Manchmal hat man ja den Eindruck, dass es bei Christen, wenn sie davon sprechen, dass man „gerettet“ werden muss, nur darum geht, nicht in die Hölle zu kommen. Aber die Apostel scheinen mir, wenn sie von Rettung sprachen, noch ein etwas anderes Konzept gehabt zu haben. Es geht darum zu sehen, wo die ganze Welt hingeht, und dass ich herausmuss aus diesem Kontext, weil ich sonst samt ihr verloren bin. „Lasst euch retten aus diesem verkehrten Geschlecht!“, ruft Petrus seine Zuhörer auf. Ich muss also ganz und gar brechen mit diesem „verkehrten Geschlecht“. Ich habe zu denen gehört, die Jesus in Worten und Taten verworfen haben und brauche Vergebung meiner Sünden. Aber ich muss auch „hinzugetan“ werden, nämlich zu einem neuen Volk von Jesusjüngern – raus aus dem verkehrten Geschlecht und rein ins Reich Gottes. Sichtbar wird das durch die Taufe, bei der ich mein altes Leben im Wasser lasse und zum neuen Leben mit Christus aufstehe.
Übrigens – retten lässt man sich, man kann es selbst nicht bewerkstelligen. Paulus sagt es später einmal so:
Der Vater hat uns tüchtig gemacht, teilzuhaben am Erbe der Heiligen im Licht.
Er hat uns errettet aus der Herrschaft der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich des Sohnes seiner Liebe, (Kolosser 1,12.13)
Auch hier: Raus aus dem Reich der Finsternis, rein ins Licht, rein ins Reich des Sohnes Gottes. Wir können nicht gerettet werden, wenn wir Gottes Urteil über diese Welt nicht anerkennen, dem wir nur dadurch entkommen, dass wir unsere Sünde anerkennen, die Vergebung durch Jesus annehmen und dem Reich der Finsternis kündigen.
