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Entdeckungen in der Apostelgeschichte: Frauen spielen eine Rolle

together-5928481_1280Was mir beim ersten Durchlesen auffiel war, dass Frauen als Verfolgte erwähnt werden, und ich habe mich gefragt, warum. Sonst ist so oft nur von “Brüdern” als Oberbegriff die Rede, Aber schon bald nach Ausbruch der allgemeinen Verfolgung heißt es: 

Saulus aber verwüstete die Gemeinde, drang überall in die Häuser ein, schleppte Männer und Frauen fort und brachte sie ins Gefängnis.

Der gleiche Sachverhalt wird in Apg 9,2 und 22,4 beschrieben. Dabei geht es immer um Paulus, und soll wahrscheinlich auch die Wut und Brutalität verdeutlichen, mir der er die Christen jagte. Aber es zeigt eben auch, dass da Frauen waren mit einem selbständigen Glauben, die treu zu ihrem Herrn standen und genau wie die Männer die Verantwortung für ihren Standpunkt übernahmen.

Was auch neu ist: Frauen werden getauft. Im Judentum war das Bundeszeichen die Beschneidung, was Männern vorbehalten war. Jetzt konnten Frauen ihren eigenen und ganz persönlichen Glauben bezeugen (hier in Samarien und hier in Philippi wird es speziell erwähnt).

Und Frauen empfangen den Heiligen Geist. Zusammen mit den Aposteln haben Frauen betend auf den Heiligen Geist gewartet, sie waren dabei, als er ausgegossen wurde und Töchter und Söhne, Knechte und Mägde weissagten.

Sie spielen nie eine Sonderrolle und auch keine führende Rolle. Sie sind Teil der Gemeinde und durch ihre Unterstützung wesentlich für das Reich Gottes. Sie zeichnen sich durch gute Werke und Wohltätigkeit aus wie Tabitha, sie stellen ihre Häuser der Gebetsversammlung der Gemeinde zur Verfügung wie Maria, sind gastfrei wie Lydia, die auch die erste Anlaufstelle für Paulus und Silas ist, als sie aus dem Gefängnis entlassen sind. Prisca unterstützt ihren Mann in der Förderung von Apollos, dessen Potential sie erkennen, dem aber noch wichtige Informationen fehlen. Sie sind ein großartiges Team für den Bau des Reiches Gottes, das sich in allem sehr einig gewesen zu sein scheint.

Predigt-Nachlese: Wie bekommt man den Heiligen Geist?

Predigttext: Apostelgeschichte 19,1-10

In der Apostelgeschichte befinden wir uns in einer Übergangsphase. Die jüdischen Menschen, die zum Glauben an Jesus kamen, mussten völlig umdenken. Ihr Leben war eingebettet in Traditionen und Regeln – jetzt lernten sie die Gnade kennen. Paulus selbst geht auf einem radikalen Weg voran – weg von der vermeintlichen Gerechtigkeit durch Befolgung des Gesetzes und hin zur Glaubensgerechtigkeit durch das Vertrauen auf das, was Jesus für ihn getan hatte.

Menschen befanden sich dabei in verschiedenen Stadien, wie z.B. Apollos, dem Prisca und Aquila den Weg Gottes noch genauer zeigen mussten. In unserem heutigen Text begegnen wir in Ephesus zwölf gottesfürchtigen Männern, die als “Jünger” bezeichnet werden. Dieser Ausdruck bedeutet hier einfach “Lernende” und nicht, dass sie schon Jesus-Jünger  waren. Sie hatten sich von Johannes zur Buße taufen lassen. Das bedeutet, sie hatten schon einen gewaltigen Schritt getan – sie hatten erkannt, dass sie im Herzen keine wahren Söhne Abrahams waren, sondern vergebungsbedürftige Sünder. Sie hatten öffentlich zugegeben, dass sie Reinigung brauchten. Sie hofften auf die Verheißung des neuen Herzens, das Gott in Hesekiel 36 verheißen hatte:

Dann werde ich reines Wasser auf euch sprengen und euch so von allem Dreck und allen Götzen reinigen. Ich gebe euch ein neues Herz und einen neuen Geist: Das versteinerte Herz nehme ich aus eurer Brust und gebe euch ein lebendiges dafür. Ich lege meinen Geist in euch und bewirke, dass ihr meinen Gesetzen folgt und euch nach meinen Rechtsbestimmungen richtet.

Und nun kommt Paulus  und stellt ihnen die “diagnostische” Frage: Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig wurdet? Denn er merkt sofort: Denen fehlt noch was! Verblüfft antworten sie ihm: Den Heiligen Geist? Wir haben noch nicht einmal gehört, dass der Heilige Geist schon gekommen ist!

Was tut Paulus nun? Hält er ihnen einen Vortrag über den Heiligen Geist? Nein! Er spricht von Jesus! Denn er weiß: Wo Menschen Jesus erkennen und annehmen, da empfangen sie den Heiligen Geist! Und so erklärt er ihnen alles über den, von dem Johannes gesagt hatte: Nach mir kommt einer, der weit über mir steht, denn er war schon vor mir da. ihre Herzen waren ja vorbereitet wie ein frisch gepflügtes Ackerland für die Saat, und so nahmen sie die Botschaft an und ließen sich taufen. Als Paulus ihnen die Hände auflegte, redeten sie in Sprachen und weissagten. Dies ist übrigens der letzte Bericht in der Bibel über diese Art und Weise der Bestätigung des Empfangs des Heiligen Geistes. Sie diente dazu, das Wort Gottes und die apostolische Autorität von Paulus zu legitimieren.

Der Heilige Geist ist das Siegel der neuen Geburt und der Zugehörigkeit zu Christus. Wenn jemand diesen Geist von Christus nicht hat, gehört er auch nicht zu ihm. (Römer 8,9)

Paulus war nirgends so lange an einem Ort wie in Ephesus. Er lehrte zuerst in der Synagoge, und als dort der Widerstand zu stark wurde, in einem anderen Gebäude, der Schule des Tyrannus. Er eröffnete dort keine Prophetenschule und gab keine Wunder-Kurse, sondern predigte schlicht und einfach das ganze Wort Gottes. Sein Ziel war, dass die Gläubigen befestigt und mündig und selbst zum Dienst befähigt wurden, so dass der Leib Christi durch Wahrheit und Liebe wachsen konnte. Das ist immer noch die Aufgabe  von Hirten und Lehrern, und das Wort Gottes ist immer noch das einzige Mittel dazu.

Suchst du vielleicht auch Gott wie diese zwölf Männer in Ephesus?  Hast du gemerkt, dass es deine einzige Hoffnung ist, dass Gott selbst dir ein neues Herz gibt? Jesus hat die Sünde getragen – deshalb kann dir vergeben werden! Setz dein Vertrauen auf ihn!  Dann gibt Gott dir den Heiligen Geist als Kraft zu einem neuen Leben!

Predigt-Nachlese: Die Liebe der Kinder Gottes

Predigttext: Apostelgeschichte 16,35 – 17,15

Diese Woche hatte ich noch kaum Zeit, die Predigt vom Sonntag zu rekapitulieren, und auch jetzt will ich nur ein paar Sachen “aufsammeln”, die mir besonders in Herz gefallen sind.

Was mich besonders berührt hat, ist die handfeste Liebe der Kinder Gottes, die überall in der Apostelgeschichte sichtbar wird: Liebe zu ihrem Erlöser, zueinander, zu den Menschen allgemein. Sie wächst aus der Dankbarkeit für die Erfahrung der Gnade Gottes. Wir sehen sie bei Lydia, in deren suchendes Herz der Lichtstrahl des Evangeliums fällt, und die sofort ihr Haus öffnet für den Apostel und sein Team. Wir sehen sie dann später bei Paulus, als er nicht aus Philippi weggehen kann, ohne Lydia und die “Brüder” noch mal gesehen, ermutigt und getröstet zu haben.

Wir sehen diese Liebe, bei Paulus und Silas, als sie nach dem Erdbeben nicht machen, dass sie fortkommen, sondern im Gefängnis bleiben, um dem verzweifelten Kerkermeister zu dienen, der schon sein Leben wegwerfen will, weil er denkt, die Gefangenen wären entflohen. Sie haben ja keine Garantie, dass sie da jemals wieder rauskommen werden, aber dieser Mann ist ihnen mehr wert als ihre Freiheit und ihr Komfort. Gott hat ein Erdbeben geschickt, nicht damit sie freikommen können, sondern damit der Gefängnis-Chef die Freiheit durch Jesus erfährt! Und wie schließt diese Liebe sein Herz auf und gibt ihrer Botschaft Glaubwürdigkeit! Welche Liebe wird ins Herz des Kerkermeisters ausgegossen, als er das Evangelium der Gnade begriffen hat! Eben wollte er sich noch umbringen aus Angst, dass die Gefangenen ihm abgehauen sind, jetzt nimmt er sie in sein Haus auf und lässt ihnen seine Pflege angedeihen!

Und dann treibt die Liebe den Paulus weiter, um das Evangelium in Thessalonich zu verkünden.  Für seine finanziellen Bedürfnisse kommt dabei die junge Gemeinde in Philippi auf – niemand hat das von ihnen verlangt; die Liebe treibt sie dazu. Viele in Thessalonich werden gerettet, aber die Feinde bleiben auch nicht inaktiv und hetzen den Pöbel auf. Sie versammeln sich vor dem Haus Jasons, der der Gastgeber von Paulus ist, aber finden Paulus nicht. Deswegen schleppen sie Jason und einige Brüder vor die Stadt-Obersten, um sie zu beschuldigen, dem Kaiser untreu zu sein und einem anderen König, Jesus, zu dienen. (Immerhin hatten sie verstanden, dass Jesus König und Herr ist und die Rechte über unser Leben beansprucht.) Diese jungen Gläubigen bekommen das Vorrecht, sich mit Jesus – und auch mit Paulus – zu identifizieren und ihren Anteil am Leiden um Jesu willen zu haben, aus Liebe! Obwohl sie nur gegen Kaution freigelassen werden, schaffen sie Paulus in der Nacht heimlich fort nach Beröa.

Die Beröer wiederum sind uns ein Vorbild in ihrer Liebe zur Wahrheit. Sie haben ein offenes Herz für die Botschaft, die Paulus bringt, aber sie prüfen sie gründlich, ob sie mit der Heiligen Schrift übereinstimmt, ehe sie sie annehmen. Paulus muss ihr Nachforschen nicht fürchten, denn er weiß, dass er in Jesus genau den Christus verkündigt, von dem das Alte Testament spricht.

Im Kontrast zur Liebe der Christen steht der Hass der Gegenseite. Die feindlich gesinnten Juden aus Thessalonich wollen Paulus unbedingt zum Schweigen bringen und jagen ihn bis nach Beröa. Zum fünften Mal wird er aus einer Stadt verwiesen. Diesmal lässt er Silas und Timotheus dort zurück, um die jungen Gläubigen zu unterstützen.

Paulus, der die Geschwister so sehr liebt, schreibt an die Philipper (1,3): Ich danke meinem Gott, sooft ich euer gedenke, was ich allezeit tue in allen meinen Gebeten für euch alle, und ich tue das Gebet mit Freuden! Seine Freude speist sich nicht aus den Umständen, sondern resultiert aus Gottes Treue und Tun. Der Trost, die Freude und die Dankbarkeit für alles, was Gott ist und wirkt, tragen ihn ohne Motivationsverlust durch alle Schwierigkeiten.