In letzter Zeit habe ich viel von Petrus gehört: Petrus, der Jesus so sehr liebt, dass er mit ihm sterben will, und dann so die Hosen voll hat, dass er ihn hartnäckig verleugnet. Petrus, der in Tränen ausbricht, als er merkt, was er getan hat, und wer er eigentlich ist. Ein ganz anderer, verwandelter Petrus, nachdem er den Heiligen Geist empfangen hat und furchtlos wie sein Herr selbst die jüdischen Obersten mit der Wahrheit konfrontiert. Petrus, der durch den Heiligen Geist die Sünde von Ananias und Saphira aufdeckt.
Einige Jahre später wieder ein Menschen fürchtender Petrus, der solche Angst hat vor den jüdischen gesetzestreuen Christen, dass er selbst zum Heuchler wird und seine Glaubensgeschwister aus den Heiden praktisch verleugnet (“diskriminiert”, würden wir heute sagen), so dass Paulus ihm um der Wahrheit willen die Meinung sagen und der Heuchelei bezichtigen muss. Und wieder Petrus, der nicht beleidigt ist, sondern das annimmt. (Warum ich das glaube, hab ich hier mal geschrieben.)
Wer war er denn nun, dieser Mann? War er ein Wackel-Petrus?
Ich denke, er war ein Sünder und hatte seine Schwächen – wie du und ich. Wenn er vom Heiligen Geist erfüllt war, dann war er stark – wie du und ich. Er war schnell, Zurechtweisung anzunehmen und seine Fehler einzusehen – das sollten wir auch sein! Jesus, der ihn durch und durch kannte, besser als er sich selbst, nennt ihn “Fels” und nicht “Pudding”! Wenn er in irgendetwas fest war, dann darin, immer wieder vor seinem Herrn auf die Knie zu fallen und zu sagen: Ich bin ein Sünder, aber ich liebe dich! Du bist meine einzige Hoffnung, und ohne dich kann ich nicht leben! Lass mich dein Jünger sein!
Wie du und ich?
