Hebräer 6 ist ein schwieriges Kapitel, weil es so leicht missverstanden werden kann. Ob ich es nun richtig verstehe weiß ich nicht; ich habe sehr viele verschiedene Auslegungen gefunden und bilde mir nicht ein, schlauer zu sein als diese schriftgelehrten Brüder. Ich habe für mich einfach mal versucht, es ein bisschen mit dem Galaterbrief zu vergleichen, weil ich da einige Parallelen sehe. Die Ausgangssituation der Galater und der Hebräer ist verschieden, trotzdem hatten sie ein ähnliches Problem. Die Galater waren aus dem Heidentum zu Jesus gekommen. Sie hatten Buße getan und sich ganz auf Jesus verlassen. Nun kamen Leute, die sagten: Ihr habt noch nicht genug Buße getan. Es ist Sünde, dass ihr das Gesetz nicht haltet, dahin müsst ihr noch umkehren. Eure Umkehr ging nicht weit genug.
Die Hebräer kamen aus dem Gesetz und hatten erkannt, dass nur Jesus sie retten kann. Sie waren für ihren Glauben verfolgt worden und unter starkem Druck durch die “Mehrheitsreligion”. Sollten sie nicht wieder zurückkehren zum Opferdienst und zum ganzen jüdischen Kultus? Das Leben wäre leichter, an Jesus könnten sie ja trotzdem glauben, und was war eigentlich falsch an dem Gesetz, das ja doch Gott selber gegeben hatte?
Der Hauptpunkt für mich bei dem Ganzen ist: Nach Jesus kommt nichts mehr. Er ist Gottes letztes Wort. Mehr Buße, als sein Werk anzunehmen, kannst du nicht tun. Opfer, Gesetze, Feiertage, Beschneidung, Speisevorschriften – das ist alles nicht nur “für die Katz”, sondern eine echte Gefahr und eine Beleidigung für Jesus, der alles getan hat – so als wollte ich jemand abkaufen, was er mir geschenkt hat.
