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Predigt-Nachlese: Noahs Glaube

 

Predigttext: Hebräer 11,7noahs-ark-313735_1280

Noah kennt irgendwie jeder. Fast in jedem Kinderzimmer findet man die Arche mit den Tierpärchen und Bilderbücher zum Thema ! Verfilmt wurde die Geschichte auch, allerdings nicht so, wie sie sich nach der Bibel zugetragen hat.

Die Bibel zeigt uns Noah als einen Menschen, von dessen Glauben wir lernen können:

Durch Glauben baute Noah, als er eine göttliche Weisung über das, was noch nicht zu sehen war, empfangen hatte, von Furcht bewegt, eine Arche zur Rettung seines Hauses. Durch ihn verurteilte er die Welt und wurde Erbe der Gerechtigkeit, die nach dem Glauben ist.

Noah muss in den Augen seiner Zeitgenossen ein ziemlich schräger Typ gewesen sein. Er baute ein riesiges Schiff auf dem Trockenen! Es war völlig unvorstellbar, zu was das einmal gut sein sollte, denn nicht nur gab es da, wo er war, kein Meer, auf dem das Ding schwimmen hätte können – noch viel unvorstellbarer war eine Flut.

Unter seinen Mitmenschen war er aber auch sonst ein Fremdkörper. Sie ignorierten Gott völlig.

Jahwe aber sah, wie groß die Bosheit der Menschen auf der Erde war. Ihr ganzes Denken und Streben, alles, was aus ihrem Herzen kam, war immer nur böse. Da beklagte Jahwe es, den Menschen erschaffen zu haben, und es schmerzte ihn bis in sein Innerstes hinein. (1.Mose 6,5,6 NEÜ)

Noah dagegen lebte mit Gott. Er wird als gerecht und untadelig beschrieben, was nicht bedeutet, dass er perfekt und ohne Fehler war. Aber er war in der ihn umgebenden Kultur der Gottlosigkeit der Einzige, der sein Leben nach Gott ausrichtete und ihm nicht den Rücken kehrte. So sollen auch wir uns abheben und als Kinder Gottes

ein reines, vorbildliches Leben führen in einer dunklen Welt voller verdorbener und verirrter Menschen, unter denen euer Leben wie ein helles Licht leuchtet. (Philipper 2,15 NEÜ)

Wir können nicht an allem teilhaben, was diese Welt so tut – und dann steht man manchmal allein. Noah zeigt uns, dass es mit Gott an unserer Seite nicht einfach, aber möglich ist!

In seinem Glauben stützte sich Noah auf nichts anderes, als das was Gott gesagt hatte, auch wenn er es noch nicht sehen konnte. Es ging über seine Erfahrung weit hinaus und war mit seiner Logik nicht zu fassen, aber er vertraute darauf. Über einen Zeitraum von 120 Jahren investierte er sein Leben in den Bau dieses riesigen Schiffes angesichts von Unverständnis, Spott und Gleichgültigkeit seiner Zeitgenossen, die weiterlebten wie bisher – und sah kein einziges Wölkchen am Himmel, das ihn und seine Gerichtsbotschaft bestätigt hätte.

Und dann, als alles beendet war, kam die Flut plötzlich und unerwartet und dauerte ein Jahr. Es gab keine Entkommen und kein Überleben außer für die, die vor dem Gericht in die Arche gegangen waren.

Gott wird diese Welt noch einmal richten. Auch diesmal lässt er es vorher verkündigen.

Der Tag des Herrn wird so unerwartet kommen wie ein Dieb. Dann wird der Himmel unter schrecklichem Lärm vergehen, und alles wird sich in Flammen auflösen; und die Erde wird mit allem, was auf ihr ist, dem Gericht ausgeliefert werden. (2.Petrus 3,10 NEÜ)

Die Arche, die er anbietet, ist Jesus Christus. Wenn wir unser Vertrauen in ihn setzen, werden wir gerettet. Dieses Vertrauen wird sich dann auch ganz praktisch zeigen. Unser Leben wird sich ändern. Statt dem Glück in dieser Welt nachzujagen, werden wir in die Ewigkeit investieren, in Dinge, die wir noch nicht sehen. Wir werden danach streben, Gott durch sein Wort immer besser kennenzulernen und ihm zu gefallen.

Wenn aber alles um uns her sich auf diese Weise auflösen wird, wie viel mehr solltet ihr dann ein Leben führen, das heilig ist und Gott ehrt! Ihr solltet diesen Tag erwarten und ihn herbeisehnen – den Tag, an dem Gott den Himmel in Brand setzt und die Elemente in den Flammen zerschmelzen. Wir aber erwarten den neuen Himmel und die neue Erde, die er versprochen hat. Dort wird Gottes Gerechtigkeit herrschen. Bemüht euch deshalb darum, liebe Freunde, ein reines und tadelloses Leben im Frieden mit Gott zu führen, während ihr auf dies alles wartet. Und denkt daran: Gott wartet, damit die Menschen gerettet werden. (2.Petrus 3,11-15)

Und der HERR schloss hinter ihm zu

Ich lese gerade die Geschichte von Noah in 1. Mose 7. Als Noah, seine Familie und die ganzen Tiere in der Arche drin waren, heißt es: Und der HERR schloss hinter ihm zu.

So war die Rettung Noahs eine von Gott “beschlossene” Sache. Noah hatte eine Entscheidung getroffen, und Gott schnitt ihm den Rückweg ab (nicht, dass Noah wieder raus gewollt hätte! Er hatte 100 Jahre Zeit gehabt, sich das zu überlegen!) Das erinnert mich an ein Lied des indischen Christen Sadhu Sundar Singh, das wir in meiner Jugend oft gesungen haben: Ich bin entschieden, zu folgen Jesus! Ich bin entschieden, zu folgen Jesus! Niemals zurück! Niemals zurück!

Diese Tür hatte eine gewaltige “Trennkraft”. Sie trennte Noah von allem, was da draußen gerade im Gericht unterging, vom Wesen und Treiben der Welt. Johannes sagt es im Neuen Testament so: Denn nichts von dem, was in der Welt ist, kommt vom Vater: Die Gier des eigenwilligen Menschen, seine begehrlichen Blicke, sein Prahlen mit Besitz und Macht – das alles gehört zur Welt. Und die Welt mit ihren Begierden wird verschwinden. Doch wer tut, was Gott will, bleibt und lebt in Ewigkeit (1.Johannes 2,16 NEÜ) Die Trennung von der Welt und die Trennung vom Gericht ist eine Doppelpackung – man kann das eine nicht ohne das andere haben.

Als am Kreuz die Fluten des Zornes Gottes sich über Jesus ergossen haben, wurde dadurch das Wesen dieser Welt verurteilt. Und wenn wir zu diesem Kreuz unsere Zuflucht nehmen, dann schließt Gott auch hinter uns die Tür zu. Paulus drückt es so aus: Ich jedoch will auf nichts anderes stolz sein als auf das Kreuz unseres Herrn Jesus Christus. In diesem Kreuz ist die Welt für mich gekreuzigt und ich für sie. (Galater 6,14) Es ist eine geistliche Unmöglichkeit, Jesus nachzufolgen und sich gleichzeitig  mit einer gerichteten Welt zu identifizieren und nach ihrer Art und Weise zu leben. Streben nach Geld und Position und dem eigenen Vorteil, Religiosität, Eigenwille, Begierde, Machtspielchen – das alles ist draußen hinter der Tür und fürs Gericht bestimmt. In unsrer “Arche” gelten andere Maßstäbe. Unsere Karriere ist es, Gottes Sklave zu sein, unser Besitz ist das himmlische Erbe, unser Fest ist die Gemeinschaft der Heiligen und unser Genuss ist die unbeschreibliche, unaussprechliche Freude an der Gnade Gottes. Und um alles in der Welt möchte ich nicht da draußen sein! Und du, der oder die du noch draußen bist oder noch in der Tür stehst und dich nicht entscheiden kannst: Komm rein, und lass Gott hinter dir zuschließen!