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Nuggets in Daniel (3): Einen furchtbaren Gott lieben?

nuggetsAls ich vor einiger Zeit das Buch Daniel gelesen habe, hat mich sein Gebet in Kapitel 9 so sehr beeindruckt, dass ich beschlossen habe, es auswendig zu lernen (was ich übrigens immer noch nicht komplett geschafft habe).

Das Gebet beginnt: “Ach Herr, du großer und furchtbarer Gott, der Bund und Güte denen bewahrt, die ihn lieben …“. Bei mir hat sich anfangs im Kopf ein falscher Text eingeschlichen, den ich nur schwer “überschreiben” konnte, nämlich: “die ihn fürchten “. Vielleicht, weil es so logisch scheint, einen furchtbaren Gott zu fürchten statt zu lieben?

Daniel kennt die Furchtbarkeit Gottes nicht nur theoretisch, sondern er hat sie selbst erlebt: Das Gericht Gottes über Juda und Jerusalem – ganz persönlich die Deportation in ein fremdes Land und ein fremdbestimmtes Leben und die lebenslange Sehnsucht nach einer Heimat, die in Trümmern lag. Und all das in dem Bewusstsein, dass es Gott war, dieser furchtbare Gott, der das über sein eigenes untreues Volk verhängt hatte.

Daniel stellt nicht die übliche Frage, die wir alle schon oft gehört haben: “Wie kann Gott das zulassen?”. Denn er kennt die Antwort schon:

Wir haben gesündigt und haben uns vergangen und haben gottlos gehandelt, und wir haben uns aufgelehnt und sind von deinen Geboten und von deinen Rechtsbestimmungen abgewichen. (Daniel 9,5)

Er hat seine Worte erfüllt, die er  geredet hat über uns und unsere Richter, die uns richteten, nämlich ein großes Unglück über uns zu bringen, so dass unter dem ganzen Himmel nichts geschehen ist wie das, das an Jerusalem geschehen ist. (9,12)

Wir waren ja gewarnt, sagt er. Du hast uns immer wieder ermahnt, du hast uns das Gericht vorausgesagt, und wir haben einfach nicht gehört und dich nicht ernstgenommen. Der furchtbare Gott ist ein Gott, den man unbedingt ernstnehmen muss. Seine Androhungen sind nicht in den Wind geredet; sie treffen ein. So hat Daniel ihn ganz persönlich kennengelernt; er ist ein Betroffener.

Aber weil Daniel Gott als so konsequent kennengelernt hat, weiß er auch, dass dieser gerechte Gott ein Gott ist, der sein Volk geliebt hat, liebt und lieben wird. Auch da hat er sich festgelegt.

Bei dem HERRN, unserem Gott, ist das Erbarmen und die Vergebung. (9,9)

Daniel weiß, dass Gott sich erbarmen wird. Er kann gar nicht anders. Er hat dieses Volk erwählt, errettet, getragen und seinen Namen unverbrüchlich an es gebunden. Wie ein Ehemann seiner Frau hat er seinem Volk, dem untreuen Israel, seinen Namen verliehen, und das ist, bei aller Strafe, nicht rückgängig zu machen. Diese Liebe hat sich auch in den vielen Warnungen gezeigt, die Gott seinem Volk durch Propheten geschickt hat. Er hat kein Vergnügen daran, sein Volk zu züchtigen, aber er kann auch das Böse, den Ungehorsam und den Götzendienst nicht einfach unendlich wuchern lassen.  Deshalb betet Daniel:

Herr, höre! Herr, vergib!  Herr, merke auf und handle! Zögere nicht, um deiner selbst willen, mein Gott! Denn dein Name ist über deiner Stadt und deinem Volk ausgerufen worden. (Daniel 9,19)

Und dann erscheint Daniel ein Engel, der ihm erklärt, wie dieses Vergeben, Eingreifen und Handeln Gottes stattfinden wird, und der ihm sagt: “Daniel, du bist ein Vielgeliebter!” (9,23).

Es ist bei Daniel nicht anders als bei uns. Auch er liebt Gott, weil Gott ihn zuerst geliebt hat und er das erkannt hat. Gott ist, auch wenn er uns furchtbar erscheint, der Ursprung und die Quelle der Liebe. Aus Liebe hat er erwählt, was in sich selbst nicht liebenswert ist, aus Liebe straft und züchtigt er, und aus Liebe hält er seinen Bund und erbarmt sich und vergibt, wenn wir umkehren – um seines Namens willen.

Noch mehr Nuggets aus 4.Mose

image_thumb.pngIch freue mich über dein Wort, wie einer der große Beute macht! (Psalm 119,162)  Dies sind Notizen aus meiner “Stillen Zeit” im 4.Buch Mose. Den ersten Teil findet man hier.

 

    • Wenn das Gesetz nur von außen an den Menschen herankommt, braucht man Quasten und Schnüre, um es nicht zu vergessen: Wenn ihr die Quasten seht, sollt ihr an alle Gebote Jahwes denken und sie einhalten (15,39). Wie viel besser sind wir doch dran im neuen Bund, wo Gott das Gesetz auf unsere Herzen schreibt!
    • Unzufriedenheit mit der Zuteilung des Herrn im Leben und im Dienst ist eine Pest, die zu Rebellion, Unfrieden und letztlich dem Gericht Gottes führt ( u.a. Kapitel 16, aber auch viele andere Stellen)
    • Der Kontakt mit den Folgen der Sünde ist in dieser Welt unausweichlich: Wer einen Toten berührt, den Leichnam eines Menschen, wird für sieben Tage unrein sein (19,11). Deshalb brauchen wir ständig Reinigung durch das Wort Gottes.
    • Gegen Gottes Segen kommt nichts und niemand an: Wie kann ich fluchen, wem Gott nicht flucht, wie soll ich drohen, wem Jahwe nicht droht?  …  Er hat gesegnet, ich kann es nicht ändern! (23,8 und 20) Das ist die Sicherheit seines Volkes!
    • Was mich völlig aus den Socken haut, ist die göttliche Sicht auf das Volk, das ihn mit seiner Unzufriedenheit und Widerspenstigkeit ständig quält: Er sieht nichts Böses in Jakob, kein Unglück wird Israel treffen. Denn Jahwe, sein Gott, ist mit ihm, und diesem König jubeln sie zu. (23,21)
    • Die Töchter Zelophads waren keine Feministinnen, die für ihr Recht als Frauen stritten, sondern Frauen, die im Interesse ihrer Sippe den ihnen von Gott gegebenen Besitz bewahren wollten. Dafür waren sie auch bereit, ihre Heiratsoptionen einzuschränken: Folgendes hat Jahwe bestimmt: Die Töchter Zelofhads dürfen den heiraten, der ihnen gefällt. Doch es muss ein Mann sein, der zu einer der Sippen ihres Stammes gehört, damit kein Grundbesitz von einem Stamm zum anderen übergeht. Jeder Israelit soll mit dem Erbbesitz seines väterlichen Stammes verbunden bleiben. (36, 6.7; Vorgeschichte in Kap. 27)  Wichtig: Was Gott uns gibt, ist unveräußerlich!
    • Lebenserfahrung ist gut, aber manchmal führt sie zu Vor-Urteilen, die nicht berechtigt sind. So war Mose gleich auf 180, als die Rubeniter und Gaditer um das Ostjordanland baten: Seht doch, nun seid ihr an die Stelle eurer Väter getreten, eine Brut von sündigen Männern, um den glühenden Zorn Jahwes gegen Israel noch zu vermehren (32,14).  Wie gut, wenn die Jüngeren dann respektvoll antworten und erklären, was sie meinen, und die Älteren richtig zuhören! Dann lässt sich manches zur Zufriedenheit aller lösen.

Nuggets aus 4.Mose

Ichimage lese zur Zeit 4.Mose, und eigentlich bin ich bei jedem Kapitel innerlich am Jubeln: Ich freue mich über dein Wort, wie einer der große Beute macht! (Psalm 119,162)

Eine Auswahl von Nuggets, die ich dabei gefunden habe, möchte ich gerne teilen. Manche sind einfach zum Freuen, manche bringen uns eine gesunde Gottesfurcht bei, ermahnen uns  oder zeigen uns an Vorbildern, wie Gott es gerne haben möchte.

  • Auch Heiden durften sich schon damals unter den Schutz des Blutes des Passa-Lammes begeben: Wenn ein Fremder bei euch lebt und Jahwe das Passa feiern will, soll er es nach den Ordnungen und Vorschriften des Passafestes tun. Für den Fremden und den Einheimischen im Land gilt dieselbe Ordnung. (10,14) Das freut mich als Nicht-Juden natürlich sehr!
  • Israel wurde vom Herrn eine Heimat versprochen. Uns auch! Wir brechen auf zu dem Ort, von dem der HERR gesagt hat: „Ich will ihn euch geben.“ (10,28) Was der Herr verspricht, das passiert auch!
  •  Murren über Gottes Führung in unserem Leben ist eine ernste Sache: Es zeigt, dass wir Gott verwerfen. Denn ihr habt Jahwe verworfen, der unter euch gegenwärtig ist, und vor ihm gesagt: ‚Warum sind wir nur aus Ägypten gezogen?‘ (11,20)
  • Ein Charakter ohne Ehrgeiz und Eifersucht, der Gott gefällt und resistent dagegen ist, von anderen hochgejubelt zu werden: Und Josua, der Sohn des Nun, der schon von seiner Jugend an der Diener des Mose gewesen war, antwortete: Mein Herr, Mose, halte sie zurück! Aber Mose sagte zu ihm: Eiferst du für mich? Mögen doch alle im Volk des HERRN Propheten sein, dass der HERR seinen Geist auf sie lege! (11,29)
  • Wen Gott beauftragt, der muss sich nicht selbst verteidigen, der wird von Gott verteidigt: Warum habt ihr euch nicht gefürchtet, gegen meinen Knecht, gegen Mose, zu reden? Und der Zorn des HERRN entbrannte gegen sie, und er ging weg. (12,7)
  • Glaube oder Unglaube – das beeinflusst, wie wir die Herausforderungen unseres Lebens sehen. Entweder so: Wir werden hinaufziehen und das Land in Besitz nehmen! Wir können es sehr wohl erobern.  – oder so: Wir können es nicht! Das Volk im Land ist stärker als wir.  (13, 30.31) Dabei geht es nicht um Selbstsicherheit, sondern um das Rechnen mit Gott aufgrund seiner konkreten Zusagen!
  • Wir kränken Gott durch unsere ungläubige Verzagtheit. Sie ist kein unentrinnbarer Gemütszustand, sondern Sünde! Wie lange will mich dieses Volk noch verachten? Wie lange noch wollen sie mir nicht glauben, obwohl ich ihnen so viele Zeichen meiner Macht und Fürsorge gab?  (14,11)
  • Wer, statt Buße zu tun und sich unter Gottes Züchtigung zu beugen, es aus eigener Kraft jetzt einfach “besser machen” will, den nennt Gott vermessen. Sie sagten: Hier sind wir und wollen an den Ort hinaufziehen, von dem der HERR geredet hat; denn wir haben gesündigt. Aber Mose sagte: Warum denn übertretet ihr den Befehl des HERRN schon wieder? Es wird euch nicht gelingen. Zieht nicht hinauf – denn der HERR ist nicht in eurer Mitte -, damit ihr nicht vor euren Feinden geschlagen werdet! Denn die Amalekiter und die Kanaaniter stehen euch dort gegenüber, und ihr werdet durchs Schwert fallen. Weil ihr euch von der Nachfolge des HERRN abgewandt habt, wird der HERR nicht mit euch sein. Doch sie waren so vermessen, auf die Höhe des Gebirges hinaufzuziehen. (14,40-44)

 

Fortsetzung folgt!