Auf einer Seite über verantwortliche christliche Haushalterschaft, über die ich mehr zufällig gestolpert bin, fand ich neulich den Satz : “The selfish use of money points to a worship disorder of the heart.“ Auf Deutsch: “Der selbstsüchtige Gebrauch des Geldes deutet auf eine Anbetungsstörung des Herzens hin.“
Ich fand den Ausdruck “Anbetungsstörung” sehr interessant. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat in ihrem Katalog der psychischen Störungen 99 Krankheiten klassifiziert, aber die grundlegendste aller unserer Krankheiten ist nicht aufgeführt.
David betet um die Heilung dieser Störung, von der wir alle betroffen sind:
“Lehre mich, Herr, deinen Weg: Ich will leben in deiner Wahrheit! Gib mir nur dieses eine Verlangen: dich und deinen Namen zu fürchten!” (Psalm 86:11) oder wie es in einer alten Übersetzung heißt: “Einige mein Herz zur Furcht deines Namens!” Unser anbetungs-gestörtes Herz ist zersplittert.
Diese Krankheit hat viele Symptome. Habgier ist eines davon, aber auch Ehebruch, Zank, Streit, Eifersucht, Neid, Großtuerei und Fresssucht. Die Bibel führt auch Homosexualität auf eine Anbetungsstörung zurück (Römer 1:25ff).
Um unser Herz müssen wir jeden Tag kämpfen. Salomo rät: “ Mehr als alles hüte dein Herz!” (Sprüche 4:23) und Johannes warnt: ”Kinder, hütet euch vor den falschen Göttern!“ (1.Johannesbrief 5:21) und damit meint er sicher nicht nur Götzen aus Holz und Stein. Der moderne Mensch macht meist entweder sich selbst und seine Lust zum Götzen oder/und seinen Mitmenschen. (Soll ich nun meinem Mitmenschen nicht dienen? Ja, natürlich, aber unter der Autorität Gottes und gemäß seinen Maßstäben, d.h. ich werde niemand in sündigem Verhalten bestärken oder unterstützen.)
Zur Heilung dient, wenn wir es machen wie Paulus: Jeden Gedanken “gefangen nehmen” und Christus unterstellen. (2.Korinther 10:5)
Das fängt an, wenn ich aufwache, und die Sorgen mich überwältigen wollen, und ich mich entscheide, sie Gott anzuvertrauen: “Du bist der Herr meines Lebens. Ich anerkenne meine Ohnmacht und befehle mich dir an.”
Das geht weiter, wenn ich durch die Prospekte blättere und 1000 Sachen sehe, die ich brauchen könnte und sage: “Du bist der Herr meines Geldes. Meinst du, dass ich das brauche? Möchtest du, das ich das kaufe?”
Oder wenn ich vor dem Spiegel stehe und sage: “Du bist der Herr über mein Aussehen. Ehre ich dich mit meinem Outfit, oder was soll ich ändern?”
Wenn ich Pläne mache: “Du bist der Herr meiner Zeit. Was willst du getan haben?”
Wie oft versage ich da! Aber ich darf lernen, finde immer wieder Vergebung und darf täglich flehen: “Heile mich, Herr, von meiner Anbetungsstörung, und einige mein Herz zur Furcht deines Namens!”

Liebe Ruth,
danke für Deine so ehrliche Schreibweise, die mir tief ins Herz spricht und mir den Weg zum Herzen Gottes praktisch und hilfreich aufzeigt.
Gott segne Sich weiterhin so reichlich, damit er durch Dich noch viele Weisheiten und Lebenshilfen an Deine Geschwister auf der Suche nach wahrem Leben geben kannst.
Voller Dankbarkeit,
Karl-Heinz