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Warnung vor dem Sauerteig

sourdough-9340341_1280Wer backt, weiß es: Ein bisschen Sauerteig kann eine große Schüssel Teig ganz durchsäuern – man braucht  nur lange genug zu warten. Je nach Temperatur geht es schneller oder braucht länger, aber es passiert.

Was beim sachkundigen Brotbacken meist ein erwünschter Effekt ist, kann auch nachteilig sein, wenn man diese Durchsäuerung nicht will, wie zum Beispiel beim jüdischen Passah, wo das Brot ungesäuert sein musste. Deswegen ist Sauerteig in der Bibel oft ein Bild für einen schlechten Einfluss mit starker Tendenz zur Ausbreitung.

Mir ist aufgefallen, dass dabei von zwei Sorten Sauerteig die Rede ist, die auf den ersten Blick sehr gegensätzlich aussehen. Die eine verkleidet sich als christliche Freiheit, die andere als besondere Heiligkeit. Aber beide Sorten sind gleich gefährlich. Wenn sie sich ausbreiten, wird in beiden Fällen das Evangelium vom Kreuz verdunkelt und überflüssig, und die wahre Freiheit in Christus wird nicht erfahren.

Es besteht immer die Gefahr zu meinen, man könnte das eine Übel mit dem anderen kurieren, aber nichts könnte falscher sein. Weder Gesetzlosigkeit noch Gesetzlichkeit  löst unser Problem, sondern nur das Vertrauen auf Jesu Tod und Auferstehung und das neue Leben im Heiligen Geist.

Normalisierung von Sünde, falsches Verständnis von Freiheit (1.Korinther 5,6)

Gesetzlichkeit und geistliche Sklaverei (Galater 5,9)

Folgen: Stolz und falsche Sorglosigkeit, falsche Heilsgewissheit

Folgen: Verwirrung und Beunruhigung, Verlust der Heilsgewissheit

Diagnose: „Täuscht euch nicht: Menschen, die in sexueller Unmoral leben, die Götzen anbeten, die Ehebrecher sind oder Homosexualität praktizieren, auch Diebe oder Habsüchtige, Trinker, Lästerer oder Räuber werden keinen Platz im Reich Gottes haben.“  1.Kor. 6,9 (NEÜ)

Diagnose: „Wenn ihr durch das Gesetz vor Gott bestehen wollt, habt ihr euch von Christus getrennt und die Gnade verloren.“ Galater 5,4 (NEÜ)

Gegenmittel: Buße und Reinigung. „Tut den Bösen von euch selbst hinaus!“ 1.Korinther 5,13

Gegenmittel: „Jetzt lebe nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir. Und das Leben, das ich jetzt noch in meinem sterblichen Körper führe, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich ausgeliefert hat.“ Galater 2,20 (NEÜ)





Nuggets in Daniel (3): Einen furchtbaren Gott lieben?

nuggetsAls ich vor einiger Zeit das Buch Daniel gelesen habe, hat mich sein Gebet in Kapitel 9 so sehr beeindruckt, dass ich beschlossen habe, es auswendig zu lernen (was ich übrigens immer noch nicht komplett geschafft habe).

Das Gebet beginnt: “Ach Herr, du großer und furchtbarer Gott, der Bund und Güte denen bewahrt, die ihn lieben …“. Bei mir hat sich anfangs im Kopf ein falscher Text eingeschlichen, den ich nur schwer “überschreiben” konnte, nämlich: “die ihn fürchten “. Vielleicht, weil es so logisch scheint, einen furchtbaren Gott zu fürchten statt zu lieben?

Daniel kennt die Furchtbarkeit Gottes nicht nur theoretisch, sondern er hat sie selbst erlebt: Das Gericht Gottes über Juda und Jerusalem – ganz persönlich die Deportation in ein fremdes Land und ein fremdbestimmtes Leben und die lebenslange Sehnsucht nach einer Heimat, die in Trümmern lag. Und all das in dem Bewusstsein, dass es Gott war, dieser furchtbare Gott, der das über sein eigenes untreues Volk verhängt hatte.

Daniel stellt nicht die übliche Frage, die wir alle schon oft gehört haben: “Wie kann Gott das zulassen?”. Denn er kennt die Antwort schon:

Wir haben gesündigt und haben uns vergangen und haben gottlos gehandelt, und wir haben uns aufgelehnt und sind von deinen Geboten und von deinen Rechtsbestimmungen abgewichen. (Daniel 9,5)

Er hat seine Worte erfüllt, die er  geredet hat über uns und unsere Richter, die uns richteten, nämlich ein großes Unglück über uns zu bringen, so dass unter dem ganzen Himmel nichts geschehen ist wie das, das an Jerusalem geschehen ist. (9,12)

Wir waren ja gewarnt, sagt er. Du hast uns immer wieder ermahnt, du hast uns das Gericht vorausgesagt, und wir haben einfach nicht gehört und dich nicht ernstgenommen. Der furchtbare Gott ist ein Gott, den man unbedingt ernstnehmen muss. Seine Androhungen sind nicht in den Wind geredet; sie treffen ein. So hat Daniel ihn ganz persönlich kennengelernt; er ist ein Betroffener.

Aber weil Daniel Gott als so konsequent kennengelernt hat, weiß er auch, dass dieser gerechte Gott ein Gott ist, der sein Volk geliebt hat, liebt und lieben wird. Auch da hat er sich festgelegt.

Bei dem HERRN, unserem Gott, ist das Erbarmen und die Vergebung. (9,9)

Daniel weiß, dass Gott sich erbarmen wird. Er kann gar nicht anders. Er hat dieses Volk erwählt, errettet, getragen und seinen Namen unverbrüchlich an es gebunden. Wie ein Ehemann seiner Frau hat er seinem Volk, dem untreuen Israel, seinen Namen verliehen, und das ist, bei aller Strafe, nicht rückgängig zu machen. Diese Liebe hat sich auch in den vielen Warnungen gezeigt, die Gott seinem Volk durch Propheten geschickt hat. Er hat kein Vergnügen daran, sein Volk zu züchtigen, aber er kann auch das Böse, den Ungehorsam und den Götzendienst nicht einfach unendlich wuchern lassen.  Deshalb betet Daniel:

Herr, höre! Herr, vergib!  Herr, merke auf und handle! Zögere nicht, um deiner selbst willen, mein Gott! Denn dein Name ist über deiner Stadt und deinem Volk ausgerufen worden. (Daniel 9,19)

Und dann erscheint Daniel ein Engel, der ihm erklärt, wie dieses Vergeben, Eingreifen und Handeln Gottes stattfinden wird, und der ihm sagt: “Daniel, du bist ein Vielgeliebter!” (9,23).

Es ist bei Daniel nicht anders als bei uns. Auch er liebt Gott, weil Gott ihn zuerst geliebt hat und er das erkannt hat. Gott ist, auch wenn er uns furchtbar erscheint, der Ursprung und die Quelle der Liebe. Aus Liebe hat er erwählt, was in sich selbst nicht liebenswert ist, aus Liebe straft und züchtigt er, und aus Liebe hält er seinen Bund und erbarmt sich und vergibt, wenn wir umkehren – um seines Namens willen.