Schlagwort-Archive: Nachfolge

Jesu Fußspuren folgen in Johannes 7

Am Sonntag hörten wir eine Predigt über Johannes 7,1-24. Als ich den Text jetzt noch mal für mich durchlas, wurde mir neu bewusst, welche Konsequenzen es hat, wenn ich Jesus nachfolge – was er mir hier in diesem Abschnitt vorlebt in seiner Beziehung zu seinem Vater und zu den Menschen um ihn herum. Folgende Punkte sind mir aufgefallen:

arrow-1538694_1920

  • Wenn ich Jesus folge, feiere ich nicht mehr einfach die Feste, wie sie fallen, und folge nicht menschlichen Erwartungen. Es ist Gott, der mir zu sagen hat, was ich tun soll, und ich muss ihn fragen.
  • Nicht Karriere, Öffentlichkeit, Ruhm und Anerkennung können die Motive meines Handelns sein, sondern Gottes Plan und Wille.
  • Es ist ganz normal, wenn auch die nächsten Verwandten mich nicht verstehen.
  • Wenn ich Jesus folgen will, muss ich mich Gottes Zeitplan unterordnen und nicht einfach drauf los preschen in meinem menschlichen “Ich-weiß-schon-wie”.
  • Ich muss mit Hass rechnen. Ich muss mich aus Liebe der Aufgabe stellen, auch unangenehme Wahrheiten zu sagen.
  • Die Leute werden geteilter Meinung über mich sein, und weder die gute noch die schlechte Meinung darf mich beeinflussen.
  • Ungläubige Theologen werden meinen, dass sie meine Bibelkenntnis beurteilen können, weil sie die die Fachleute sind, und ich nicht studiert habe. Sie verstehen nicht, dass Gott uns sein Wort nur dann aufschließt, wenn wir ihm gehorchen wollen.
  • Meine Glaubwürdigkeit beruht darauf, dass ich die Ehre Gottes suche und nicht meine eigene.
  • Ich muss damit rechnen, dass mein Tun falsch beurteilt und nach einer heuchlerischen Ethik gerichtet wird.

Da gibt es noch viel zu lernen und muss täglich der Kampf gegen die Selbstliebe gewonnen werden! Wie sagte doch Jesus in Lukas 14,26.27?

„Wenn jemand zu mir kommen will, muss ich ihm wichtiger sein als sein eigener Vater, seine Mutter, seine Frau, seine Kinder, seine Geschwister und selbst sein eigenes Leben; sonst kann er nicht mein Jünger sein. Wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachkommt, kann nicht mein Jünger sein.”

Predigt-Nachlese: Zielorientiert laufen

Predigttext: Apostelgeschichte 21,1-17

runners-751853_1280

Ich will meinen Lauf mit Freuden vollenden, hatte Paulus den Ältesten von Ephesus gesagt. Gott hatte ihm einen Dienst aufgetragen,  nämlich durch Verkündigung und durch das Zeugnis seines ganzen Lebens das Evangelium von der Gnade Gottes bekannt zu machen. Diesem Ziel ordnet er alles andere unter. Sein Herr und Erlöser ist es ihm wert! Die Liebe und Vergebung Gottes hatte aus einem hassgetriebenen Verfolger der Gemeinde einen Menschen gemacht, der die Jesus-Jünger  über alles liebte und sein Leben für sie hingab.

Nachdem er sich in einem tränenreichen Abschied von den Ältesten von Ephesus förmlich losgerissen hat, ist Tyrus seine nächste Station. Er weiß, dass es dort Jünger gibt. Wer die Gemeinde gegründet hat, wissen wir nicht, aber vermutlich sind es Gläubige auf der Flucht vor der Verfolgung gewesen – auf der Flucht vor ihm in seinem alten Leben als erbitterter Feind der Gemeinde Jesu. Jetzt hat er nichts Wichtigeres zu tun, als diese Jünger zu suchen, um sie zu ermutigen, und er findet sie auch und bleibt sieben Tage bei ihnen. Der Heilige Geist hat ihnen etwas gezeigt, was Paulus auch schon weiß: Dass er in Jerusalem in große Schwierigkeiten kommen wird. Weil sie ihn lieben, ermahnen sie ihn, doch dort nicht hinzugehen. Als er weiterziehen muss, begleiten sie ihn bis ans Ufer, wo sie niederknien und beten und so Abschied nehmen. Wo Kinder Gottes aufeinandertreffen, ist sofort dieses Band tiefer geistlicher Gemeinschaft geknüpft.

Die nächste Stadt auf seiner Reiseroute ist Ptolemäus – auch dort begrüßt er die Brüder – und dann geht es weiter nach Cäsarea. Hier trifft er den Evangelisten Philippus und seine vier weissagenden Töchter, die ihn ein paar Tage bei sich aufnehmen. In dieser Zeit besucht sie Agabus. Agabus ist schon als Prophet bekannt; er hatte die Hungersnot unter Klaudius vorausgesagt. (Er hat übrigens die Kennzeichen eines echten Propheten: Was er sagte, traf ein.) Ähnlich wie manche Propheten im Alten Testament stellt er das, was er sagt, bildlich dar: Er bindet sich mit Paulus Gürtel Hände und Füße und sagt: So spricht der Heilige Geist: Den Mann, dem dieser Gürtel gehört, werden die Juden in Jerusalem so binden und in die Hände der Heiden ausliefern!  Alle, die dabei sind, fangen an, auf Paulus einzureden. Er soll doch bitte nicht nach Jerusalem gehen! Sie können sich vermutlich nichts anderes vorstellen, als dass dies eine Warnung ist. Aber Paulus sieht das anders. Es soll ihn nicht abhalten, sondern vorbereiten. Und es gibt ihm auch die Gelegenheit, seinen Leuten zu demonstrieren, dass Schwierigkeiten nicht dazu da sind, umgangen zu werden, sondern dass er ganz bewusst da hinein geht, um sein Ziel zu erreichen. Schon ganz am Anfang seines Glaubensleben war ja Ananias bezüglich Paulus gesagt worden:  Dieser ist mir ein auserwähltes Werkzeug, um meinen Namen vor Heiden und Könige und vor die Kinder Israels zu tragen! Denn ich werde ihm zeigen, wie viel er leiden muss um meines Namens willen. (Apostelgeschichte 9,15.16) Bei seinem Auftrag war Leiden inklusive, aber er hatte ihn angenommen und es nie bereut. Es war alles so im Plan Gottes. Das müssen schließlich auch seine besorgten Freunde akzeptieren.

Wir wissen, dass Paulus auch später nicht ins Wanken gekommen ist. Aus dem Gefängnis haben seine Worte das Gewicht der Erfahrung, wenn er den Ephesern schreibt: Als einer, der für den Herrn im Gefängnis ist, ermahne ich euch: Lebt so, wie es der Berufung entspricht, die an euch erging. Seid euch der eigenen Niedrigkeit bewusst und begegnet den anderen freundlich, habt Geduld miteinander und ertragt euch gegenseitig in Liebe. Bemüht euch sehr darum, die Einheit, die der Geist Gottes gewirkt hat, im Verbund des Friedens zu bewahren. Ihr seid ja ein Leib; in euch lebt der eine Geist und ihr habt die eine Hoffnung bei eurer Berufung bekommen.

Er ermutigt uns, auch unser Rennen zielorientiert zu laufen, in der Einheit und Gemeinschaft, die uns Gott in seiner Gemeinde durch seinen Geist schenkt, und uns von nichts erschrecken und abbringen zu lassen.

Predigt-Nachlese: Ein Leben rückhaltloser Hingabe

Apostelgeschichte 20

Paulus war ein unermüdlicher Evangelist, der Menschenseelen zu gewinnen suchte. Aber damit endete es für ihn nicht. Er war auch und vor allem durch und durch ein Hirte. Er liebte die Gemeinde Gottes leidenschaftlich und war bestrebt, nicht nur durch Worte, sondern durch sein ganzes Leben zu zeigen, wie Nachfolge Jesu aussieht. Dabei ging es ihm immer um die Ehre Gottes. Er wollte keine Bewunderer seiner eigenen Person um sich sammeln, sondern lebendiges Anschauungsmaterial für ein Leben der Hingabe an unseren Gott und Retter sein.

In Ephesus war sein Dienst so effektiv gewesen, dass die ganze Provinz Asien nach zwei Jahren von der Botschaft durchdrungen war. Schließlich wurde die Abkehr so vieler Menschen vom Götzendienst zu einer wirtschaftlichen Bedrohung für die Devotionalien-Händler des Artemis-Tempels. Sie zettelten einen Aufruhr an, und Paulus musste Ephesus verlassen. Er durchzog dann Mazedonien und Griechenland, besuchte die Gläubigen und ermutigte sie. In dieser Zeit entstanden vermutlich auch einige seiner Briefe, die uns bis heute mit dem reichen Schatz seiner Theologie versorgen. Wir erfahren darin aber auch viel über seine Lebensführung und die Art, wie er die Beziehungen in der Gemeinde gelebt hat: Seine Liebe, seine Arbeit, sein Leiden, seine Hingabe, seine Nachfolge ohne Rücksicht auf sein eigenes Leben. Wir gewinnen Einblick in seine äußere Bedrängnis und in seine emotionalen Belastungen. Er kennt Anfechtungen durch Ängste und Mutlosigkeit, aber er nutzt seine Erfahrungen mit dem tröstenden und barmherzigen Gott, um andere zu trösten.

In unserem Kapitel finden wir einen Mann, der weiß, dass er für diesen Dienst nicht mehr viel Zeit hat. Man spürt ihm eine gewisse Dringlichkeit ab. In Troas versammeln sich die Gläubigen am ersten Tag der Woche, um das Brot zu brechen und der Unterweisung des Apostels zuzuhören. Was er ihnen noch sagen will, das packt er alles in dieses Treffen hinein! Mitternacht ist längst vorbei, und die angezündeten Öllampen verbrauchen den Sauerstoff in der Luft. Da kann man schon mal müde werden! Ein junger Mann namens Eutychus wird vom Schlaf überwältigt, fällt aus dem Fenster aus dem 3. Stock und wird tot aufgehoben. Wie Elia im Alten Testament wirft Paulus sich betend über ihn, beruhigt die Geschwister und versichert ihnen, dass der junge Mann lebt. Dieser Zwischenfall bremst aber seinen Eifer keineswegs (und ich vermute, jetzt waren auch alle wach!!), und er redet weiter bis zum Morgen! Dann reist er ab.

Während die übrigen seines Reise-Teams mit dem Schiff lossegeln, geht Paulus eine Strecke zu Fuß (über die Gründe habe ich hier mal gemutmaßt) und trifft dann in Assos wieder mit ihnen zusammen. Obwohl er für die Gemeinde in Ephesus noch so viel auf dem Herzen hat, beschließt er, dort nicht Station zu machen, weil er es eilig hat, nach Jerusalem zu kommen. Er ruft aber die Ältesten von Ephesus nach Milet herüber, um noch einige wichtige Dinge mit ihnen zu besprechen. Er muss sie noch einmal an sein Beispiel erinnern. Er hat dem Herrn bei ihnen gedient in Mühen, Demut und Tränen. So sollen sie auch dienen! Er hat das Wort treu verkündigt und nichts ausgelassen. Er hat ihnen die Gnade verkündigt, die er selbst als der größte der Sünder erfahren hatte, aber auch den Ernst der Heiligkeit Gottes und den Preis der Nachfolge – und er hat ihnen gezeigt, dass dieser Weg der Weg der Freude ist! Er ist in aller Traurigkeit immer fröhlich, und in seiner Armut macht er – nach dem Muster seines Meisters – viele reich. Sein Leben wirft er gerne in die Waagschale für das Evangelium. Ein lebendiges Opfer zu sein – das war nach allem, was Jesus für ihn getan hat, ein alternativloser Lebensstil! Dazu fordert er auch uns auf.

Wollen wir das?

Predigt- Nachlese: Paulus, ein Vorbild in der Nachfolge Jesu

Predigttext: Apostelgeschichte 18,12-23

Paulus hat den Korinthern mal geschrieben: Nehmt mich zum Vorbild, so wie ich Christus zum Vorbild nehme! Sie hatten ja reichlich Gelegenheit gehabt, ihn zu beobachten. Und wir sind in der glücklichen Lage, sein Leben und Beispiel in der Apostelgeschichte und in seinen Briefen verfolgen zu können.

Nachdem der Herr Paulus aus seinem Entmutigungsloch herausgeholt und durch feste Zusagen und einen klaren Auftrag wieder auf die Füße gestellt hatte, konnte Paulus relativ ungestört 18 Monate lang das Evangelium verkündigen. Das war die bisher längste Zeit in ein und derselben Stadt auf dieser 2. Missionsreise. Aus allen vorherigen Städten hatte man ihn bald verjagt. Am Ende dieser anderthalb Jahre ging aber auch in Korinth der Ärger los. Die Juden klagten ihn vor dem Prokonsul Gallio an, dass er eine illegale Religion verbreite. Gallio wies ihre Anklage ab. Für ihn war das Christentum eine jüdische Splittergruppe, und das Judentum war offiziell eine “religio licita”, eine genehmigte Religion. Diese internen Streitigkeiten der Juden gingen ihm auf die Nerven; das sollten sie gefälligst unter sich regeln. Er trieb sie förmlich vor dem Richterstuhl weg. Sosthenes, der Vorsteher der Synagoge, wurde vor seinen Augen verprügelt, aber er kümmerte sich nicht darum. Übrigens taucht dieser Sosthenes später als “Bruder”  wieder auf. Er hatte sich offensichtlich bekehrt, und war damit schon der zweite Synagogenvorsteher in Korinth, der zum Glauben kam!

Anschließend konnte Paulus noch eine ganze Weile in Korinth weiterarbeiten. Dann wurde es Zeit, weiter zu ziehen. Nachdem er ein Nasiräergelübde eingelöst hatte – vielleicht aus Dankbarkeit für Gottes Handeln in Korinth – reiste er mit seinen guten Freunden und Mitarbeitern Priscilla und Aquila ab nach Ephesus. Schon früher hatte es ihn dorthin gezogen, aber damals hatte Gott es nicht erlaubt. Obwohl er in Korinth nach der Ablehnung durch die Juden gesagt hatte, er werde sich jetzt zu den anderen Völkern wenden, suchte er auch hier zuerst die Synagoge auf. Sein Herz brannte für sein eigenes Volk, dem die Verheißungen Gottes galten, und er konnte es nicht aufgeben. Er fand dort auch ein positives Echo, konnte aber nicht bleiben, und versprach, später zurückzukehren. Er baute aber sozusagen einen Stützpunkt auf, indem er Aquila und Priscilla dort zurückließ. Er selbst musste nach Jerusalem, wo er die dortige Gemeinde besuchte. Dann machte er sich auf den Weg zurück in seine sendende Gemeinde in Antiochia und von dort zu Besuchen in all die Gemeinden, die er in Galatien und Phrygien gegründet hatte. Er hatte ein Hirtenherz – er musste sicherstellen, dass seine “Schafe” gut versorgt waren, geistlich wuchsen, auf festem Grund standen und geeignete Leiter hatten. Obwohl ihm in all diesen Städten Schwierigkeiten und Gefahren drohten, ließ er sich nicht von Leidensfurcht und -müdigkeit, sondern von seiner Liebe zu den Kindern Gottes bestimmen.

Wir können von ihm lernen, was Nachfolge Christi bedeutet. Die Stoßrichtung beschreibt er so: Ihr sollt nicht euren eigenen Vorteil suchen, sondern den des anderen!  Wir haben Verantwortung füreinander; bei allem, was wir tun und lassen, sollten wir das Wohl der Glaubensgeschwister im Blick haben. Wir leben nicht mehr unabhängig und für uns selbst. Gott hat uns nicht nur zu Trophäen seiner Gnade gemacht, sondern auch zum Dienst befreit und “Werke” für uns vorbereitet, die wir in seiner Kraft tun dürfen. Wir sollen unser erlöstes Leben nicht vergeuden, sondern ein Verständnis dafür entwickeln, was Gott von uns will, wie wir ihm dienen können sowohl in der Gemeinde als auch in der Welt. Unser Glaube und unsere Hoffnung sollen sich zeigen, indem wir mit Lob und Dank übersprudeln und nicht mit Auflehnung und Quengeln auf die Prüfungen Gottes reagieren. So können wir der Welt das Evangelium verkündigen und demonstrieren in diesen “bösen Tagen”.

Predigt-Nachlese: Fan oder Nachfolger?

Der Predigttext heute war Lukas 14, 25-35.

Hier wird Jesus von einer großen Volksmenge begleitet, die begeistert und interessiert zuhört, und Jesus erläutert ihnen die Bedingungen der Nachfolge.

Und es wird klar: Jesus braucht keine Fans. Er will nicht Mitglied in deinem Freundeskreis werden, sondern er hat einen Totalanspruch an dein Leben. Ganz oder gar nicht! Alles andere muss ihm nachgeordnet werden. Wir geben alle Rechte an uns selbst und unserem Eigentum an ihm ab.

(Kleine Warnung, um Missverständnissen vorzubeugen: an JESUS geben wir das ab, nicht etwa an irgendwelche Institutionen, Organisationen oder Menschen – das wäre fatal.)

Praktisch bedeutet das, dass wir zu Verwaltern werden, die Gehorsams-bereit nach Gottes Willen suchen, was sie mit ihrer Zeit, ihrem Eigentum und allen ihren Kräften tun sollen. Und ja! es kann uns alles kosten, auch unser Leben – wie das viele unsrer Glaubensgeschwister in der Welt an eben diesem heutigen Tag erfahren! Das sollte uns bewusst sein, wenn wir uns in diese Nachfolge begeben. Wir müssen uns aber dafür nicht auf unsere Kraft stützen, sondern können uns auf seinen Heiligen Geist verlassen, dass er uns dazu befähigt.

Und alle halben Sachen sind bestenfalls lächerlich, so wie Salz, das nicht salzt! Wer nur ein Fan bleibt, verliert; wer alles hingibt, gewinnt! Das erinnert mich an den berühmten Spruch des Missionars und Märtyrers Jim Elliot: “Der ist kein Tor, der hingibt, was er nicht behalten kann, um zu gewinnen, was er nicht verlieren kann!”

Diese ganze Hingabe, sagt Paulus, ist “zu allen Dingen nütze, weil sie die Verheißung des Lebens hat, sowohl des jetzigen, wie auch des zukünftigen.” (1.Tim.4,8) – nicht eines leichten, sorgenfreien, gesicherten Lebens, sondern eines Lebens, das erfüllt ist mit Gottes Kraft und Freude und das von hier bis in die Ewigkeit reicht.