen in der Erkenntnis Jesu.

Oder wir nehmen wahr, dass einzelne total überlastet sind mit Organisations- oder praktischen Aufgaben. Das kann so nicht weitergehen; die Bürden sollten verteilt werden. Darum bitten wir: Herr, gib uns die Gabe der Hilfeleistung! Gib doch einigen Leuten hier eine Sicht für die Situation und die Bereitschaft und Fähigkeit zum Zupacken!

Vielleicht sind ein paar “Schafe” auf Abwegen oder innerlich krank, und es tut uns weh, wenn wir sie so sehen. Dann flehen wir: “Herr, gib uns die Gabe des Ermutigens und Ermahnens und Weisheit, damit wir ihnen helfen können!”

Wir erkennen die Notwendigkeit, Außenstehende mit dem Evangelium zu erreichen, und obwohl wir uns bemühen, treue Zeugen zu sein, brauchen wir doch Leute, denen es leicht fällt, mit den Verlorenen ins Gespräch und auf den Punkt zu kommen. Also bitten wir, dass der Herr einige von uns mit einer evangelistischen Gabe ausrüstet.

Haben wir Brüder und Schwestern in unserer Gemeinde, die weit weg von ihrer Heimat leben und die hier jemand brauchen, bei dem sie sich willkommen und aufgenommen fühlen, dann bitten wir um die Gabe der Gastfreundschaft. Wo immer etwas fehlt, sollten wir Gott darum bitten. Dabei stellen wir uns selbst zur Verfügung, aber freuen uns von Herzen, wenn Gott diese Gaben jemand anderem gibt. Es geht um die Gemeinde. Gaben sind kein Privatbesitz. Sie entwickeln sich im Einsatz, und sie können sich auch je nach Lage und Bedürfnis ändern (z.B. brauchen wir sicher keine neuen Offenbarungen mehr wie die erste Gemeinde, die das Neue Testament noch nicht hatte). Sie konkurrieren auch nicht miteinander, sondern sie ergänzen sich. Ob der Herr dir nun die Gabe der Seelsorge gegeben hat oder der Verwaltung der Gemeindefinanzen oder Freigebigkeit oder Freude am Putzlappenschwingen oder was auch immer…..just do it!

Dient einander, jeder mit der Gnadengabe, die er empfangen hat, als gute Haushalter der mannigfaltigen Gnade Gottes……..damit in allem Gott verherrlicht wird durch Jesus Christus. 1.Petrus 4,10.11

Querbeet am 25.5.2013

Zungenreden – immer wieder ein heißes Thema: Gibt es das noch oder hat es aufgehört? Und was ist es überhaupt? Biblische Kriterien geben den Ausschlag, wenn Tim Conway diese Frage beantwortet, leider in Englisch.

Das hat mich fasziniert! Ich kann jetzt die ersten 3 Kapitel des Hebräerbriefs auswendig (so gut wie), und bei diesem lebendigen Vortrag sieht man, dass sich die Mühe hundertprozentig  lohnt! Welch einen Schatz hat man dann immer parat!

Hebrews Recited from Covenant Fellowship Church on Vimeo.

Einen sehr ehrlichen Artikel über die Sucht nach Beifall, die in uns allen steckt, hat Michael Nickel auf der Pilgerreise geschrieben.

Wer englische Ebooks liest, kann sich die ganze „Crucial Questions“ Serie von R.C. Sproul kostenlos herunterladen (für Kindle auch auf Amazon.de).