Stört der Verstand beim Glauben?

Gehirn (Meyers)Als ich jung im Glauben war, konnte man mir das leicht einreden. Ich bin eigentlich ein Kopfmensch, und den Verstand zu verleugnen, fühlte sich nach Selbstverleugnung an, und ist das nicht was Gutes?

Es hat ein Weilchen gedauert, bis ich merkte, dass ich mich gottgegebener Kontrollfunktionen entledigt hatte und manipulierbar geworden war. Wenn ich Dinge nicht mehr mit dem Verstand prüfen kann, dann hat –etwas krass formuliert- jeder Depp und jeder Verführer recht, wenn er nur behauptet: “So spricht der Herr!”

Aber heißt es nicht in der Bibel: ”Stütze dich nicht auf deinen Verstand?”  Ja, schon. Aber wenn das bedeutete: Gebrauche nicht deinen Verstand! – für was hätte er ihn uns dann gegeben? Gut, lautet das Gegenargument, aber nicht zur Beurteilung geistlicher Dinge.

Es gibt tatsächlich Dinge, für die ist mein Gehirn zu klein, Gott zum Beispiel. Aber es gibt auch Dinge, für die ist mein Gehirn außerordentlich tauglich, z.B. um Aussagen irgendwelcher “Gesalbter” an der Bibel zu prüfen oder auch an der Realität. Da sollten wir uns nicht einschüchtern lassen. Und dann werden wir zum Beispiel schnell feststellen, dass manche Sachen, die uns heute als Geistesgaben “verkauft” werden, einfach nicht dem entsprechen, was wir zur Zeit der Apostel finden. Wir müssen uns bisweilen nur trauen, die Gabe, die Gott den meisten von uns gegeben hat, nämlich den gesunden Menschenverstand, zu benutzen. Solange er Gott und der Heiligen Schrift untergeordnet bleibt, ist er ungefährlich. Blödheit ist viel gefährlicher.

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