Falls du dich fragst, was das Thema nun mit einer Glühbirne zu tun hat: Mir ist am Sonntag während der Predigt ein Licht aufgegangen!
Der Predigttext war Jakobus 4. Da geht es um die Frage, woher eigentlich der ganze Krieg kommt, der unter uns manchmal herrscht. Jakobus spricht hier zu gläubigen Juden-Christen, aber das alles lässt sich auch auf uns anwenden. Wir sind immer in der Gefahr, auch in der Gemeinde, unseren Dickkopf durchzudrücken und unsere Vorstellung davon, wie was und wer zu sein hat, für die einzig annehmbare zu halten. Statt dessen sollten wir lieber beten, dass Gottes Willen unter uns zum Zug kommt. Doch selbst in unseren Gebeten, so ist hier die Diagnose, drehen wir uns oft nur um uns selbst und unsere Begierden. Solche Gebete erhört Gott nicht (und das ist auch besser für uns!). Jesus zeigt uns im Garten Gethsemane, was Gebet wirklich ist: Hingabe an den Willen Gottes.
Dann kommt Jakobus zum Kern des Problems: Wir sind geistliche “Ehebrecher” wenn wir die Welt und ihre Lust mehr lieben als Gott. Johannes sagt mal (1. Johannes 2,15.16):
Liebt nicht die Welt und auch nicht, was zu ihr gehört! Wer die Welt liebt, hat keinen Platz für die Liebe zum Vater. Denn nichts von dem, was in der Welt ist, kommt vom Vater: Die Gier des eigenwilligen Menschen, seine begehrlichen Blicke, sein Prahlen mit Besitz und Macht – das alles gehört zur Welt.
Da gibt es nur ein Entweder-Oder! Und der Heilige Geist ist eifersüchtig! Die menschliche Beziehungsebene dient hier der Verdeutlichung: Wie ein Partner eifersüchtig reagiert, wenn der andere von ihm weggeht und sich mit jemand anderem einlässt, so ist Gott auch eifersüchtig, wenn wir uns mit der Welt und ihrer Wesensart vergnügen, denn wir gehören zu IHM. Unser Verlangen muss auf Jesus gerichtet sein, nicht auf unseren Stolz, unseren Eigenwillen, unser Entertainment und all die Dinge, die wir so sehen und haben wollen. Unsere Liebe zu ihm muss leidenschaftlich und total sein. Dann fragt sie auch nicht: Wie weit kann ich denn gehen, ehe es ganz schlimm ist? Wie nah kann ich an der Kante entlang laufen?
Das ist genau der Punkt, wo es bei mir “Klick” gemacht hat. Ich habe in den letzten Jahren eine Art Sucht entwickelt, und zwar nach Spielfilmen. Was anfangs vielleicht ein Nachholbedürfnis war (in meiner Jugend lief das unter “verboten”), nahm immer größere Ausmaße an, vor allem, nachdem ich die Online-Mediatheken entdeckt hatte. Einen Film anzugucken wurde meine liebste Entspannungsmethode …. und dann noch einen und noch einen. Danach fühlte ich mich immer, als wäre hier was falsch, aber ich wusste nicht so recht, warum (und ich muss alles immer genau wissen). Ich guckte keine “bösen” Filme, und bei den allfälligen Knutschszenen spulte ich vor oder brach ab. Ich vergeudete auch nicht übermäßig Zeit, denn ich bin ein hervorragender Multi-Tasker – ich kann Filme schauen und gleichzeitig Emails schreiben oder bügeln und putzen. Aber mit wenigen Ausnahmen musste ich mich danach fragen: “Wozu war das jetzt gut?” und hatte immer den Drang, um Vergebung zu bitten. Ich versuchte, es einzuschränken, aber das gelang immer nur kurzfristig, dann war ich wieder im alten Trott. Schließlich schrie ich zu Gott: “Ich krieg das nicht hin! Ich kann mich nicht selbst erziehen, aber du bist doch mein Erzieher! Dann mach das doch irgendwie!” Was soll ich sagen? Ich bin frei! Er hat das Bedürfnis weggenommen. (Aber ich weiß auch, dass ich nicht wieder damit anfangen darf.)
Ich hatte aber immer noch nicht wirklich verstanden, was daran nun so falsch war. Und am Sonntag in der Predigt hab ich auf einmal ganz klar gesehen: Was es mir so unbehaglich gemacht hat, das war die Eifersucht des Heiligen Geistes, der in mir wohnt. Er wollte nicht, “dass ich mich da rumtreibe”. Meine Abhängigkeit von dieser Aktivität war ihm zur Konkurrenz geworden. – Nun gut, das hätten wir geklärt! Es wird sicher in Zukunft noch mehr Aufräumungsarbeiten geben, und es ist mir recht so!
Ein eifersüchtiges Verlangen hat der Geist, der in uns wohnt; um so reicher aber ist die Gnade, die er gibt.
Oh yes!
