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Jesus zieht in Jerusalem ein (Predigt-Nachlese)

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Predigttext: Johannes 12

Was für eine Menge  sich da in der Jerusalemer Frühlingsluft tummelte! Das bevorstehende Passafest hatte sie alle in die Stadt hineingeschwemmt. Praktisch jede Familie hatte Gäste. In dieser Atmosphäre verbreiteten sich Neuigkeiten in Windeseile. Die neuste Nachricht war die von der Auferweckung des Lazarus von den Toten. Dieser Jesus – war er etwa doch der Messias? Er zeigte all die Anzeichen, die der Prophet Jesaja ihm zugeordnet hatte:

Seht, da ist euer Gott! Die Rache kommt, die Vergeltung Gottes; er selbst kommt und wird euch retten! Dann werden die Augen der Blinden aufgetan und die Ohren der Tauben geöffnet werden; dann wird der Lahme springen wie ein Hirsch und die Zunge des Stummen lobsingen … Und eine Straße wird dort sein und ein Weg; man wird ihn den heiligen Weg nennen; kein Unreiner wird auf ihm gehen, sondern er ist für sie; die auf dem Weg wandeln, selbst Einfältige, werden nicht irregehen. (35, 3-8)

Er hatte Aussätzige geheilt, Dämonen ausgetrieben, Blinden das Augenlicht wiedergegeben. Und er rief die Menschen zur Buße: Zöllnern und Huren sprach er Vergebung zu. Er selbst beschrieb den Inhalt seiner Mission so:

Der Menschensohn ist ja gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist.

Damit nahm er für sich die Beschreibung in Anspruch, die der Prophet Daniel dem Messias gegeben hatte.

Und in dieser Menge, die da Jesus entgegenströmte, waren viele, die seine Heilung, Befreiung und Vergebung empfangen hatten. Um nur einige Namen zu nennen: Maria Magdalena, aus der er sieben Teufel ausgetrieben hatte, der Zöllner Zachäus, Simon der Aussätzige … Sie alle begrüßten ihn heute als den König, so wie es der Prophet Sacharja vorausgesagt hatte:

Freue dich, du Zionsstadt! Jubelt laut, ihr Leute von Jerusalem! Seht, euer König kommt zu euch! Er ist gerecht vor Gott, und er bringt die Rettung. Er ist demütig und reitet auf einem Fohlen, dem männlichen Jungtier einer Eselin. (Sacharja 9,9)

Sie gehen ihm mit Palmzweigen und Lobgesang entgegen, sehr zum Missfallen der Pharisäer, die feststellen müssen: Wir kommen so nicht weiter. Alle Welt läuft ihm nach.

Was die feiernde Menge nicht ahnt: Dass ihr Messias auf dem Weg zum Kreuz ist. Er präsentiert sich ihnen an dem Tag, an dem die Passalämmer ausgewählt werden, weil er das wahre und letzte Passalamm sein wird. Immer wieder versucht er es ihnen zu erklären, so auch heute:

Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde kommt und stirbt, bleibt es allein. Wenn es aber stirbt, wird es viele neue Körner hervorbringen.

In der Menge waren viele, die ihm von Herzen glaubten und ihre Verehrung darbrachten. Andere schwammen mit auf der Welle der momentanen Begeisterung, aber ihr Innerstes war nicht verändert. Ihre Herzen waren hart und verstanden nichts. Für sie würde es kein großer Switch sein, ein paar Tage später auf einer anderen Welle zu reiten und lautstark seine Hinrichtung zu fordern.

Wo stehen wir? Sind wir wirklich zu ihm umgekehrt, sind unsere Sünden vergeben, ist unser Herz erneuert? Lieben wir ihn? Oder sind wir nur Mitläufer, die wie welke Blätter mal von diesem, mal von jenem Windstoß getrieben werden?  Wer die Botschaft Jesu nicht annimmt, der verdammt sich selbst, wie Jesus sagt:

Ich bin als Licht in die Welt gekommen, damit jeder, der an mich glaubt, von der Finsternis frei wird. Wer hört, was ich sage, und sich nicht danach richtet, den verurteile ich nicht. Denn ich bin nicht in die Welt gekommen, um die Welt zu richten, sondern um sie zu retten. Wer mich verachtet und nicht annimmt, was ich sage, hat seinen Richter schon gefunden: Das Wort, das ich gesprochen habe, wird ihn an jenem letzten Tag verurteilen.

Grund zur Freude

Freut euch im Herrn allezeit! steht in Philipper 4,4. Das ist ein göttlicher Befehl. Wann sollen wir uns freuen? Im Advent? Auch! An Weihnachten? Auch! Aber hier steht „allezeit“!

Echt jetzt? Auch wenn alles schief geht, mich keiner versteht, ich keinen Job finde, meine Ehe unglücklich ist, oder ich keinen Mann finde oder keinen mehr habe, wenn das Leben nur Arbeit und Stress ist, der Chef oder der Lehrer immer meckert, das Geld nicht langt bis zum Ende des Monats, ich chronisch krank bin oder vielleicht nicht mehr lange zu leben habe? Falls jemand noch unsicher ist, ob es wirklich so gemeint ist, geht der Vers noch weiter: Und wiederum will ich sagen: freut euch!

Also, es gibt vor diesem göttlichen Befehl kein Entrinnen. Aber wie soll ich das denn machen? Wie freut man sich denn im Herrn?

Als am ersten Weihnachtstag der Engel mit den Hirten spricht, sagt er:  Fürchtet euch nicht! Denn siehe, ich verkündige euch große Freude, die für das ganze Volk sein wird. Denn euch ist heute ein Retter geboren, der ist Christus, der Herr, in Davids Stadt. Und dies sei euch das Zeichen: Ihr werdet ein Kind finden, in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegend. (Lukas 2,10.11)

Sie haben dieses Kind ge0006funden. Danach waren sie immer noch Hirten, ohne Ansehen in der Gesellschaft, immer noch arm, und nachts war es immer noch kalt. Was also hatte sich geändert? Sie hatten den IMMANUEL gefunden, den Gott, der mit uns ist (denn das bedeutet Immanuel), der unser Leben teilt, und damit sie es ganz sicher wissen konnten, lag er in einer Krippe, war mit ihnen bei den Schafen sozusagen. Sie mussten sich nie mehr fragen, ob Gott sich für sie interessiert. Er war auf sie zugekommen. Und auch wir müssen uns das nie mehr fragen. Wir wissen noch viel mehr über ihn, als diese Hirten überhaupt ahnen konnten. Das war ja erst der Anfang.

Ich war ja vor kurzem im Krankenhaus, und ich hab gemerkt: Mit Jesus kann man sich auch im Krankenhaus freuen. In der 2. oder 3. Nacht konnte ich nicht schlafen, wahrscheinlich, weil ich am Tag so viel geschlafen hatte. Das Gute am Krankenhaus ist: man muss am nächsten Tag nicht aufstehen und zur Arbeit, also kann man das ganz gelassen nehmen. Zudem hab ich mir mal geschworen, dass der Teufel meine schlaflosen Nächte nicht kriegt, indem ich mir einen Kopf mache über alles, was ich sowieso nicht ändern kann, und über Zweifeln und Fragen brüte. Ein müdes Hirn ist auch denkbar ungeeignet, um Probleme zu lösen. Ich will mich lieber mit dem beschäftigen, der immer wach genug ist, um mit all meinen Problemen fertig zu werden. Also hab ich für mich eine ganz einfache Methode entwickelt, indem ich nach dem Alphabet Eigenschaften Gottes suche oder Bibelverse, die mir einfallen, manchmal auch Liedverse. Das Alphabet ist dabei so eine Art Geländer, wo sich die Gedanken entlanghangeln können, damit sie wissen, wo sie suchen können. Ich kann euch das nur wärmstens empfehlen! Da kann es einem passieren, dass man trotz wenig Schlaf morgens sagt: Danke Herr, das war eine erfrischende Nacht! Die möchte ich um keinen Preis vermisst haben!

In dieser Nacht im Krankenhaus also kam mir die Idee, in meiner Erinnerung rumzukramen und Bezeichnungen von Jesus in der Bibel zu suchen. Und bei A fiel mir gleich was ein: In 1. Petrus 2,25 steht: Denn ihr gingt in der Irre wie Schafe, aber ihr seid jetzt zurückgekehrt zu dem Hirten und Aufseher eurer Seelen.

Das war schon gleich ein Volltreffer! Ja, ich war einmal ein Mensch, der ohne Gott in dieser imageWelt herumgeirrt ist wie ein Schaf, das sich verirrt hat. Aber ich bin nach Hause gekommen, und ich hab jetzt einen Aufseher. In manchen Übersetzungen heißt es, Hüter oder Beschützer, aber mir gefällt das Wort „Aufseher“. Ein Aufseher ist einer, der regelmäßig nach einem schaut, ob alles in Ordnung ist, der die Verantwortung übernimmt für dich. Der dir auch mal einen Schubs in die richtige Richtung gibt, wenn du vom Weg abkommst, der guckt, dass du alles hast, was du brauchst, der dich gegen deine Feinde beschützt. Ich fühlte mich so geborgen, als ich darüber nachdachte. Ich kann mein Leben Jesus in die Hände legen, und er übernimmt die Verantwortung. Es macht gar nichts, wenn ich so ein Schaf bin und alleine nicht klar komme. Das einzige, was ich machen muss ist: vertrauen. Ich muss zurückkehren und ihm sagen: Ich hab mich verirrt. Ich hab´s verbacken. Ich hab gedacht, ich weiß es besser, und ich hab mein Leben gegen die Wand gefahren. Ich brauch dich, und ich spreche dir ein für alle Mal mein Vertrauen aus. Mach mit mir, was du willst, du machst es richtig. Es bringt nichts, dem Aufseher meiner Seele eine halbe Vollmacht zu erteilen. Eine halbe Vollmacht ist ein ganzes Unglück. Du wirst dann nie glücklich sein und diese Freude im Herrn nicht finden.

Ich will jetzt nicht das ganze Alphabet mit euch durchmachen. Ich picke nur ein paar raus, obwohl ich mich über alle 82 gefreut habe, die ich dann auch in den nächsten Tagen noch gefunden habe!

0001Jesus ist mein Bruder. Das Kind in der Krippe hat mich zu seinem Bruder gemacht! Ich würde es gar nicht wagen, das zu sagen, wenn er es nicht selbst gesagt hätte. Hebräer 2,11 sagt (NL):  So haben nun Jesus und alle, die er heiligt, denselben Vater. Deshalb schämt sich Jesus nicht, sie seine Brüder zu nennen. Wir konnten das nicht beschließen, dass wir seine Brüder werden, aber er kann beschließen, uns in seine Familie aufzunehmen. Ein paar Verse weiter wird es näher erklärt, was das bedeutet: Da Gottes Kinder Menschen aus Fleisch und Blut sind, wurde auch Jesus als Mensch geboren. Denn nur so konnte er durch seinen Tod die Macht des Teufels brechen, der Macht über den Tod hatte. Nur so konnte er die befreien, die ihr Leben lang Sklaven ihrer Angst vor dem Tod waren. Wir wissen ja, dass Jesus kam, um den Nachkommen Abrahams zu helfen, nicht den Engeln. Deshalb musste er in allem seinen Brüdern gleich werden, damit er vor Gott unser barmherziger und treuer Hoher Priester werden konnte, um durch sein Opfer die Menschen von ihrer Schuld zu befreien. Da er selbst gelitten und Versuchungen erfahren hat, kann er denen helfen, die in Versuchungen geraten.

Jesus wollte uns so gerne in seiner Familie haben, dass er sein Leben dafür geopfert hat. Eigentlich sind wir Brüder und Schwestern zum Schämen, aber er schämt sich nicht. Wir denken manchmal, wir sind Helden, wenn wir uns zu Jesus bekennen, aber der eigentliche Held ist Jesus, der sich nicht schämt, sich zu uns zu bekennen. Als ich zu ihm kam, wusste er schon, was für einen Mist ich gebaut hatte und leider auch noch bauen würde. Jeden Tag könnte Jesus sich für mich schämen! Aber er tut es nicht, auch wenn er natürlich daran arbeitet, dass ich lerne, mich nach den Familienregeln zu benehmen. Er weist mich zurecht, aber er schmeißt mich nicht raus.

Wenn ich mein Leben ihm anvertraut habe, dann ist er mein Fürsprecher (oder Anwalt) bei Gott. Der Apostel Johannes schreibt in seinem 1. Brief: Meine Kinder, ich schreibe euch das, damit ihr nicht sündigt. Aber wenn es doch geschieht, dann gibt es jemanden, der vor dem Vater für euch eintritt: Jesus Christus, der vor Gott in allem gerecht ist. Er ist das Opfer für unsere Sünden. Er tilgt nicht nur unsere Schuld, sondern die der ganzen Welt.

Es ist was Tolles, wenn Christen füreinander beten und eintreten. Das tröstet uns irgendwie. Eimages ist total wichtig, dass wir füreinander beten. Aber der allergrößte Trost ist mir, dass ich weiß, dass Jesus im Himmel beständig für mich eintritt. Wenn ich sündige und zerknirscht bei Gott ankomme, dann sagt er: Mein Blut hat für sie bezahlt. Aber nicht nur das. Zu Petrus hat er, schon bevor der ihn überhaupt verleugnet hatte, gesagt: Ich habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht aufhört. (Lukas 22,32) Was für eine Liebe ist das! Jesus weiß, sein bester Freund wird behaupten, er hätte ihn nie gekannt. Einen schlimmeren Verrat und eine größere Enttäuschung kann es kaum geben. Und wofür betet er? Dass dieser untreue Freund nicht alles hinschmeißt, wenn er merkt, was er da getan hat. Dass er nicht verzweifelt an seiner Schuld und sich traut zurückzukommen. Ich bin so froh, dass Jesus so für uns betet. Ich will mir gar nicht ausmalen, wo ich wäre ohne seine Gebete!

Den Hirten verkündigt der Engel, dass Jesus der Retter ist. Was bedeutet das? Einen Retter braucht man nur, wenn man in einer großen Not ist, aus der man sich nicht alleine befreien imagekann. Von was Jesus uns retten will, hat ein anderer Engel dem Joseph so gesagt: Er wird sein Volk retten von ihren Sünden. (Matthäus 1,21). Wir Menschen wissen instinktiv, dass wir in Not sind durch unsere Sünde. Selbst wer gar nicht viel von Gott weiß, versucht ständig seine Sünde zu verstecken oder zu entschuldigen. Wenn uns bewusst wird, wie sehr Gott unsere Sünde hasst, und dass wir eines Tages vor ihn treten müssen und gerichtet werden – dann wird uns auch klar, dass wir einen Retter brauchen. Jesus rettet uns vor dem kommenden Zorn (1.Thessalonicher 1,10).

Denn Jesus ist Gottes Lamm. „Das ist das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt!“ rief Johannes der Täufer und wies dabei auf Jesus (Johannes 1,29). Als ich
darüber nachdachte, fiel mir auf, dass es nicht heißt: Das ist euer Lamm. Eigentlich müssen ja die Schuldigen ein Lamm bringen, ein Opfer, um mit Gott wieder ins Reine zu kommen. Aber das konnten wir gar nicht. Wir hatten nichts, was dazu ausgereicht hätte. Da hat Gott selber das Lamm gestellt. Völlig freiwillig ist Jesus in diese Welt gekommen, um für uns zu sterben. Er hat getan, was wir nicht tun konnten, um unser Problem zu lösen.

Wenn wir dann dieses Opfer angenommen haben, wie geht es dann weiter?

Als Kind hab ich oft gedacht: Bei mir hat das alles keinen Sinn. Ich kann sowieso nie so leben, wie Gott das will. Ich krieg das nicht hin. Ich brauch gar nicht erst anzufangen. Aber
als ich dann zu ihm kam, hab ich gemerkt: Er kriegt das hin. Er hat eine Kraft für mich, die das möglich macht. Er ist der Weinstock, und ich bin die Rebe. Wenn ich an ihn angeschlossen bin, hab ich seinen „Saft“ in mir. Ich muss gar nichts können. Er macht das, und er lehrt mich, in diesem Prozess mitzuwirken und zu wachsen. Denn Jesus, den seine Jünger „Lehrer“ nannten, ist der Pädagoge par excellence. So oft sage ich zu ihm: Herr, ich weiimageß, dass das und das sich ändern muss! Aber ich weiß nicht wie! Bring mir das doch bei! Und er tut es. Manchmal dauert es, weil ich keine einfache Schülerin bin, und er erst mal an die Wurzeln der Probleme gehen muss, aber er schafft das.

Last but not least ist Jesus der Kommende. Nur noch eine kurze Zeit, dann wird der erscheinen, der kommen soll, und sein Kommen wird sich nicht verzögern, heißt es in Hebräer 10,37. Darauf hat die Gemeinde Gottes immer gewartet.image

Das ist a0011uch ein Grund zu großer Freude! Jesus ist der Christus. Er ist der König, den Gott gesalbt hat, um ein ewiges Friedensreich zu regieren. Wenn uns die Umstände in dieser Welt niederdrücken, alle möglichen Ängste uns plagen, und wir gar kein Licht mehr am Ende des Tunnels sehen, dann haben wir die Zusage, dass Gott einen König eingesetzt hat, der in Gerechtigkeit regieren wird, wenn die Zeit gekommen ist. Bis dahin ist er für uns der
Morgenstern, der ankündigt, dass die Sonne bald aufgeht.

Aber eine noch festere Grundlage haben wir im prophetischen Wort, und ihr tut gut daran, darauf zu achten wie auf ein Licht, das an einem dunklen Ort leuchtet, bis der Tag anbricht und der Morgenstern in euren Herzen aufgeht. (2.Petrus 1,19) Wir haben eine sichere Zukunft, wenn wir uns Jesus anvertraut haben, auch wenn dazwischen vielleicht noch Leidenszeiten liegen.

Man muss allerdings auch dazu sagen: Wenn er wiederkommt, dann wird das nicht für 0005jeden Grund zur Freude sein. Denen, die sein Angebot zu Umkehr und Vergebung ablehnen, die gar kein Bedürfnis fühlen gerettet zu werden, die sich völlig in Ordnung fühlen, die kein Lamm und keinen Fürsprecher und keinen Erzieher und keinen Weinstock brauchen – die werden dann von ihm gerichtet werden, und ihre Selbstgerechtigkeit wird zerbröseln. Aber dann ist es zu spät. Aber für die, die ihm gehören, wird es eine vollkommene und nie mehr getrübte Freude sein. Wenn man bedenkt, wie wir hier schon in Anbetung und Freude schwelgen, wenn wir uns mit ihm beschäftigen, was wird das erst in der Ewigkeit sein! Das sprengt unser Vorstellungsvermögen.

Ich möchte uns zum Schluss zwei Arten von Fragen stellen. 1. Gehörst du schon zu diesem Jesus? Wenn nicht, dann lädt er dich heute ein, zu ihm zu kommen. Schieb es nicht auf! Und 2. Wenn du ihn kennst, genießt du ihn richtig? Christen haben ein Geheimleben, hast du das schon gewusst? In Kolosser 3 heißt es: Denkt nicht an weltliche Angelegenheiten, sondern konzentriert eure Gedanken auf ihn! Denn ihr seid gestorben, als Christus starb, und euer wahres Leben ist mit Christus in Gott verborgen. Die Welt kann es nicht sehen, aber sie merkt es, und das trotz unserer Fehler und Schwächen, die wir noch haben. Lasst uns unser wahres Leben leben! Wir sind in ihm reich gemacht und haben alles, was wir brauchen. Weihnachten ist nicht Kerzenromantik, Familie und Geschenke, so schön das alles ist. Das Wesentliche an Weihnachten ist: Immanuel, Gott mit uns in Jesus!

Angst vor Gott oder Gottesfurcht?

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Angst vor Gott zu haben ist die natürliche Kondition des Menschen. Gott und meine Sünde sind nicht kompatibel! Wir können versuchen, das zu ignorieren und zu vergessen, aber das ändert nichts an den Tatsachen. Jedes Mal, wenn ein Mensch stirbt, ist es ein Hinweis darauf, dass ein tiefer Riss durch die Schöpfung geht. Der Tod ist der Lohn der Sünde.

Es geht aber um mehr als das physische Sterben. Nach dem Tod kommt das Gericht Gottes. Auf unsere Sünde steht eine ewige Strafe. Jesus hat sehr oft von der Hölle gesprochen, von einem Feuer, das nie verlischt, einer ewigen Qual. Er findet es überhaupt nicht abwegig, sich davor zu fürchten:

Ich sage aber euch, meinen Freunden: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten und nach diesem nichts weiter zu tun vermögen! Ich will euch aber zeigen, wen ihr fürchten sollt: Fürchtet den, der nach dem Töten Macht hat, in die Hölle zu werfen; ja, sage ich euch, diesen fürchtet! (Lukas 12,4.5)

Es ist also gut und gesund, Gott zu fürchten.

Es gibt allerdings zwei Spielarten der Gottesfurcht. Die eine ist die Angst derer, die Gott Widerstand leisten. Die Dämonen zittern, aber sie beugen sich nicht vor Gott. Auch gottlose Menschen – und ich war einer von ihnen! – haben tief innen Angst vor Gott, aber ihr Stolz lässt es nicht zu, das zuzugeben. Lieber beschließen sie, dass es keinen Gott gibt, und hoffen, ihr Problem so zu lösen. Trotzdem sind sie Gefangene ihrer Todesfurcht. Von dieser Angst will Jesus uns erlösen. Dafür müssen wir unsere Schuld vor ihm zugeben und unseren Trotz und unsere Autonomie fahren lassen. Der Glaube an seinen stellvertretenden Tod und seine Auferstehung nimmt uns dann die Angst vor dem Gericht weg und bringt uns zu Gott in eine Vater-Kind-Beziehung.

Dann entsteht die zweite, positive Variante der Gottesfurcht. Gottes Wesen ändert sich ja kein bisschen, wenn wir uns bekehren. Er ist immer noch der Gott, der die Sünde hasst – auch und gerade im Leben seiner Kinder. Er vergibt uns Sünde gerne und sofort, aber er wird nicht tolerieren, dass wir darin leben, sie lieben und hegen und pflegen.

Als ich aus meiner Verlorenheit zu ihm kam, habe ich diese Furcht kennengelernt. Es ist nicht mehr die Furcht vor der Hölle, aber die Furcht, ihn zu betrüben, zu verunehren und die Beziehung nicht mehr genießen zu können. Und ohne diese Beziehung kann ich nicht mehr sein – sie ist mein ganzes und einziges Glück! Diese Art Gottesfurcht ist ein Produkt der Liebe, die Gott in unsere Herzen gesenkt hat. Sie geht mit Dankbarkeit und Vertrauen und einer tiefen Freude Hand in Hand.

Deshalb lasst uns, da wir ein unerschütterliches Reich empfangen, dankbar sein, wodurch wir Gott wohlgefällig dienen mit Scheu und Furcht! Denn auch unser Gott ist ein verzehrendes Feuer. (Hebräer 12, 28.29)

Predigt-Nachlese: Noahs Glaube

 

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Noah kennt irgendwie jeder. Fast in jedem Kinderzimmer findet man die Arche mit den Tierpärchen und Bilderbücher zum Thema ! Verfilmt wurde die Geschichte auch, allerdings nicht so, wie sie sich nach der Bibel zugetragen hat.

Die Bibel zeigt uns Noah als einen Menschen, von dessen Glauben wir lernen können:

Durch Glauben baute Noah, als er eine göttliche Weisung über das, was noch nicht zu sehen war, empfangen hatte, von Furcht bewegt, eine Arche zur Rettung seines Hauses. Durch ihn verurteilte er die Welt und wurde Erbe der Gerechtigkeit, die nach dem Glauben ist.

Noah muss in den Augen seiner Zeitgenossen ein ziemlich schräger Typ gewesen sein. Er baute ein riesiges Schiff auf dem Trockenen! Es war völlig unvorstellbar, zu was das einmal gut sein sollte, denn nicht nur gab es da, wo er war, kein Meer, auf dem das Ding schwimmen hätte können – noch viel unvorstellbarer war eine Flut.

Unter seinen Mitmenschen war er aber auch sonst ein Fremdkörper. Sie ignorierten Gott völlig.

Jahwe aber sah, wie groß die Bosheit der Menschen auf der Erde war. Ihr ganzes Denken und Streben, alles, was aus ihrem Herzen kam, war immer nur böse. Da beklagte Jahwe es, den Menschen erschaffen zu haben, und es schmerzte ihn bis in sein Innerstes hinein. (1.Mose 6,5,6 NEÜ)

Noah dagegen lebte mit Gott. Er wird als gerecht und untadelig beschrieben, was nicht bedeutet, dass er perfekt und ohne Fehler war. Aber er war in der ihn umgebenden Kultur der Gottlosigkeit der Einzige, der sein Leben nach Gott ausrichtete und ihm nicht den Rücken kehrte. So sollen auch wir uns abheben und als Kinder Gottes

ein reines, vorbildliches Leben führen in einer dunklen Welt voller verdorbener und verirrter Menschen, unter denen euer Leben wie ein helles Licht leuchtet. (Philipper 2,15 NEÜ)

Wir können nicht an allem teilhaben, was diese Welt so tut – und dann steht man manchmal allein. Noah zeigt uns, dass es mit Gott an unserer Seite nicht einfach, aber möglich ist!

In seinem Glauben stützte sich Noah auf nichts anderes, als das was Gott gesagt hatte, auch wenn er es noch nicht sehen konnte. Es ging über seine Erfahrung weit hinaus und war mit seiner Logik nicht zu fassen, aber er vertraute darauf. Über einen Zeitraum von 120 Jahren investierte er sein Leben in den Bau dieses riesigen Schiffes angesichts von Unverständnis, Spott und Gleichgültigkeit seiner Zeitgenossen, die weiterlebten wie bisher – und sah kein einziges Wölkchen am Himmel, das ihn und seine Gerichtsbotschaft bestätigt hätte.

Und dann, als alles beendet war, kam die Flut plötzlich und unerwartet und dauerte ein Jahr. Es gab keine Entkommen und kein Überleben außer für die, die vor dem Gericht in die Arche gegangen waren.

Gott wird diese Welt noch einmal richten. Auch diesmal lässt er es vorher verkündigen.

Der Tag des Herrn wird so unerwartet kommen wie ein Dieb. Dann wird der Himmel unter schrecklichem Lärm vergehen, und alles wird sich in Flammen auflösen; und die Erde wird mit allem, was auf ihr ist, dem Gericht ausgeliefert werden. (2.Petrus 3,10 NEÜ)

Die Arche, die er anbietet, ist Jesus Christus. Wenn wir unser Vertrauen in ihn setzen, werden wir gerettet. Dieses Vertrauen wird sich dann auch ganz praktisch zeigen. Unser Leben wird sich ändern. Statt dem Glück in dieser Welt nachzujagen, werden wir in die Ewigkeit investieren, in Dinge, die wir noch nicht sehen. Wir werden danach streben, Gott durch sein Wort immer besser kennenzulernen und ihm zu gefallen.

Wenn aber alles um uns her sich auf diese Weise auflösen wird, wie viel mehr solltet ihr dann ein Leben führen, das heilig ist und Gott ehrt! Ihr solltet diesen Tag erwarten und ihn herbeisehnen – den Tag, an dem Gott den Himmel in Brand setzt und die Elemente in den Flammen zerschmelzen. Wir aber erwarten den neuen Himmel und die neue Erde, die er versprochen hat. Dort wird Gottes Gerechtigkeit herrschen. Bemüht euch deshalb darum, liebe Freunde, ein reines und tadelloses Leben im Frieden mit Gott zu führen, während ihr auf dies alles wartet. Und denkt daran: Gott wartet, damit die Menschen gerettet werden. (2.Petrus 3,11-15)

Predigt-Nachlese: Würden doch alle wie ich!

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Predigttext: Apostelgeschichte 25 und 26

Würden doch alle wie ich!

Der Mann, der das ausruft, ist gefangen und gefesselt. Aber er weiß, dass er das größte Glück besitzt, weil seine Sünden vergeben sind, und er Gott seinen Vater nennen kann. Und er wünscht diese Freude jedem, Freunden und Feinden, und auch dem König Agrippa, vor dem er zum Verhör erschienen ist.

Paulus hatte sich auf den Kaiser in Rom berufen, als er merkte, dass er in Gefahr stand, den jüdischen Führern ausgeliefert zu werden, bei denen Festus Pluspunkte sammeln wollte. Willst du dich in Jerusalem verantworten? hatte Festus ihn gefragt. Nein, da würde ihm kein Recht werden, das war ihm klar, dann lieber nach Rom! So bleibt er also in Gewahrsam, bis eine Möglichkeit gefunden würde, ihn zum Cäsar zu senden.

Nun ist es etwas schwierig, jemand ohne überzeugende Anklagepunkte in ein Berufungsverfahren zu schicken. Da trifft es sich gut, dass Festus hohen Besuch bekommt, den er um eine Stellungnahme und Rat bitten kann. König Agrippa der Zweite und seine Schwester Berenike sind seine Gäste, und ja, Agrippa ist neugierig: Ich würde diesen Mann gern kennenlernen und hören, was er zu sagen hat.

Und dann steht der treue Zeuge Jesu vor ihm und seinem ganzen Tross im Gerichtssaal und bekommt die Gelegenheit, zu reden. Ich schätze mich glücklich, dass ich mich vor dir verteidigen kann, beginnt Paulus. Wirklich? Weiß er nicht, dass der Urgroßvater dieses Mannes die Kinder von Bethlehem hat abschlachten lassen, sein Großvater Johannes, den Täufer, auf dem Gewissen hat, und sein Vater Jakobus hinrichten ließ? Erwartet er etwa Gerechtigkeit von ihm?  – Nein, Paulus ist nicht naiv, aber er sieht eine Chance für Agrippa! Er wird heute das Evangelium hören und die Gelegenheit bekommen, sich zu Christus zu bekehren.

Bei Agrippa muss Paulus nicht bei Null anfangen. Er weiß viel aus der Heiligen Schrift. Er ist zwar In Rom erzogen worden, aber in allen jüdischen Gebräuchen und Streitfragen wohl bewandert. Genau genommen ist er von Rom als Oberaufsicht über den Tempel eingesetzt. Paulus erzählt ihm nun von seinem eigenen Leben: Wie fromm er war und doch so verloren, weil er Jesus bekämpft hat. Die bösen Dinge, die er den Gläubigen getan hat. Wie der Auferstandene ihm begegnet ist und sein Leben auf den Kopf gestellt hat. Von dem Auftrag, den er bekommen hat. Und ja, für alle Menschen und auch für Agrippa gilt das Angebot, umzukehren und aus der Finsternis zum Licht und aus der Gewalt Satans zu Gott zu kommen!  Vergebung der Sünden und ein ewiges Erbe – dafür hat Christus gelitten und stellvertretend unsere Strafe auf sich genommen. Es gab Gnade für den Sünder Paulus wie es auch Gnade für den Sünder Agrippa geben kann.

Festus ist das alles ein bisschen zuviel. Paulus, du hast den Verstand verloren! Dass Christen verrückt sind, ist keine unübliche Anklage, um die Ablehnung unserer Botschaft zu rechtfertigen. Aber wir könnten gar nicht vernünftiger sein, denn das, was wir glauben, steht auf der festen Grundlage uralter Verheißungen! Paulus wendet sich wieder an den König: Agrippa, glaubst du den Propheten? Ich weiß doch, dass du glaubst!  Agrippa, so herausgefordert, antwortet etwas nervös: Du überredest mich noch, ein Christ zu werden!

Ach, wie gerne täte Paulus das!  Es ist sein tiefster Herzenswunsch, dass alle würden wie er, nur ohne diese Fesseln! Aber Agrippa übergeht diesen Ruf an sein Herz. Der Mann ist interessant und seine Lebensgeschichte berührend, da ist was dran – aber werden wie er? Die Kosten sind ihm zu hoch. Er geht zur Tagesordnung über.

Eine tragische Geschichte! Gott bietet Versöhnung an, es geht um Himmel oder Hölle, Licht oder Finsternis, Leben im  Reich Gottes oder im Machtbereich Satans. Wer nicht wählt, wählt auch – es gibt keinen neutralen Boden. Lass das nicht deine Geschichte sein! Weise deinen Erlöser nicht ab! Wenn ihr heute die Stimme Gottes hört, verschließt euch seinem Reden nicht! (Hebräer 3,15)

Bild: Nikolai Korniliewitsch Bodarewskie [Public domain], via Wikimedia Commons