Heute morgen fiel mir in Römer 15,5 eine interessante Beschreibung Gottes auf. In der Elberfelder Bibel liest sich das so: “der Gott des Ausharrens und der Ermunterung”. Ausharren ist nicht unbedingt ein Wort aus unserer Umgangssprache, aber man könnte es mit geduldigem Durchhalten in widrigen Umständen mit Blick auf das Ziel umschreiben. Die Zielorientierung, die Hoffnung, macht den Unterschied zu dumpfer Resignation oder Schicksalsergebenheit.
Was bedeutet das nun für mich, dass Gott der Gott des Ausharrens und der Ermunterung ist? Es gefällt mir, wie es die französische „Bible du Semeur“ übersetzt: Gott ist die Quelle der Geduld und des Trostes (Dieu, source de toute patience et de tout réconfort). Das heißt für mich in allen Kämpfen, Anfechtungen und Widerwärtigkeiten:
- Es ist GOTT, der mich festhält und durchträgt
- Es ist GOTT, mir durch sein Wort Mut macht, der mich zurechtrückt, der mir eine neue Perspektive gibt
- Es ist GOTT, der meine Tränen abwischt und mich tröstet
- Es ist GOTT, der mir Menschen an die Seite stellt, damit wir uns gegenseitig ermutigen und ermahnen und mitziehen
- Es ist GOTT, der mich erzieht und auch Schwierigkeiten verordnet, damit ich daran das Durchhalten und Vertrauen lerne
- Es ist GOTT, der mich furchtsamen Schwächling mutig und standhaft macht
Also – wohin wende ich mich, wenn ich down bin, nicht mehr kann, keinen Ausweg sehe, Angst habe? An den Gott des Ausharrens und der Ermunterung! Und wie können wir einander helfen? Indem wir Durchflussrohre für die Quelle des Durchhaltens und des Trostes werden. Und das geht nur, wenn wir uns dazu auch zusammenfinden:
Wir wollen unbeirrbar an der Hoffnung festhalten, zu der wir uns bekennen. Denn Gott, der uns das Versprechen gegeben hat, steht treu zu seinen Zusagen. Und lasst uns aufeinander achten und uns gegenseitig zur Liebe und zu guten Taten anspornen. Deshalb ist es wichtig, unsere Zusammenkünfte nicht zu versäumen, wie es sich leider einige schon angewöhnt haben. Wir müssen uns doch gegenseitig ermutigen, und das umso mehr, je näher ihr den Tag heranrücken seht, an dem der Herr kommt. (Hebräer 10, 24.25)
