A Place of Healing: Wrestling with the Mysteries of Suffering, Pain, and God’s Sovereignty by Joni Eareckson Tada
My rating: 5 of 5 stars
Vor einiger Zeit habe ich mir dieses Audiobook von Joni Eareckson Tada angehört. Darin geht es um die Frage, warum Gott (noch) nicht heilt, wenn er das doch kann.
Dabei bin ich zum ersten Mal auf den Gedanken gestoßen, dass Heilung in diesem Leben immer relativ ist. Joni erzählt, wie sie nach über 40 Jahren Querschnittslähmung Krebs bekam. War bis dahin ihr Wunsch gewesen, ihre Beine gebrauchen zu können, so verschob sich der Wunsch nach Heilung plötzlich: Sie wollte hauptsächlich vom Krebs geheilt werden. Danach stellte sich ein chronischer Schmerzzustand ein, der nur mit starken Mitteln auszuhalten ist, und die Heilung, um die sie den Herrn anflehte, bezog sich nun primär darauf.
Unser Herr hat Kraft zu heilen, und er tut es oft. Aber ganz heil werden wir erst sein, wenn Gott uns unser Erbe “auszahlt”, wenn die Herrlichkeit der Kinder Gottes offenbar wird und unser Leib erlöst wird. Bis jetzt, sagt Paulus, ist das noch Hoffnung:
“Aber nicht nur das, auch wir selbst, denen Gott doch schon seinen Geist gegeben hat – als Vorschuss auf das künftige Erbe -, auch wir seufzen innerlich und warten sehnsüchtig auf das Offenbarwerden unserer Kindschaft: die Erlösung unseres Körpers. Denn mit dieser Hoffnung sind wir errettet worden. Aber eine Hoffnung, die man schon erfüllt sieht, ist keine Hoffnung. Denn warum sollte man auf etwas hoffen, was man schon verwirklicht sieht? Wenn wir aber auf etwas hoffen, was wir noch nicht sehen können, warten wir geduldig, bis es sich erfüllt.” (Röm. 8:23-25)
Wir warten geduldig – wir halten die Vorläufigkeit aus, wir lassen uns durch Leiden erziehen, ja, wir seufzen und sehnen uns und wissen: Die Vollendung kommt.
Gott hat aus Joni ein wunderbares Werkzeug zu seiner Ehre gemacht und beschlossen, sie auf seine Heilung noch warten zu lassen. Sie hätte nie so unzähligen Menschen zum Segen werden können, wenn er sie als junges Mädchen schon geheilt hätte (was sie damals so sehr gehofft hat), und sie wäre ziemlich sicher irgendwann auch wieder krank geworden. Eben durch ihr Seufzen, ihre Sehnsucht und ihre Hoffnung ist sie vielen ein Wegweiser zum Himmel geworden.



