Predigt-Nachlese: Schwache Menschen- starke Botschaft!

Predigttext: Lukas 2,8-40

Gott, der in Jesus klein, schwach und arm zu uns kommt, wählt die Kleinen und Armen als seine Botschafter. Menschen auf der untersten Stufe der Gesellschaft, umgeben vom strengen Stallgeruch, sind die ersten Missionare. Die Hirten empfangen die Nachricht unmittelbar von Engeln – nicht etwa von süßen kleinen Engelputten, sondern von einem furchteinflößenden Engel des Herrn und himmlischen Heerscharen. Und genau so wie es ihnen der Engel gesagt hat, finden sie es vor: Der Christus Gottes, ihr Retter, liegt in Windeln in einer Krippe. Diese Leute, deren Aussagen vor Gericht nichts gelten, wählt Gott sich als Zeugen der Geburt seines Sohnes, und, völlig überwältigt, erzählen sie jedem davon, der ihnen in die Quere kommt.

Maria und Josef lassen das Kind am 8. Tag beschneiden und erfüllen damit die Vorschriften des Gesetzes. Es erhält den Namen Jesus, der bedeutet: Gott ist Rettung! Etwa einen Monat später findet man sie im Tempel. Sie bringen das Reinigungsopfer für Maria dar und weihen Gott ihren erstgeborenen Sohn. Dass sie arme Leute sind, erkennt man an dem Opfer, das sie bringen. Sie können sich kein Lamm leisten und bringen zwei Tauben, wie es das mosaische Gesetz  vorsieht.

Der Heilige Geist führt einen alten Mann zu dieser Szenerie, der sein ganzes Leben auf diesen Tag gewartet hat. Simeon ist, wie Zacharias und Elisabeth, einer der Treuen in Israel, die durch Glauben gerecht sind, ein gottesfürchtiges Leben führen, und in deren Herzen die Hoffnung auf den “Trost Israels” lebendig ist. Er hat sogar eine persönliche Zusage von Gott bekommen, dass er nicht sterben wird, bevor er den Messias gesehen haben wird. Diese Erwartung hat sein Leben bestimmt, und als er das Kind sieht, nimmt er es auf seine Arme. Aus seinem Herzen strömt der Lobpreis Gottes; durch den Heiligen Geist erkennt er in diesem Kind die Erfüllung der alttestamentlichen Verheißungen, die er in seiner Sehnsucht wieder und wieder studiert und aufgesogen hat. Er schaut dabei weiter als nur auf die Rettung Israels – hier hält er das Heil aller Völker in den Armen! Und er sieht auch den Schatten des Kreuzes, die Ablehnung und den Widerspruch, dem dieses Kind begegnen wird, und das Schwert, das Marias Herz durchdringen wird. Aber das dämpft seine Freude nicht.

Und dann ist da die Prophetin Hanna. Über ihr Leben habe ich hier schon einmal geschrieben. Nach menschlichen Kriterien war es nicht glücklich zu nennen, aber auch sie hat Herzensaugen, die über die dunkle Gegenwart hinausblicken, und hat die Hoffnung auf den Gott Israels nie aufgegeben. Als sie Simeon mit dem Kleinen sieht und hört, wird ihre Seele von Freude überflutet und die gute Nachricht sprudelt aus ihr heraus, dass es jeder hören muss.

Keine besonderen Menschen, keine Prominenz – Arme, Alte, Verachtete und vom Leben Gebeutelte hat Jesus von Anfang an in seinem Gefolge. Ich bin froh, dass da auch Platz für mich ist, und ja, ich möchte die großen Taten Gottes verkünden, der mich aus der Finsternis befreit und in sein wunderbares Licht geführt hat!

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