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Entdeckungen in der Apostelgeschichte: Und was machen Apostel sonst so?

Apostel geschichte - 1Ich hab mal ein bisschen gesammelt (nur in der Apostelgeschichte).

Da die Apostel Jesus sowohl in der Zeit seines Dienstes als auch nach seiner Auferstehung aus den Toten persönlich drei Jahre erlebt und gehört haben, ist klar, dass es ihre Hauptaufgabe darstellt, alles zu bezeugen und weiterzugeben, was sie von Jesus gesehen und gehört haben. Die Lehre der Apostel  ist sozusagen die Konstitution der Gemeinde. Aber nicht nur das Reden zu den Menschen, auch das Reden mit Gott zählen sie  zu ihren Hauptaufgaben, die sie nicht vernachlässigen dürfen.

Anfangs sind sie auch Verwalter und Verteiler der Güter der Gemeinde; das geht aber irgendwann über ihre verfügbaren Kräfte, so dass sie es delegieren, weil sie Prioritäten setzen müssen.

Als die Anführer und das öffentliche Gesicht der neuen Bewegung sind sie auch die, die zuerst der Verfolgung ausgesetzt sind. Viele Zeichen und Wunder geschehen durch sie. Durch das Auflegen ihrer Hände wird der Heilige Geist gegeben.

Sie beurteilen neue Aufbrüche, ihnen werden aufkommende Fragen vorgelegt. Zusammen mit den Ältesten fassen und kommunizieren sie normative Beschlüsse für die inzwischen international gewordene Gemeinde Gottes.

Aber sie agieren dabei nicht aus eigener Kraft und Weisheit, sondern durch den Heiligen Geist. Für neue Bedürfnisse und Fragen werden sie durch ihn unterwiesen und manchmal auch korrigiert. Er füllt sie mit Liebe, Mut und Freude und ist der Kraftstoff, der ihren Motor antreibt.

Entdeckungen in der Apostelgeschichte: Apostel-Kriterien

Apostel geschichte - 1Als die Jünger vor Pfingsten beieinander sind, fasst Petrus die Lage zusammen:

  • Einer von denen, die mit uns diesen Dienstauftrag empfangen hatte, ist tot. Das war schon in den Psalmen vorausgesagt und ist auch eingetreten. Und in den Psalmen steht auch schon, dass jemand anderes dieses Amt bekommen soll. Wir brauchen also einen Ersatz, und der braucht folgende Qualifikation:
  • Er muss seit der Taufe des Johannes mit uns unterwegs gewesen sein, und zwar
  • die ganze Zeit über, als Jesus unter uns war,
  • bis zu seiner Himmelfahrt.
  • Er muss die Auferstehung Jesu mit den anderen bezeugen können.
  • Er muss von Gott ausgewählt werden.

Das sind also die Kriterien für einen Apostel.

Interessant finde ich, dass das Psalmwort von einem Aufseheramt spricht (zumindest die Elberfelder Bibel übersetzt so). Das gehört also auch zur Definition eines Apostels.

Das sind also die zwölf Apostel, die einen ganz besonderen Auftrag haben. Später wird Paulus ebenfalls Apostel genannt, der vom auferstanden Jesus persönlich berufen wird, aber auch Barnabas wird (zusammen mit Paulus) als Apostel bezeichnet.

Klar ist, es kann sich nicht jeder Apostel nennen, und es kann auch kein Mensch jemanden zum Apostel bestimmen.

Entdeckungen in der Apostelgeschichte

Apostel geschichte - 1Mit den Kindern singen wir gerne das Lied: „Ich bin ein Bibelentdecker!“ Und in der Bibel findet man wirklich beim aufmerksamen Lesen auch nach 50 Jahren noch Neues (oder entdeckt Altes neu). Manches, was man schon lange weiß, wird bestätigt, anderes neu aufgewirbelt und infrage gestellt. Das macht es nie langweilig. Vor allem suche ich immer Gottes Fingerabdruck: Wie ist er? Wie denkt er? Wie handelt er? Wie kann ich mein Denken und Tun seinem Denken und Tun anpassen?

Zurzeit bin ich ganz gemächlich in der Apostelgeschichte unterwegs nach meiner Slowfood-Bibellesemethode und mit meinem Zettelkasten (darüber vielleicht ein andermal mehr). Dabei verfolge ich ein paar Themen besonders, wie z.B.

  • Welche Rolle spielt der Heilige Geist in der Apostelgeschichte?
  • Was ist überhaupt ein Apostel?
  • Wie geht Mission?
  • Was sagt die Apostelgeschichte über Errettung?
  • Welche Rolle spielt der Ratschluss Gottes?
  • Wie und wo und wann wird in der Apostelgeschichte gebetet?
  • Wie sind die ersten Christen mit ihrem Besitz umgegangen?
  • Welche Rolle spielen Frauen in der frühen Christenheit?

Manche Fragen werden sich sicher noch beim Lesen entwickeln, und oft führen sie mich zu anderen Büchern der Bibel, um mehr Klarheit über das Gesamtbild zu gewinnen. Ab und zu würde ich gerne mal ein kleines Snippet teilen, damit man sich zusammen freuen und lernen kann.

Was ist Bekehrung? (2) – Seitenwechsel

arrows-27112_1280Wir befinden uns in der Zeit nach der Himmelfahrt Jesu. Während in Jerusalem das Erntefest gefeiert wurde, wurde der Heilige Geist auf die Jünger ausgegossen, die zusammen waren, um zu beten und zu warten. Diese erste Ausgießung des Geistes war ziemlich dramatisch. Sie wurde auch von der Umwelt wahrgenommen: Die Menschen hörten ein Geräusch wie von einem gewaltigen Sturm, und als sie zusammenkamen, um zu schauen, was da los war, hörten sie die Jünger in vielen verschiedenen Fremdsprachen reden, die keiner von ihnen gelernt hatte. In Jerusalem hielten sich, vor allem zu Festzeiten, Juden und auch Proselyten (zum Judentum konvertierte Heiden) aus aller Herren Länder auf, und diese Menschen waren bass erstaunt, als sie diese Leute, die offensichtlich alle aus Galiläa stammten, verstanden! Und was sie in diesen Sprachen von sich gaben, war das Rühmen der großen Taten Gottes! Das, in Verbindung mit dem Sturmgeräusch, war gleichzeitig spannend und gruselig und ganz eindeutig übernatürlich; nur konnten sie sich keinen Reim darauf machen. Ein paar Hartgesottene spotteten, aber die meisten waren einfach nur aufgewühlt.

Deswegen ergreift Petrus das Wort. Er erklärt ihnen, dass sich hier vor ihren Augen und Ohren ein Phänomen ereignet, das schon im Alten Testament vorausgesagt war. Er führt die entsprechenden Bibelstellen an, die sie sicher zum großen Teil kennen. Und dann sagt er ihnen, dass das hier alles mit Jesus zu tun hat. Vermutlich war kaum einer dabei, der nicht mitbekommen hatte, dass man vor einigen Wochen kurz vor dem Passafest einen Mann namens Jesus gekreuzigt hatte. Petrus erklärte nun, dass dieser Jesus auferstanden war (diese Gerüchte waren ihnen sicher auch schon zu Ohren gekommen), dass er der Messias war, dass er jetzt bei Gott und zu höchster Macht und Ehre erhoben war und das, was sie hier gerade selbst gehört und gesehen hatten, durch ihn ausgegossen worden war. Und er endet mit einer ziemlich drastischen Feststellung: “So soll nun das ganze Haus Israel mit Gewissheit erkennen, dass Gott Ihn sowohl zum Herrn als auch zum Christus gemacht hat, eben diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt!” (Apostelgeschichte 2,36).

Diese Männer hatten sich bis hierher mit ihrem Volk und ihren Obersten identifiziert. So ähnlich musste man sich vielleicht als Deutscher nach dem Krieg fühlen, als Filme und Dokumentationen eindeutig bewiesen, welche Gräuel unser Volk verübt hat. Man erkennt plötzlich, was “wir” getan haben, und dass es da eine kollektive Verantwortung gibt, der ich nicht ausweichen kann, und die Konsequenzen nach sich ziehen muss. So ist auch hier der Beweis angetreten worden, dass sie wirklich den Sohn Gottes gekreuzigt haben, dass sie verantwortlicher Teil einer Gesellschaft sind, die unter Gottes Gericht steht.

Und so fragen sie: “Was sollen wir tun? Gibt es noch einen Ausweg für uns? Oder sind wir jetzt verdammt?”

“Es gibt Rettung”, sagt Petrus. “Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden; so werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.” Das bedeutet: Wechselt die Seite. Wenn ihr eingesehen habt, dass ihr auf der falschen Seite wart, dann stellt euch jetzt öffentlich durch die Taufe auf die Seite des Christus. Bekennt euch zu ihm. Gott vergibt euch diese Schuld, ja, mehr noch: Ihr werdet völlig aufgenommen in die neue messianische Gemeinschaft, die den heiligen Geist empfängt. “Lasst euch retten aus diesem verkehrten Geschlecht!” (Apostelgeschichte 2,37-40).

Etwa 3000 Menschen reagierten an diesem Tag mit dem öffentlichen Bekenntnis zu Jesus, wohl wissend, dass sie sich damit gegen die Mehrheitsgesellschaft und ihre Obrigkeit stellten und das heftige Konsequenzen haben konnte. Aber ihnen waren die Augen geöffnet worden für die Realität, dass Jesus Christus der Messias war, dass er der Herr war und letzten Endes der Sieger sein würde. Sie konnten das unmöglich leugnen. Und so machten sie Gebrauch von der Gnade der Vergebung, die ihnen so freigiebig gewährt wurde. Sie mussten nichts tun, nichts zurückzahlen, nicht büßen für ihren Irrtum – sie durften einfach zur richtigen Seite wechseln.

Was bedeutet das für uns? Wir alle gehören von Geburt an zu einer Welt, die Jesus als Sohn Gottes und Herrn ablehnt. Mal tut sie das durch Worte, mal durch Taten. Durch unsere Sünden haben wir ihn mit gekreuzigt.  Und diese Welt steht – auch wenn sie das zu ignorieren versucht – unter Gottes Gericht. Wenn wir das erkennen und zugeben können, wird es unser größter Wunsch sein, die Gnade, die uns angeboten wird, anzunehmen und auf die Seite des Siegers zu wechseln. Die Welt wird darüber – genau wie damals – im Allgemeinen wenig begeistert sein.

Dies ist Teil 2 einer Serie, in der ich versuchen möchte, mit verschiedenen Bildern anhand biblischer Aussagen und Geschichten zu zeigen, was Bekehrung ist.

Wenn gute Beziehungen schlecht sind (2): Ein einiges Ehepaar

ok-3376240_1920Die Unterhaltung ist uns nicht überliefert, aber so etwa könnte sie abgelaufen sein:

“Hast du gehört?”, fragte sie, “Barnabas hat jetzt auch sein Grundstück verkauft.”

“Natürlich”, antwortete er, “ wie könnte ich das nicht gehört haben, man redet ja von nichts anderem. Alle loben ihn über den grünen Klee.”

Barnabas war nicht der erste in der jungen Jerusalemer Gemeinde, der seine Besitztümer verkaufte und das Geld den Aposteln übergab, die es an die ärmeren Christen verteilten. Dadurch musste von der Gemeinde niemand mehr Mangel leiden.

“Meinst du nicht”, fing die Frau wieder an, “wir müssten uns auch an dieser Aktion beteiligen? Wir könnten ja schon mal was verkaufen. Wie sieht das denn sonst aus, wenn wir gar nichts beitragen?”

“Ja, du hast recht. Wir sollten nicht als Geizkrägen dastehen … an was hast du denn gedacht?”

“Dieses Grundstück hinten am Bach – könnten wir das nicht entbehren? Das bringt bestimmt ganz schön was ein.”

“Ich werde mal schauen, was ich dafür kriegen kann.”

Tatsächlich bekamen sie mehr dafür, als sie zu hoffen gewagt hatten. Obwohl es ja eigentlich egal war, denn es war ja sowieso nicht für sie selbst. Aber da es ja jetzt mehr war als erwartet …

“Saphira, sollen wir das wirklich alles geben? Das war wirklich ein gutes Geschäft, und es wäre schon viel, wenn wir nur 2/3 davon geben würden.”

“Nee, Hananias, das können wir nicht machen, das macht keinen guten Eindruck. Dann sagen sie, wir haben kein echtes Opfer gebracht oder sowas.”

Hananias grinst: “Nur wenn sie es wissen. Das müssen sie ja nicht. Schließlich haben wir mehr bekommen, als das Grundstück eigentlich wert ist.”

Sie schaut ihn unsicher an. “Meinst du, das kann man machen? Du hast schon recht, es ist wirklich viel zu viel. Und es sind so viele, die was geben. Das reicht doch eigentlich. Und wir müssen auch sehen, wo wir bleiben …”

Hananias kennt keine Unsicherheit, das mag sie an ihm. “Das klappt schon. Mach dir keine Sorgen. Es wird schon keiner fragen, und wenn, sag ich, dass das alles ist, was wir bekommen konnten. Vertrau mir. Ich mach das schon. Dann ist auch mal wieder ein neues Kleid für dich drin.”

“ Okay”, sagt sie, “dann machen wir das so. Dann sind alle glücklich – die und wir.”

Am nächsten Tag nahm er das Geld in die Gemeindeversammlung mit. Er freute sich schon. Heute wäre er mal derjenige, den alle für seine Großzügigkeit bewunderten. Und es war ja tatsächlich ein schönes Sümmchen, das er da mitbrachte. Die Armen konnten ihm wirklich dankbar sein. Und eigentlich war es ja doch ein großes Opfer und tat ihm schon fast ein bisschen leid. Er hätte damit auch was anzufangen gewusst, aber naja, irgendwie musste man ja auch was tun als Christ …

Er spürte die Blicke im Rücken, als er nach vorne ging und das Geld vor Petrus hinlegte. Erwartungsvoll schaute er ihn an. Allerdings hatte er mit diesen Worten nicht gerechnet: “Warum hat der Satan dein Herz erfüllt? Warum hast du den Heiligen Geist belogen und etwas von den Einnahmen beiseite geschafft? Du hättest es doch behalten können, niemand hat es von dir verlangt.  Du hast nicht Menschen belogen, sondern Gott.”

Da wo er stand, brach Hananias zusammen und starb. Während alle noch unter Schock standen, hoben ihn ein paar junge Männer auf und trugen ihn hinaus. Was für eine harte Strafe! Sie beerdigten ihn sogleich.

Saphira hatte inzwischen ihre Erledigungen beendet. Etwa drei Stunden nach ihrem Mann betrat sie gut gelaunt den Versammlungsraum. Aber warum sahen alle so ernst aus? “Sag mal”, fragte Petrus, “ist das der Betrag, für den ihr das Grundstück verkauft habt?”

Ihr wurde heiß. O Mist, dachte sie, irgendwas ist schiefgelaufen. Der ahnt was. Wo ist Hananias? Was immer hier gelaufen ist – ich kann den jetzt nicht auffliegen lassen, sonst sind wir blamiert. Jetzt hängt alles von mir ab. Sie versucht, ihrer Stimme einen überzeugenden Klang zu geben. “Ja”, sagt sie fest, “das ist das, was wir dafür bekommen haben.”

Petrus schaut sie traurig an. “Warum seid ihr beide euch einig geworden, den Geist Gottes zu betrügen? Eben haben die Leute deinen Mann begraben, und nun bist du dran.” Und sie fiel tot vor ihm zusammen.

Es verwundert nicht weiter, dass alle, die es mitbekamen, alle, die auch nur davon hörten, von einem tiefen, heiligen Schrecken erfasst wurden. Und sie lernten: Loyalität ist kein Wert an sich. Loyalität ist nur dem Guten gegenüber gut. Loyalität, die die Loyalität gegenüber Gott aushebelt, ist keine Tugend, sondern Sünde und führt zum Gericht.

In der Bibel findet man diese Geschichte in Apostelgeschichte 5.