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Advent: Ich will dich sehen, Herr!

 

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Ich will dich sehen, Herr, und nicht mehr gebremst sein von den Schranken meines kleinen, zeitverhafteten Verstandes, der über Worten brüten und Lexika wälzen muss, um dein Reden zu fassen, und doch oft unschlüssig bleibt.

Ich will dich sehen, Herr, und alle Anfechtungen und Fragen, alle Ablenkungen und Umstrickungen, genetischen Dispositionen, psychischen Wirrnisse, Krankheiten, Schwachheit und Tod hinter mir lassen.

Ich will dich sehen, Herr,  und mit allen, die dich lieben, in ungehinderter Gemeinschaft bestaunen und genießen – wo Fehlinterpretationen und Meinungsverschiedenheiten, Missverständnisse und kulturelle Brillen schmelzen wie Eis an der Sonne der Herrlichkeit.

Ich will dich sehen, Herr, die bereiteten Wohnungen beziehen, das geschmückte warme Haus, wo die, die jetzt frieren in Verfolgung, im Gefängnis, auf der Flucht, in der Kälte einer gottfeindlichen Welt, ungeschützt, gequält und hinausgestoßen, Frieden und Heimat finden.

Ich will dich sehen, Herr, das Königtum und das Erbe, den Thron, die Pracht, die Schönheit, die endlich gebeugten Knie, das Reich, wo Gerechtigkeit wohnt, den ewigen Morgen!

Und der Geist und die Braut sagen: Komm!  … Ja, ich komme bald. – Amen; komm, Herr Jesus!  (aus Offenbarung 22)

Noch mehr Fragen zum Liebster Award

Auch René Malgo , der Auf Durchreise bloggt, hatte mir im Rahmen der Nominierung zum Liebster Award Fragen gestellt, auf die ich – wegen Krankheit und ein bisschen zu viel Arbeit zeitverzögert – noch eingehen möchte. Da einige den anderen Fragen, die ich schon beantwortet habe, sehr ähnlich sind, habe ich sie ausgelassen und mir nur die übrigen vorgenommen.

Was ist dein meist­ge­le­se­ner Artikel? Meine Geschichte!

Was inspi­riert dich zum Schreiben? Das sind verschiedene Dinge.  Ich liebe es, die Sonntagspredigt “wiederzukäuen”, weil das ein großer Segen für mich selbst ist, den ich gerne mit anderen teilen möchte. Die meiste Inspiration kommt aus der persönlichen stillen Zeit, manchmal auch aus Gesprächen oder durch das, was ich auf anderen Blogs lese.

Wer ist ein Vor­bild für dich? Mein Vater in seiner Grundsatztreue, meine  Schwester in der lebendigen, praktischen Art wie sie ihren Glauben “ohne viel Gedöns” in Werke der Liebe umsetzt, unser Pastor und seine Frau in ihrer Opferbereitschaft und unermüdlichen Arbeit für die Gemeinde ……um nur einige zu nennen.

Was wünscht du dir für dein Blog? Ich wünsche mir so sehr, dass das, was ich schreibe, jemand hilft, das Evangelium zu verstehen und zu Gott nach Hause zu kommen! Ich freue mich auch, wenn ich andere Gläubige ermutigen kann!

Was ist für dich das Evangelium? Das Evangelium ist die gute Botschaft, dass Gott das Schuldproblem für uns gelöst hat, indem er seinen Sohn als Opfer für uns gegeben hat. Nun ist der Weg zu Gott frei für jeden, der auf Jesus vertraut und von seinen eigenen Wegen umkehrt.

Was ist für dich der Himmel? Der Himmel ist meine Heimat, wo Jesus mir eine Wohnung vorbereitet, die unverminderte Gegenwart unseres liebevollen Gottes, wo wir von allem Leid getröstet werden, wo alles aufrichtig, rein und völlig Gott-konform ist. Obwohl ich mit beiden Beinen auf der Erde stehe, spüre ich doch oft, dass ich hier fremd bin, weil ich nach oben orientiert lebe, und sehne mich nach diesem Zuhause.

Woran denkst du, wenn du Worte des Herrn Jesus hörst, «Ich komme bald»? Komm bald, Herr Jesus, lieber heute als morgen, mach unsere Erlösung vollkommen, und lass uns deine Herrlichkeit sehen!

Was macht Jesus eigentlich im Himmel?

Heute ist Himmelfahrtstag. Für viele Menschen ist es einfach “Vatertag”, weil sie mit “Christi Himmelfahrt” wenig bis nichts anfangen können. Der Himmel mitsamt Christus ist weit weg, denken sie. Was hat das mit mir zu tun, falls es überhaupt wahr ist?

Ja, was macht Jesus eigentlich im Himmel? Hat er sich dahin verzogen, weil die Welt ihn nicht mehr interessiert?

  • Er regiert an Gottes Seite. Er hat alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Zur Zeit benutzt er seine Macht, um seinem Evangelium den Weg bis in den letzten Winkel der Welt zu bahnen. Er schickt seine Leute wie Schafe unter die Wölfe, um seinen Feinden Vergebung anzubieten und sie mit seiner Liebe bekannt zu machen. Er zieht Menschen zu sich auf unendlich vielen individuellen Wegen, aber immer durch sein Wort. Dadurch baut er sein Reich und sammelt sein Volk. Noch wird seine Herrschaft in dieser Welt nicht akzeptiert, er herrscht inmitten seiner Feinde.
  • Er “pflegt” seine Gemeinde auf der Erde. Durch den Geist, den er den Gläubigen geschickt hat, baut er sie auf, erinnert sie an seine Worte, korrigiert und reinigt sie, gibt ihnen Anweisungen, tröstet sie in allen Widrigkeiten und Nöten. Er gibt ihnen geistliche Gaben und setzt Menschen ein, um seine Gemeinde zu versorgen. Gleichzeitig vertritt er die Seinen im Himmel vor Gott und erwirkt ihnen die Vergebung ihrer Sünden. Er ist der ständige Vermittler zwischen Gott und uns.
  • Denen, die ihm vertrauen, bereitet er “Wohnungen” bei Gott. Er ist unser Vorläufer, der garantiert, dass wir in unserem himmlischen Vaterland ankommen, unser Hoffnungs-Anker im Himmel.
  • Er wartet auf den Zeitpunkt seiner Wiederkunft auf die Erde. Dann wird seine Herrlichkeit für jeden sichtbar sein, und auch die Widerspenstigen werden sich ihm unterwerfen. Dann wird alles zurechtgerückt: Er wird seine Diener belohnen und seine Feinde bestrafen. Dann heißt es: „Jetzt gehört die Herrschaft über die Welt unserem Herrn und seinem Messias! Und er wird in alle Ewigkeit regieren!“(Offenbarung 11,15)

Dass man Jesus jetzt nicht sieht, heißt nicht, dass man ihn nicht erleben kann! Man kann, das können viele bezeugen, die seinem Wort geglaubt haben. Und schon gar nicht heißt das, dass man ihn etwa nicht ernst nehmen müsste, denn er wird wiederkommen, und dann kommt er als Richter. Und jeder wird seine Knie vor ihm beugen.

In guter Gesellschaft

Ich habe schon einige Arten der gottesdienstlichen Anbetung kennengelernt – mit (mal mehr, mal weniger) wunderbarem vierstimmigem Gesang alter Lieder ohne Instrument, in größeren Versammlungen mit moderner Lobpreis-Musik, mit einer Handvoll Leute und Gitarren, die so schräg klangen wie die Sänger, mit christlicher Marschmusik á la Heilsarmee (mein persönlicher Anti-Favorit), mit afrikanischen Geschwistern, die singend um eine Trommel herumtanzten – aber die Form war nie das Wesentliche. In jeder dieser Formen konnte ich die “Anbetung im Geist und in der Wahrheit” finden, wenn alle Herzen auf Jesus ausgerichtet waren und in Dankbarkeit sein Opfer bewunderten und den “Namen über alle Namen” priesen, den Gott ihm gegeben hat. Dann fühlt man sich trotz aller menschlicher Unvollkommenheiten verschiedenster Couleur “im Himmel”.

Ist das nur ein Gefühl? Nein. Denn wir sind nie nur “unter uns”, wenn wir Gott anbeten. Wir sind, sagt die Heilige Schrift, einer himmlischen Festversammlung beigetreten. Wir leben in einer unsichtbaren geistlichen Realität, die unser Vorstellungsvermögen sprengt. Mit uns versammelt sind Myriaden anbetender Engel, die Gemeinde aller Christus liebenden Menschen überall auf dieser Welt, Gott selber als “verzehrendes Feuer” in all seiner richtenden Majestät und Jesus als Mittler, dessen Blut uns zur Teilnahme befähigt. Mit dabei sind auch die, die uns schon vorangegangen und vollendet sind. (Hebräer 12,22-24)

Deswegen ist die gemeinschaftliche Anbetung so wichtig. Sie bindet uns da ein, wo wir eigentlich hingehören. Sie tränkt uns mit Herrlichkeit, damit wir die Stürme des Alltags überstehen. Sie lässt uns die Wirklichkeit Gottes und der himmlischen Welt erfahren und rückt das Irdische, Vergängliche ins richtige Licht, wie es in einem alten Lied heißt: “Ewigkeit! In die Zeit leuchte hell hinein, dass uns werde klein das Kleine, und das Große groß erscheine.”

Es ist ein Privileg, sich sonntags mit dem Volk Gottes zusammenzufinden. Aber selbst wenn das aus irgendeinem Grund nicht möglich ist, weil jemand krank oder alt ist, weil es in seinem Land verboten ist, weil er im Gefängnis sitzt, weil es keine anderen Gläubigen in seiner Nähe gibt, weil er arbeiten muss: An diese himmlische Versammlung können wir immer andocken, ob allein oder gemeinsam. Dieses Bewusstsein verschafft uns noch mal eine Extraportion Freude!

In diesem Sinne: Einen schönen Sonntag!