Predigt-Nachlese: Was Jesus für uns auf dem Herzen hat

Predigttext: Johannes 17 – das hohepriesterliche Gebet Jesu

image In den letzten Tagen vor seinem Leiden und Sterben weiß Jesus nicht nur, dass ihm das Kreuz bevorsteht, sondern auch, dass er jetzt bald aus dieser Welt zum Vater gehen wird. Und – wie Johannes in Kapitel 13, 1 sagt – wie er die Seinen geliebt hatte, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende.

Die Seinen, die, die der Vater ihm gegeben hat, legt er jetzt zurück in die Hände des Vaters. Den souveränen göttlichen Beschluss, der schon vor Grundlegung der Welt gefasst worden war, hatte er ausgeführt: Er hatte den Erwählten das ewige Leben gegeben.

Dieses Kapitel spiegelt die vollkommene Einheit zwischen dem Vater und dem Sohn wieder. Sie haben eine Intention: Der Sohn will den Vater verherrlichen. Der Vater will den Sohn verherrlichen. Und in diese Herrlichkeit werden die mit aufgenommen, die Jesus angehören.

Es ist interessant: Da ist alles beschlossen von Ewigkeit her, und doch betet Jesus darum, dass es sich erfüllt. Er betet nicht, um dem Vater etwas abzuringen, was der nur widerwillig geben würde, sondern – wie im sogenannten “Vaterunser” – darum, dass Gottes guter und vollkommener Wille geschieht.

Er sieht schon über das Kreuz hinaus. Seine Jünger werden wie er Fremdkörper sein in dieser Welt, aber er will sie nicht herausnehmen, sondern hineinsenden, um seine Boten zu sein. Dafür bittet er um den Schutz des Vaters. Er weiß um die Schwierigkeiten, die ihnen begegnen werden, die Anfeindungen und Anfechtungen, ihre Hilflosigkeit und Unvollkommenheit. Er bittet darum, dass sie durch das Wort Gottes geheiligt werden, und sieht sie schon Kraft dieser Heiligung und Bewahrung ans Ziel kommen. Das hat er so definiert: Vater, ich will, dass alle, die du mir gegeben hast, dort bei mir sind, wo ich bin. Sie sollen nämlich meine Herrlichkeit sehen können, die du mir gegeben hast, weil du mich liebtest – schon vor Erschaffung der Welt. Keinesfalls lässt er sie wie Waisen unversorgt zurück, wenn er geht. Er wird ihnen den Tröster, den Heiligen Geist, schicken.

Er denkt dabei nicht nur an die Jünger, die jetzt um ihn sind. Sie sind zwar die, die es jetzt ganz nötig haben, zuzuhören, wie er über sie mit dem Vater spricht. Sie werden, wenn sie aus dem Strudel der Dunkelheit und Verzweiflung wieder auftauchen, sich an diese Worte erinnern und darin das Herz Gottes erkennen und den Mut zum Weitermachen finden. Auch an uns denkt er und an alle die Generationen von Jüngern zwischen uns und ihnen, die dem Evangelium geglaubt haben. Auch uns lässt er sagen: Ich bitte den Vater für euch, und er wird euch durchbringen. Mir wird keiner verloren gehen, für den ich mein Leben gegeben habe. ihr werdet es schaffen und am Ziel ankommen,

Jesus bittet für uns – jetzt! In jeder Not, Traurigkeit, Verwirrung und Versuchung und in jedem Versagen können wir uns auf seine Fürbitte verlassen. Er bittet für uns um Bewahrung, um Freude, um Einheit, um Heiligung und darum, uns bei sich zu haben! Er lässt uns nicht fallen. Die Welt soll es an uns sehen und Vertrauen fassen zu dem Erlöser, der aus Sündern geliebte Kinder Gottes machen kann.

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