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Heute vor 46 Jahren

Return of the Prodigal Son 1667-1670 Murillo

Bartolomé Esteban Murillo [Public domain], via Wikimedia Commons

kam mir der himmlische Vater entgegengelaufen. Ich hatte mit meinem ganzen Sein gegen ihn rebelliert und war am Ende. Ich bin in seine Arme gefallen und konnte nur sagen: ich habe dir die ganze Zeit ins Gesicht gespuckt, und du hast mich geliebt!

Seitdem bin ich bei ihm zuhause, und immer noch ist er dabei, mir mein Erbe zu zeigen, alles, was er für mich hat in Christus. Ich habe es immer noch nicht ganz ausgelotet! Er lehrt mich die Tischregeln und den Umgangston und die Sitten des Hauses mit großer Geduld. Wie viele Fehler hat er mir immer wieder vergeben! Wie hat er mich immer wieder getröstet und aufgerichtet! Wie hat er nie aufgegeben und mich nie fallen gelassen! Er ist das Urbild aller Vaterschaft.

Vieles hab ich erst später verstanden, z.B. wie das Werk Jesu am Kreuz und diese liebevolle Aufnahme zusammenhängen. Ich muss immer noch viel lernen. Ich brauch immer noch Korrektur. Aber ich bin nicht verzagt, denn ich kenne ihn jetzt! Er hat die Verantwortung für mich übernommen, und er ist alles, was ich brauche.

Und du, wenn du am Ende bist, wenn du nicht mehr ohne ihn leben kannst, wenn du müde und beladen bist, wenn du weißt, dass du verloren bist, dann komm! Er ist voller Barmherzigkeit, und er wartet schon auf dich! Du musst nicht denken: ich kann nie so leben, wie Gott das will. Er weiß das schon, er kennt dich! Er hat alles bereit für dich, und er wird  dein Leben ändern. Du musst ihm nur die Regie übergeben.

Grund zur Freude

Freut euch im Herrn allezeit! steht in Philipper 4,4. Das ist ein göttlicher Befehl. Wann sollen wir uns freuen? Im Advent? Auch! An Weihnachten? Auch! Aber hier steht „allezeit“!

Echt jetzt? Auch wenn alles schief geht, mich keiner versteht, ich keinen Job finde, meine Ehe unglücklich ist, oder ich keinen Mann finde oder keinen mehr habe, wenn das Leben nur Arbeit und Stress ist, der Chef oder der Lehrer immer meckert, das Geld nicht langt bis zum Ende des Monats, ich chronisch krank bin oder vielleicht nicht mehr lange zu leben habe? Falls jemand noch unsicher ist, ob es wirklich so gemeint ist, geht der Vers noch weiter: Und wiederum will ich sagen: freut euch!

Also, es gibt vor diesem göttlichen Befehl kein Entrinnen. Aber wie soll ich das denn machen? Wie freut man sich denn im Herrn?

Als am ersten Weihnachtstag der Engel mit den Hirten spricht, sagt er:  Fürchtet euch nicht! Denn siehe, ich verkündige euch große Freude, die für das ganze Volk sein wird. Denn euch ist heute ein Retter geboren, der ist Christus, der Herr, in Davids Stadt. Und dies sei euch das Zeichen: Ihr werdet ein Kind finden, in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegend. (Lukas 2,10.11)

Sie haben dieses Kind ge0006funden. Danach waren sie immer noch Hirten, ohne Ansehen in der Gesellschaft, immer noch arm, und nachts war es immer noch kalt. Was also hatte sich geändert? Sie hatten den IMMANUEL gefunden, den Gott, der mit uns ist (denn das bedeutet Immanuel), der unser Leben teilt, und damit sie es ganz sicher wissen konnten, lag er in einer Krippe, war mit ihnen bei den Schafen sozusagen. Sie mussten sich nie mehr fragen, ob Gott sich für sie interessiert. Er war auf sie zugekommen. Und auch wir müssen uns das nie mehr fragen. Wir wissen noch viel mehr über ihn, als diese Hirten überhaupt ahnen konnten. Das war ja erst der Anfang.

Ich war ja vor kurzem im Krankenhaus, und ich hab gemerkt: Mit Jesus kann man sich auch im Krankenhaus freuen. In der 2. oder 3. Nacht konnte ich nicht schlafen, wahrscheinlich, weil ich am Tag so viel geschlafen hatte. Das Gute am Krankenhaus ist: man muss am nächsten Tag nicht aufstehen und zur Arbeit, also kann man das ganz gelassen nehmen. Zudem hab ich mir mal geschworen, dass der Teufel meine schlaflosen Nächte nicht kriegt, indem ich mir einen Kopf mache über alles, was ich sowieso nicht ändern kann, und über Zweifeln und Fragen brüte. Ein müdes Hirn ist auch denkbar ungeeignet, um Probleme zu lösen. Ich will mich lieber mit dem beschäftigen, der immer wach genug ist, um mit all meinen Problemen fertig zu werden. Also hab ich für mich eine ganz einfache Methode entwickelt, indem ich nach dem Alphabet Eigenschaften Gottes suche oder Bibelverse, die mir einfallen, manchmal auch Liedverse. Das Alphabet ist dabei so eine Art Geländer, wo sich die Gedanken entlanghangeln können, damit sie wissen, wo sie suchen können. Ich kann euch das nur wärmstens empfehlen! Da kann es einem passieren, dass man trotz wenig Schlaf morgens sagt: Danke Herr, das war eine erfrischende Nacht! Die möchte ich um keinen Preis vermisst haben!

In dieser Nacht im Krankenhaus also kam mir die Idee, in meiner Erinnerung rumzukramen und Bezeichnungen von Jesus in der Bibel zu suchen. Und bei A fiel mir gleich was ein: In 1. Petrus 2,25 steht: Denn ihr gingt in der Irre wie Schafe, aber ihr seid jetzt zurückgekehrt zu dem Hirten und Aufseher eurer Seelen.

Das war schon gleich ein Volltreffer! Ja, ich war einmal ein Mensch, der ohne Gott in dieser imageWelt herumgeirrt ist wie ein Schaf, das sich verirrt hat. Aber ich bin nach Hause gekommen, und ich hab jetzt einen Aufseher. In manchen Übersetzungen heißt es, Hüter oder Beschützer, aber mir gefällt das Wort „Aufseher“. Ein Aufseher ist einer, der regelmäßig nach einem schaut, ob alles in Ordnung ist, der die Verantwortung übernimmt für dich. Der dir auch mal einen Schubs in die richtige Richtung gibt, wenn du vom Weg abkommst, der guckt, dass du alles hast, was du brauchst, der dich gegen deine Feinde beschützt. Ich fühlte mich so geborgen, als ich darüber nachdachte. Ich kann mein Leben Jesus in die Hände legen, und er übernimmt die Verantwortung. Es macht gar nichts, wenn ich so ein Schaf bin und alleine nicht klar komme. Das einzige, was ich machen muss ist: vertrauen. Ich muss zurückkehren und ihm sagen: Ich hab mich verirrt. Ich hab´s verbacken. Ich hab gedacht, ich weiß es besser, und ich hab mein Leben gegen die Wand gefahren. Ich brauch dich, und ich spreche dir ein für alle Mal mein Vertrauen aus. Mach mit mir, was du willst, du machst es richtig. Es bringt nichts, dem Aufseher meiner Seele eine halbe Vollmacht zu erteilen. Eine halbe Vollmacht ist ein ganzes Unglück. Du wirst dann nie glücklich sein und diese Freude im Herrn nicht finden.

Ich will jetzt nicht das ganze Alphabet mit euch durchmachen. Ich picke nur ein paar raus, obwohl ich mich über alle 82 gefreut habe, die ich dann auch in den nächsten Tagen noch gefunden habe!

0001Jesus ist mein Bruder. Das Kind in der Krippe hat mich zu seinem Bruder gemacht! Ich würde es gar nicht wagen, das zu sagen, wenn er es nicht selbst gesagt hätte. Hebräer 2,11 sagt (NL):  So haben nun Jesus und alle, die er heiligt, denselben Vater. Deshalb schämt sich Jesus nicht, sie seine Brüder zu nennen. Wir konnten das nicht beschließen, dass wir seine Brüder werden, aber er kann beschließen, uns in seine Familie aufzunehmen. Ein paar Verse weiter wird es näher erklärt, was das bedeutet: Da Gottes Kinder Menschen aus Fleisch und Blut sind, wurde auch Jesus als Mensch geboren. Denn nur so konnte er durch seinen Tod die Macht des Teufels brechen, der Macht über den Tod hatte. Nur so konnte er die befreien, die ihr Leben lang Sklaven ihrer Angst vor dem Tod waren. Wir wissen ja, dass Jesus kam, um den Nachkommen Abrahams zu helfen, nicht den Engeln. Deshalb musste er in allem seinen Brüdern gleich werden, damit er vor Gott unser barmherziger und treuer Hoher Priester werden konnte, um durch sein Opfer die Menschen von ihrer Schuld zu befreien. Da er selbst gelitten und Versuchungen erfahren hat, kann er denen helfen, die in Versuchungen geraten.

Jesus wollte uns so gerne in seiner Familie haben, dass er sein Leben dafür geopfert hat. Eigentlich sind wir Brüder und Schwestern zum Schämen, aber er schämt sich nicht. Wir denken manchmal, wir sind Helden, wenn wir uns zu Jesus bekennen, aber der eigentliche Held ist Jesus, der sich nicht schämt, sich zu uns zu bekennen. Als ich zu ihm kam, wusste er schon, was für einen Mist ich gebaut hatte und leider auch noch bauen würde. Jeden Tag könnte Jesus sich für mich schämen! Aber er tut es nicht, auch wenn er natürlich daran arbeitet, dass ich lerne, mich nach den Familienregeln zu benehmen. Er weist mich zurecht, aber er schmeißt mich nicht raus.

Wenn ich mein Leben ihm anvertraut habe, dann ist er mein Fürsprecher (oder Anwalt) bei Gott. Der Apostel Johannes schreibt in seinem 1. Brief: Meine Kinder, ich schreibe euch das, damit ihr nicht sündigt. Aber wenn es doch geschieht, dann gibt es jemanden, der vor dem Vater für euch eintritt: Jesus Christus, der vor Gott in allem gerecht ist. Er ist das Opfer für unsere Sünden. Er tilgt nicht nur unsere Schuld, sondern die der ganzen Welt.

Es ist was Tolles, wenn Christen füreinander beten und eintreten. Das tröstet uns irgendwie. Eimages ist total wichtig, dass wir füreinander beten. Aber der allergrößte Trost ist mir, dass ich weiß, dass Jesus im Himmel beständig für mich eintritt. Wenn ich sündige und zerknirscht bei Gott ankomme, dann sagt er: Mein Blut hat für sie bezahlt. Aber nicht nur das. Zu Petrus hat er, schon bevor der ihn überhaupt verleugnet hatte, gesagt: Ich habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht aufhört. (Lukas 22,32) Was für eine Liebe ist das! Jesus weiß, sein bester Freund wird behaupten, er hätte ihn nie gekannt. Einen schlimmeren Verrat und eine größere Enttäuschung kann es kaum geben. Und wofür betet er? Dass dieser untreue Freund nicht alles hinschmeißt, wenn er merkt, was er da getan hat. Dass er nicht verzweifelt an seiner Schuld und sich traut zurückzukommen. Ich bin so froh, dass Jesus so für uns betet. Ich will mir gar nicht ausmalen, wo ich wäre ohne seine Gebete!

Den Hirten verkündigt der Engel, dass Jesus der Retter ist. Was bedeutet das? Einen Retter braucht man nur, wenn man in einer großen Not ist, aus der man sich nicht alleine befreien imagekann. Von was Jesus uns retten will, hat ein anderer Engel dem Joseph so gesagt: Er wird sein Volk retten von ihren Sünden. (Matthäus 1,21). Wir Menschen wissen instinktiv, dass wir in Not sind durch unsere Sünde. Selbst wer gar nicht viel von Gott weiß, versucht ständig seine Sünde zu verstecken oder zu entschuldigen. Wenn uns bewusst wird, wie sehr Gott unsere Sünde hasst, und dass wir eines Tages vor ihn treten müssen und gerichtet werden – dann wird uns auch klar, dass wir einen Retter brauchen. Jesus rettet uns vor dem kommenden Zorn (1.Thessalonicher 1,10).

Denn Jesus ist Gottes Lamm. „Das ist das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt!“ rief Johannes der Täufer und wies dabei auf Jesus (Johannes 1,29). Als ich
darüber nachdachte, fiel mir auf, dass es nicht heißt: Das ist euer Lamm. Eigentlich müssen ja die Schuldigen ein Lamm bringen, ein Opfer, um mit Gott wieder ins Reine zu kommen. Aber das konnten wir gar nicht. Wir hatten nichts, was dazu ausgereicht hätte. Da hat Gott selber das Lamm gestellt. Völlig freiwillig ist Jesus in diese Welt gekommen, um für uns zu sterben. Er hat getan, was wir nicht tun konnten, um unser Problem zu lösen.

Wenn wir dann dieses Opfer angenommen haben, wie geht es dann weiter?

Als Kind hab ich oft gedacht: Bei mir hat das alles keinen Sinn. Ich kann sowieso nie so leben, wie Gott das will. Ich krieg das nicht hin. Ich brauch gar nicht erst anzufangen. Aber
als ich dann zu ihm kam, hab ich gemerkt: Er kriegt das hin. Er hat eine Kraft für mich, die das möglich macht. Er ist der Weinstock, und ich bin die Rebe. Wenn ich an ihn angeschlossen bin, hab ich seinen „Saft“ in mir. Ich muss gar nichts können. Er macht das, und er lehrt mich, in diesem Prozess mitzuwirken und zu wachsen. Denn Jesus, den seine Jünger „Lehrer“ nannten, ist der Pädagoge par excellence. So oft sage ich zu ihm: Herr, ich weiimageß, dass das und das sich ändern muss! Aber ich weiß nicht wie! Bring mir das doch bei! Und er tut es. Manchmal dauert es, weil ich keine einfache Schülerin bin, und er erst mal an die Wurzeln der Probleme gehen muss, aber er schafft das.

Last but not least ist Jesus der Kommende. Nur noch eine kurze Zeit, dann wird der erscheinen, der kommen soll, und sein Kommen wird sich nicht verzögern, heißt es in Hebräer 10,37. Darauf hat die Gemeinde Gottes immer gewartet.image

Das ist a0011uch ein Grund zu großer Freude! Jesus ist der Christus. Er ist der König, den Gott gesalbt hat, um ein ewiges Friedensreich zu regieren. Wenn uns die Umstände in dieser Welt niederdrücken, alle möglichen Ängste uns plagen, und wir gar kein Licht mehr am Ende des Tunnels sehen, dann haben wir die Zusage, dass Gott einen König eingesetzt hat, der in Gerechtigkeit regieren wird, wenn die Zeit gekommen ist. Bis dahin ist er für uns der
Morgenstern, der ankündigt, dass die Sonne bald aufgeht.

Aber eine noch festere Grundlage haben wir im prophetischen Wort, und ihr tut gut daran, darauf zu achten wie auf ein Licht, das an einem dunklen Ort leuchtet, bis der Tag anbricht und der Morgenstern in euren Herzen aufgeht. (2.Petrus 1,19) Wir haben eine sichere Zukunft, wenn wir uns Jesus anvertraut haben, auch wenn dazwischen vielleicht noch Leidenszeiten liegen.

Man muss allerdings auch dazu sagen: Wenn er wiederkommt, dann wird das nicht für 0005jeden Grund zur Freude sein. Denen, die sein Angebot zu Umkehr und Vergebung ablehnen, die gar kein Bedürfnis fühlen gerettet zu werden, die sich völlig in Ordnung fühlen, die kein Lamm und keinen Fürsprecher und keinen Erzieher und keinen Weinstock brauchen – die werden dann von ihm gerichtet werden, und ihre Selbstgerechtigkeit wird zerbröseln. Aber dann ist es zu spät. Aber für die, die ihm gehören, wird es eine vollkommene und nie mehr getrübte Freude sein. Wenn man bedenkt, wie wir hier schon in Anbetung und Freude schwelgen, wenn wir uns mit ihm beschäftigen, was wird das erst in der Ewigkeit sein! Das sprengt unser Vorstellungsvermögen.

Ich möchte uns zum Schluss zwei Arten von Fragen stellen. 1. Gehörst du schon zu diesem Jesus? Wenn nicht, dann lädt er dich heute ein, zu ihm zu kommen. Schieb es nicht auf! Und 2. Wenn du ihn kennst, genießt du ihn richtig? Christen haben ein Geheimleben, hast du das schon gewusst? In Kolosser 3 heißt es: Denkt nicht an weltliche Angelegenheiten, sondern konzentriert eure Gedanken auf ihn! Denn ihr seid gestorben, als Christus starb, und euer wahres Leben ist mit Christus in Gott verborgen. Die Welt kann es nicht sehen, aber sie merkt es, und das trotz unserer Fehler und Schwächen, die wir noch haben. Lasst uns unser wahres Leben leben! Wir sind in ihm reich gemacht und haben alles, was wir brauchen. Weihnachten ist nicht Kerzenromantik, Familie und Geschenke, so schön das alles ist. Das Wesentliche an Weihnachten ist: Immanuel, Gott mit uns in Jesus!

So viel zu danken!

Web

Am Samstag hatte ich einen wunderbaren Tag. Ich hatte mal keinen Termin und keine Verpflichtung außer ein paar Kleinigkeiten, die ich von zu Hause erledigen konnte. Das hieß: Zeit, mit dem Herrn zu reden, über das was mich so umtreibt.

Ich wollte außerdem einen Teil meiner Gebetsliste neu aufsetzen, weil vieles nicht mehr aktuell war. Diese Liste hat ein bisschen Ähnlichkeit mit einem Fotoalbum – mir hilft das manchmal, wenn ich ein Bild vor Augen habe. Daneben stehen dann die Punkte, für die ich beten will.

Ich liebe meine Gemeinde, und deswegen nimmt sie einen großen Teil davon ein. Normalerweise beschäftigen sich meine Gebetsanliegen eher mit den Defiziten. Gib doch XY, was fehlt, sei es Erkenntnis, Eifer, Weisheit für Entscheidungen, Gesundheit, ein Haus, eine Tagesmutter (nur so zum Beispiel).

Ich bin also an dieser Gebetsliste, und auf einmal kommt mir eine Idee. Ich klebe neben jedes Bild einen Smilie (ich weiß, ich bin ein Spielkind) und schreibe dazu, für was ich Gott im Leben dieses Menschen dankbar bin. Das war ein gesegnetes Nachdenken! Bei manchen hab ich eine ganze Liste zum Danken gefunden, bei anderen ist es weniger, aber bei jedem, auch bei den “Kummerkindern”, konnte ich was hinschreiben! Und ich habe einen ganz neuen Blick bekommen auf Gottes Handeln für und in meinen Glaubensgeschwistern, einen Blick weg von den Defiziten hin zu den Ressourcen seiner Gnade. Die Bitten werden dann mit einer ganz neuen Hoffnung gefüllt. Probier´s auch mal aus!

Bild:Blumen Vektor durch Freepik entwickelt

Warum Gott Gebet erhört

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Ich war vor Kurzem eine Woche im Krankenhaus. In dieser Zeit besuchte mich ein kleiner Junge aus unserer Gemeinde, der mich als “Oma” adoptiert hat. Er wollte an meinem Bett für seine Oma beten – was er auch gemacht hat.

Gestern nun trafen wir uns in der Gemeinde wieder. “Bist du wieder gesund?” fragte er. “Ja”, antwortete ich. “Weißt du noch, wie du für mich gebetet hast?” Da strahlte er mich an: “Also hab ich dich gesund gemacht!” Das musste ich nun doch ein bisschen an die Realität angleichen: “Gott hat mich gesund gemacht. Aber du hast durch dein Gebet dazu beigetragen.” (Mal abgesehen von all den anderen, die gebetet haben … )

So ganz hat ihm das nicht gefallen. Und ich dachte: Wir sind doch alle gleich. Wir wollen durch unser Gebet gerne eine Art religiöse Macht und Bestätigung haben. Dabei hat die Erhörung unserer Gebete mit uns viel weniger zu tun, als wir manchmal denken.

Heute Morgen las ich in 2. Könige 13 eine interessante Geschichte. Da ist Israel in Not gekommen, weil Gott sie als Strafe für ihren Götzendienst an den König von Aram ausgeliefert hatte. In seiner Not wendet sich der König Joahas an Gott. Der König, der ansonsten zwei goldene Kälber anbetet!  Und dann heißt es:

Und der Herr erhörte ihn; denn er sah die Bedrängnis Israels …

Warum erhörte Gott ihn? Weil er so gut und fromm war? Weil er wirklich verdiente, dass Gott ihn erhört? Nein, aus Mitleid, Gnade und Treue zu dem Bund, den er mit ihren Vorvätern geschlossen hatte.

Im neuen Testament wird uns gesagt, wir sollen im Namen Jesu beten. Jesus ist all das in Person: Gottes Mitleid, Gottes Gnade. Sein Blut ist das Blut des neuen Bundes. Nur weil dieses Blut unsere Sünden bedeckt, dürfen wir Unwürdige überhaupt mit Gott reden. Es liegt nicht an uns, wenn unsere Gebete erhört werden.

Wenn Gott jubelt und im Himmel eine Party steigt (Predigt-Nachlese)

Bibeltexte: Epheser 2,8-10 und zur Illustration Lukas 15,11-32

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Als Paulus sein Abschiedsgespräch mit den Leitern der Gemeinde von Ephesus führte, sagte er ihnen:

“Und nun vertraue ich euch Gott und dem Wort seiner Gnade an … “ (Apg 20, 32)

Hier im Brief an die Epheser erklärt er noch einmal, was Gnade ist: Gott hat uns gerettet auf Grund seiner Liebe. Wir waren verloren und tot in unseren Sünden. Was kann ein Toter tun, um sich wieder zum Leben zu erwecken? Gar nichts. Gott hatte den Plan und die Initiative für unsere Erlösung, und Gott hat ihn durchgeführt. Ohne dass wir etwas beitragen können, gibt er uns das Leben durch Christus umsonst.

Damit wir uns das in etwa vorstellen können, hat Jesus die Geschichte von einem Vater und seinen zwei Söhnen erzählt. Seine Zuhörerschaft setzte sich zusammen aus zwei Sorten Menschen: Aus denen, deren sündiges Leben offensichtlich war, und den Pharisäern, die ein Leben nach höchsten moralischen und religiösen Standards führten.

Und nun erzählt Jesus von dem jüngeren Sohn. Er wollte sich vom Vater lösen und verlangte die vorzeitige Auszahlung des Erbes, damit er damit ein Leben nach seinem Geschmack führen konnte. Der Vater teilte den Söhnen das Erbe, und der Sohn machte sich auf in die Welt. Die Sache ging schief. Er landete bankrott und kaputt bei den Schweinen, deren Futter er noch nicht mal essen durfte – sie waren wertvoller als er. In diesem Sohn erkannten die Sünder sich und ihr Leben wieder. Ja, so fühlt sich das an, wenn man alles in den Sand gesetzt hat und im Loch hängt und nichts und niemand mehr hat! Und die Pharisäer dachten: Recht geschieht ihm! Wäre er mal anständig und zuhause geblieben! Hätte er mal Gottes Gebote gehalten und seinen Vater geehrt!

in der Hungersnot und mitten im Dreck kommt er zur Besinnung. Er hat´s vergeigt, und er ist am Ende. Warum nur ist er von zu Hause weg? Da ging es selbst den Aushilfskräften besser! Und der Entschluss reift: ich geh nach Hause! ich bin nicht mehr wert, sein Sohn zu sein, aber vielleicht erbarmt er sich meiner und lässt mich für sich arbeiten?

Was er nicht weiß: Der Vater hat die ganze Zeit gelitten. Er hat auf ihn gewartet und Ausschau gehalten, und als er ihn am Horizont auftauchen sieht, rennt er ihm entgegen, was die Füße tragen. Der Sohn kann sein Sündenbekenntnis gar nicht vollenden, da werden ihm schon die Lumpen ausgezogen. Ein neues Gewand muss her und ein Ring und Schuhe, und schon sitzt er frisch gewaschen und wie neu an der Festtafel, und die “Du bist wieder zu Hause” -Party steigt mit Kalbsbraten, Musik und Tanz!

Ja, was für eine Musik in den Ohren verlorener Sünder: Der Vater vergibt uns alles, was wir getan haben! Er nimmt uns an! Aber dem älteren Bruder, der immer brav daheim geblieben ist, geschuftet hat wie ein Pferd und – wenn auch manchmal zähneknirschend – alles immer richtig gemacht hat, dem gefällt diese Musik gar nicht. ist dieser Schuft von einem Bruder etwa mehr wert als er? Der hätte seinetwegen da verrecken können, wo der Pfeffer wächst!

Das ist der Skandal der Gnade, der auch den Pharisäern wie Sand zwischen den Zähnen knirscht. Wie – es geht nicht nach Verdienst? Meine ganze Mühe gilt nichts? Das ist eine Unverschämtheit! Ihre Selbstgerechtigkeit lässt sie nicht erkennen, dass sie in Gottes Augen gerade so verdorben sind wie die, die sie als Sünder bezeichnen, denn Gott schaut tiefer und durchleuchtet die Motive unseres Herzens. Jeder Mensch, egal wie moralisch er zu leben versucht, hat nur eine Chance: Sich die Gnade Gottes gefallen zu lassen! Wer dazu zu gut ist, der bleibt verloren.

Deswegen hat Jesus die Geschichte erzählt. Wie gerne wollte er den Pharisäern die Augen öffnen, dass sie sich als die sähen, die sie wirklich waren! Wie gerne will er uns die Augen öffnen! Gnade zu erweisen, zu vergeben, seine Arme für uns auszubreiten, ist Gottes größte Freude. Er muss dazu nicht überredet werden, und wir müssen uns und ihn nicht mit Selbstverbesserungsversuchen aufhalten. Er jubelt, wenn wir umkehren, und der Himmel feiert ein Fest!

Und dann ändert sich unser Leben. Gnade macht gnädig gegen unsere Mitmenschen. Wir werden fähig zu vergeben und zu lieben. Wir fangen an, den Vater zu imitieren. Wir wollen ihm gefallen, weil wir ihn lieben, und wir wollen ihm dienen, weil wir so dankbar sind für die Gnade  – und weil es überhaupt nichts Besseres gibt, als bei ihm zu Hause zu sein.

Deshalb: Komm heim! Der Vater wartet auf dich!

 

Übrigens, wer die Predigt im Original anhören möchte, kann das hier tun.