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Was ist Bekehrung? (3) – Buße ist kein Werk!

cry-1316458_1280Ich erinnere mich noch an einen Beitrag auf einer Konferenz in meiner Jugend, wo jemand sagte: „Das einzige gute Werk, dass ich in meinem Leben getan habe, war, mich zu bekehren.“ Ich merkte, dass ich innerlich stutzte: Also ist er doch durch ein Werk gerettet worden? Durch ein gutes? Irgendwie ist das doch ein Widerspruch dazu, dass wir allein aus Glauben gerettet werden?!

Leider bin ich diesem Verständnis danach noch oft begegnet. Buße ist etwas, was ich tun muss (vielleicht liegt es auch an der deutschen Sprache). Auch denken manche, sie müssen sich in ein Gefühl der Zerknirschung hineinsteigern, damit sie wirklich Buße getan haben. Im Grunde sind wir nicht anders als die mittelalterlichen Flagellanten, nur dass wir uns nur emotional geißeln. Aber der Gedanke der Selbstbestrafung steckt auch bei uns dahinter. Wenn wir schon das Gesetz nicht halten können, so müssen wir uns als Wiedergutmachung doch wenigstens lang und ausdauernd über unsere Sünde grämen.

Aber Gottes Wort ist uneingeschränkt wahr, und auch durch „Buße“ können wir uns den Himmel nicht verdienen. Deshalb haben Menschen, die ihre Rettung auf ihre eigene Willensentscheidung bauen, auch so oft keine Heilsgewissheit. Man weiß ja nie, ob man genug gewollt hat und genug zerknirscht war.

Aber was ist dann Buße? Buße ist 1. Einsicht und Erkenntnis, dass ich auf einem Weg in den Abgrund und völlig verloren bin, und 2. Annehmen des Angebotes dessen, der mich davon retten kann und will. Selbstbestrafung und Selbstverbesserung haben damit absolut nichts zu tun. Alles ist Geschenk – was nicht bedeutet, dass nicht vielleicht doch ein paar Tränen fließen, vor allem Tränen darüber, diese so unverdiente Liebe beleidigt zu haben, und dann Freudentränen. Aber Tränen sind keine Voraussetzung.

Paulus sagt über seine jüdischen Brüder, dass sie sich der Gerechtigkeit Gottes nicht untergeordnet haben, weil sie ihre eigene Gerechtigkeit aufrichten wollten. Da das unmöglich war, blieben sie verloren, was ihm das Herz schwer machte. Die Erlösung war ihnen so nah, aber sie nahmen sie nicht an, weil sie unbedingt irgendwie daran mitwirken wollten.

Das also ist wahre Buße und Bekehrung: Ich ordne mich der Gerechtigkeit Gottes unter, indem ich einsehe, dass ich nichts, aber auch gar nichts dazu beitragen kann, und mein Vertrauen ganz auf Jesus setze, der für meine Sünden gestorben ist, und der auferstanden ist, damit ich ein neues Leben leben kann, und der mir seinen Geist schenkt, um das in mir zu realisieren.