Vor einigen Jahren hatte meine Vater eine schwere Operation, und danach eine lebensbedrohliche Komplikation, die eine zweite Operation erforderlich machte. Zweimal musste man ihn ins künstliche Koma legen. Als ich wir ihn besuchten, erkannte ich ihn tatsächlich nicht, so verändert war er, zusammengefallen, in jeder Körperöffnung einen Schlauch! Wir dachten nicht, dass er das überleben würde.
Er erzählte uns dann, wie Gott ihm in einem Zustand großer Schwäche mit einer Art Panoramaschau der himmlischen Herrlichkeit tröstete. Nicht etwa durch eine Vision, sondern indem sich in seinen Gedanken Bibelvers an Bibelvers fügte. Sein Geist war ganz eingehüllt in die Freude auf den Himmel.
Er hat sich immer viel mit dem Wort Gottes beschäftigt, und dadurch standen alle diese Bibelstellen in seiner Erinnerung parat. Sie waren sozusagen das “Rohmaterial” für den Heiligen Geist, der sie gemäß seinem aktuellen Bedürfnis benutzen konnte.
Lehre Nummer 7: Füll deinen Geist und Verstand mit der Wahrheit des Wortes Gottes, damit du dich in Zeiten der Not davon ernähren kannst!
Ich habe jetzt Kapitel 1-3 des Hebräerbriefs auswendiggelernt und mit Kapitel 4 angefangen. Im Moment hänge ich gerade ein bisschen fest, weil sich einige Ausdrücke so oft in verschiedenen Zusammenhängen wiederholen, und ich schnell durcheinanderkomme. Vielleicht kann ich mich selbst wieder ein bisschen motivieren, indem ich ein paar Tipps weitergebe für die, die es auch versuchen wollen.
Das Wichtigste ist natürlich zu verstehen, was man lernt. Der Text muss Sinn für mich machen, sonst werde ich ihn kaum reproduzieren können. Notfalls lese ich ihn in einer anderen Übersetzung und ziehe einen Kommentar zu Rate.
Und dann starte ich einfach, indem ich mir selbst den jeweiligen Vers 10 mal laut aufsage- dasselbe dann noch mal mit dem Vorgängervers zusammen, um den Zusammenhang herzustellen.
Was mir außerdem hilft (aber bitte nur, wenn keiner zuschaut ) ist das Verbinden von Worten mit Gesten. Man kann sich da irgendwas ausdenken, was auch nur einen entfernten Zusammenhang hat mit dem Inhalt – es geht einfach darum, eine zusätzliche Assoziation zu schaffen.
Assoziationen kann man auch herstellen zu Bildern, vor allem, wenn man ein mehr visueller Gedächtnistyp ist.
Weil ich Schwierigkeiten hatte mit der gedanklichen Abfolge der Kapitel, habe ich mir Bilder-Spickzettel gemacht. Zusätzlicher Nutzen: Um sich für ein Symbol zu entscheiden, muss man intensiv über den Text nachdenken. Was steht da? Welches Bild könnte mich daran erinnern?
Das sieht dann etwa so aus. Und mit dieser Scheibe sage ich dann das Kapitel immer wieder auf. Wenn man niemand zum Abhören hat, kann man sich zur Selbstkontrolle aufnehmen.
Die Symbole habe ich übrigens mit dem Pictoselector gefunden, den ich auch für die unterstützte Kommunikation bei meiner Arbeit mit geistig behinderten Menschen verwende. Ich liebe dieses Programm! Wer natürlich selbst zeichnen kann, ist noch besser dran.
Wer mehr durch Schreiben lernt, dem hilft es wahrscheinlich, Verse immer wieder aufzuschreiben. Es empfiehlt sich auch, besondere “Stolpersteine” auszudrucken und irgendwo hinzuhängen, wo man sie ständig vor der Nase hat.
Das Wiederholen wird natürlich irgendwann ziemlich zeitaufwändig. Wie ich das dann mache, weiß ich noch nicht.
Vor einiger Zeit habe ich mich sozusagen in den Hebräerbrief verliebt, nachdem ich ihn 40 Jahre immer wieder gelesen habe, und er nicht richtig an mich rankam. Und auf einmal verspüre ich das etwas verrückte Bedürfnis, ihn auswendig zu lernen (sind ja nur 13 Kapitel ;) ). Ich möchte ihn so aufsaugen, dass ihn mir keiner mehr wegnehmen kann. Könnte ja sein, dass man eines Tages die Bibel verfassungsfeindlich findet und unzugänglich macht…..oder dass ich erblinde z.B.
Nun hab ich keinerlei Anspruch an Perfektion und will ihn auch bestimmt nicht stolperfrei vor Publikum aufsagen, und wenn ich nur die Hälfte schaffe, ist das auch schon was.
Und da ich, wenn auf der einen Seite z.B. „Hebr.8,9″ steht , ganz bestimmt nicht weiss, dass auf der anderen steht: “ nicht nach dem Bunde, den ich mit ihren Vätern machte an dem Tage, da ich ihre Hand ergriff, “ usw. , mach ich es lieber so: Vorne steht der Anfang des Verses, z.B. “ nicht nach dem Bunde,“ und hinten steht der Rest. So hab ich immer einen kleinen Anpusher, und bei meinen ersten Versuchen hat sich das bewährt. Und das Ziel ist ja, die Verse im Zusammenhang zu behalten.
Zur einfachen Erstellung kopiere ich die Verse aus meinem geliebten Bibelprogramm e-sword heraus, und weil mir die am nächsten liegt, nehme ich die alte Elberfelder Übersetzung, deren Wortlaut mir von Kind an vertraut ist.
Und hier kann man sich für verschiedene (ältere) Übersetzungen die Mp3- Dateien zum Anhören runterladen. Das hilft ja auch beim Einschleifen.
Also: Wen überzeugt das? Wer macht mit? Wer hat noch bessere Methoden? Bitte Kommentare schreiben!