Eine Gemeinde braucht Männer, die die Verantwortung übernehmen, und das sind hoffentlich solche, die der Heilige Geist eingesetzt hat (Apostelgeschichte 20,28) und die sich der Verantwortung bewusst sind, dass Gott ihnen sein allerhöchstes und mit dem Blut seines Sohnes teuer erkauftes Gut in dieser Welt anvertraut hat.
Aber wir anderen haben auch Mitverantwortung. Unsere Aufgabe ist es, für unsere Leiter zu beten. Wenn wir das nicht tun, zeigen wir damit, dass wir auf Fleisch vertrauen. Wir denken: Die machen das schon, und vergessen, dass nur Gott sie dazu befähigen kann, dieser Verantwortung gerecht zu werden. Oder wir “helfen” mit Kritik oder, schlimmer noch, Reden hinter dem Rücken. Aber wenn unsere Leiter ihren Dienst nicht mit Freuden tun können, haben wir den Schaden davon. Deswegen ist unser Anteil an der Sache, dass wir uns unterordnen, und dass wir beten (Hebräer 13,17-18).
Um was also sollten wir beten? Ich stütze mich dabei meist auf die Abschnitte in der Bibel, die die Aufgaben der Ältesten beschreiben.
Ich bete, dass sie es aus der rechten Herzensmotivation tun, dass sie es nicht als Zwang und Last empfinden, sondern als etwas, das sie für Gott gerne und aus Liebe tun; dass weder Geld noch Machtbedürfnis oder Ansehen eine Rolle spielen (1.Petrus 5,2-3).
Ich bete, dass sie das rechte Aufgabenverständnis haben, nämlich die „Herde“ zu beschützen vor Menschen, die Eigeninteressen vertreten, die Irrlehre oder Spaltung in die Gemeinde bringen (Apostelgeschichte 20,29-30) oder auch Sünden, die die ganze Gemeinde infizieren (1.Korinther 5, Hebräer 12,15). Dabei bete ich, dass sie wachsam sind, und dass auch die nötigen Informationen, über die Dinge, die falsch laufen, bis zu ihnen durchdringen. In einem Zeitalter, wo ein Großteil der Gemeinde seinen geistlichen Input aus einer unübersichtlichen Fülle an YouTube- und TikTok-Kanälen bezieht, ist das eine fast unmögliche Aufgabe. Ich bete, dass sie gastfrei und zugänglich sind, schon damit sie überhaupt ihre „Schafe“ kennen, dass sie offene Augen und Ohren haben.
Ich bete, dass ihr Familienleben ihnen kein Bein stellt durch Rebellion im eigenen Haus, dass sie weise sind und sich Zeit vorbehalten für Ehe und Kinder, also eine gute Church-(Work)-Family-Balance hinkriegen und ihre Prioritäten nicht aus dem Auge verlieren; dass ihre Ehefrauen von ganzem Herzen mit ihnen an einem Strang ziehen.
Ich bete, dass sie sich Zeit nehmen, die Schrift zu studieren und dort alle Antworten zu suchen, damit sie lehrfähig sind und das nötige Handwerkszeug haben, um die Gemeinde im Wort Gottes zu unterrichten, ein Bollwerk gegen Irrlehre aufzubauen, Menschen in der Seelsorge weiterzuhelfen und Widerspruch zu entkräften.
Ich bete, dass sie teamfähig sind, nicht eigenmächtig, nicht streitsüchtig, aber auch wahrheitssuchende Auseinandersetzung innerhalb der Leiterschaft offen führen und zum Schluss immer – wie beim Apostelkonzil in Jerusalem – einstimmig werden und sagen können: „Es hat dem Heiligen Geist und uns wohlgefallen …“ (Apostelgeschichte 15,28).
Und schließlich bete ich, dass sie beten! Dass sie sich ihrer Abhängigkeit von Gott bewusst sind und wissen, dass sie ohne Jesus nichts tun können – damit sie am Ende mit dem Oberhirten Jesus sagen können: „Die du mir gegeben hast, habe ich behütet, und keiner von ihnen ist verlorengegangen …” (Johannes 17,12).
